Autor/in: Cordula

Pflege bei Nieren Erkrankungen Seite 2

Bildgebende Diagnostik:

  • Sonographie: dem Röntgen oder Untersuchungen mit Isotopen vozuziehen
    zur Bestimmung der Form, Größe und Lage der Nieren; Nachweis von Raumfordernden Prozessen, Nachweis von Steinen, Abflusshindernissen, bei Nierenpunktion als Lokalisationshilfe, Überprüfung der arteriellen/venösen Durchblutung, Harnblöase, Prostata
  • Röntgenuntersuchung: Abdomenleeraufnahme; intravenöse Pyelographie (mit Kontrastmittel)
  • Miktionszystourogramm (zum Ausschluss eines vesikoureteralen Refluxes)
  • Digitale Subtraktionsangiographie
  • Angiographie

Weitere Untersuchungmethoden:

  • CT mit und ohne Kontrastmittel: bei Tumoren, Abszessen, diffuse entzündl. Prozesse im Berreich der Nieren und ableitenden Harnwege
  • Magnetresonanztomographie (MRT)
  • Urethrozystokopie; bei Hämaturie mit negativem sonographischem oder radiologischem Befund
  • Nuklearmedizinische Nierendiagnostik: statisches Nierenszitigramm, dynamisches Nierenfuktionsszintigramm
  • Nierenbiopsie

3. URINGEWINNUNG

A) Sammelurin:
Soll eine genaue Menge eines Stoffes/des Urins ermittelt werden (quantitative Bestimmung) wird der Urin 24 H gesammelt
Zeitpunkt: 7 Uhr – 7 Uhr
Vor Beginn Blasenentleerung
Nach 7 Uhr nächste Blasenetleerung zusätzlich ins Sammelgefäß

Durchführung:
1. Pat-Info (Zweck/Dauer)
2. großes Sammelgefäß (lichtundurchlässig) richten + beschriften; ggf. Zusatzflüssigkeit besorgen
3. Durchführung
4. zusätzl. Harnentleerung
5. Menge notieren, Laborkarte ausfüllen

B) Spontanurin = jeder spontan gelassene Urin

  • Spontanurin
  • Morgenurin: nach 12 H spontan gelassenr Urin zur Hormonbestimmung
  • Mittelstrahlurin: Spontanurin bzw. die mittlere Harnportion zur
    bakteriellen Untersuchung, der zur Reduzierung der bakt. Kontamination mit einer bes. Technik gewonnen wird

Vorgehen:
a) Pat-Info über Zweck, Dauer etc
b) Intimpflege vor der Harngewinnung
Mit Seifenlösung getränkte Einmaltücher wird zunächst die Harnröhrenöffnung 3-mal gereinigt, dann mit Wasser getränkte Einmaltücher noch mal reinigen
c) Nach der Reinigung wird die 1. Urinportion verworfen, danach kommender Urin (Mittelstrahlurin) wird in einem sterilen Becher aufgefangen (20-30ml) die letzte Urinportion wird danch verworfen

– 3-Gläser-Methode:
1. Glas: 10-15 ml Flüssigkeit in den Harnwege
2. Glas: Hauptmege des Blasenurins
3. Glas: Prostataexperiment 10 -30 ml Prostatasekret ? entsprechend dem Urogenitaltrakt (dazu muss man am Rektum/Prostata drücken)

4. KATHERTERISMUS

Diagnostischer Katheterismus

  • Uringewinnung für bakteriologische Untersuchung
  • Sondierung der Harnröhre bei fragl. Lumeneinengung und erstmaligem Harnverhalt
  • Intensivüberwachung zur flüssigkeitsbilanzierung/Nierenversagen
  • Restharnbestimmung + Differentialdiagnose der Anurie

Therapeutischer Katheterismus

  • Blasenetleerungsstörungen, insbesondere bei
    – lange dauernder OP mit forcierter Diurese
    – post OP bei Blase/Harnröhren OP
    – bei hohen Restharnmengen oder Harnverlust durch Abflußbehinderungen
  • Blasenentlerung vor OP´s (im kleinen Becken oder vor Geburten)
  • Blasenspülung (TUR-Prostata (????????? Sorry……)
  • Palliative Behandlung der Blase bei Harninkontinenz

• TRANSURETHRALER KATHETER

KATHETERFORMEN
Männer: Nélaton (gerade Spitze) – oder Tiemann (gebogene Spitze) Katheter
Frauen: Nélatonspitzen

KATHETERGRÖßE:
er wird in Charriere angegeben und ist abhängig von der Anatomie und Indikation zur Katheterisierung
1 CH = 1/3 mm
3 CH = 1 mm
Länge beim Mann: 40 cm bei der Frau: 20 cm

KATHETERMATERIAL:
Prinzipiell müssen die Materialien biokompatibel sein, d.h. den Organismus nicht schädigen

1) PVC (Polyvenylchlorid)

  • Einmalkatheter, die hauptsächlich zur Diagnostik, aber auch therapeutisch eingesetzt werden
  • Enthalten Weichmacher, die nach 2 Tagen in das Gewebe diffundieren und das Produkt spröde machen -> Verletzungs und
  • Infektionsgefahr
  • Ballon, wenn vorhanden enthält Silikon (Allergiegefahr!!)

2) Latexkatheter

  • Verweildauer 1-2 Wochen
  • Meist mit Silikonüberzug
  • Neigung zu schnellen Inkrustationen

3) Silikon in Reimform absolut allergiesicher + biokompatibel!!!!

  • Verweildauer je nach Hersteller 4-6 Wochen
  • inkrustiert mit glatten Oberflächen deutlich langsamer
  • kann ggf. auch mit Teflonschicht überzogen sein oder Silberbeschichtung mit bakterizider Wirkung

4) Polyurethan

  • Verweildauer bis zu 6 Wochen, werden nicht hart
  • Ballon aus Latex (Allergiegefahr)

5) Rotgummio Naturprodukt, nicht für Allergiker geeignet!

  • o Findet Verwendung als Spülkatheter, für große Ballons bis zu 100 ml

Materialien zum Legen eines Dauerkatheter´s:
a) Katheterset:

  • Einpackpapier als Arbeitsunterlage (ist steril)
  • Lochtuch zur Abdeckung
  • 3-6 Mulltupfer (für Frauen reichen die Tupfer in unserem Set nicht)
  • Sterile Handschuhe
  • Mullkompresse um Schamlippen zu spreizen oder Penis zu halten
  • Anatom. Pinzette
  • Auffanggefäß für Urin

b) Sonstige:

  • Händedesinfektionsmittel
  • Abwurfbeutel
  • Steriler Katheter (+ Ersatzkatheter) (Frau Ch 16, Mann Ch 14 +16)
  • Steriles Gleitmittel desinfezierend/anästhesierend ? Instillagel
  • Spritze mit 10 ml Aqua dest. Steril
  • Geschl. Urinauffangsystem
  • 1 Paket Ersatz steriler Handschuhe
  • ggf nötige Materialien zur Urinuntersuchung
  • Betaisadonna

Durchführung:

Vorbereitung des Raumes:

  • Schaffung einer geeigneten Ablage
  • Fenster früh genug schließen
  • Schutz der Intimsphäre, Mitpatienten ggf rausbitten oder span. Wand
  • Bequemer Standpunkt
  • Bett hoch pumpen

1) Öffnen des Kathetersets unter aseptischen Bedingungen; Nutzen der sterilen Verpackung als Arbeitsablage
2) Öffnen aller steril verpackten Materialien und auf die Arbeitsplatte fallen lassen (Schutzunterlage unter das Gesäß des Pat legen)
3) Tupfer mit Betaisadonna tränken; sterile Handschuhe anziehen und Lochtuch aus Set nehmen
4) Lochtuch so auslegen, so das bei der Frau die Öffnung der Vulva frei ist und beim Mann der Penis auf dem Tuch liegt
5) DK mit Auffanggefäß verbinden (laut Juchli: Auffanggefäß zw. Die Beine des Pat stellen, mit sterilem Aqua dest. Katheterballon auf Dichtigkeit testen)

Bei der Frau

  • Reinigung der großen Labien mit je einem Tupfer
  • Spreizen der großen Labien, so dass man die kleine kommt und Harnröhreneingang besser sieht
  • Reinigung der kleinen Labien mit je einem Tupfer
  • Reinigung des Harnröhrenausganges von oben nach unten
  • Tupfer vor Scheidenöffnung legen
  • Einwirkzeit beachten (bei PVP Produkten wie Beta mind 2 Minuten)
  • Gleitmittel auf Katheterspitze geben
  • Katheter mit sterilem Handschuh einführen bis Urin fließt
  • bei adipösen Pat oder durch Spastik ist Seitenlage mit angewinkelten Beinen zu bevorzugen

Beim Mann

  • Fassen des Penisschaftes, zurückschieben der Vorhaut bis hinter die Penisfurche und mit 2 Fingern durch leichten Zug nach unten den Harnröhrenausgang spreizen
    (Hand bleibt von nun an am Penis!!)
  • desinfizieren der Eichel von beiden Seiten (mit 2 Tupfern); mit dem 3. Tupfer die Harnröhrenöffnung selbst desinfizieren (EINWIRKZEIT)
  • 1/3 des Gleitmittels auf den Katheter, ein Tropfen auf Harnröhrenöffnung und Rest in Den Penis (durch die Harnröhre)
  • Einführen des Katheters mit der Pinzette oder sterilen Handschuhes
    Penis wird senkrecht gehalten
  • bei Druck Position des Penis verändern und weiterschieben, bis Urin fließt (nach 10 cm sind 2 Kurvaturen zu überwinden -> erst deckenwärts, dann Fußwärts)
  • Katheter weiter in die Blase schieben, damit Ballon nicht in der Harnröhre geblockt wird
  • Katheter mit ca. 10 ml blocken, Position durch leichten Zug testen
  • Katheter muss frei beweglich sein
  • Beim Mann: Vorhaut wieder zurückziehen
  • Bei Spontanurin von mehr als 500 ml besteht die Gefahr des Blasenkollapses ? Gefahr des relativen Volumenmangelschockes

Kather erst mal abklemmen

  • wird Urinprobe für Labor benötigt, vorher Auffangsystem abklemmen und Urin direkt steril an Entnahmestelle entnehmen
  • Entsorgung aller Materialien
  • Unterstützung beim Anziehendes Patienten
  • Größe, Menge der Blockflüssigkeit und des Spontanurins, Ablauf der Maßnahme werden exakt dokumentiert

Pflegeangebot bei DK:

  • Mullkrawatte beim Mann um Dauerkatheter ? Kontamination der Oberschenkel und Bettdecke vermindern
  • Auf korrekte Lage des DK achten (unterhalb des Blasenniveaus)
  • Spezielle Intimpflege (mit Einmalwaschlappen) von Symphyse zum Anus
  • Bei Kontamination mit Suhl ist Desinfektion des Harnröhreneinganges sowie des Katheters mit Schleimhautdesinfektionsmittel nötig
  • Ablassschlauch sollte stets in der Haltevorrichtung stecken; Katheter und Auffangsystem dürfen nicht getrennt werden
  • Beobachtung und Kontrolle der Ausscheidungsmenge

Komplikationen

  • unsachgemäße Technik beim Legen
  • unsachgemäßer Umgang
  • Unterbrechung des Ableitungsystems
  • Reflux in die Blase z.B. Harnstau ? Keimwanderung
  • Kontaminierte Wäsche, Gegenstände
  • Autoinfektion des Pat (E. coli)

Arbeitsblatt: Urinauffangset

Folgenhafte Fehler können sein…

Folgen für den Pat: Druckgeschwüre in Blase + Harnröhre
mögliche Ursachen: – Katheterspitze falsch
– zu großer Katheter gewählt

Folgen für den Pat: Verletzung der Schleimhäute
mögliche Ursachen: – UnsachgemäßeTechnik beim Legen
– Falsche Spitze
– Anatomische Veränderungen

Nur so als Info: 2 % aller stationär aufgenommenen Pat bekommen einen Harnweginfekt!!!!!

Eintrittspforten für Keime:
1) äußere Meatus ( = Scheideneingang), Harnröhreneingang
2) Katheter-Ablaufschlauch
3) Anschlussbeutel
4) Ablassvorrichtung

Folgen können sein :
Urethritis
Cystitis

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