Autor/in: Anna Ebner

Pflege alter Menschen Seite 3

Hinterfragen und beschreiben Sie das Verhalten des Pflegepersonals gegenüber alten Patienten oder Heimbewohner!

  • Oft rücksichtsloser Umgang, Patienten werden nicht ernst genommen
  • Wenn Patient über Schmerzen klagt, wird es nur heruntergespielt (er bildet sich das nur ein)
  • „lästige“ Patienten nerven PP z.B. durch ständiges läuten, es wird nicht auf die Glocke gegangen
  • beim Essen eingeben, alles muss schnell gehen keine Rücksicht auf das Tempo des Pat. oder ob es ihm überhaupt schmeckt
  • Respektloser Umgang, Pat werden z.B. mit Mausi, Omi… angesprochen
  • Es wird auf keine besonderen Bedürfnisse eingegangen

Im Prinzip ist gemeint dass, PP mit ältern Pat. oft sehr herablassend umgehen, sie respektlos behandeln. Fr. Ebner möchte wie oben angeführt ein paar beispiele.

Erklären Sie mind. 3 Ziele der biographischen Arbeit!

Ziele der Biographie:

  • Unterstützung der Sinnfindung, Vertiefung der Selbsterkenntnis, Findung neuer Lebensziele, Motivation zur Klärung nach offener Fragen in der Biographie, Annahme veränderter Lebenssituationen, Unterstützung in der Verarbeitung von Not- u. Krisensituationen, Erarbeitung von Bewältigungsstrategien
  • Förderung von vorhanden Wissen u. Fähigkeiten, überwinden von Einsamkeits- u. Minderwertigkeitsgefühlen, Förderung von Interesse und Verständnis an der Umgebung, der Kommunikation, Stärkung des Gemeinschaftsgefühls über Mitbewohner, Familie, usw.
  • Steigerung des physischen und psychischen Wohlbefinden, intakte Pflegebeziehung, Steigerung der Pflegequalität, Ressourceorientierte und ganzheitliche Pflegeplanung – Voraussetzung für Validation

Sinn und Zweck:

  • Kennen lernen
  • Pflege Ziele
  • Validation
  • Aktivierung

Auswertung: Biographie ist Ausdruck des Individuellen und spiegelt den Reifungsprozess des Lebens wieder

1. Psychographisches Modell nach Prof. Böhm E. Bei welcher Patientengruppe lässt sich das psychographische Modell nach Böhm anwenden? (Bitte die Fragen der Übergangspflege beachten!!!)

Bei Personen, die keinen geistigen Abbau haben.

Bei diesen Personen verwendet man die aktivierende Pflege. Das heißt, es wird versucht, die Eigenverantwortlichkeit des Patienten zu erhalten bzw. zu aktivieren. Die Ressourcen des Pat. müssen erkannt und wenn nötig mit motivierender Unterstützung aktiviert werden.
Bei Personen mit geistigem Abbau, so das kognitive Denken eingeschränkt ist.
Bei diesen Personen verwendet man die reaktivierende Pflege. Man gibt einen Impuls zur Wiederbelebung der Altersseele, aber auch wieder aufrufen, was einmal aktive Funktion im Leben des zu betreuenden Menschen war. Es werden so oft als möglich Reize gesetzt, um den Pat. zum Denken und Mitleben zu bringen. Der Reiz soll den Pat. in der Gefühlsebene treffen.

Übergangspflege:

Definition: Langzeitpatienten auch ältere Menschen soweit als möglich wieder in ihr gewohnte häusliches Umfeld zu reintegrieren
Ziel: verhindern das Pat. in eine Regression verfallen und dekompensieren. – ein pflegerisch therapeutischer Beitrag zur Entlassung des Pat. in eigene Wohnung.

Voraussetzung: Patient ist den Alltagsanforderungen gewachsen oder kann extramural betreut werden!
Pat soll seine praktischen Fähigkeiten behalten. „nichts tun dürfen“ führt zur Verschlimmerung von Verwirrtheitserscheinungen. Bei Probeausgängen (differentialdiagnostische Ausgänge) werden lebenspraktische Fähigkeiten überprüft. Nach Entlassung bleibt Kontakt zum Übergangspfleger. Besuchsabstände werden immer länger bis sie nicht mehr nötig sind.

Weitere Ziele:

  • Verkürzung der Verweildauer im Krankenhaus
  • Möglichst frühe Entlassung in ihr primäres Umfeld
  • Vermeidung des Drehtüreffekts
  • Vermeidung von Wiedereinweisung
  • Qualifizierung von ambulanten Diensten und Angehörigen

Übergangspflege ist Brücke zwischen Krankenhaus und Alltag. Um Pat sanft zu entlassen gibt es Möglichkeiten von mehreren Mitteln:

  • Differentialdiagnostischer Ausgang
  • Nachtausgänge
  • Wochenendausgänge
  • Ambulantes Setting und Case-Management

2. Was versteht man unter Übergangspflege als Bestandteil des Psychobiographischen Pflegemodells?

Persönlichkeitsentwicklung (Prägung des Menschen)

Persönlichkeitsentwicklung (Prägung des Menschen)

Copings = erlernte Lebensmuster, was oft zum Erfolg geführt hat, verfestigt sich.
Deswegen vertritt Böhm die Auffassung, dass die meisten im Alter auftretenden Reaktionen aus unserer „Prägungszeit“ stammen.
Alles, was wir bis zum 25. Lebensjahr erlebt haben, auf unsere Festplatte (Gedächtnis) gespeichert haben (» Prägung) und dass wir im Alter, vorwiegend bei einem dementiellen Prozess, auf das gespeicherte Material zurückgreifen, da es ja auch Sicherheit bietet.
Bestandteile des psychobiographischen Pflegemodells

Bei Personen, die keinen geistigen Abbau haben, verwendet man die aktivierende Pflege. Das heißt, es wird versucht, die Eigenverantwortlichkeit des Patienten zu erhalten bzw. zu aktivieren. Die Ressourcen des Pat. müssen erkannt und wenn nötig mit motivierender Unterstützung aktiviert werden.

Bei Personen mit geistigem Abbau, so das kognitive Denken eingeschränkt ist, verwendet man die reaktivierende Pflege. Man gibt einen Impuls zur Wiederbelebung der Altersseele, aber auch wieder aufrufen, was einmal aktive Funktion im Leben des zu betreuenden Menschen war. Es werden so oft als möglich Reize gesetzt, um den Pat. zum Denken und Mitleben zu bringen. Der Reiz soll den Pat. in der Gefühlsebene treffen.

Biographie

Aus der Biographie werden verschiedene Verhaltensweisen oder Abneigungen klarer. Aus der Biographie müssen Impulse abgeleitet werden, welche für die reaktivierende Pflege Voraussetzung sind.
Singulare Biographie: Die vom Menschen individuell erlebte Lebensgeschichte, die sich in tausende zerlegen lässt.
Historische Biographie: Jene Zeit, in der ein Mensch geprägt wurde z.B. Monarchie, Krieg, Zwischenkriegszeit
Regionale Biographie: Jede Region hat ihre eigenen Normen und Bräuche, welche die Menschen, die dort aufwuschen, formten.
Das psychobiographische Pflegemodell nach Prof. Böhm kennt zwei Umsetzungsmöglichkeiten in die Praxis:

  • Die Übergangspflege
  • Die reaktivierende Pflege als Bestandteil des psychobiographischen Pflegemodells

3. Beschreiben Sie den Ablauf der Übergangspflege

  • Visite

Vorbesprechen

  • Wann und warum wird zugewiesen
  • Was für einen Anspruch stellt die Station, kann und will ich dies erfüllen (Aufgabenverteilung)
  • Wer und was bestimmt über den weiteren Verlauf

Grundvoraussetzung einer Übergangspflegeperson ist das Wissen und Vertrauen, dass Nichts unlösbar ist.

Erstkontakt

Schwerpunkt liegt im kennen lernen gegenseitig und im Beziehungsaufbau.
Das Gespräch sollte im Privatkleidung statt finden, weiteres sollte der Patient nicht im Bett liegen (wenn möglich ist.)
Fragen wie: „Wo liegt das Problem, was kann ich für Sie tun, wollen Sie nach Hause…“ ergeben die Möglichkeit einer Vereinbarung, da ich einen Ausgang in Aussicht stellen kann. Dieser Perspektive erweist sich somit als Vertragsbasis.
Erstkontakte können und sollen somit wiederholt werden mit dem Ziel in emotionaler Erinnerung zu bleiben. Bei Vereinbarung eines Ausganges sollte dieser nicht länger als 3-4 Tage später sein, da ansonsten die Erinnerung verschwindet.
Der Inhalt des Erstkontaktes wird dokumentiert, zwecks Infoweitergabe ans Pflegeteam.

Differentialdiagnostischer Ausgang (DdA)

Der Schwerpunkt liegt im veränderten Verhalten und im gewohnten Milieu (differenziert zum Verhalten auf der Station).
Der Ausgang soll eruieren:

  • Was zur Dekompensation führte (Krise)
  • Wie er bisher sein Leben bewältigte

Hauptfokus liegt auf der Ressource und nicht am Defizit.
Beobachtet werden:

  • Wie verhält sich der Patient in der Öffentlichkeit und auf dem Weg zur Wohnung
  • Ab welcher Umgebung kann sich der Patient orientieren
  • Wie sieht die Wohnung aus

Die Übergangspflegeperson muss sich bewusst sein, in dieser Wohnung Gast zu sein. Dies heißt auch die Wohnung nicht zu kritisieren, wertfrei sein.
Die Dauer des Ausganges ist ca. 2-3 Stunden, da die Erfahrung zeigt, alles darüber ist oft überfordernd.

Es bestehen 2 Möglichkeiten der Betreuungsform:

Starthilfe: meist bei akuter Dekompensation.
Übergangspflege: Diese Form kommt verstärkt bei pathologischen Hirnabbauprozessen vor.

Verschiedene Ausgangsformen

Belastungsausgang – es wird die somatische Belastbarkeit des Patienten überprüft
Trainingsausgang – Trainingsausgänge je nach Bedarf sind von Nöten, um Stabilität über die Erreichbarkeit zu erlangen oder verbessern.
Übernachtungsausgang – Der Patient wird am Nachmittag nach Hause geschickt oder gebraucht. Er sollte am nächten Tag zu einem bestimmten Zeitpunkt wieder auf der Station sein bzw. er wird abgeholt.

Dabei ist auf die folgenden Punkte zu achten:

  • Ist er pünktlich wieder zurück
  • Nimmt er seine Medikamente zu sich
  • Traut sich der Patient den Nachtausgang alleine zu

Er wird informiert, dass er zu jederzeit telefonischen Kontakt zur Station aufnehmen kann.
Abschied von der Wohnung – Diese Form der Behandlung, enthält die Möglichkeit, der Entscheidungsfindung für den Patient. Er kann sich somit selber überzeugen und Abschied von der Wohnung nehmen. Persönliche Gegenstände können geholt werden.

Entlassung

Diese erfolgt durch die betreuende Übergangspflegeperson. Unterstützende Einrichtungen (falls nötig) wurden organisiert (nach Rücksprache mit Pat.), Termine vereinbart.
Der Pat. wird von der Ü-Pflegeperson abgeholt und nach Hause gebracht. Dies erweist sich als wichtig, da die bestehende Beziehung und Vertrauensbasis, den Pat. vor der möglichen Überforderung abhält.
Weiters mindert es die Überforderung des Umfeldes – es gibt eine Ansprechperson, was die Skepsis mindert. Klärende Gespräche führen oft ur Erhöhung der Toleranz. Man sollte für den nächsten Tag einen Besuch einplanen (der erste Tag ist oft der Belastendste)

Visiten/Besuche:

hier liegt die eigentliche Arbeit der Ü-Pflege.
Den Pat. über Motive und Emotionen in der individuellen Stabilität halten (Rückkehr ins KK geht leicht, vorrot ist Lebenskampf angesagt). Die bereits eruierten Copings und Emotionen dienen zur Schaffung einer Lebensqualität (Biographie).
Das reiche Angebot an Aphorismen können ebenso genützt wie das große Wissensangebot der Pat. (steigert Ich-Identität)

Verschiedene Motivebenen:

  • Ü-Pflege als Austausch gegen Symptom
  • Kompensation des Defizits
  • Erlebte Unterstützung – zur Akzeptanz von Hilfen
  • Erfüllen des Lebensmotives (welcher Typ)

Beendigung

Der Ausstieg erfolgt, wenn die aktuelle Problemlage stabilisiert und der Pat. in seiner gewohnten Umgebung lebensfähig erscheint.

Arten der Beendigung:

Abgabe ad Eigenverantwortung mit oder ohne Nachbetreuung (z.B. Heimhilfe)
Eine Beendigung kann aber auch: Zurück ad Zuweiser sein, wo der Pat. (noch) nicht rehabilitiert werden kann oder seinerseits das nicht nach hause gehen beschlossen wurde Ebenfalls
Abgabe in ein Pflegeheim
Abgabe ad KK (während der Betreuung kommt es zu einer Aufnahme)
Abgabe durch Rückfall (wird psychiatrischen KK aufgenommen)
Abgabe da Pat. verstirbt.
Wichtig, mit dem Pat. das Betreuungsende rechtzeitig zu besprechen um, ev. Rückfall zu verhindern.

4. Was versteht man unter Differentialdiagnostischer Ausgang? Beschreiben Sie die 2 Möglichkeiten der Betreuungsform!
Differentialdiagnostischer Ausgang (DdA): Der Schwerpunkt liegt im veränderten Verhalten und im gewohnten Milieu (differenziert zum Verhalten auf der Station).

Der Ausgang soll eruieren:

  • Was zur Dekompensation führte (Krise)
  • Wie er bisher sein Leben bewältigte

Hauptfokus liegt auf der Ressource und nicht am Defizit.
Beobachtet werden:

  • Wie verhält sich der Patient in der Öffentlichkeit
  • Wie verhält sich der Patient auf dem Weg zur Wohnung (belastet, frustriert…)
  • Ab welcher Umgebung kann sich der Patient orientieren
  • In Welchem Milieu lebt der Mensch (SPRACHE!)
  • Welche lebenspraktischen Fähigkeiten sind vorhanden
  • Wie sieht die Wohnung aus

Die Übergangspflegeperson muss sich bewusst sein, in dieser Wohnung Gast zu sein. Dies heißt auch die Wohnung nicht zu kritisieren, wertfrei sein. Außer die Beobachtungen des Verhaltens, ergibt sich die Möglichkeit für die Erhebung der Biographie.
Wichtig für die weitere Planung:

  • Wie belastbar ist der Patient
  • Prüfung der somatischen Belastbarkeit
  • Entsteht Befindensverbesserung auf emotionaler Ebene
  • Welche Beziehungsdynamik besteht innerhalb der Familie, zu Nachbarn, …
  • Wie reagiert das Umfeld
  • Ist der Dekompensationsauslöser sichtbar

Für den Patienten bedeutet der Ausgang:

  • Vigilanzsteigerung auf verschiedenen Ebenen
  • Hoffnung – es passiert etwas, ich werde nicht vergessen
  • Sicherheitsgefühl durch AZG
  • Beziehungsarbeit
  • Erleben von Unterstützung
  • Akzeptanz erleben

Die Dauer des Ausganges ist ca. 2-3 Stunden, da die Erfahrung zeigt, alles darüber ist oft überfordernd.

Es bestehen 2 Möglichkeiten der Betreuungsform:

Starthilfe: meist bei akuter Dekompensation. Die Auslösemomente werden beim DdA sichtbar gemacht und sich durch Organisieren von Unterstützung zu beseitigen.

Übergangspflege: Diese Form kommt verstärkt bei pathologischen Hirnabbauprozessen vor. Hier steht nicht der Auslössendemoment im Vordergrund, sondern die PD nach Böhm (Beziehungsarbeit, nutzen der Ressourcen, Ich-Identität)
Trainingsausgänge je nach Bedarf sind von Nöten, um Stabilität über die Erreichbarkeit zu erlangen oder verbessern.
Planungsschritte werden immer mit dem Pat. besprochen, weiters wird es auf der Station dokumentiert, um die Pflegeplanung abzustimmen.
Diese Form der Behandlung, enthält die Möglichkeit, der Entscheidungsfindung für den Pat. (möchte nicht mehr nach Hause). Er kann sich somit selber überzeugen und Abschied von der Wohnung nehmen. Persönliche Gegenstände können geholt werden.

Verschiedene Ausgangsformen

  • Belastungsausgang
  • Trainingsausgang
  • Übernachtungsausgang
  • Abschied von der Wohnung

5. Was versteht man unter Reaktivierender Pflege?

Reaktivierende Pflege
Sie ist für Menschen mit geistigem Abbau gedacht, wo das kognitive Denken eingeschränkt ist.
Unter reaktivierender Pflege versteht man einen Impuls zur Wiederbelebung der Altersseele, aber auch wieder aufrufen, was einmal aktive Funktion im Leben des zu betreuenden Menschen war.
Reaktivieren bedeutet, dass alle Pflegehandlungen mit (An-)Reizen gespickt werden. Es werden so oft wie möglich Reize gesetzt und dadurch die Patienten zum Denken und Mitleben gebracht. Die Reize sollen den Patienten in der Gefühlsebene treffen.
Biographie: Aus der Biographie werden verschiedene Verhaltensweisen oder Abneigungen klarer. Aus der Biographie müssen Impulse abgeleitet werden, welche für die reaktivierende Pflege Voraussetzung sind.

  • Singulare Biographie: Die vom Menschen individuell erlebte Lebensgeschichte, die sich in tausende zerlegen lässt.
  • Historische Biographie: Jene Zeit, in der ein Mensch geprägt wurde z.B. Monarchie, Krieg, Zwischenkriegszeit
  • Regionale Biographie: Jede Region hat ihre eigenen Normen und Bräuche, welche die Menschen, die dort aufwuschen, formten.

Das psychobiographische Pflegemodell nach Prof. Böhm kennt zwei Umsetzungsmöglichkeiten in die Praxis:

Die Übergangspflege

Die reaktivierende Pflege als Bestandteil des psychobiographischen Pflegemodells

Übergangspflege = Langzeitpatienten auch ältere Menschen soweit als möglich wieder in ihr gewohnte häusliches Umfeld zu reintegrieren.
Ziel der Übergangspflege = zu Verhindern, dass alte Menschen in eine Regression verfallen und dekompensieren.
Die Übergangspflege ist ein pflegerisch therapeutischer Beitrag zur Entlassung des Patienten aus dem Krankenhaus in die eigene Wohnung. Grundvoraussetzung dafür ist, dass der Patient den Alltagsanforderungen gewachsen ist oder extramural betreut werden kann.
Die reaktivierende Pflege soll im Idealfall die Übergangspflege vorbereiten. Es ist wichtig, den Aufenthalt in einer Institution so kurz wie möglich zu halten, so dass einerseits lebenspraktische Fähigkeiten von „draußen“ nicht verlernt werden und anderseits der Rückzug nicht gefördert wird. „Nichts tun“ führt zur Verschlimmerung von Verwirrtheitserscheinungen. Ist der alte Mensch wieder zu Hause, bleibt der Kontakt zum jeweiligen Übergangspflegeperson vorerst erhalten, die Besuchsabstände werden allerdings immer länger bis sie schließlich nicht mehr nötig sind.

Weitere Ziele der Übergangspflege:

  • Verkürzung der Verweildauer im Krankenhaus
  • Möglichst frühe Entlassung in ihr primäres Umfeld
  • Vermeidung des Drehtüreffektes
  • Vermeidung von Wiedereinweisungen
  • Qualifizierung von ambulanten Diensten und Angehörigen

Die Übergangspflege soll für den Patienten eine Brücke aus dem Krankenhaus in den Alltag sein. Um einen Patienten möglichst sanft entlassen zu können bedient sich Böhm der Möglichkeiten von mehreren Mitteln:

  • Differentialdiagnostischer Ausgang
  • Nachtausgänge
  • Wochenendausgänge
  • Ambulantes Setting und Case-Management

6. Was versteht man unter Aktivierender Pflege?

Aktivierende Pflege

Es ist bei allen Personen möglich, die keinen geistigen Abbau haben.
Das heißt, es wird in der Grund- und Behandlungspflege versucht, die Eigenständigkeit und die Eigenverantwortung des Patienten zu erhalten bzw. zu aktivieren. Es sollten auch keine Verrichtungen abgenommen werden, die der Patient selber machen kann.
Die Ressourcen des Patienten müssen erkannt und wenn nötig mit motivierender Unterstützung aktiviert werden. (z.B. es ist nicht wichtig wie schön sich ein Patient rasiert, sondern, dass er es selbst tut.)

Beschreiben Sie die 12 Kommunikationsregeln.

  • Ich muss die Begegnung wollen: Wie bereit der Pflegende ist, hängt davon ab, wie kompetent er sich fühlt und ob die Arbeitsbedingungen eine Beziehungspflege ermöglichen.
  • Ich muss auf die Einzigartigkeit dieses Menschen neugierig sein: Das ist Voraussetzung für die Erstbegegnung. Die Einzigartigkeit jedes Menschen ist das Kostbarste. Neugierde bedeutet nicht, den Kranken auszufragen.
  • Ich muss in dem allerelendsten, verzweifelten, kränksten, behindersten oder bösesten Menschen den Menschen Schlechthin sehen: Wer einen kranken oder abnormen erklärt oder glaubt, bei dem Alter lohnt sich nichts mehr, hat ihn ausgeschlossen, zur Sache erklärt, die bereinigt oder entsorgt werden muss.
  • Ich muss das von dir gesagte respektieren: Seine Wahrheit ist seine und ein Teil unserer Realität. Wenn ich sage „das kann nicht sein“ dann nehme ich ihn nicht ernst, und grenze in aus.
  • Ich muss die Wahrnehmung anderer über dich und mich respektieren: Jeder hat seine selektive Wahrnehmung, die subjektiv richtig und seine Realität ist. In jeder Beziehung spiegelt sich nur ein Teil der Wahrheit, ein Teil der Realität.
  • Ich muss dich als Teil deiner materiellen und sozialen Welt sehen: Jeder Teil seiner Familie, einer Gruppe von Freunden, Bekannten. Alle können unter der Situation leiden. Es hilft wenig, am Kranken herum zu kurieren, ohne sein soziales Umfeld einzubeziehen.
  • Ich muss meine Ersatzfunktion erkennen und akzeptieren: Der alte Kranke hat über Jahrzehnte mit den Angehörigen Probleme erfolgreich bewältigt. Die Pflegenden sind nur Ersatzspieler, bis in seinem Umfeld sich wieder ein Mensch findet oder nicht mehr nötig wird. Wenn bei schwerkranken Heimbewohner kein Angehöriger mehr zu finden ist, bleibt der Pflegende bis zum Sterben einzige Bezugsperson, aber doch Ersatzverwandter, denn sie wird Ihn nicht heiraten oder adoptieren.
  • Ich muss akzeptieren das du etwas anders willst als ich und darf nicht der Faszination der Symptome erlegen: Ich darf nicht enttäuscht sein, wenn der Kranke meine Hilfe nicht wirklich haben will, auch wenn er es beteuert. Lasse ich mich von seinen psychiatrischen Symptomen faszinieren, bin ich so unbrauchbar, wie es seine Angehörigen auch waren; denn sie konnten ihm nicht mehr helfen
  • Ich sage nicht „ich verstehe dich“: Die wichtigste Aufgabe der PP ist nicht, den Kranken zu verstehen, sondern ihm zu helfen, weil er sich selbst wieder besser verstehen und akzeptieren und so seine Situation bewältigen kann. Wenn die Pflegenden sich selbst besser versteht, ist sie Modell für den Kranken. Pflegende können mit dem Kranken über Ihre Gefühle sprechen, die sich auf die Beziehungs- zum Kranken beziehen, nicht über Gefühle aus der Partner- oder Kollegenbeziehung, sonst wird der Kranke zum Ersatztherapeuten missbraucht.
  • Ich will dich nicht ändern: Kein anderer kann ihn ändern, nur der Kranke selbst kann sich ändern. Die professionelle Beziehungspflege bietet ihm Freiraum dazu.
  • Ich will nicht über deine Krankheit, sondern mit dir reden: Der Kranke soll nicht als Symptomträger, sondern als Person angesprochen werden. Pflegende können mit dem Kranken über seine Interessen, seine Kinder, seinen früheren Beruf uns seine unmittelbaren Wünsche reden, ohne sein Verletzbarkeit zu berühren oder bloßzustellen.
  • Ich darf nicht nackt ausfragen: Das Erstgespräch während einer gemeinsamen Mahlzeit oder eines gemeinsamen Spazierganges ist als ein Stück des Lebensweges natürlicher schonender und Vertrauensstiftender als das Erheben einer Anamnese.

Welche Leitsymptomatik kann man an einem Parkinson ‘scher Krankheit erkrankter Menschen beobachten?

  • Kleinschrittiger, nach vorne gebeugter Gang
  • Vermindertes oder fehlendes Armpendeln beim Gehen
  • Vermehrte Schrittzahl beim Gehen und Wenden
  • Start- Engpass und Schwellenschwierigkeiten
  • Fallneigung = Propulsion
  • Ruhetremor, leichter Haltetremor
  • Salbengesicht, vermehrter Speichelfluss
  • Aphonie = sehr leise, monotone Sprache
  • Akinese = Verlangsamung der Bewegungsabläufe
  • Winkelstellung der Arme
  • Starrer Gesichtsausdruck = Hypomimie
  • Rigor = Muskelsteifheit

Verschlechterung der Symptome im Laufe der Krankheit

Welche vegetativen und psychischen Störungen können beim Parkinsonkranken auftreten?

Vegetativ:

  • Vermehrter Speichelfluss
  • Salbengesicht, Wärmeregulationsstörung = verstärktes Schwitzen
  • Hitzeunverträglichkeit
  • Blasenentleerungsstörungen
  • Verstopfung

Psychisch:

  • Meist depressive Verstimmung
  • Nächtliche Verwirrtheitsphasen
  • Verlangsamte Denkfähigkeit = Bradyphrenie
  • Halluzinationen ( in Zusammenhang mit Demenz)

Nennen und erklären Sie die Ratschläge zur Lebensführung und Pflege eines Parkinsonkranken!

Schwerpunkte:

  • Aufklärung und Information von Angehörigen
  • Unterstützung bei der Nahrungsaufnahme
  • Soziale Kontakte aufrecht erhalten
  • Mobilität erhalten und fördern
  • Feste Sitzflächen = keine Polster
  • Festes Schuhwerk
  • Rollator
  • Bewegungsübungen, Bäder, Massagen, Gehtraining
  • Bewegungsabläufe mit Pat. Vor dem Spiegel üben
  • Pat. nicht überfordern, Ruhepausen
  • Kein Zeitdruck
  • Ressourcen berücksichtigen
  • Mahlzeiten mundgerecht zubereiten
  • Genügend Zeit zur Nahrungsaufnahme
  • Ausreichende Flüssigkeitszufuhr
  • Mundpflege nach den Mahlzeiten
  • Unterstützung bei Körperpflege = Übernahme von Teilwäschen
  • Mehrmaliger Wäschewechsel je nach Schweißdrang
  • Gesichtsreinigung mit milden Mitteln, keine Fettcreme
  • Auf regelmäßigen Stuhlgang und Harn achten
  • Pat. auf Toilette begleiten
  • Für Sicherheit sorgen: Klingel in Reichweite, angstfreie und ruhige Atmosphäre
  • Regelmäßig Schreibtraining
  • Regelmäßig Sprachtraining
  • Duschen im Sitzen ( im Stehen nur mit Haltegriff)
  • Nach den Waschen Hautpflege
  • Kleidung der Umgebungstemperatur anpassen
  • Klettverschlüsse statt Schuhbänder
  • Bei Inkontinenz: Toilettentraining, Versorgung mit passenden Einlagen
  • Bei Schluckstörungen wird durch eine leicht gesenkte Kopfhaltung Aspiration vermieden

Psychosozial:

  • Verbesserung der Kommunikation
  • Förderung der Motivation
  • Unterstützung der Krankheitsverarbeitung
  • Bei Gesprächen Zeit lassen
  • Keine Stichworte vorgeben
  • Aufklärung der Angehörigen und des Pat. über die Auswirkung der Krankheit und Anleitung für den richtigen Umgang
  • Isolationsgefühlen vorbeugen = Gesprächsrunde etc.
  • Soziale Kontakte herstellen = Selbsthilfegruppen, soziale Hilfsdienste, Vereine, etc.

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