Autor/in: Anonym

Der Islam Seite 3

Frauen, Familie und Ehe

Frauen, Familie und Ehe

Das gleiche gilt für die im Islam noch weit verbreitet Verheiratung von Mädchen. Im Senegal ist die Braut bei der Hochzeit gar nicht selbst anwesend, sondern wird durch einen Vormund vertreten. Anderswo (z.B. in Anatolien) ist es noch der Brauch, dass dem Bräutigam vom Brautvater am Hochzeitstag eine Gewehrkugel überreicht und gibt damit die Einwilligung, dass der Bräutigam seine Tochter erschießen darf, wenn sie sich gegen ihn erhebt.
Die Morgengabe ist das Schenkungsversprechen des Mannes an die Frau anlässlich der Eheschließung in Bezug auf Geld oder Güter. .

Der Brauch des Kopftuchtragens als religiöses Symbol steht seit geraumer Zeit in der öffentlichen Diskussion und Kritik.

Scheidung erlaubt

Der Islam erlaubt die Scheidung. Der Prophet bezeichnete sie jedoch als „das von Gott am meisten Gehasste unter den erlaubten Dingen“ – sie sollte daher nur letzter Ausweg sein. Wenn Männer sich die „Verstoßung“ leicht machen, ist dies nicht im Sinne des Islam. Geschiedene oder Verwitwete können wieder heiraten.
Sorgerecht u. Vormundschaft für Kinder führen oft zu Konflikten, da Kinder ab einem bestimmten Alter dem Vater zugesprochen werden. In jüngster Zeit geht man dazu über, im Interesse des Kindes zu entscheiden.

Gleichstellung von Frau und Mann

Frauen und Männer sind hinsichtlich ihrer Pflichten vor Gott weitestgehend gleichgestellt sind. Beide sollen fünfmal am Tage beten, das Fasten des Ramadan einhalten und einmal im Leben während des Wallfahrtsmonats, wenn es die Umstände erlauben, nach Mekka pilgern. Die in deutschen Büchern immer wieder zu findende Aussage, im Islam habe die Frau keine Seele, entspricht nicht den Eigenaussagen der Muslime, sondern ist eine europäische Vorstellung, die sich aus islamischen Quellen nicht belegen lässt. Dieser Gleichstellung von Mann und Frau vor Gott entspricht jedoch nicht eine solche in der Gesellschaft. Wie in der klassischen Synagoge ist auch in der Moschee die Frau entweder gar nicht oder auf Emporen bzw. in abgeschlossenen Räumen präsent. In der Öffentlichkeit erscheint sie stets in Begleitung entweder eines Mannes oder mehrerer Frauen.

Kinder erhalten eine geschlechtsspezifische Erziehung

Kinder erhalten eine geschlechtsspezifische Erziehung
Die klassischen Handbücher stellen das idealtypische Verhalten des Muslim vor. Es wird sehr deutlich erkennbar, dass alles Verhalten auf die richtige Rolle in der Gesellschaft hinzielt. In diesem Zusammenhang ist die geschlechtsspezifische Erziehung von großer Bedeutung, der zufolge Mädchen auf ihre spätere Rolle als Hausfrau und Mutter, Jungen dagegen auf die Tätigkeit außerhalb des Hauses hin erzogen werden. Sobald sich die ersten sexuellen Gefühle regen, wird die Trennung der Geschlechter durchgeführt. Vor allem die Sittlichkeit der Mädchen gilt als Zeichen der Ehre für die Familie, weshalb alle in der Familie darauf bedacht sind. Nach der ersten Menstruation wird in vielen Familien als Vorsichtsmaßnahme eine gewisse Verschleierung verlangt, und das strenge Behütetsein der heranwachsenden Mädchen gilt geradezu als Sittlichkeitsausweis für die Familie.

Tod

Der Tod iim Islam

Der Tod ist Islam gleichgestellt mit dem Leben sogar bedeutender und wahrhafter. Denn sie ist nicht das Ende sondern der Anfang. Der Tod ist eine Befreiung von den Aufgaben dieses Lebens, es ist ein Wechsel von der vergänglichen Welt in eine Beständige. Der Mensch wird von all den Anstrengungen des diesseitigen Lebens entlastet. Hinter der beängstigenden, schmerzenden Fassade des Todes verstecken sich viele Frohe Botschaften. Hierzu ein Zitat von Said Nursi: „Der Tod ist keine Hinrichtung, er ist nicht das Nichts und auch kein Aufhören oder Verenden und kein Erlöschen. Sie ist keine ewige Trennung, kein Nichtsein und weder Zufall noch ein Verschwinden ohne eines handelnden Subjektes. Der Tod ist vielmehr eine Entlassung von seiten eines Tätigen-Barmherzig-Weisen und ein Ortswechsel. Sie ist eine Reise in die ewige Glückseligkeit und zur ursprünglichen Heimat und auch ein Tor des Zusammenkommens mit neunundneunzig Prozent aller Freunde.“ Nach der Islamischen Lehre ist die Seele unsterblich. Das heißt, beim Tod stirbt nur der Körper, welches nichts weiter als das Verlassen eines altgewordenen Nestes bedeutet. Nun tritt die Seele des Menschen in die Zwischenwelt (Berzah) ein. Das Trennen von Körper und Seele ist die Aufgabe des Erzengel Azrail. Der Mensch wird in der Zwischenwelt entsprechend seiner Wohltaten bzw. Freveln empfangen und verweilt in einem ihm würdigen Zustand bis zum Tag des Jüngsten Gerichts. Nun entscheidet sich, wo die Seele die Ewigkeit verbringen wird, ob Himmel oder Hölle.

Bestattung

Aufgrund der Bestattungsbräuche ist es nicht ohne weiteres möglich, einen Muslimen auf einen christlichen Friedhof zu beerdigen. Folgende Punkte sind zu beachten:
die Ausrichtung des Toten mit dem Gesicht nach Mekka (Qibla);
die Bestattung ohne Sarg (auch wenn diese mittlerweile zum Beispiel in größeren Städten möglich ist)
der Verzicht auf nahezu jegliche Form des Grabschmucks und der Grabpflege aus Achtung vor der Totenruhe, die Ruhefrist, wonach das „ewige Ruherecht“ nicht gestört werden darf, scheitert häufig an der mancherorts nach 15 oder 20 Jahren vollzogenen wird Grabaufhebung.
Dagegen ist der frühere islamische Brauch, Verstorbene ausschließlich im Leinentuch zu beerdigen, aufgrund einer Fatwa-Entscheidung nicht mehr verpflichten und die Beerdigung in Holzsärgen anerkannt.

Sonstiges

Das Barttragen gilt in Nachahmung des Propheten Mohammed vor allem bei Traditionalisten als islamischer Brauch (vergleichbar dem sog. Kopftuch bei Frauen). Wobei der Ansatz des Oberlippenbartes direkt unter der Nase manchmal ausrasiert wird (in einigen Ländern der Region ist das tragen eines Vollbarts als eindeutig politisches Symbol deshalb von den Behörden unerwünscht).
Als haram gelten für Männer auch zu kurze Hosen (Sie sollten über den Schuhrand reichen) und kurze Hemden, manche Muslime lehnen auch das tragen von Hemden mit „westlichen“ Kragenformen (erwünscht sind Rundkrägen) oder von Krawatten ab.

Die islamische Meinung zu folgenden Fragen

a) Freundschaften und intime Beziehungen:

Der Islam lehnt außereheliche intime Beziehungen zwischen den Geschlechtern ab. Er fördert die Ehe, die als Schutz vor solchen Versuchungen und als Mittel zur gegenseitigen Liebe, Barmherzigkeit und zum Frieden dient.

b) Homosexualität:

Der Islam lehnt das Ausleben von homosexuellen Neigungen kategorisch ab und betrachtet sie als Sünde. Unabhängig davon sollen muslimische Ärzte Aids-Kranken aber dieselbe Fürsorge wie anderen Patienten entgegenbringen, auch wenn diese sich durch homosexuelle Kontakte infiziert haben.

c) Schwangerschaftsverhütung und Abtreibung:

Während der Islam Schwangerschaftsverhütung in begründeten Fällen erlaubt, gestattet er keine Gewalt gegen das ungeborene Leben. Er betrachtet Abtreibung als Mord, weil es ein Angriff auf einen lebenden Menschen ist, und befürwortet sie nur dann, wenn dadurch das Leben der Mutter gerettet werden kann.


d) Sterbehilfe und Selbstmord:

Der Islam ist sowohl gegen Selbstmord als auch gegen Euthanasie (Sterbehilfe). Muslime lehnen den Einsatz jeglicher Mittel ab, die dazu dienen, das Leben eines todkranken Patienten künstlich zu „verlängern“.

e) Organtransplantation:

Das Retten von Leben besitzt im Islam einen hohen Stellenwert. Deshalb wird Organtransplantation allgemein als erlaubt betrachtet, vorausgesetzt, es liegt das Einverständnis des Spenders vor. Der Verkauf von Organen ist jedoch nicht gestattet.

Moschee

Moschee – Ort der Niederwerfung – Ort des gemeinschaftlichen islamischen Gebets, schließt im Deutschen die Freitagsmoschee ein, aber nicht Heiligenschrein, Ordenshaus oder Sakralbauten wie die Felsenkuppel auf dem Haram asch-Scharif in Jerusalem.
In Moscheen gibt es weder Bilder von Heiligen oder Propheten, noch religiöse Musik. Anstelle der bildlichen Darstellung, die im Christentum religiöse Grundlagen der Bibel und Heiligenerzählungen beschreibt, tritt hier die arabische Kalligraphie und anstelle der christlichen Kirchengesangs der Vortrag des Korans, immer in arabischer Sprache. Während des Fastenmonats Ramadan wird der Koran komplett rezitiert. Oft ist an Moscheen auch eine Madrasa (arabisch für Schule), die ursprüngliche islamische, stets religiös geprägte Bildungseinrichtung, angeschlossen und bildet mit der Moschee einen Baukomplex. Prächtige Beispiele für diese Art der Architektur finden sich u.a. in Samarkand.

Geschichte

Mit der Ausbreitung des Islam erhielt jede Stadt eine Moschee, später auch die Dörfer. Im von den Türken eroberten Oströmischen Reich wurde in der Regel die christlichen Kirchen abgebrochen oder in Ausnahmefällen zu Moscheen umgewandelt (sh. Sophienkirche in Konstantinopel/Istanbul).

Moschee

Einrichtung einer Moschee

In einer Moschee findet man oft eine Gebetsnische – ein Strich, Pfeil oder ein Täfelchen mit dem Wort gibla reicht aber auch aus, um die Richtung zur Kaaba in Mekka, dem Hauptheiligtum des Islam, anzugeben. Waschräume mit fließendem Wasser, auch Brunnen, sind Bestandteile der Moschee, um dort die rituelle Waschung wudü‘,vor dem Gebet zu vollziehen. In den Vorräumen oder am Eingang der Moschee werden die Schuhe aufbewahrt – man kann sie aber auch (die Sohlen zueinander gewandt) in die Moschee nehmen.
In einer Freitagsmoschee gibt es außerdem eine Kanzel (minbar) für die Freitagspredigt, eine dikkah, eine erhöhte Plattform, von der aus der Gebetsruf unmittelbar vor dem Gebet wiederholt wird und außerhalb des Ritualgebets der Koran rezitiert wird.
Vor Betreten der Moschee zieht man seine Schuhe aus. Ein Muslim betritt die Moschee mit dem rechten Fuß und verläßt sie mit dem linken. Der Boden ist mit Teppichen belegt. Die Gebetsnische (Mihrab) gibt die Gebetsrichtung (gibla) gegen Mekka an. Das Mihrab ist der Standort des Imam (Vorbeters), der das Gebet leitet. Imam kann jeder Muslim werden, der die dafür vorgeschriebenen Kenntnisse besitzt, die Gebetsformen beherrscht und volljährig ist. Er tritt vor die Betenden, die sich hinter ihm in klaren Reihen (sufuf, sg. saff) aufstellen. Da Frauen von Männern beim Gottesdienst nicht beobacht werden sollen, beten die Frauen hinter den Männern, abgetrennt in eigenen Räumen oder auf einer Empore.

Oft besteht der einzige Schmuck in kalligraphisch aufbereiteten Koranversen und ornamentalen Mustern. Darstellungen von Gott, Menschen und Tieren sind verboten, Landschaftsdarstellungen kommen aber vor.
Die Moschee ist nicht nur Gebetsraum, sondern auch allgemeiner Treffpunkt der Muslime. Auch zu öffentlichen Anlässen wie Gerichtsverhandlungen oder öffentlichen Verlautbarungen wird sie genutzt. Gruppen können Besprechungen abhalten, Schüler finden sich ein, um ihre Hausaufgaben zu machen. Nicht zuletzt ist die Moschee Herberge für Reisende, die dort Wasser, die Gemeinschaft von Gleichgesinnen und einen Platz zum Schlafen vorfinden.
Zu verschiedenen Zeiten und Ländern waren unterschiedliche Gebäudetypen vorherrschend. Die älteste Form ist die Hofmoschee mit umlaufenden Arkaden. Ähnlich alt sind die Säulenwälder, die auf die Palmen der Urmoschee zurückgehen sollen. Unter den Osmanen waren – der Sophienkirche nachempfundene – Zentralbauten mit vielen Kuppeln und zwei oder vier spitzen Minaretten beliebt. Moscheeanlagen mit großem offenen Innenhof sind für Iran und Indien typisch. Phantastische Lehmbauten finden sich in der Sahelzone, pagodenartige Moscheen in Indonesien.

Gegenwart

Durch seinen universalen Anspruch wendet sich der Islam an alle Menschen. Dieser Anspruch hat den Islam immer wieder in Konflikt mit anderen Religionsgemeinschaften gebracht, die ebenfalls einen universalen Anspruch erheben. In zahlreichen Staaten ist der Islam Mehrheitsreligion (Naher Osten, Asien). In den meisten dieser Staaten ist die Frage der Religionsfreiheit nicht zufriedenstellend geklärt. Das Auseinanderklaffen von Anspruch und Realität gilt als größtes Problem der muslimischen Welt, der heute rund 1,2 Milliarden Gläubige angehören.
Etwa 1,2 Milliarden Menschen bekennen sich zum Islam (ein Fünftel der Weltbevölkerung).

Eines der größten Probleme der muslimischen Welt ist das Auseinanderklaffen von Anspruch und Realität, der Unterschied zwischen Lehre und Praxis.

Frage: ”Erlaubt der Islam Selbstmordattentate?“

Eine generelle Antwort auf diese Frage zu finden, ist schwierig. Aber es gibt sowohl im Koran, als auch durch zahlreiche Aussagen führender Würdenträger belegt, die vorherrschende Einschätzung, dass Selbstmordattentate weder erlaubt sind, noch gutgeheißen werden können.
Der Islam ist kein monolithischer Block
Allerdings: Der Islam ist zwar eine monotheistische Religion, in der es nur einen Gott gibt, aber kein monolithischer Block, in dem Einigkeit herrscht. Die weltweit rund 1,2 Milliarden Anhänger des Islam gehören zu etwa 90 Prozent der sunnitischen und zu etwa zehn Prozent der schiitischen Richtung an.
Antworten müssen interpretiert werden
Den Islam verstehen bedeutet auch, sich zunächst an seine Sprache zu gewöhnen. Direkte Antworten, die kaum Interpretationsmöglichkeiten zulassen, sind darin eher eine Ausnahme. Das wird im westlichen Verständnis oft als Nachteil empfunden, weil es viele Fragen zum Islam gibt, aber nur wenige Instanzen, die das islamische Recht (Scharia) mit verbindlichen Antworten (Fatwah) auslegen dürfen
Im sunnitischen Islam gibt es vier Rechtsschulen, die in wichtigen theologischen Fragen zum Teil sehr voneinander abweichen.
Rechtfertigung von Selbstmordattentaten: Zwei einander gegenüber stehende Lager

Osama Bin Laden

In der Frage, ob Selbstmordattentate theologisch zu rechtfertigen sind, gibt es zwei einander gegenüber stehende Lager: Abdel Aziz al-Scheich, der Großmufti von Saudi Arabien, hat im April erklärt, Attentate, bei denen sich Palästinenser in die Luft sprengen, seien Selbstmord. Selbstmord ist im Islam verboten, weil der Mensch nicht nehmen soll, was Gott gestiftet hat. Der Großmufti von Saudi-Arabien hatte zuvor bereits alle islamischen Rechtsgelehrten dazu aufgerufen, die wahre Lehre des Islam zu verbreiten und der Welt zu zeigen, dass ihre Religion Terrorakte wie in New York und Washington ablehne.
WTC 09/11
Derartige Selbstmordanschläge seien nach der islamischen Scharia (Rechtslehre) eine schwere Sünde.
Tantauwi: Selbstmordanschläge seien mit dem Islam in Ausnahmefällen durchaus vereinbar
Großscheich Muhammad Tantauwi von der Kairoer Al-Azhar Universität hält dem entgegen, Selbstmordanschläge seien mit dem Islam in Ausnahmefällen durchaus vereinbar. Wer sich mit Sprengstoff bepackt in die Luft jage und dabei Feinde töte, der habe als Märtyrer zu gelten, dem Gott die Freuden des Paradieses zuteil werden lasse. Einschränkungen allerdings macht der ägyptische Großscheich: Der Anschlag darf sich nicht gegen Frauen, Kinder und alte Menschen richten.
Koran: “Wer kämpft, soll nicht maßlos im Töten sein.”
Befürworter und Gegner von Selbstmordanschlägen berufen sich auf den Koran. In Sure 17, Vers 33 heißt es: “Wer kämpft, soll nicht maßlos im Töten sein.” Selbstmordattentate, bei denen zumeist Unschuldige zu schaden kommen, lassen sich durchaus als maßlos einstufen. Dem halten die Befürworter von Selbstmordattentaten allerdings andere Koranzitate entgegen, denn in den Suren 61, Vers 11 und 9, Vers 41 heißt es, dass die Muslime beim Kampf gegen ihre Feinde mit ihrem Vermögen und ihrer eigenen Person in der Pflicht stehen. Wenn es sich nun um derart hochgerüstete und militärisch überlegene Feinde wie Israel handle, dann, so die Befürworter, müsse jedes Mittel recht sein.


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