Autor/in: Anna Ebner

Pflege alter Menschen Seite 4

Was versteht man unter Gerontopsychiatrie? Beschreiben Sie Lösungswege bei schwer aktivierbaren Personen.

Gerontopsychiatrie = („Seelenheilkunde“) Fachgebiet der Medizin, das alle Maßnahmen zur Diagnose nichtoperativen Therapie, Prävention, Rehabilitation und lebensbegleitenden Versorgung von alten Klienten mit psychischen Störungen umfasst.

  • Im Zentrum der Pflege stehen weder Körperpflege noch Behandlungspflege. Schwerpunkt pflegerischer Tätigkeit ist der Beziehungsaufbau zum Klienten.

Besonders wichtig dabei die Soziotherapie, zu der folgende Teilbereiche gehören:

  • Milieutherapie und -gestaltung: Im Idealfall werden eigene Wünsche und Vorstellungen verwirklicht und dadurch die gesunden Anteile gestärkt. Maßnahmen werden individuell angepasst. VORSICHT: zu frühe Verantwortungsübergabe kann der Patient überfordern!!!
  • Training der Alltagsbewältigung: z.B.: pünktlich aufstehen, waschen, kochen. etc.; Grundlage ist ein „sinnvoller“ Tagesablauf
  • Beschäftigungs- und Arbeitstherapie: Maßnahmen wie Alltagsbewältigung
  • Sozialarbeit: z.B. Planung der Wohn- und Lebenssituation, Klärung finanzieller Probleme

Was kann ich als Pflegeperson mit biographischen Daten in einem Pflegekonzept anfangen (Ziele, Auswertung, Sinn und Zweck)?

7 Ziele der Biographie:

  • Unterstützung der Sinnfindung
  • Vertiefung der Selbsterkenntnis
  • Findung neuer Lebensziele
  • Motivation zur Klärung noch offener Fragen in der Biographie
  • Annahme veränderter Lebenssituation
  • Unterstützung in der Verarbeitung von Not- u. Krisensituation
  • Erarbeitung von Bewältigungsstrategien
Sinn und Zweck:
  • Kennen lernen
  • Pflege Ziele
  • Validation
  • Aktivierung

Auswertung: Biographie ist Ausdruck des Individuellen und spiegelt den Reifungsprozess des Lebens wieder

Wodurch kann es im Alter zu Elektrolytstörungen kommen und welche Faktoren können zur Inkontinenz beitragen?

Elektrolytenstörung kann durch folgendes entstehen:

  • Fieber, Erbrechen, Durchfall
  • nicht ausreichende Flüssigkeitszufuhr
  • mangelndes Durstempfinden (Die Trinkmenge muss Überwacht werden!!!)
  • Mangel an Vitaminen und Spurenelementen
  • Laxantien, wenn sie über einen längeren Zeitraum gegeben werden.

Faktoren die zu Inkontinenz beitragen:

  • Mangelndes Beckenbodentraining
  • Schließmuskel erschlafft
  • Mehrere Geburten bei Frauen
  • Morbus Parkinson ® Aufgrund von Bewegungsstörungen
  • Demenz
  • Harnwegsinfektion, Überlaufblase
  • Refluxinkontinenz, Drang- und Stressinkontinenz

Erklären Sie die wichtigsten Pflegeprobleme bei alten Menschen.

  • Mangelnde Flüssigkeits- und Nahrungsaufnahme.
  • Mangelnde Flüssigkeits- und Nahrungsaufnahme.
  • Sprachstörungen, meist in Form einer Verarmung der Sprache oder des Wortschatzes
  • Störungen im Kurzzeitgedächtnis, man ist vergesslich, Namen, Begebenheiten oder Lebensumstände werden nicht oder nur teilweise erinnert.
  • Orientierungsstörungen, in allen Qualitäten (örtlich – zeitlich –situativ – zur Person usw.)
  • Antriebsstörungen = Verlust von Initiative, Interesse und Spontanität.
  • Apraktische Störungen: ATLs können nicht mehr vollständig ausgeübt werden.
  • Ein- und Durchschlafstörungen: Altersphysiologisch sind diese verändert, so nehmen beispielsweise die Schlafunterbrechungen zu, dafür gibt es kürzere Schlafphasen wie das bekannte „Nickerchen“; für den alten Menschen ist dies dessen ungeachtet ein großes Problem.

Erläutern Sie die Gefahren im Umgang mit depressiven alten Menschen.

Pflegende sollten vermeiden:

  • Den Kranken zu etwas zwingen
  • Den Patient alleine lassen
  • Dem Patient überfürsorglich alles abzunehmen oder ihn zu bemitleiden
  • Ihn zu trösten
  • Etwas zu versprechen („Morgen geht´s besser“)
  • Zu appellieren („Reißen Sie sich zusammen“)
  • Zu kritisieren oder zu überfordern
  • Zu raten, sich endlich zu entscheiden
  • Suizid zu tabuisieren statt offen anzusprechen

Nennen Sie mind. 5 Ziele der Validation und was versteht man unter Validation?

Validation ist einerseits eine Haltung der Wertschätzung sehr alten verwirrten Menschen gegenüber und andererseits eine Methode im Umgang mit sehr alten und verwirrten Menschen.
Ziele:

  • Wiederherstellung des Selbstwertgefühls
  • Reduktion von Stress
  • Lösen von unausgetragenen Konflikten
  • Verhinderung des Rückzuges ins Vegetieren
  • Verbesserung der verbalen und nonverbalen Kommunikation
  • Verbesserung des körperlichen, sozialen und psychischen Verhaltens

Welche Personen können validiert werden?
Validation = wertschätzen, annehmen; value = Wert
Die Validation unterstützt sehr alte, desorientierte Menschen in ihrem Bedürfnis in Frieden zu leben und zu sterben.
Desorientierte, alte Menschen
(meist über 80 Jahre, entspricht Alzheimer Krankheit bzw. die damit verwandten Formen von geistiger Verwirrtheit):

  • Besitzen keine flexiblen Verhaltensweisen
  • Halten an überholten Rollen fest
  • Ziehen aus Gegenwart » Rückzug um zu überleben
  • Sind nicht mehr zu intellektueller Einsicht fähig (emotionales Verhalten steht im Vordergrund, rationales Denken im Hintergrund)

Kontraindikationen bei: Orientierte Personen, Geisteskranke und Patienten mit organischem Trauma (z.B. Patienten mit Aphasie (Wortfindungs- und Wortverständnisstörung) nach Apoplexie (Schlaganfall) oder Sturz)

Beschreiben Sie bitte, die im Verwirrtheitsstadium körperlichen und psychischen Charakteristika!!!

Stadium 1:
Körperliche Charakteristika:

  • Klar, scharfe, weinerliche oder schrille Stimme
  • Bewegung im Raum – stabil, präzise und gezielt
  • Oft Griff nach Mantel, Stock oder Tasche
  • Kognitive Fähigkeiten ziemlich intakt: Vorstellung der Uhrzeit – vorhanden
  • Finger und Hände oft im Gestus des Zeigens oder Hände verschränkt.
  • Blick klar und zielgerichtet
  • Steife Haltung
  • Straff gespante Lippen

Psychische Charakteristika:

  • Müssen unterdrückte Emotionen zum Ausdruck bringen
  • Sind sich gelegentlich ihrer Verwirrung bewusst
  • Leugnen Gefühle
  • Beschuldigen andere, wenn die Verluste zu groß werden
  • Weisen Berührungen, Intimitäten ab
  • Reagieren wütend auf Menschen, die sich nicht unter Kontrolle haben
  • Möchten von Autoritäten (Pflegepersonen, Ärzte) validiert werden

Stadium 2:
Körperliche Charakteristika:

  • Entspannte Muskeln, graziöse Bewegungen
  • Langsames Sprechen
  • Schultern oft nach vorne gebeugt, eingezogener Hals, schlurfen beim Gehen
  • Stimme flach und tief
  • Gesten entsprechen den Gefühlen
  • Langsame indirekte Bewegung im Raum
  • Klarer Blick aber oft zielloses Starren in die Ferne

Psychische Charakteristika:

  • Zunehmende Verschlechterung des rationellen Denkens
  • Drücken Gefühle aus, erinner sich aber an keine Fakten
  • Können oft lesen aber nicht mehr schreiben
  • Beschränkte Konzentrationsfähigkeit
  • Können nicht von selbst ein Lied anstimmen, aber sehr gut mitsingen
  • Fordern sofortige Befriedigung ihrer Treibe wie Sex, Liebe, Nahrung

Stadium 3:
Körperliche Charakteristika:

  • Bewegen sich rhythmisch hin und her oder tanzen
  • Singen, können aber keine Sätze bilden
  • Summende, schmatzende oder stöhnende Geräusche
  • Entspannte Muskeln, bewegen sich graziös – sind sich dieser Bewegungen aber nicht mehr bewusst
  • Finger trommeln oder schlagen, knöpfen Knöpfe auf und zu
  • Kennen Augenblicke außergewöhnlicher Stärke, wenn sie das Bedürfnis nach Liebe äußern oder wütend sind
  • Sind mit beiden Händen gleich geschickt, wenn sie sich von Zwängen befreien wollen

Psychische Charakteristika:

  • Mangels Praxis schwindet Bedürfnis nach sprechen
  • Permanente Bewegungen halten Personen am Leben » ziehen sich in Isolation und Autostimulation zurück
  • Wenn motiviert, können gefestigte, soziale Rollen wieder hergestellt werden
  • Besitzen die Weisheit, ungelöste Konflikte durch Bewegung zu kläre

Stadium 4:
Körperliche Charakteristika:

  • Augen sind geschlossen, ungerichteter leerer Blick
  • Schlaffe Muskeln
  • Liegen oder sitzen in embryonaler Position im Bett oder Sessel
  • Kein Körperbewusstsein
  • Kaum wahrnehmbare Bewegungen

Psychische Charakteristika:

  • Erkennen keine nahen Angehörigen
  • Initiieren keinerlei Aktivitäten
  • Zeigen kaum Gefühle
  • Es gibt kein Mittel herauszufinden, ob diese Patienten verarbeiten oder nicht!!!

Auf welchen 5 Grundprinzipien baut die Validation auf?

  1. Einfühlungsvermögen schafft Vertrauen
  2. Vertrauen schafft Sicherheit
  3. Sicherheit schafft Stärke
  4. Stärke stellt das Selbstwertgefühl wieder her
  5. Selbstwertgefühl verringert Stress
    Validation fängt Signale auf und gibt durch Worte die Würde zurück!

Beschreiben Sie bitte, die im Verwirrtheitsstadium drei körperliche und psychische Charakteristika!!!

Körperliche Charakteristika:

  • Bewegen sich rhythmisch hin und her oder tanzen
  • Singen, können aber keine Sätze bilden
  • Summende, schmatzende oder stöhnende Geräusche
  • Entspannte Muskeln, bewegen sich graziös – sind sich dieser Bewegungen aber nicht mehr bewusst
  • Finger trommeln oder schlagen, knöpfen Knöpfe auf und zu
  • Kennen Augenblicke außergewöhnlicher Stärke, wenn sie das Bedürfnis nach Liebe äußern oder wütend sind
  • Sind mit beiden Händen gleich geschickt, wenn sie sich von Zwängen befreien wollen

Psychische Charakteristika:

  • Mangels Praxis schwindet Bedürfnis nach sprechen
  • Permanente Bewegungen halten Personen am Leben » ziehen sich in Isolation und Autostimulation zurück
  • Wenn motiviert, können gefestigte, soziale Rollen wieder hergestellt werden
  • Besitzen die Weisheit, ungelöste Konflikte durch Bewegung zu kläre

Erläutern Sie die Unterscheidung von Demenz und Pseudodemenz!!!

Depressive Pseudodemenz :

  • Anamnestisch auslösende Ursachen / Faktoren eruierbar
  • Eher rascher Beginn
  • Beginn zeitlich gut fassbar
  • Rasche Progredienz
  • Leidensdruck, differenzierte Klagen, Einsicht
  • Keine Gedächtnisstörungen
  • Keine Orientierungsstörungen
  • Durchschlafstörungen
  • Denken gehemmt, verlangsamt
  • Urteilsfähigkeit erhalten
  • Kausale Therapie möglich

Echte Demenz ( vom Alzheimer Typus ) :

  • Anamnestisch keine Risikofaktoren / Ursachen fassbar
  • Eher schleichender Beginn
  • Beginn schwer zurückdatierbar
  • Langsamer Verlauf
  • Eher geringer Leidensdruck, Bagatellisierung
  • Anterograde Gedächtnisstörungen ( Lernschwache )
  • Desorientierung typisch
  • Nächtliche Verwirrungszustände
  • Denken gestört, (durcheinander)
  • Urteilsfähigkeit eingeschränkt
  • Keine kausale Therapie

Umgang mit dementen alten Menschen? Beschreiben Sie die Problematik der Demenz, die therapeutischen Strategien!!!

Richtlinien: 1. Über- Unterforderungen vermeiden, jede sinnvolle Aktivität des Betroffenen fördern

  • Feste Tages bzw. Wochenstruktur geben, jede Abweichung davon führt zur Verwirrung
  • Kontinuität geben: Gewohnheiten erhalten, gleiche Abläufe, feste Bezugsperson
  • Ruhe vermitteln

Kommunikation:

  1. Im Gespräch keine „Warum Fragen“ stellen diese bringen den Patienten im Bedrängnis da ihm die Logik fehlt.
  2. Informationen häufiger wiederholen, dadurch bleiben sie im Gedächtnis länger haften.
  3. Kurze und einfache Sätze verwenden
  4. Verwirrte Menschen nicht unbedingt aus ihrer Phantasiewelt holen
  5. Sinnlose Diskussionen vermeiden
  6. Nonverbale Zuwendung z.B. durch Berührung, wenn das Sprachverhältnis nachlässt, und wenn der Betroffene sie toleriert

Orientierung geben durch Gestaltung der Umgebung

  1. Die Umgebung des dementen Pat. ist freundlich und übersichtlich zu gestalten, mit viel Licht und Bildern.
  2. Hilfsmittel, die den Realitätsbezug herstellen: große Uhren mit Ziffern, Tageskalender, Hinweisschilder.
  3. Tagesablauf strukturieren und zuverlässig einhalten, evtl. Tages oder Wochenüberschichtsplan erstellen für den Pat. sichtbar aufhängen.
  4. Bei motorischer Unruhe für sichere „Wandermöglichkeit“ sorgen

Ressourcen fördern und erhalten

Therapie

Bisher noch keine wirklich effektive medikamentöse causale Behandlung. Derzeit von Cholinersterasehemmer (Aricept, Remenyl,..)
Zusatztherapie: Neuroleptika, Antidepressiva,…

Milieu Therapie:

  • Detaillierte Information der Angehörigen und des PP schafft Verständnis für verändertes Verhalten des Pat.
  • Angepasste Information des Pat.
  • Gemeinsame Planung (Familienkonferenz, Pflegeplansitzung)
  • Vermeidung von Überlastung der Hauptbetreuenden (speziell im ambulanten Bereich)

Aktivierung vorhandener Ressourcen:

  • Toilettentraining
  • Gedächtnistraining
  • Realitäts- und Haushaltstraining
  • Validation
  • Achtung: Überforderung bewirkt Aggression oder Depression

Validation:

  • Umgang mit terminalen Komplikationen
  • Vermeiden körperlichem Leid (deku, Hwi, Schmerzen)
  • Vermeiden von seelischem Leid (Ängste, Sturz, Einschränkung der Bewegungsfreiheit,..)

Schluckstörungen:

  • Unfähigkeit zu Kauen oder zu Schlucken » Aspiration, Pneumonie
  • Gute Position beim Essen geben, ev. Nur breiige Kost und Geliermittel in Flüssigkeiten

Schmerzen:

  • Krankenbeobachtung, Untersuchung – Analgetika Gabe

Nahrungsverweigerung:

  • Schmerzen als Ursache (Mundhöhle, Übelkeit, Verigftungswahn,..)
  • Verbindliche Willensäußerung als Sterbewunsch?
  • Erst wenn therapeutische Ursache ausgeschlossen sind, darf ein Ess- und Trinkverweigerung als verbindliche Willenäußerung im Sinne eines Sterbewunsches akzeptiert werden. Zwangsernährung und hydration entsprechen einer Verletzung der Persönlichkeitsrechte.
  • Palliative Therapien im Terminalstadium, achten des Willens des Pat. (Biographie).

Therapeutische Strategien:

  • Therapie der zugrunde liegenden Erkrankung, wenn möglich (z.B. Parkinson und MID)
  • Erhaltung und Förderung der Selbstfürsorge, Ressourcen fördern
  • Orientierungen geben
  • Zuwendung durch Beschäftigung und soziale Anbindung
  • Validation und ROT
  • Basale Stimulation bei schweren Dementen
  • Angehörigenbetreuung

Problematik bei Demenz:

  • Fehlleistungen im Alltag mit zunehmender Pflegebedürftigkeit
  • Vernachlässigung der Selbstfürsorge (Körperpflege, Kleidung,..)
  • Weglaufgefährdung
  • Belastung der pflegenden Angehörigen und Umgebung bei fortscheitendem Intelligenzabbau
  • Verlust der sozialen Kontakte, Isolation und Vereinsamung

Beschreiben Sie den Umgang mit Aggression in der Pflege! Welche Ursachen und Faktoren spielen bei Entstehung von Aggression eine Rolle? Nennen Sie Lösungswege!

Aggression

  • Verbale
  • Non-Verbale = Aggressive Abwehr von Pflegehandlungen
  • Renitenz

AGGRESSION = spontane, innere Bereitschaft zum Kampf, der für das Überleben des Organismus entscheidend ist.
Mögliche Ursachen:

  • Nicht gelungene Anpassung an veränderte Lebensumstände wie körperlicher Abbau, Verlust von Vitalität und Attraktivität
  • Abwehrmechanismus als Schutz vor Bevormundung oder seelischer Verletzung
  • Frustration aufgrund von Abhängigkeit
  • Reaktion auf Verlust sozialer Anerkennung
  • Angriff als Gegenwehr (3D-Syndrom: Delirium, Demenz, Depression)
  • Gefühl, nicht akzeptiert, nicht verstanden zu werden

Mögliche Gründe durch das Fehlverhalten von Pflegepersonen:

  • Missachtung der Würde bzw. Intimsphäre
  • Unzureichende Information
  • Anschreien
  • Fixieren ohne Einwilligung und ohne ersichtlichen Grund
  • Missachten der Lebensgewohnheiten
  • Mangelnde fachliche Kompetenz des Pflegepersonals
  • Durch Überforderung (zu wenig Personal, zu viel zu tun)

Verbale Aggression (Psychische Gewalt): z.B. Patient beschimpft das Pflegepersonal, Angehörigen, Mitbewohner
Lösungswege:

  • Nicht persönlich angegriffen fühlen, ruhig bleiben, Machtkämpfe vermeiden
  • Jede Form von Druckausübung oder offensivem Vorgehen vermeiden (verstärkt die Aggression!!!)
  • Herausfinden, ob körperliche Nähe hilft (z.B. in den Arm nehmen) oder die Aggression verstärkt.
  • Gespräch suchen: vom Problem ablenken oder konkret ansprechen, Möglichkeit zur Aussprache geben

Nonverbale Aggression (Physische Gewalt): z.B. Patient lässt sich nicht die Inkontinenzeinlage wechseln, ballt seine Fäuste und hält sie drohend in der Höhe.

  • Aktive: ohne ersichtlichen Grund, aber für den Aggressiven gibt es immer ein Grund
  • Reaktive: Patient wehrt sich gegen Pflegebehandlung

Lösungswege:

  • Maßnahmen unterbrechen, alten Mensch beruhigen
  • Zu späterer Zeit die Maßnahme noch einmal von vorne beginnen, hierbei Wünsche erfragen und nach Möglichkeit berücksichtigen
  • Ursachen herausfinden » Überforderung? Unverstanden sein?
  • Die Patienten in die Pflegehandlung mit einbeziehen. Rasur, Intimpflege können auch Demente selbst übernehmen » stärkt das Selbstwertgefühl
  • Bei Wiederholung: Problematik im Kollegenkreis besprechen und nach gemeinsamen Lösungen suchen
  • Herausfinden, ob körperliche Nähe hilft (z.B. in den Arm nehmen) oder die Aggression verstärkt

RENITENZ: = sich wiedersetzen, widerspenstig sein
Der Patient strapaziert die Geduld der Pflegepersonen durch endlose Wunschäußerungen z.B. Kopfpolster liegt nicht Richtig…
Mögliche Ursachen:

  • Patient will seine Individualität erhalten
  • Als „Ringen“ um den Erhalt des Selbstwertgefühls
  • Vitale Lebensäußerung als Schutzmechanismus, besonders bei stationärer Pflege
  • Missverständliche Verhaltensweisen der Pflegepersonen

Lösungswege:

  • Anspruchshaltung als Bemühen um Sicherung der Lebensqualität verstehen
  • Gespräch suchen: ob ein verborgenes Problem zugrunde liegt (Angst vor Verlust der Zuwendung)
  • Hilfestellung anbieten und durchführen
  • Absprache im Team z.B. Rotationsverfahren
  • Hilfe zur Selbsthilfe z.B. dem Patient helfen, Dinge selbst zu richten
  • Angehörige in Betreuung einbeziehen

Gewalt in der alten Pflege? (Definition der Gewalt, Gewaltformen).

Definition: Einwirkung auf andere, die dadurch geschädigt werden

  • Psychische Gewalt
  • Physische Gewalt
  • Strukturelle Gewalt

Formen:

Strukturelle Gewalt:

Alle institutionell bedingten Verhaltensweisen oder Bedingungen, die dem alten Menschen Schädigung zufügen:

  • Keine soziale Integration oder bedürfnisorientierte Pflege
  • Einschränkung der Individualität
  • Personalknappheit, die keine ausreichende Pflegequalität gewährleistet

Körperliche Gewalt durch Pflegende:

  • Anwendung von Zwang
  • Fixierungen ohne Einwilligung und richterlichen Beschluss
  • Schubs, Kneifen, Ziehen und rohe Umgangsformen
  • Sicherheits- und Hygienemaßnahmen nicht beachten statt sichere Hilfsmittel und sichere Umgebung zu gewährleisten
  • Unterlassene Pflegeleistungen, statt Prophylaxen und ausreichender Flüssigkeitszufuhr zu garantieren
  • Mit Händen oder Gegenständen schlagen

Psychische Gewalt durch Pflegende: wird in Form von Bestrafungen und Entzug von Belohnungen ausgeführt:

  • Alten Menschen isolieren, aufs Zimmer schicken
  • Beleidigungen, Keine verbale Ansprache
  • Raue, unhöfliche Behandlung
  • Zuwendungsentzug
  • Gegen Willen anziehen oder zu Bett bringen, Anschreien
  • Kein Essen geben, nicht fragen was jemand essen möchte
  • Nicht auf die Glocke reagieren, Glocke entfernen
  • Ruhigstellende Medikamente verabreichen
  • Lächerlich machen, andere bevorzugen und loben
  • Unangemessene Betreuungsformen

Wie empfinden die Patienten die Gewalteinwirkung?

Patienten erleben dies als Verletzung ihrer Persönlichkeit. Sie fühlen sich vernachlässigt, respektlos und unpersönlich behandelt. Sie bekommen das Gefühl, hilflos ausgeliefert zu sein und sich nicht wehren zu können. Einige sind entsetzt und enttäuscht, manche reagieren mit Wut und Ärger, andere Menschen resignieren, bekommen Schuldgefühle und Depressionen. Die Patienten haben das Gefühl, dass sie sich im System „Krankenhaus“ auf der untersten Stufe der Machthierarchie befinden. Dadurch sind Aggressionen und Rückzug (z.B. Wegschauen, Wegdrehen, Reduzieren der Kommunikation) mögliche Verhaltensweisen der Patienten.

Wie kann man Gewalt in der Altenpflege vermeiden?

  • Keine Pflegeeinrichtungen und Pflegeeinheiten anzustreben, weil die weniger Gewaltpotential bergen
  • Arbeitsspezialisierung entgegenwirken
  • Personalzustand abbauen
  • Fachkompetenz von Pflegepersonal fördern
  • Soziale Kompetenzen von Mitarbeiter erweitern (Fortbildung, Supervision, Teamgesprächen)
  • Überforderung von Pflegenden entgegenwirken, Entlastungsmöglichkeiten suchen
  • Umgang mit Heimbewohnern immer reflektieren
  • Bei Gewaltanwendung: offenes Gespräch anbieten, eventuell Pflegeleitung einschalten, Abmahnung, eventuell Kündigung

Ernährung bei älteren Menschen:

Wie soll die Ernährung aufgebaut sein?

  • Die Energiezufuhr ist dem Energieverbrauch anzupassen. Überprüfbar ist dies durch regelmäßiges Wiegen der Pat.
  • Auf die hygienische Zubereitung ist besonders zu achten. Durch die mit zunehmendem Alter verringerte Abwehrkraft besteht höhere Infektionsgefahr durch Salmonellen oder Trichinen. Daher: Keine Rohmilch, keine Desserts oder Saucen mit rohen Eiern, kein rohes Fleisch, wenn Fleisch, dann gut durchgebraten.
  • Verteilung der Nahrungsmenge: mehrere kleine Mahlzeiten am Tag. Es sollten fünf bis sechs Mahlzeiten sein.
  • Flüssigkeit in Form von Wasser, Mineralwasser, Tee (Kräuter und Früchte), verdünnte Obst- und Gemüsesäfte. Auch gegen 2-3 Tassen Kaffee oder Schwarztee ist nix einzuwenden. Auch nicht gegen 1 Glas Wein oder Bier, wenn nicht medizinische Gründe dagegen sprechen. In jedem Fall ist die Getränkezufuhr zu kontrollieren, besonders bei Hitze und Fieber auf ausreichendes Trinken achten. Mineralwasser bietet zudem die Möglichkeit, die Kalzium- und Magnesium-Versorgung zu verbessern.
  • Trink- und Sondernahrung. Dies ist einzusetzen, wenn eine ausreichende Energie- und Nährstoffzufuhr durch die übliche Ernährung nicht möglicht ist.
  • Vitamine- und Mineralstoffe – ein hoher Anteil an Getreideprodukten, Gemüse und Obst sollte verzehrt werden. Für Gemüse und Obst gilt: täglich bis fünf Portionen.
  • Eiweiß: Milch und Milchprodukte sowie Fisch und pflanzliche Eiweißträger sind zu bevorzugen. Täglich 250 ml fettarme Milch, Buttermilch, Kefir oder Joghurt und 60g Käse, wöchentlich 1-2 Port. Fisch, max. 2-3 Fleischmahlzeiten, 2mal Wurst und 2-3 Eier verzehren.
  • Kohlenhydrate: Der altersbedingten Glucoseintoleranz kann durch eine Einschränkung der Zufuhr einfacher Kohlenhydrate begegnet werden. Die auffallend niedrige Ballaststoffzufuhr älterer Menschen und die damit verbundene Obstipations-Gefahr sind u.a. auf die Ablehnung von Vollkornbrot zurückzuführen. Feinkrumige Vollkornbrotsorten schaffen hier Abhilfe.
  • Fett: 30 % der Energiezufuhr, dies sind je nach Bedarf 55 bis 75 g pro Tag.

Empfehlungen bei Appetitlosigkeit und bei Geschmacksveränderungen:

  • Kleine Portionen anbieten,
  • Nahrungszufuhr alle 2-3 Stunden, ev. auch nachts, wenn Hungergefühle auftreten.
  • Individuelle Geschmacksrichtungen berücksichtigen
  • Starke Essengerüche vermeiden
  • Mahlzeiten appetitlich anrichten
  • Gewürzarm kochen und selbst nachwürzen lassen
  • Ev. Aperitif etwa 1 Stunde vorm Essen anbieten.
  • Bei Geschmacksveränderungen lautet die Grundregel: Kräftig würzen. Außerdem gilt es zu beachten, dass die Geschmacksschwelle für „bitter“ herabgesetzt ist, jene für „süß“ jedoch erhöht ist.

Empfehlungen bei Schluckbeschwerden:

  • Dickflüssige oder pürierte Kost reichen.
  • Scharfe Gewürze und zu salzige Speisen meiden.
  • Säurehaltige Lebensmittel (Orangen, Obstsäfte, Tomaten) vermeiden.
  • Ev. industriell gefertigte Säuglingsnahrung anbieten.
  • Nicht zu kalt oder zu heiß essen.
  • Kohlensäurehaltige Getränke meiden.
  • Frischmilch meiden, besser sind Sauermilchprodukte.
  • Zur Anregung der Speichelproduktion häufig Trinken, Kaugummi kauen oder zuckerfreie Bonbons lutschen. Zu achten ist dabei auf eine besonders gute Zahnhygiene.

Empfehlungen bei Übelkeit und Brechreiz:

  • Eine leichte Kost in viele kleine Mahlzeiten aufteilen.
  • Rasches Essen und Trinken vermeiden.
  • Keine besonders süßen, fetten, blähenden oder stark riechenden Speisen anbieten.
  • Trockene stärkehaltige Lebensmittel (Knäckebrot, Toast, Zwieback, Cracker) anbieten, sie können Erbrechen verhindern.
  • Das Lutschen von Wassereiswürfel empfehlen, günstig sind auch kalte Getränke.

Ernährung bei Osteoporose:

  • Vorsorge: ausreichende Versorgung mit Kalzium (Milchprodukte, Hülsenfrüchte, Nüsse, Sesam, Brokkoli, Spinat, Kohl, Mangos)
  • Eiweiß- und Salzreduktion (führt zu einer erhöhen Ca-Ausschiedung über die Nieren).
  • Vermeiden von isolierten Kohlenhydraten: Haushaltszucker, Traubenzucker, Honig, Rohrzucker, Weißmehlprodukte). Sie liefern Kalorien, stellen aber keine essentiellen Mineralstoffe bereit, was daher zu einem Mineralstoffdefizit führt.
  • Vermehrte Zufuhr von komplexen Kohlehydraten, Gemüse, Salat und Obst: Diese Lebensmittel sind vitamin- und mineralstoffreich und sorgen außerdem für eine intakte Darmflora.
  • Bedarfsgerechte Verwendung von hochwertigen Fetten: Fette sind unter anderem Träger von fettlöslichen Vitaminen und von essentiellen, sprich lebenswichtigen Fettsäuren.
  • Genussmittel meiden: hoher Kaffeekonsum führt zu einer vermehrten Ausscheidung von Ca über die Nieren, ebenso beeinflussen Alkohol und Nikotin die Ca-Bilanz negativ, indem sie die Einlagerung in die Knochen behindert.
  • Phosphat in der Kost reduzieren: Eine zu hohe Phosphatzufuhr (reichlich in Fleisch, Wurst, Innereien, Dosenfisch, Schmelzkäs und Cola) behindert die Ca-Freisetzung aus dem Knochen.
  • Zusätzliche Maßnahme: ausreichende Bewegung, sie wirkt knochenstimulierend, ohne Muskelarbeit funktioniert die Ca-Einlagerung in den Knochen nicht.

Viel Spaß beim Durchlesen der Altenpflege und alles Gute zur Prüfung!!!
Anna Ebner


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