Autor/in: Anonym

Vorstellung verschiedener Lerntheorien Seite 3

GRUNDREGELN EINER ÜBERZEUGENDEN ARGUMENTATION:

a) Anforderungen an Argumente:
1) Primacy Effekt: Das zuerst gehörte bleibt gut hängen
2) Rezens Effekt: Das zuletzt gehörte bleibt gut hängen
3) Zweiseitige Argumentation (Pro mit Kontra zusammenhängend darstellen und deutlich wiederlegen)
4) Argumente geben, die Angst auslösen, aber Lösungsweg anführen
5) Maximalpositionen verwenden
6) Anschauliche Beispiel mit möglichst bekannten Personen

b) Anforderungen an Sprecher:

  • sachkundig
  • vertrauenswürdig
  • sympathisch
  • attraktiv
  • Spiegelbild der Zielgruppe

c) Anforderungen an Zuhörer:
Am besten gut informiert, da schlecht informierte „abschalten“; ist aber nicht beeinflussbar

BEACHTEN:

  • Überreden ? Überzeugen
  • Besser häufig kleine Portionen servieren
  • Interesse wecken + halten, keine Langeweile

ROLLENVERSTÄNDNIS

Soziale Rolle: das durch Erwartungen gesteuerte Handeln das der Rolleninhaber erbringen sollte; Erwartungen werden bestimmt durch Normen

Normen: von der Mehrheit der Gesellschaftsmitglieder geteilte Vorstellungen darüber, wie man sich in bestimmten Situationen verhalten sollte

Werte: Vorstellungen über erstrebenswerte Zustände einer Gesellschaft

Rollenset: Rollenfremdbild + Rollenselbstverständnis
Rollenselbstbild: Eigenverständnis, Art der Ausübung der Akzeptanz
Rollenfremdbild: Erwartungen und Verständnis der Rolle anderer

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Interner Rollentransfer: man selbst überträgt Verhalten eines Rollenbildes auf eine andere Rolle, z.B. helfendes und „dienendes“ Verhalten auf Privatleben übertragen

Externer Rollentransfer: andere transferieren Rollenbilder (Erwartungen) auf einen, z.B.: Krankenschwester soll sich im Privatleben auch wie im Krankenhaus verhalten

Rollensequenz: Abfolge von Rollen (Wechsel von Erwartungen, Normen)
Altersrollensequenz: Baby – Kind – Jugendlicher – Erwachsener…
Rangrollensequenz: Praktikant – Unterkurs – Mittelkurs – Oberkurs – Examinierte Kraft -, Fachschwester – Stationsleitung

Rollendistanz: wenn man sich durch bestimmtes Verhalten von einer Rolle distanziert

ERWARTUNGEN:

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ROLLENKONFLIKTE:
Interrollenkonflikt: 2 oder mehrere Rollen konkurrieren miteinander
Intrarollenkonflikt: Innerhalb einer Rolle ist man verschiedenen unvereinbaren Erwartungen ausgesetzt

Konfliktbewältigung:

  • durch Kommunnikation
  • durch soziale Veränderung
  • durch innerpsychische Veränderung
  • durch Inanspruchnahme von Fremdhilfe

GRUPPEN

Definition nach Israel:

  • Die Mitglieder einer sozialen Gruppe haben für eine bestimmte Zeit ein gemeinsames Ziel
  • Sie sind – um ihr Ziel zu erreichen – voneinander anhängig
  • Alle Mitglieder wissen um ihre gegenseitige Beziehung

KLASSIFIKATION DER GRUPPEN

GRÖßE: KLEIN- UND GROßGRUPPE
Kleingruppe: überschaubare Anzahl von Personen, die regelmäßigen und direkten Kontakt miteinander haben; unterste Grenze liegt bei zwei (sonst keine Interaktion möglich)
Großgruppe: Stamm, Volk, Nation

BEZIEHUNG: PRIMÄR- VON SEKUNDÄRGRUPPEN

 

Primärgruppen Intimgruppe; Face-to-face-Gruppe

  • Zeitlich zuerst im Leben (Familie, Nachbarschaft)
  • Fundamentale Bedeutung für Entwicklung, wirken prägend
  • Häufiger, unmittelbarer Kontakt (Kommunikation und Interaktion)
  • Kontakt auf verschiedenen Arten (verbal, taktil, optisch)
  • Vorwiegend direkter Kontakt (von Angesicht zu Angesicht)
  • Häufig emotionaler Kontakt
  • (? starkes Wir-Gefühl)
  • Kleine überschaubare Zahl der Gruppenmitglieder

Sekundärgruppe

  • Zeitlich später im Leben
  • Zweitrangige Bedeutung
  • Geringer Kontakt
  • Häufig indirekter Kontakt
  • Vorwiegend verbaler und sachlicher Kontakt
  • Größere Anzahl von Mitgliedern
  • Beeinflussung der Mitglieder ist weniger stark

Primäre Gruppen können zu Sekundären Gruppen werden und umgekehrt

FORMALITÄT UND ORGANISATION: FORMELLE UND INFORMELLE GRUPPE
Teilt man Gruppen hinsichtlich ihrer Zielsetzung ein unterscheidet man formelle und informelle Gruppen


Formelle Gruppen

  • Ziele, Normen und Rollen sind ausdrücklich festgelegt und formuliert
  • entweder schriftlich oder mündlich in einer Satzung, Verordnung, gesetzlich ist die Gruppenstruktur festgelegt
  • Bsp.: Sportklubs, Schulklasse
  • Klare Rollenvorgaben mit Erwartungen und Normen
  • Haben eine klare Zielsetzung
    Informelle Gruppen
  • Ziele und Normen sind nicht ausdrücklich formuliert
  • Haben keine Satzung
  • Sie entstehen spontan
  • Sie sind nicht an eine außen auferlegte Ordnung oder Struktur gebunden
  • Bsp.: Freundesgruppe, Clique in einer Schulklasse

Art der Beziehung des Individuums zur Gruppe: Mitglieds-, Bezugsgruppe; Eigen-, Fremdgruppe

Mitgliedsgruppe: Gruppen, in denen man Mitglied ist, sei es durch Anwesenheit und Teilnahme oder nur auf dem Papier, ohne Teilnahme am Gruppenleben

Bezugsgruppe: Gruppen, nach denen man sich richtet, mit deren Auffassungen, Verhaltensweisen, Einstellungen man sich identifiziert; dienen einem Individuum als Vergleichsmaßstab und als Quelle von Normen
Die Mitgliedsgruppe kann auch Bezugsgruppe sein oder auch Nicht-Bezugsgruppe
Die Bezugsgruppe kann die Mitgliedsgruppe sein aber auch die Nicht-Mitgliedsgruppe

Innengruppe (Eigengruppe) ingruops:

  • Gruppe, in der man gerade verkehrt, denen man angehört
  • Mit der man sich identifiziert, der man sich zugehörig fühlt, der man Sympathiegefühle entgegenbringt
  • sie wird als gut, gerecht und friedliebend beurteilt, ohne daß objektive Gründe für die positivere Bewertung der eigenen Gruppe im Vergleich zu anderen Gruppen vorhanden sind
  • Die Eigenschaften der eigenen Gruppen werden vom Einzelnen überschätzt
  • Die eigene Gruppe dient dabei oft als Identifikation, sie bietet Schutz, Sicherheit und Geborgenheit
  • Gilt als Maßstab für andere Gruppen

Außengruppe: outgroups: Fremdgruppen:

  • alle anderen Gruppen, denen man nicht angehört
  • Ihre Mitglieder sind fremd, unbekannt, anderes und teilweise in ihrem Verhalten unverständlich.
  • Man setzt sich von ihnen ab, man bringt eher Gefühle der Antipathie entgegen. Man belegt sie leicht mit negativen Vorurteilen

Ingruops » Richtlinie
Outgroups » werden an der Richtlinie bewertet

GRAD DES ZWANGES DER MITGLIEDSCHAFT: FREIWILLIGE UND UNFREIWILLIGE GRUPPE

  • Zu der eigenen Familie gehört man unfreiwillig
  • In den Sportklub tritt man freiwillig ein

ENTWICKLUNG EINER GRUPPE
Bei der Entstehung von Gruppen – also die Frage, was uns an anderen Menschen anzieht – spielen folgende Faktoren eine Rolle

  • Anziehung durch körperliches Aussehen?
  • Durch Ähnlichkeit?
  • Durchgegegnseitige? Ergänzung
  • Durch Sympathie?

VERLÄUFT NACH TUCKMANN (1965) IN VIER PHASEN

1. Forming: Kennenlern- und Experimentierungsphase

  • In der Formierungsphase befinden sich die Mitglieder der Gruppe in einer für sie unbekannten Situation, die zu Unsicherheit und Angst führen kann
  • starke Orientierung am Führer, Neugierde, Ängste , Unsicherheit, Spannung

2. Storming: Auseinandersetzungs- und Kampfphase

  • Die Konfliktphase zeichnet sich durch erste Konflikte aus
  • Es entstehen Untergruppen

3. Norming:

  • in der Normierungsphase entsteht in der Gruppe ein Wir-Gefühl mit gegenseitiger Akzeptanz; zwischenmenschliche Probleme werden gelöst
  • gewisse Kompromissbereitschaft
  • Kennzeichen: notwendiges Einigungsbestreben
  • Größere Vertrautheit tritt auf

4. Performing

  • Die Leistungsphase zeichnet sich durch Effektivität auf die Arbeit aus . ….. sind gefestigt und werden akzeptiert
  • Mitglieder sind noch enger miteinander zusammenschweißt

Entwicklung verläuft nicht linear sondern in „Kreisen“. Als „Neue“ in eine bestehende Gruppe, an selber durchlebt die Phase mit der Gruppe, aber die Gruppe macht sie nicht mit durch

soziales Gebilde:
eine Anzahl von Menschen, die auf irgendeiner Weise von der Umgebung oder von anderen Ansammlungen von Menschen abzugrenzen ist

Soziale Kategorie:

  • eine Anzahl von Menschen, die nur aufgrund eines oder mehreren Merkmalen zu einer Einheit zusammengefaßt werden
    • Ohne physische Nähe, ohne Kommunikation und Interaktion
    • Eine Abstraktum: sie besteht nur in Gedanken, in Wirklichkeit existiert die Kategorie nicht als Einheit
    • alle Hausbesitzer, die Jugend, alle Brillenträger

Soziales Aggregat

  • eine Anzahl von Menschen, die deshalb zu einer Einheit zusammengefaßt werden, weil sie sich in physischer Nähe befinden
  • mit physischer Nähe, ohne Kommunikation und Interaktion
  • befinden sich im gleichen geographischen Raum
  • Bsp.: Menschenschlange vor der Bushaltestelle
    Kollektive
  • besteht aus mehreren Menschen, die deswegen zu einer Einheit zusammengefaßt werden, weil sie miteinander in indirekter Kommunikation und Interaktion stehen;
  • mit indirekter Kommunikation und Interaktion
  • Bsp.: die der Krankenpflegeschule angehören; die WHO; Belegschaft der MariaHilfGmbH

Soziale Gruppen (in eigentlichen Sinne):

  • eine Gruppe besteht aus mehren Menschen, die deswegen zu einer Einheit zusammengefaßt werden, weil sie sich in direkter Kommunikation und Interaktion miteinander in Wechselbeziehungen stehen
  • mit direkter Kommunikation und Interaktion
  • Bsp: Familie, unser Kurs

EINMALIGE ODER DAUERHAFTE KOMMUNIKATION
Problem: spricht man bereits von einer Gruppe, wenn die Kommunikation nur zeitweilig oder vorübergehend ist?
• Sozialpsychologisch: ja, da der Psychologe die Einwirkungen des Sozialen auf den Einzelmenschen untersucht, und auch bei einer einmaligen oder kurzen Kommunikation findet eine gegenseitige Beeinflussung statt
• Soziologisch: nein, da der Soziologe das Gewohnheitsmäßige, das Strukturhafte oder Dauerhafte im menschlichen Zusammenleben untersucht)

SOZIOGRAMM-BEZIEHUNGSNORMEN

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GESPRÄCHSFÜHRUNG

 

BEDEUTUNG DES ZUHÖRENS:

  • bei Sachaussagen ist es schwierig genau zuzuhören u. die Info genau wiederzugeben
  • bei Gefühlsaussagen ist es noch schwieriger den genauen (gemeinten) Inhalt zu erfassen

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Arbeitsblatt: Zuhören & Gefühle
Wichtig: Aussagen werden aufgrund eigener Erfahrung unterschiedlich interpretieret

Ich zentrierte Grundhaltung:

  • Vorgänge herunterspielen
  • Lösung anbieten
  • Selbst zu viel reden
  • Sich mit Partner gleichstellen
  • Von sich auf andere schließen

PATIENTENORIENTIERTE GESPRÄCHSFÜHRUNG

Carl Rogers: Jeder Mensch ist an sich gut, hat die Fähigkeit und Tendenz sich selbst zu verwirklichen; Menschen sind in der Lage Wünsche, Bedürfnisse und Fähigkeiten zu erkennen und wollen sie dann auch befriediegen bzw. entwickeln ? Aktualisierungstendenz

Begründer des aktiven Zuhörens / der Patientenorientierten Gesprächsführung (PGf)
a) Alltagsgespräche
b) therapeut. Gespräche
c) helfendes Gespräch

3 EBENEN:
1) Zuhören
2) Paraphrasieren (= Nachfragen, wiedergeben)
3) Verbalisieren ? Rausfinden welche Gefühle versteckt sind, Vermutungen bewusst formulieren

Ziel: Patient fühlt sich ernst + aufgenommen

Arbeitsblatt: Wiederspiegeln von Klientenäußerungen, Gesprächssituation, Kommunikation + Gesprächsführung

MERKMALE/ VORRAUSSETZUNGEN FÜR PGF

  • einfühlendes Verstehen
  • positive Wertschätzung
  • Echtheit

EINFÜHLENDES VERSTEHEN

  • um jemanden wirklich zu verstehen, müssen wir uns in Wünsche, Ziele, Motive, Glaubenssysteme und Erfahrungen einfühlen
  • (in Pflege) nicht immer möglich, daher Beschränkung auf Verstehen der momentanen Gefühle unseres Gegenübers
  • Gefühle werden verbal + nonverbal ausgedrückt
  • Ziel von PGf ist es auch versteckte Gefühlsäußerungen zu beachten und sie gegebenenfalls anzusprechen
  • im weiterem Verlauf des Gespräches sollten auch versteckte und undeutliche Gedanken, Motive, Wünsche usw. der Gesprächspartner zu verstehen und auszusprechen
  • Wichtig sind Kann Formulierungen, damit sie nicht als wahre Äußerung gelten

» Patient erhalten die Möglichkeit sich mit Ihren Gefühlen auseinander zu setzen, Möglichkeit Schritt für Schritt mehr Klarheit über die eigene Gefühlslage zu gewinnen

POSITIVE WERTSCHÄTZUNG + EMOTIONALE WÄRME

  • Menschen haben ein Grundbedürfnis angenommen und gemocht zu werden
  • Positive Wertschätzung = wir akzeptieren Gesprächspartner so, wie sie uns begegnen unabhängig davon was sie äußern und wie sie sich geben » Zustimmung
  • Keine Bedingung für Wertschätzung stellen

ECHTHEIT:

  • Bewusst werden, was wir im Gespräch erleben
  • Feststellen, welche Gefühle in uns auftauchen, wenn unser Gegenüber zu uns spricht oder etwas macht, das wir also beispielsweise die Aggressionen wahrnehmen, die in einem Gespräch entstehen können
  • Keine Allwisssenheit zeigen, sondern Patient gegenüber gegebenenfalls auch Unsicherheit zeigen

GRUPPENARBEIT THEMA ECHTHEIT:
Grundhaltung: eigene Emotion bei sich wahrnehmen + äußern; sich selbst gegenüber ehrlich sein
Gespräch das offen + frei ist, sachlich +ohne Wertung; Emotionen sollen Wahrnehmung + Handeln möglichst nicht beeinflussen
Spürbar: bei grundlegenden Missverständnissen sollte Meinung geäußert werden
Wirkung bei Erzählendem: Vertrauensermittlung, angenommen fühlen
Grenzen: Rolle in der wir sind gibt Grenzen

REGELN BEI EINEM KRITIKGESPRÄCH:

  • Fachl../soziale Kompetenz zeigen
  • gegenseitig ausreden lassen/zuhören
  • Kritik erst mal unvoreingenommen annehmen, dann Ursachen finden + prüfen nach Richtigkeit
  • „Nicht mehr Schuhe anziehen als nötig“
  • Ehrlichkeit
  • Ernst nehmen
  • Wertfreiheit
  • 4 Ohren – 4 Münder


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