Autor/in: Simone

Katheterismus der Harnblase Seite 2

Einmalkatheter:

16. Bei Urinfluss nicht mehr weiterschieben

17. Urin in Auffangbehälter ( mit Maßangabe in l )

18. evtl. zur vollständigen Entleerung sanfte Druckbewegungen auf die Blase ausüben

19. nach Ende des Urinflusses Katheter herausziehen und entsorgen

Blasenverweilkatheter:

16. bei Urinfluss noch ca. 2 cm weiterschieben

17. den Ballon mit Aqua injectabile blocken, dabei auf Schmerzen achten ( Menge

nach Herstellerangabe )

18. Katheter vorsichtig bis Widerstand zum Blasengrund zurückziehen

19. Katheter mit Urinablaufsystem verbinden

20. Intimbereich abtrocknen und Vorhaut zurückschieben

21. Handschuhe ausziehen und verwerfen

Nachbereitung:

1. Material entsorgen und aufräumen
2. Dokumentation: nach Einmalkatheter: Urinmenge; Nach Verweilkatheter:
Kathetertyp, Katheterdurchmesser in Charrier, Menge der Ballonblockung, Datum
des voraussichtlichen Katheterwechsels angeben

Definition vom suprapubischen Blasenkatheter:

= Blasenkatheter über die Bauchdecke oberhalb des Schambeins ( = Os pubis ); ist eine ärztliche Tätigkeit und erfordert einen kleinen operativen Eingriff

Vorteile vom suprapubischen Blasenkatheter:

  • Keine Verletzung der Harnröhre
  • Deutliche Reduktion nosokomialer ( = in med. Einrichtungen erworbene ) Harnwegsinfektion
  • Seltener Problemkeime bei Verwendung eines geschlossenen Harnableitungssystems
  • Diagnostische Maßnahmen ( Bsp.: ante- / retrogrades Urethrogramm ) möglich
  • Spontanmiktion sowie Restharnbestimmung möglich
  • Geringerer Pflegeaufwand ( nur VW, keine größere Intimtoilette )
  • Längere Liegedauer
  • Geringe subjektive Patientenbelästigung

Nachteile vom suprapubischen Blasenkatheter:

  • Nicht an Assistenzpersonal delegierbar
  • Wenn Komplikationen, dann gravierende ( Einblutungen in die Bauchhöhle )

Blasenspülung / Blaseninstallation:

  • Blasenspülung: bezeichnet man das sterile Einbringen einer Lösung mittels Blasenspritze oder ein Spülsystem durch einen Blasenverweilkatheter in der Harnblase
    » Spülung ist ein Austausch von Flüssigkeit: Einbringen einer Lösung die wieder hinaus
    kommt: ein Kreislauf
  • Instillation: bezeichnet das einbringen einer Lösung in die Harnblase; in der Regel ein Medikament

Indikation Blasenspülung:

» Blasenspülungen werden nur zur Therapie angewendet!

  • Ausspülen von Blutgerinnsel bei Blutungen
  • Postoperatives Sichern und Beobachten der Durchgängigkeit einer Harndrainage
  • Installation von Medikamenten
  • Bei neurogener Blasenentleerungsstörung ( Harninkontinenz )

Kontraindikation der Blasenspülung:

  • Infektionen können verschlimmert und begünstigt werden!
  • Manuelle Spülungen mit unkontrollierbarem Druck verstärken die Gefahr der Blutungen und Ödembildungen
  • Harnröhrenstriktur ( = Einengung der Harnröhre )
  • Urethritis
  • Prostatitis
  • Epididymitis ( = Nebenhodenentzündung )
  • Harnröhrenriss
  • Verdacht auf Perforation der Blase )
  • Schrumpfblase

Geschlossene Spülung:

= Spülung über einen dreilumigen Spülkatheter mit geschlossenem Zu- und Ableitungssystem


Offene Spülung:

= Disskonnektion des Katheterableitungssystems und Installation / Spülung mit Blasenspritze

Intermittierende Spülung:

= wird nur vorübergehend durchgeführt

Permanente Spülung:

= Erfolgt über ein geschlossenes System und wird über einen bestimmten Zeitraum durchgeführt

Welche Formen der Katheterisierung werden unterschieden?

  • Suprapubischen Blasenkatheter
  • Transurethralen Blasenkatheter

Warum wird die Harnblase katheterisiert?

  • Da Patient aufgrund von einem Harnverhalt, Lähmung der Harnblase und hohem Restharn nicht in der Lage ist selbstständig Urin abzulassen oder aufgrund eines operativen Eingriff die Harnröhre still gelegt werden muss
  • Um die Wundheilung von offener Wunden im Intimbereich, Po und Steiß zu fördern; ist aber kein muss Bsp. Dekubitus
  • Für diagnostische Zwecke wie Uringewinnung zur bakteriologischen Untersuchung, Bilanzierung bei bestimmten Erkrankungen oder Restharnbestimmungen

Welche Blasenkatheter werden hinsichtlich der Spitze, des Materials, der Anzahl der Lumen, des Durchmesser des Lumens unterschieden?

  • Tiemann
  • Mercier
  • Nélaton

Wann kommen diese unterschiedlichen Katheter zum Einsatz?

  • Tiemann: nur bei Männer, nur in großen Ausnahmefällen benutzen, verursacht Verletzungen der
    Harnröhre
  • Mercier: nur bei Männer, nur in großen Ausnahmefällen benutzen, verursacht Verletzungen der
    Harnröhre
  • Nélaton: bei beiden Geschlechtern, ist der gängigste Katheter und verursacht die wenigsten
    Verletzungen

Welche Komplikationen können bei transurethralen Blasenkatheter auftreten?

  • Harnwegsinfekt ( Vorkommen bei ca. 30 – 40 % )
  • Verletzungen der Harnröhre
  • Paraphimose ( Phimose = Vorhautverengung )
  • Einengung ( = Strikturen ) der Harnröhre, Folge von Harnröhrenverletzung

Mit welchen Pflegemaßnahmen beugen Sie Infektionen durch liegendem transurethralen Blasenkatheter vor?

  • Streng aseptische Arbeitsweise beim Legen
  • Strenge Händehygiene bei Pflege
  • Ausreichende Flüssigkeitszufuhr
  • Sorgfältige Katheter- und Intimhygiene, bestens mit Octanisept ®
  • Reizung und Zug des Katheters vermeiden, evtl. Medikamente vermeiden
  • Vorsichtige Entfernung der Krusten und Schleim am Katheter
  • Sanfte Intimtoilette 1 – 2 mal täglich mit milder Serife ( ph – neutral )

Welche Anforderungen werden an das Ableitungssystem gestellt?

  • Sterile Verpackung
  • Durchsichtiger Ableitungsschlauch
  • Knicksicherer, flexibler Ableitungsschlauch
  • Antirefluxventil zum Beutel damit Urin nicht zurück laufen kann
  • Starre Tropfkammer zum Beutel
  • Nicht nachtropfender, aufhängbarer Ablassstutzen
  • Selbstdichtende Urinabnahmestelle
  • Geschlossenes System

Welche hygienischen Problemstellen gibt es beim Urinableitungssystem?

1. Harnröhrenöffnung
2. Katheteransatz
3. Übergangsschlauch zum Beutel
4. Ablassstutzen
5. Urinentnahmestelle

  • Belüftungsstelle des Beutels

Welche Indikation gibt es für eine Blasenspülung?

» Blasenspülungen werden nur zur Therapie angewendet!

  • Ausspülen von Blutgerinnsel bei Blutungen
  • Postoperatives Sichern und Beobachten der Durchgängigkeit einer Harndrainage
  • Installation von Medikamenten
  • Bei neurogener Blasenentleerungsstörung ( Harninkontinenz )

Wann darf keine Blasenspülung durchgeführt werden?

  • Infektionen können verschlimmert und begünstigt werden!
  • Manuelle Spülungen mit unkontrollierbarem Druck verstärken die Gefahr der Blutungen und Ödembildungen
  • Harnröhrenstriktur ( = Einengung der Harnröhre )
  • Urethritis
  • Prostatitis
  • Epididymitis ( = Nebenhodenentzündung )
  • Harnröhrenriss
  • Verdacht auf Perforation der Blase
  • Schrumpfblase


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