Fragen zur Arzneimittellehre
1. Nennen Sie 10 verschiedene Arzneimittelformen.
| Tablette | Dragees |
| Salbe | Pulver |
| Zäpfchen | Sirup |
| Saft | Implantat (Hormonstäbchen) |
| Tropfen | Mixturen |
| Pflaster (Morphium) | Elixiere |
| Gele | Pasten |
| Spül- u. Gurgellösungen | Sublingual u. Buccaltabletten |
| Mundhöhlensprays | Mundsalben |
| Vaginal kugeln, -kapseln | Suppositorien |
| Zerstäuber | Spritzen |
| Suspension | |
| Emulsion | |
| Kapseln | |
| Brech- / Glasampullen | |
| Stechampullen | |
| Trockenampullen | |
| Cremes | |
| Zerbeißkapseln | |
| Klistiere | |
| Inhalation-Aerosole | |
| Infusionen |
Inhaltsverzeichnis
- 1 Fragen zur Arzneimittellehre
- 1.1 1. Nennen Sie 10 verschiedene Arzneimittelformen.
- 1.2 2. Was bedeutet Applikation?
- 1.3 3. Nennen Sie fünf verschiedene Applikationsformen.
- 1.4
- 1.5 4. Erklären Sie den Begriff Kausaltherapie, nennen Sie ein Beispiel.
- 1.6 5. Erklären Sie den Begriff Substitutionstherapie, nennen Sie ein Beispiel.
- 1.7 6. Erklären Sie den Begriff symptomatische Therapie, nennen Sie ein Beispiel.
- 1.8 7. Erklären Sie den Begriff Placebotherapie, nennen Sie ein Beispiel.
- 1.9 8. Was bedeutet „First-Pass-Effekt“?
- 1.10 9. Durch welche Applikationsformen können Sie den First-Pass-Effekt umgehen?
- 1.11 10. Welches Organ spielt bei dem First-Pass-Effekt die Hauptrolle?
- 1.12 11. Was bedeutet der Begriff Resorption?
- 1.13 13. Erklären Sie den Begriff Indikation.
- 1.14 14. Erklären Sie den Begriff Kontraindikation.
- 1.15 15. Was ist ein Antagonist?
- 1.16 16. Was bedeutet der Begriff Synergismus, bezogen auf die Wirkung von Medikamente?
- 1.17 17. Was bedeutet der Begriff Kumulation, bezogen auf Medikament?
- 1.18 18. Was versteht man unter dem Begriff therapeutischer Breite eines Medikamentes?
- 1.19 19. Was bedeutet analgetisch?
- 1.20 20. Was bedeutet antiphlogistisch?
- 1.21 21. Was bedeutet antipyretisch?
- 1.22 22. Durch welche Organe und auf welchem Weg werden Medikamente aus dem Körper ausgeschieden?
- 1.23 23. Welches ist das wichtigste Ausscheidungsorgan für Medikamente?
- 1.24 24. Nennen Sie fünf verschiedene Injektionsarten.
- 1.25 25. In Ihrem künftigen Beruf dürfen Sie welche Injektionsarten durchführen?
- 1.26 26. Wann ist die Verabreichung von Suppositorien besonders indiziert?
- 1.27 27. Was müssen Sie bei der Lagerung von Medikamenten und im Umgang mit ihnen beachten?
- 1.28 28. Wann werden Analgetika eingesetzt?
- 1.29 29. Analgetika sind in zwei große Gruppen eingeteilt, welche sind es?
- 1.30 30. Wo und wie wirken diese beiden Gruppen?
- 1.31 31. Benennen Sie für beide Gruppen jeweils ein Wirkstoff.
- 1.32 32. Welche Nebenwirkungen von ASS sollten Sie im Hinblick auf OPs unbedingt beachten?
- 1.33 33. Wofür steht die Abkürzung ASS?
- 1.34 34. Was ist ein Transmitter?
- 1.35 35. Was ist ein Prostaglandin?
- 1.36 36. Bei welchen Erkrankungen werden Neuroleptika eingesetzt?
- 1.37 37. Wie wirken hochpotente Neuroleptika?
- 1.38 38. Wie wirken nieder potente Neuroleptika.
- 1.39 39. Welche Nebenwirkungen von Neuroleptika kennen Sie?
- 1.40 40. Welcher Therapieform wird der Einsatz von Neuroleptika zugeordnet?
- 1.41 Weiter lesen auf Seite 2 …
2. Was bedeutet Applikation?
Verabreichung
3. Nennen Sie fünf verschiedene Applikationsformen.
4. Erklären Sie den Begriff Kausaltherapie, nennen Sie ein Beispiel.
Kausaltherapie = Ursachen bekämpfende Therapie.
z. B. eine Antibiotikagabe bei einer bakteriell bedingten Pneumonie.
5. Erklären Sie den Begriff Substitutionstherapie, nennen Sie ein Beispiel.
Substitutionstherapie = Ersatztherapie
Behandlung durch künstliche Zufuhr dem Körper normalerweise durch Organleistungen zur Verfügung stehender Substanzen bei Funktionsschwäche, – versagen des entsprechenden Organs
z. B. Insulingaben bei Diabetes mellitus, Flüssigkeitszufuhr als Volumen- oder Blutersatz zur Rehydratation
6. Erklären Sie den Begriff symptomatische Therapie, nennen Sie ein Beispiel.
Symptomatische Therapie = die Behandlung der Symptome
z. B. Immunsuppressiva bei einer HIV-Infektion
7. Erklären Sie den Begriff Placebotherapie, nennen Sie ein Beispiel.
Placebotherapie = Therapie mit „Scheinmedikamenten“
Wirkstoff-freies, äußerlich nicht vom Original unterscheidbares „Leer“ – oder ‚Scheinmedikament‘
z. B. um das Verlangen nach einer nicht notwendigen Medikation zu befriedigen
8. Was bedeutet „First-Pass-Effekt“?
Ein Teil eines Arzneistoffs wird bei der ersten Leberpassage chemisch umgewandelt und gelangt somit nicht zur Wirkung. Veränderung der biologischen Verfügbarkeit eines Wirkstoffs im Körper.
9. Durch welche Applikationsformen können Sie den First-Pass-Effekt umgehen?
Interarteriell, rektal, intramuskulär, intrakutan, subkutan, intraperitoneal
10. Welches Organ spielt bei dem First-Pass-Effekt die Hauptrolle?
Die Leber
11. Was bedeutet der Begriff Resorption?
Membranen überwinden
Aufnahme eines Arzneistoffs in die Blutbahn durch Oberflächen des Körpers, wie Haut oder Schleimhäute, oder von begrenzten Stellen des Körperinneren, wie einem Muskel oder dem Unterhautgewebe. Die Membranen stellen dabei Resorptionsbarrieren dar. Die Resorption ist jedoch eine Voraussetzung für die Wirkung eines Arzneistoffs, sofern dieser nicht direkt an den Wirkort appliziert wird. Meist überwinden die Arzneistoffe Resorptionsbarrieren (Membranen) durch passive Diffusion.
12. Was bedeutet der Begriff Resorptionsquote?
13. Erklären Sie den Begriff Indikation.
(Heil) Anzeige, Grund oder Umstand eine bestimmte (ärztliche) Maßnahme durchzuführen, die nach Abschätzen des möglichen Nutzens und Risikos – unter Beachtung etwaiger Kontraindikationen – (für den Patienten) sinnvoll ist.
14. Erklären Sie den Begriff Kontraindikation.
Gegenanzeige; Umstände (z. B. Lebensalter, Schwangerschaft, eine bestimmte Krankheit oder Arzneimittelbehandlung), die eine an sich angezeigte – Maßnahme verbieten (einer Indikation entgegenstehen)
15. Was ist ein Antagonist?
Gegenspieler des Agonisten eines Funktionspaares als Funktionsträger eines der Agonisten Funktion, -wirkung entgegengesetzten Effektes; z. B. innerhalb der typischen Paare Sympathikus/ Parasympathikus, Extensoren/ Flexoren, Adrenalin/ Insulin – Ferner als pharmakologischer Antagonist ein Arzneimittel mit Wirkung im Sinne des pharmazeutischen Antagonismus, z. B. an adrenergen Rezeptoren; vgl. Antidot.
16. Was bedeutet der Begriff Synergismus, bezogen auf die Wirkung von Medikamente?
Pharmazeutiker, die sich additiv oder überadditiv (suppraadditiv; Potenzierung) gegenseitig unterstützende Wirkung mehrerer Arzneimittel.
17. Was bedeutet der Begriff Kumulation, bezogen auf Medikament?
Anhäufung eines Arzneistoffs im Organismus und Gefahr toxischer Wirkungen bei wiederholter Dosis (Depotmedikamente), wenn die Einzeldosen schneller zugeführt werden, als sie vom Organismus aufgrund ihrer Halbwertzeit eliminiert werden können. Besonders große praktische Bedeutung bei Wirkstoffen mit sehr langer Halbwertzeit (z. B. Digitoxin oder Diazepam); s.a. Summationsgifte (=Kumulationsgifte)
18. Was versteht man unter dem Begriff therapeutischer Breite eines Medikamentes?
Therapeutischer Konzentrationsbereich zwischen minimaler therapeutischer und minimaler toxischer Wirkstoffkonzentration.
19. Was bedeutet analgetisch?
Schmerzstillend
20. Was bedeutet antiphlogistisch?
Entzündungshemmend
21. Was bedeutet antipyretisch?
Fiebersenkend
22. Durch welche Organe und auf welchem Weg werden Medikamente aus dem Körper ausgeschieden?
- Niere (mit dem Urin = renal)
- Leber und Galle (mit den Fäzes = biliär)
- Lunge (mit der Atemluft = pulmonal)
- Haut
- Darmschleimhaut
- Muttermilch (stillende Frau)
23. Welches ist das wichtigste Ausscheidungsorgan für Medikamente?
Niere
24. Nennen Sie fünf verschiedene Injektionsarten.
Siehe Frage 3
25. In Ihrem künftigen Beruf dürfen Sie welche Injektionsarten durchführen?
subcutan, intramuskulär, intrakutan
26. Wann ist die Verabreichung von Suppositorien besonders indiziert?
- Magenunverträglichkeit
- Bewusstlosigkeit
- Säuglinge und Kinder
- Dysphagie
27. Was müssen Sie bei der Lagerung von Medikamenten und im Umgang mit ihnen beachten?
– immer Patientenbezogen – bei Tropfen, Name des Bewohner/in und Anbruch Datum
– Insulin im Kühlschrank 8° C – Tropfen höchstens 30 Min. vor Gabe stellen
– Anbruch Datum b. Salben – Salben geöffnet höchstens 14 Tage haltbar
– 6 R’s – Augensalben niemals mit Auge in Kontakt
– Insulin vor Gabe Zimmertemperatur – Insulinpen vor Gabe kippen
– Insulin Ampulle vor Gabe rollen – alte Medikamente an Apotheke
– Medigabe mit genug Flüssigkeit – Medigabe bei Bettlägrigen bei O. K. 90°
– Med. Mit erkennbaren Veränderungen – BTM geschlossen aufbewahren
nicht verabreichen – Abgabe von Medis exakt dokumentieren
– kein Um oder Abfüllen von Medis – Ohrentropfen dürfen nur bei intaktem
– Bei Stechampullen Gummimembran Trommelfell angewendet werden desinfizieren.
28. Wann werden Analgetika eingesetzt?
Bei Schmerzen
29. Analgetika sind in zwei große Gruppen eingeteilt, welche sind es?
Opioidanalgetika, die im Bereich des Zentralnervensystems die Schmerzempfindung unterdrücken
(Morphin-Typ)
Nicht-Opioidanalgetika, die die Schmerzübertragung im Bereich des peripheren Nervensystems unterdrücken.
30. Wo und wie wirken diese beiden Gruppen?
Opioidanalgetika hemmen durch Erregung der Opioidrezeptoren die Schmerzempfindung.
Nicht-Opioidanalgetika werden auch als peripher wirkende Analgetika bezeichnet. Sie hemmen die Cyclooxygenase und damit die Bildung von Prostaglandinen. Prostaglandine sind körpereigene Überträgerstoffe, die im Körper entsprechend dem Wirkort vielfältige Wirkungen haben.
31. Benennen Sie für beide Gruppen jeweils ein Wirkstoff.
1. Morphin
2. Acetylsalicylsäure
32. Welche Nebenwirkungen von ASS sollten Sie im Hinblick auf OPs unbedingt beachten?
Verstärkung der Wirkung von Antikoagulantien durch Plättchen-Aggretationshemmer.
33. Wofür steht die Abkürzung ASS?
Acetylsalicylsäure
Analgetikum und Thrombozytenaggregationshemmer
34. Was ist ein Transmitter?
Überträgersubstanz, die auf chemischen Wege an einer Synapse (=Neuro T.) oder motorische Endplatte Nervenimpulse überträgt, wird in präsynaptische Strukturen (v.a. Vesikeln) gespeichert, bei elektr. Nervenimpuls (mit Permeabilität, Steigerung der Speichermembran) freigesetzt, überquert den synaptischen Spalt u. verbindet sich mit Rezeptoren der postsynaptische Membran (deren Konformation sich dadurch ändert); anschließende Inaktivierung (meist hydrolytisch). Es sind dies biogene Amine wie Acetylcholin und Noradrenalin (an Cholin respektive adrenergen Neuronen), Dopamin (dopaminerge Neurone), γ-Aminobuttersäure (=GABA), Serotonin (Tryptamin Neurone); ferner Aminosäuren (Glutaminsäure, Glycin, Asparaginsäure), wahrscheinlich auch Peptide (Substanz P; an Peptide Strukturen).
35. Was ist ein Prostaglandin?
Körpereigene Überträgerstoffe, die unter anderem für Sensibilisierung der Schmerzrezeptoren, der Körpertemperatur und den Ablauf entzündlicher Prozesse verantwortlich sind.
Prostaglandin E 2 hemmt die Magensäureproduktion
Prostaglandine werden durch nicht-Opioide Analgetika im Körper verringert, wodurch Analgetika wirken können.
Durch die Verminderung an Prostaglandinen wirken diese Analgetika wie folgt:
Schmerzstillend – analgetisch
entzündungshemmend – antiphlogistisch
fiebersenkend – antipyretisch
36. Bei welchen Erkrankungen werden Neuroleptika eingesetzt?
Neuroleptika behandeln die Symptome, wie Halluzinationen oder Wahnvorstellungen, nicht die eigentliche psychische Erkrankung. Die Symptome bestimmen die Wahl des Neuroleptikums.
Schizophrenien, Manien, exogene Psychosen, Erregungs- und Angstzustände, Alkoholdelirium
37. Wie wirken hochpotente Neuroleptika?
Stark und sehr stark wirkende Neuroleptika haben eine starke antipsychotische und nur schwach sedierende Wirkung. Sie sind bei Halluzinationen und chronischen Schizophrenien indiziert. Voraussetzung für eine erfolgreiche Therapie ist die regelmäßige Einnahme des Neuroleptikums über eine längere Zeit. Bei in dieser Hinsicht unzuverlässigen Patienten empfiehlt sich eine intramuskuläre Verabreichung sog. Depot-Neuroleptika im Abstand von ca. 3 Wochen.
Haloperidol (Haldol ®) Pipamperon (Dipiperon ®)
38. Wie wirken nieder potente Neuroleptika.
Sogenannte schwach wirkende Neuroleptika wirken schwach antipsychotisch und stark sedierend. Sie sind hauptsächlich bei psychomotorischer Erregbarkeit und ängstlicher Agitiertheit indiziert.
Promethazin (Atosil ®)
39. Welche Nebenwirkungen von Neuroleptika kennen Sie?
- Extrapyramidale, vegetative und hormonelle Störungen, Sedation, Dyskinesien sowie allergische Reaktionen.
- Neuroleptika antagonisieren die Aufnahme von folgenden Stoffen durch die entsprechenden Rezeptoren, sie blockieren diese:
- Dopamin je nach Gehirnbezirk, dadurch als Nebenwirkung: extrapyramidale Störung oder antiemetische Wirkung (Parkinson ähnliche Erscheinung)
- Noradrenalin in α-Adrenorezeptoren, dadurch als Nebenwirkung Blutdruckregulationsstörung und Tachykardie
- Acetylcholin, dadurch als Nebenwirkung Atropin artige Effekte wie Trockenheit der Schleimhäute, Akkommodationsstörung, Schweißausbrüche, Obstipation.
Es ist zu beachten, dass bei einer Therapieunterbrechung Wirkung und Nebenwirkung nur langsam zurückgehen.
Neuroleptika steigern die Wirkung zentral dämpfender Pharmaka – z. B. von Narkosemitteln, Schlafmitteln, stark wirkenden Analgetika, Alkohol – sowie von Mitteln, die gegen die Wirkung des Neurotransmitters Acetylcholin gerichtet sind (sog. Anticholinergika = Parasympatholytika, z. B. Atropin). Auch die Wirkung von β – Rezeptorblockern wird verstärkt.
40. Welcher Therapieform wird der Einsatz von Neuroleptika zugeordnet?
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Weitere Quellen zum richtigen Umgang mit Arzneimittel
Spezielle Arzneimittellehre I
Pharmakologie

