Autor/in: Anna Stelzer

Diabetes mellitus Seite 2

und typische Symptome vorliegen. Ein manifester Diabetes liegt nach den WHO-Empfehlungen vor, wenn der nüchterne Blutzucker über 120 mg/dl liegt. Da diese Werte von verschiedenen Organisationen und auch Autoren zum Teil unterschiedlich angegeben werden, muss in Zweifelsfällen zur Klärung der Situation ein sogenannter oraler Glucose-Toleranztest durchgeführt werden (siehe unten)

Blutzuckertagesprofil (BZTP):

die Erfassung der Blutzuckerschwankungen im Tagesverlauf durch Bestimmung mehrerer Blutzuckerwerte zu unterschiedlichen Tageszeiten.

Für das BZTP wird eine halbe Stunde vor dem Essen und zwei Stunden nach dem Essen mit einem Messgerät der Blutzuckerspiegel bestimmt. Zusätzlich sollte um 22 Uhr ein weiterer Wert gemessen werden.

4.2. Urin zuckertest

Steigt der Blutzucker über 180 mg/dl an, kann die Niere den Zucker (Glucose) nicht mehr zurückhalten und man kann den Zucker im Urin mittels Teststreifen nachwiesen. Die Grenze, bei der man Zucker im Urin nachweisen kann, nennt man Nierenschwelle. Die Nierenschwelle ist bei jedem Menschen und insbesondere in jedem Alter etwas anders. Je mehr der Blutzucker ansteigt, desto mehr Glucose wird im Urin ausgeschieden.

Die Urin-Zucker Kontrolle ist immer ein Sammelwert für den Blutzucker seit der letzten Blasenentleerung. Bei Diabetikern mit Nierenschäden ist der Test nur eingeschränkt oder gar nicht verwertbar, da sich durch die Nephropathie (Sammelbezeichnung für Nierenkrankheiten), die Nierenschwelle geändert haben kann.


4.3. Urin Azeton wert

Azeton kann im Urin nachgewiesen werden, wenn statt Kohlenhydrate Fettreserven zur Gewinnung der täglichen Energie verwendet werden müssen. Weitere Ursachen für Azeton, das zu den sogenannten Ketonkörpern gehört, sind Gewichtsabnahme („Hunger Azeton“), Fieber, lang andauerndes Erbrechen und sehr reichliche Fettzufuhr mit der Nahrung.

Azeton kann durch spezielle Teststreifen im Urin nachgewiesen werden.

4.4. Glukosetoleranztest

Bei diesem Test erhält der Patient morgens nüchtern nach der ersten Blutentnahme (für Blutglukose) 75 g Glucose (Traubenzucker) gelöst in 300ml Wasser oder ein ähnliches Zuckergetränk. Die Lösung muss innerhalb von 10 Minuten langsam getrunken werden. Eine weitere Blutentnahme erfolgt 120 Minuten nach Trinkbeginn. Eine Diabetes mellitus liegt vor, wenn der nüchterne Blutzucker über 120 mg/dl liegt, der 2-Stunden-Blutzuckerwert über 200 mg/dl ist.

4.5.HbA1c

HbA1c – das Blutzuckergedächtnis: Dieser Wert gibt den Durchschnittswert der Blutzuckerwerte etwa über die letzten sechs bis acht Wochen an. Bestimmen kann ihn zurzeit nur der Arzt, nicht der Diabetiker selbst.

Hierbei wird ermittelt, wie groß der Anteil des roten Blutfarbstoffes ist, an dem sich der Traubenzucker anlagert.

Je höher nun das HbA1c ausfällt, desto schlechter war rückwirkend der Blutzucker eingestellt.

4.6. Fazit

Die Diagnostik der Wahl bei Verdacht auf Diabetes mellitus besteht aus Anamnese, Krankenbeobachtung und verschiedenen Untersuchungen.

5. Behandlung von Diabetes mellitus

Die Behandlung der Stoffwechselerkrankung Diabetes mellitus kennt mehrerer Formen der Therapie:

Behandlung von Typ-1-Diabetes:

Insulin, Diät, Bewegung

Behandlung von Typ-2-Diabetes:

Gewichtsreduktion, Diät, Bewegung, Tabletten, Insulin

5.1. Diät

Die Grundlage jeder Behandlung von Diabetes mellitus ist die richtige Ernährung. 50-80 % aller Diabetes-Typ-2 Erkrankten bräuchten keine Medikamente, wenn sie sich an die richtige Ernährung halten würden.

Die Diabetes-Diät ist nichts anderes als eine veränderte Normalkost, man wird nicht auf Magerkost und Hungerportionen angesetzt. Die Diabetes-Diät lässt heute kaum noch Gedanken an eine Krankenkost aufkommen. Sie gleicht vielmehr einer weitgehend gesunden und schmackhaften Vollwerternährung, wie sie für alle Menschen empfohlen wird. Sie beinhaltet – wie beim Nichtdiabetiker – eine Mischkost aus den drei Grundnährstoffen: Kohlenhydrate, Fett und Eiweiße. Dazu kommen Spurenelemente, Vitamine, Wasser und Mineralien.

Bei der Diabetes-Diät sollen lediglich die schnell aufgenommenen Kohlenhydrate (Zucker) vermieden und die in der Nahrung vorhandenen sonstigen Kohlenhydrate auf mehrere kleinere Mahlzeiten verteilt werden (bis zu 6 Mahlzeiten pro Tag). Der Diabetiker benötigt je nach Therapie alle 2-3 Stunden eine kleine Mahlzeit. Dann steigt der Blutzucker weder überschießend hoch an, noch fällt er zwischendurch zu tief ab. (Unterzucker)

Es muss nicht jedes Gramm abgewogen werden, dass man essen will. Es gilt, sich bewusst zu machen, was man isst. Das ist das A und O einer erfolgreichen Diabetes-Therapie.

Die unten stehende Lebensmittelpyramide zeigt die wichtigsten Lebensmittel auf einen Blick

Die Basis einer gesunden Ernährung bilden Getreide, Reis, Kartoffeln, Pasta und Mais. Dazu kommen Gemüse, Salat, Hülsenfrüchte und frisches Obst.

Brot, Kartoffeln, Reis, Pasta, Haferflocken und andere Getreideerzeugnisse:

liefern Ballaststoffe, langsam verwertbare Kohlenhydrate, pflanzliches Eiweiß, Vitamine und Mineralstoffe

Gemüse, Salate und Hülsenfrüchte:

liefern wenig Kalorien, viele Vitamine, Mineral- und Ballaststoffe, Hülsenfrüchte enthalten Stärke, lassen aber durch den hohen Ballaststoffanteil den Blutzucker kaum ansteigen

frisches ungezuckertes Obst:

hoher Nährstoffgehalt, Obst ist eine gute Zwischenmahlzeit

Milch und Milchprodukte:

liefern Eiweiß, Fett, Kohlenhydrate, Vitamine, Mineralstoffe wie Kalzium

Fleisch, Wurst, Innereien, Fisch, Eier:

liefern Fett, Eiweiß, Vitamine und Mineralstoffe, fettarmes Fleisch in kleinen Portionen 2-3 wöchentlich. Diese Gruppe enthält viel Fett und Cholesterin

Fette:

Butter, Öl und Bratfett sollten sparsam verwendet werden, auf wenig gesättigte und ausreichend ungesättigte Fettsäuren achten, wie Olivenöl oder Distelöl

Zucker, Salz:

Schokolade & Co kann in Maßen verzehrt werden.

Getränke:

Viel zu trinken regt den Stoffwechsel an, macht satt und hält geistig fit. 2 Liter sollten es mindestens am Tag sein. Zu bevorzugen sind Mineralwasser, Früchte- und Kräutertees oder zuckerfreie Light Getränke.

Natürlich dürfen Diabetiker auch Alkohol trinken, aber sie sollten dabei einiges beachten:
Biere enthalten Malzzucker, süße Weine und Liköre enthalten auch Zucker. Bei der BE-Berechnung sollte das mit berücksichtigt werden.

Ein alter Grundsatz lautet ›Trinke nie auf nüchternen Magen«, und für den Diabetiker gilt das gleich doppelt. Denn Alkohol kann zu Unterzuckerungen führen, auch noch Stunden nach dem Alkoholgenuss, der Grund ist, dass die Zuckerneubildung in der Leber heruntergefahren wird, weil die Leber dann damit beschäftigt ist, den Alkohol abzubauen.

Durch das zugeführte Insulin (oder manche oralen Antidiabetika) wird aber die Blutglucose weiter in die Zellen geschleust; der Nachschub aus der Leber bleibt aus und der Blutzucker sinkt.

Außerdem müssen ggf. auch die Kalorien aus dem Alkohol mitberechnet werden. (Immerhin 7 kcal pro Gramm Alkohol!)

Veränderte Nährstoffzufuhrt bei Diabetikern

5.1.1.Kohlenhydrate (KH)

Der Hauptbestandteil der Ernährung sollte aus Kohlenhydraten bestehen. Diese sind gerade für den Diabetiker besonders wichtig. Ballaststoffe wirken sich positiv auf den Blutzuckerspiegel aus, sie verringern die Blutzuckerschwankungen, reduzieren den Insulinbedarf und sättigen gut. Je mehr Ballaststoffe unsere Nahrung enthält, desto langsamer steigt der Blutzucker.

Es gibt verschiedene Arten von Kohlenhydraten, mit unterschiedlicher Wirkung auf den Blutzucker.

Blutzucker erhöhend sind:

Traubenzucker (Einfachzucker): erhöht den Blutzucker sofort, geht schnell ins Blut über. Kann bei Unterzuckerung lebensrettend sein.

Fruchtzucker (Einfachzucker): vorwiegend im Obst, geht langsam ins Blut

Haushaltszucker (Zweifachzucker): Honig und alle damit gesüßten Getränke erhöhen den Blutzucker rasch und sind in dieser Form nicht zu empfehlen. Wird dieser Zucker oder Honig nicht pur, sondern verpackt in Fett, Eiweiß oder gar Ballaststoffen, wie z. B. Sahneeis, Schokolade oder mit Vollkornprodukten gegessen, gehen diese mit normalem Zucker gesüßten Lebensmittel langsam ins Blut über. Somit können diese Leckereien in kleinen Mengen, statt anderer Zwischenmahlzeiten gegessen werden.

Obst: enthält verschiedenen Zuckersorten, besonders süße Obstsorten sollten deshalb nur bei größerer körperlicher Aktivität verzehrt werden, da diese den Blutzucker rasch erhöhen (z. B. Weintrauben, Trockenobst, Kirschen)

Malzzucker: in flüssiger Form im Bier enthalten, erhöht den Blutzucker rasch. Da im Bier aber auch Alkohol enthalten ist, gleicht sich diese Wirkung bei einer Flasche Bier pro Tag wieder aus. Süßes, alkoholfreies Bier ist nicht zu empfehlen!

Nicht Blutzucker erhöhend sind:

Alle Salate, Rohkost und Gemüse, mit wenigen Ausnahmen. Deshalb sollte so viel wie möglich Gemüse und Salat verzehrt werden.

Damit der Umgang mit den kohlenhydrathaltigen Lebensmitteln für den Diabetiker einfacher wird, gibt es sogenannte Hilfsrecheneinheiten, man nennt sie auch Schätzhilfen.

In Deutschland und Österreich hat sich die Rechengröße BE (Broteinheiten) als große Hilfe für die Berechnung dieser Lebensmittel bewährt.

Eine BE enthält 12 g Kohlenhydrate (KH), 1 g KH entspricht 4,2 kcal/1 BE = 48 kcal.

(So entspricht eine halbe Scheibe Brot (ca. 25 gr.) oder ein kleiner Apfel (ca. 100 gr.) 1 BE.)

Durch diese Hilfsrecheneinheit wird die Einteilung in Einheiten, sowie das Erlernen und Abschätzen der Kohlenhydrate erleichtert.

Es ist unsinnig, die Kohlenhydrate genau auf das Gramm der jeweiligen Nahrungsmittel berechnen zu wollen. Es gibt nämlich Kohlenhydrate, z. B. in Kartoffeln oder Brötchen, die zu einem raschen Anstieg des BZ führen, während andere Kohlenhydrate nur langsam verdaut und dem BZ zugeführt werden (z. B. Hülsenfrüchte).

In entsprechenden Austauschtabellen findet der Diabetiker alle Nahrungsmittel, die berechnet werden müssen.

Es gibt zwar auch spezielle Diabetiker-Produkte, die zwar „zuckerfrei“, also mit Zucker-Ersatzstoffen zubereitet sind, diese enthalten dafür aber oft große Mengen an Fett, also unbedingt die Verpackungsangaben beachten!

Für einen Diabetiker ist es wichtig, dass er die kohlenhydrathaltigen Lebensmittel kennt und sie für seinen persönlichen Diätplan berechnen kann. Nur so kommt er auf Dauer zu einem gleichmäßigen Blutzuckerprofil.

5.1.2.Fett

30-35 % unserer Nahrung sollten aus Fett bestehen. Fett ist ein Geschmacksträger, jedoch macht zu viel davon dick und fördert Herz- und Kreislauferkrankungen. Ein niedriger Fettanteil in der Nahrung schont die Gefäße.

Übergewichtige Diabetiker müssen mit Fetten besonders vorsichtig sein, da besonders viele Kilokalorien bei der Verbrennung frei werden. Normal gewichtige, schlanke Patienten können dagegen die Berechnung von Fetten etwas vernachlässigen.

Es gibt tierische und pflanzliche Fette in der Nahrung, wobei die pflanzlichen Fette bevorzugt werden sollten.

5.1.3. Eiweiß (Protein)

Eiweiß wird zum Aufbau unserer Körperzellen benötigt. Da Eiweiß im Körper nicht gespeichert wird, muss es durch die Nahrung täglich zugeführt werden. Bei zu geringer Eiweißaufnahme kann es durch Abbau von körpereigenem Eiweiß zu erheblichen Mangelerscheinungen kommen.

Eiweiß kommt in tierischen und in pflanzlichen Nahrungsmitteln vor. Unsere Nahrung sollte zu 15 % aus Eiweiß bestehen

5.1.4.Energie Gehalt

Energie Gehalt von Lebensmitteln

5.2. Behandlung mit Tabletten

Eine Therapie mit Tabletten kann eine Diabetes-Diät nicht ersetzen.

Eine Behandlung mit Tabletten kommt nur für den Diabetes-Typ-2 infrage, da er über eine restliche Eigeninsulinproduktion verfügt. Bevor mit Tabletten Behandlung begonnen wird, sollten alle Möglichkeiten einer Diättherapie ausgeschöpft sein.

Zur Behandlung des Typ-2-Diabetikers gibt es Tabletten mit verschiedenen Wirkmechanismen.

Wirkungsprinzipien der verschiedenen Präparate:

Sulfonylharnstoffe: fördern die Insulinbildung

Meglitinide: lösen die Freisetzung von körpereigenem Insulin aus

Thiazolidinedione: verstärken die Wirkung von körpereigenem Insulin

Biguanide: verbessert die Wirkung des Insulins als Türöffner für Glukose, hemmt Appetit

Stärke Abbau Hemmer: verzögern den Abbau von Stärke zu Einfachzucker

Alle oben genannten oralen Antidiabetika lassen sich untereinander kombinieren.

Gängige Tabletten Kombinationen sind:

  • Sulfonylharnstoffe – Metformin
  • Glinide – Metformin
  • Sulfonylharnstoffe – Glitazone
  • Metformin – Glitazone

So kann jeder Betroffene individuell behandelt werden. Zu Beginn der Behandlung kommen in der Regel nur Metformin (Biguanide) und Glibenclamid (Sulfonylharnstoffe) infrage.

Viele orale Antidiabetika leiten sich von den Sulfonamiden ab, haben auch zum Teil antibakterielle Eigenschaften. Bei längerem Gebrauch können sie sich ungünstig auf die Niere auswirken und dürfen daher bei schweren Nierenschäden nicht verabreicht werden.

Ansatzpunkte und Hauptwirkungen von Antidiabetika:

5.3. Insulin

Bei absolutem Insulinmangel (Typ1) oder bei ausbleibender Normalisierung des Blutzuckerspiegels durch Tabletten und Diät muss Insulin gespritzt werden.

Insulin besteht aus zwei miteinander verbundenen Aminosäureketten. Deshalb muss es gespritzt werden, weil die Magensäure es sonst – wie jedes Eiweiß – zerstören würde.

Da Insulin ein Eiweißkörper ist, ist es bei Zimmertemperatur nur begrenzt haltbar, deshalb muss Insulinvorrat im Kühlschrank aufbewahrt werden, im Gebrauch befindliches Insulin kann bei Zimmertemperatur aufbewahrt werden.

Insulin kann auch mit oralen Antidiabetika kombiniert werden.

Tabletten-Insulin-Kombinationen sind:

  • Sulfonylharnstoffe – Insulin
  • Metformin – Insulin

5.3.1. Insulingewinnung

Früher wurde Insulin aus den Bauchspeicheldrüsen von Schweinen und Rindern gewonnen. Heute ist die Industrie in der Lage, mithilfe von Darm-Bakterien dem menschlichen entsprechenden Insulin herzustellen. Diese Insuline heißen Humaninsulin.

Aufgrund der Nebenwirkungen von tierischem Insulin (v.a. Rinderinsulin) werden heute Human-Insuline bevorzugt.

5.3.2. Verschiedene Insulinarten:

Insuline gibt es mit verschiedenen Wirkkurven: Schnell wirkende, ultraschnell wirkende und langsam wirkende Insuline sind erhältlich. Welches Insulin für welchen Diabetiker das richtige ist, hängt von der Therapie und der erreichten Blutzuckersenkung ab. Man unterscheidet grundsätzlich Normalinsulin und Verzögerungsinsulin.

Man teilt die Insuline in zwei Gruppen ein:

  1. schnelles Insulin (auch „Mahlzeiten-“ oder „Bolus-Insulin“ genannt) mit schneller Wirkung, aber kurzer Wirkungsdauer. Dieses Insulin wird zu den Mahlzeiten verwendet.
  2. langsames Insulin (auch „Verzögerungs-“ oder „Basis-Insulin“ genannt) mit verzögerter Wirkung, jedoch längerer Wirkungsdauer. Dieses Insulin wird für die Zeiten zwischen den Mahlzeiten und für die Ruhephasen verwendet, z. B.. in der Nacht.

Normalinsulin: früher auch Altinsulin genannt, hat eine kurze, aber bereits nach wenigen Minuten einsetzende Wirkung.

Verzögerungsinsulin: sind Langzeitpräparate, die mit Zusätzen versetzt sind, sodass sie ihren Wirkstoff verzögert in die Blutbahn abgeben und somit eine längere Wirkungsdauer erzielen. Sie machen nur noch eine täglich zweimalige Injektion notwendig.

Kombinationsinsulin: sind eine Mischung aus Normalinsulin und Verzögerungsinsulin, es gibt sie in vorgefertigten Ampullen zu festen Mischungsverhältnissen (z. B.. 30/70). Sie verbinden deshalb den schnellen Wirkungseintritt von Normalinsulin mit der langen Wirkungsdauer von Verzögerungsinsulin.

Protahiert (verlängerte Einwirkung durch Verzögerung) wirkende Insuline: Haben einen sehr langsamen Wirkungseintritt und eine sehr lange Wirkungsdauer. Sie können, wie z. B.. Lantus in einer einmaligen täglichen Dosis verabreicht werden.

Verschiedene Insulin Arten und ihre Wirkungsdauer

Wichtig zu wissen: 1 IE Normalinsulin senkt den Blutzuckerspiegel um bis zu 45 mg/dl

Insulin-Art
(Handelsnamen)
Wirkprofil
(annähernd)
Wirkbeginn
Wirkmaximum
Wirkdauer
(nach Injektion)
Insulin-Analoga
– Humalog (Lispro)
– NovoRapid (Aspartat)
Insulin-Analoga Wirkprofilsofort
1 – 1,5 Std.
2 – 3 Std.
(wenig dosisabhängig)
Normal-Insulin (Alt-Insulin)
– Berlinsulin H Normal
– Insuman
– Insufat
– Humaject Normal
– Huminsulin Normal
– Insulin Actrapid HM
– Insuman RAPID
Normal-Insulin (Alt-Insulin) Wirkprofil10 – 15 Min.
2 Std.
4 – 6 Std.
(dosisabhängig)
Basal-Insulin (Verzögerungsinsulin)
– Berlinsulin H Basal
– Humaject Basal
– Huminsulin Basal
– Insulin Protaphan HM
– Insuman BASAL
Basal-Insulin Wirkprofil90 – 120 Min.
4 – 6 Std.
8 – 12 Std.
Kombinationen aus Normal- und Basal-Insulin
– Insulin Actraphane HM 10/90

– Berlinsulin H 20/80
– Huminsulin Profil II
– Insulin Actraphane HM 20/80
– Insuman COMB 25

– Berlinsulin H 30/70
– Humaninsulin Profil III
– Insulin Actraphane HM 30/70

– Insulin Actraphane HM 40/60

– Insulin Actraphane HM 50/50
– Insuman COMB 50

Insulin Wirkprofil
Wirk dauer von Insulin
Wirk dauer von Insulin
Insulin Wirkprofil

30 Min.
4 – 6 Std.
8 – 12 Std.

5.3.3. Insulintherapie

Ideal wäre es, die Insulinausschüttung eines Nichtdiabetikers nachzuahmen. Beim Stoffwechselgesunden ist ständig eine bestimmte Basalrate (Grundrate) an Insulin zur Stoffwechselregulation vorhanden. Diese Basalrate ist auch nachts und morgens, nüchtern, sowie zwischen den Mahlzeiten nachzuweisen. Bei jeder Mahlzeit wird entsprechend der aufgenommenen Kohlenhydrate von der Bauchspeicheldrüse zusätzliches Insulin abgegeben. Auf diese Weise kann die Blutzuckerkonzentration auch nach einer Mahlzeit im Normbereich gehalten werden. Bei einer Insulintherapie wird deshalb versucht, das Schema eines Stoffwechselgesunden nachzuahmen.

5.3.4. Konservative Insulintherapie

Bei dieser Therapie wird zu festgesetzten Zeiten (morgens und abends) eine bestimme Menge Insulin gespritzt. Die Zeiten und Mengen müssen eingehalten werden. Eine flexible Gestaltung der Mahlzeiten ist daher nicht möglich. Der Vorteil dieser Behandlung, man weiß genau, was und wie viel man sich spritzen muss. Der Nachteil liegt darin, dass man sich an die Essenszeiten und -mengen genau halten muss. Wird zu wenig gegessen, besteht die Gefahr der Unterzuckerung, wird mehr gegessen, als durch die Insulinmenge abgedeckt ist, kommt es zu einer sogenannten schlechten Einstellung.

Möglich ist eine konservative Insulintherapie mit zwei oder mit drei Injektionen täglich. Welche Insuline zur Anwendung kommen, sollte individuell mit dem Arzt besprochen werden.

In der Grafik wird ein mögliches Schema dargestellt:

Konservative Insulin Therapie

5.3.5.Intensivierte Insulintherapie

Diese Therapie ist aufwendiger, aber auch anpassungsfähiger.

Zu den Hauptmahlzeiten wird eine wechselnde Menge schnelles Insulin – abhängig vom Blutzucker, von Hunger und Mahlzeit – genommen. In den Ruhephasen, zum Beispiel vor der Nacht wird eine feste Menge langsames Insulin gegeben

Vorteil dieser Behandlung ist, die Zuckerwerte lassen sich besser einstellen, die Essensmengen und -zeiten können flexibler gewählt werden. Nachteil ist, der Blutzucker muss viel engmaschiger kontrolliert werden, in der Regel viermalige Blutzuckermessung, sowie viermaliges Spritzen, bei dieser Therapie kommt es auf eine aktive Mitarbeit des Betroffenen an, er muss sich hervorragend mit der Krankheit auskennen wie z. B.. welche Faktoren den Blutzuckerspiegel und den aktuellen Insulinbedarf des Körpers beeinflussen können. Diese Therapie wird vorwiegend von Diabetikern-Typ-1 bevorzugt und angewandt.

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Diabetes mellitus

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Diabetes mellitus Typ 1 und Typ 2

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