Autor/in: saramuel

Leitfragen zum Thema Suizid und Altenpflege

1. Warum ist Suizid ein Thema für die Altenpflegeausbildung? Bitte begründen Sie mit individuellen und gesellschaftlichen Faktoren.

Suizid ist in der Altenpflege ein bedeutungsvolles und häufiges Thema, da gerade alte Menschen oftmals suizidgefährdet sind. Gerade alte Menschen haben oft keinen Lebensmut/Wille mehr /haben, keinen Halt, mehr oftmals durch schwere Erkrankungen und Depressionen, fühlen wertlos, minderwertig und verletzlich und geraten somit in Suizidgefährdung.

2. Was hat eine Kränkung das Selbstwertgefühl mit Suizidgedanken zu tun?

Der >narzisstischen Katastrophe< kommt der Gefährdete zuvor, um sein Selbstgefühl zu retten, in einer Illusion von Selbstbestimmung oder Kontrolle über sich selbst. Er flieht aus einer unerträglichen Situation, um in einen fantasierten harmonischen Zustand von Wärme, Ruhe und Erlösung zu regredieren.


3. Beschreiben Sie vier Ursachen, warum gerade alte Menschen kränkbar und verletzlich sein können.

  • Weil die sich minderwertig oder hilflos fühlen
  • weil die zu Höhe Ansprüche an sich selbst oder
  • ein zu strenges Gewissen haben und sich als Versager oder schuldig fühlen
  • weil die Realität falsch einschätzen, weil sie schlecht sehen, schwer hören oder Kränkungen nicht verarbeiten können

4. Nennen Sie zwei soziale Zusammenhänge, die bei der Erklärung von Suizidhandlungen im höheren Alter berücksichtigt werden müssen.

Beziehungsstörungen: mit dem Partner oder den Kindern, das Gefühl von ihnen verlassen oder abgeschlossen zu sein.
Alleinsein: trägt Männern eher zum Suizid als bei Frauen. Verwitwete, geschieden, getrennt lebende und ledige Männer bringen sich siebenmal häufiger um als alleinlebende Frauen.

5. Erklären Sie das Prozessmodell der Suizid Entwicklung (nach Erlemeier), in dem Sie es in einen fiktiven, konkretisierten Fall umschreiben.

Biografie:
In der Kindheit ist der Vater Alkoholiker, schlägt die Frau und die Kinder. In seinen Alkoholrausch verliert er die Kontrolle über sich, schwankt auf die Autobahn und wird von dem Auto erfasst und überfahren. Das Kind ist traurig und zieht sich immer mehr zurück und möchte nichts mehr mit ihr zu tun haben, gibt ihr die Schuld. Es fängt selbst an zu trinken und wird abhängig von der Sucht. Plagen Ängste und deshalb nimmt und will er sein soziales Umfeld nicht mehr wahrnehmen, die versuchen ihm zu helfen. Versteift sich immer mehr an die Gedanken das seine Mutter Schuld ist und gibt sich letztlich selbst die Schuld.

6. Beschreiben Sie das Prä suizidale Syndrom nach Erwin Ringel.

Einengung: Der Lebensmüde schränkt sich ein

  • situativ: er kennt nur seine verzweifelte Situation
  • dynamisch: er sieht keinen Ausweg, keine Alternative
  • Zwischenmenschlich: er beschränkt sich auf eine Bezugsperson, zieht sich aus Kontakten zurück.
  • In der Weltweit: alles ist Wert-, sinnlos, es gibt nichts mehr, wofür es sich lohnt, weiterzuleben.

7. Wodurch kann dieses allgemeine Schema zur Vorphase einer Selbsttötung für Altenpflegekräfte hilfreich sein?

Um frühzeitig gewisse Merkmale zu erkennen und Maßnahme ergreifen können.

8. Wieso sind nicht immer alle Phasen der Suizid Entwicklung für AltenpflegerInnen erkennbar?

  • Weil man nicht immer alle Hintergründe aus der Vergangenheit kennt
  • weil man nicht zu jedem Menschen die gleiche Sympathie hat und sich nicht mit jedem über alles unterhalten kann und mit dem einen offener sprechen kann und mit dem anderen weniger.
  • Manche zeigen Ihre Gefühle nach außen hin nicht

9. Nennen Sie zehn statistische Risikofaktoren für Suizid.

  • Vorkommen von Suizid in Familie und Umgebung
  • frühere Suizidversuche/Androhung
  • Äußerung über Durchführung
  • Beginn depressiver Phasen
  • ängstlich-agitiertes Verhalten
  • Schuldgefühle/Selbstvorwürfe
  • chronische Schlafstörungen
  • unheilbare Krankheit
  • zerrüttete Familienverhältnisse
  • Verlust von Kontakten/Einsamkeit
  • Finanzielle Sorgen/Probleme

10. Welche Verbindung sehen sie zwischen der Personenzentrierten Grundhaltung und Gesprächsführung (nach Carl Rogers) und der Hilfe für suizidgefährdete Menschen?

Durch die personenzentrierte Gesprächsführung kann man auf den Menschen so eingehen und das Gespräch so leiten, dass es für die Person hilfreich sein kann.

11. Welche Fragen, Gedanken, Gefühle und Verhaltensweisen kann ein Mensch mit geäußerten Suizidgedanken bei Ihnen selbst auslösen?

  • Angst, selbst mal an solche Stelle zu stehen
  • Warum führt er sich so?
  • Mitleid
  • Was kann einen Menschen dazu treiben?
  • Versucht zu helfen
  • Angst nicht helfen zu können

12. Was halten Sie von der Meinung, wer über Suizid spricht, wird sich ohnehin nichts antun?

Das kommt immer auf die Person, an die dieses von sich gibt. Ist sie in eine Lage, wo sie Suizidgefährdet sein könnte? Kennt man die Person? Weiß man sie einzuschätzen?

13. Welche Grundsätze der Krisenintervention kennen Sie?

  • Kontakt
  • Verstehen
  • An der Wirklichkeit bleiben
  • Krise offen lassen
  • Bedürfnisse berücksichtigen
  • Wiederholung der Schwierigkeiten

14. Versuchen Sie, eine Verbindung zwischen der Bedürfnispyramide (A. Maslow) und Ursachen für Suizidgedanken herzustellen.

Die Bedürfnispyramide ist auf den Bedürfnissen des Menschen aufgebaut.
z. B. Wertschätzung/Sicherheit/Geborgenheit, wenn ein gewisser Bedarf die für einen Menschen wichtig sind, nicht erfüllt oder gestört sind, beeinträchtigen sie den Menschen, damit können ihn dadurch so von der Bahn werfen, dass er Suizidgefährdet wird.

15. Welches Verhalten, welche Signale können auf Suizid vorhaben hindeuten?

Gefährdete suchen Zuwendung, Wärme und Konfliktlösung.
Der Gefährdete kündigt seine Absicht verschlüsselt an, z. B. >Ich fall Euch doch nur zur Last!<
oder ohne Worte: er verweigert die Nahrung, vernachlässigt die Hygiene, zeigt symbolisch Würgen.

16. Welche Möglichkeiten gibt es, auf suizidalen Krisen zu reagieren?

  • Betroffen, als ob ich mitschuldig bin.
  • Beziehung aufbauen
  • Lebenssinn suchen
  • andere Möglichkeiten suchen, Probleme zu lösen
  • informieren, wo er Hilfe findet
  • erreichbar bleiben und Androhungen ernst nehmen
  • ärztliche Behandlung bei Depressiven veranlassen

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