Autor/in: MRM

2.) Polyzythämie vera rubra
– Erys.: 7 – 9 Mil. Z/mm3
– Leukos.: 10 – 20 tsd Z/mm3
– Thrombos.: ca. 1 Mil. Z/mm3
Ursache: unbekannt
Path.:
Fehlfunktion des Knochenmarks Vermehrung aller Blutzellen
Symptome: Vermehrung aller Blutzellen, Hk , Viskosität , Durchflußgeschwindigkeit , Herzbelastung ,
Tachykardie, Kurzatmigkeit, Atemnot, schnelle körperliche Erschöpfung, prallgefüllte Gefäße, rotblaue Zyanose, Haut und Schleimhäute tiefrot, Thrombosegefahr
Therapie: Symptome, Aderlaß + Flüssigkeitszufuhr, radioaktives Phosphor 32, Zytostatika
Prognose: ungünstig, mittl. Überlebenszeit bei Therapie: 10 Jahre, Spätfolgen: Leukämierisiko

» Leukozytose 10.000 – 30.000 Z/mm3
Kein Krankheitsbild sondern Reaktion auf bestimmte Krankheiten z.B. bakt. Infektion, Tumore, Herzinfarkt, Streß, u.a.

» Leukozytopenie < 4.000 Z/mm3

  • bei Virusinfektionen und toxisch bei Zytostatika und Benzol
  • krankhaft erhöhte Leukozytenzahl
  • Leukämie: > 25.000 – 100.000 Z/mm3
  • myeloische Leukämie
  • lymphatische Leukämie

Plasmazytom: Plasmazellen v.a. im Knochenmark

» Leukämie

Def.: bösartige (=malignen) Erkrankung der weißen Blutkörperchen = Blutkrebs
Urs.: unbekannt Risikofaktoren ? (onkogene Viren), erbl. Faktoren
Vork.: Kinder, Erwachsene Männer > Frauen
Path.: Im Knochenmark, überschießende Bildung weißer bösartiger veränderter BK ohne normale Funktion,
schließlich werden nur noch “ weiße“ BK gebildet Anämie (andere BK werden verdrängt)

» Thrombozytopenie
Formen: Myeloische L. granulozyten u. monozytenähnliche Zellen
akut
chronisch
Lymphatische L. lymphozytenähnliche Zellen
akut: v.a. bei Kindern
chronisch: v.a. in höherem Lebensalter
akut Form: plötz. Beginn mit deutlicher Symptomatik und schnelle BB- Veränderung
chron. Form: schleichend, allmählich auftretend, wenig akute Symptome, langsam BB – Veränderung
Symp.: Fieberschübe, Infektionsanfälligkeit , verzögerte Abheilung eines banalen Infekt, Hämatombildung,
blutige Gelenkergüsse, typ. Anämie – Symptome, Leistungsknick bzw. Leistungsabfall,
typisch bei alten Menschen: Lymphknotenschwellung und Milzvergrößerung
Diagnose: 1.) Symptome 2.) Differenzialblutbild 3.) Knochenmarkspunkion
Therapie: 1.) Chemotherapie: Zytostatika (stoppen Wachstum der Zellen)
2.) Strahlentherapie
3.) evtl. Knochenmarkstransplantation
Therapiekontrolle: Knochenmarksuntersuchungen
Prognose: abhängig von Art und Stadium der Leukämie
z.T. relativ gut (v.a. bei Kindern ), z.T. schlecht


» Plasmazytom

Def.: Geschwulst durch Plasmazellen; Wucherung von bösartigen Plasmazellen
Urs.: unbekannt
Vork.: >50 Jahre, Frauen > Männer
Path.: Plasmazellenwucherung im Knochenmark Verdrängung der Knochensubstanz = sog. osteolytische
Knochendefekte Entkalkung des Knochens v.a. Schädel Schrotschußschädel, Wolkenschädel und WS-Skelett Spontanfraktur, path. Fraktur
– Druck auf Knochenmark Knochenschmerzen
– Produktion von path. Immunglobuline ( sog. Paraproteine) ohne Abwehrfunktion
Symp.: Abgeschlagenheit, Gewichtsverlust, rezidive Infekte, Knochenschmerzen, Rö: herdförmige
Knochendefekte v.a. Schädeldecke, diffuse Knochendefekte Frakturgefahr , Spontanfraktur, path. Fraktur, Plasmazellen im Blut, path. Plasmazellen im Blut und im Knochenmark, Gesamteiweiß im Blut , path. Eiweißkörper im Blut

Therapie:

  • abhängig vom Stadium und von Symptomen

Bestrahlung ( bei isolierten Knochenherden) Zytostatika, Glukokortikode Symp. Schmerzbekämpfung, OP ( bei Frakturen)

Verlauf: akut (primär)
schleichen kann u.U. in akute Form übergehen

Prognose: Plasmazytom
Ungünstig, mittlere Überlebenszeit (bei Therapie) 3 – 4 Jahre,

» Agranulozytose = maligne Neutrozytopenie = perniziöse Neutrozytopenie
Def.: Erkrankung durch Medikamente mit massiver Verminderung der Granulozyten mit schweren
Krankheitssymptomenen, kann akut oder chron. Verlaufen
Urs.: Medikamente ( Nebenwirkung): toxisch oder allergische Überempfindlichkeitsreaktion z.B. Analgetika,
Sedativa, Antidiabetika, Antibiotika, Diuretika, Goldpräperate, …
Klein. Symp.: anfangs Schüttelfrost, dann kontinuierliches Fieber, Tachykardie, allg. schweres Krankheitsgefühl, Schleimhautnekrose im Rachen, Anal und Genitalbereich mit lokalen Schwellungen, Abwehrschwäche, hohe Infektanfälligkeit, Gefahr der Abzeßbildung = keine i.m. Spritze
Therapie: SOFORT: entsprechendes Medikament absetzen, symp. Evtl. Antibiotika, evtl. Kortison

» Thrombozytenerkrankungen
Thrombozytopenie < 100.000 Z/mm3 hämorrhagische Diathese (H.D.)
Thrombozytose > 300.000 Z/mm3 (-400.00 Z/mm3)
Thrombozytämie >/= 1 Mil. Z/mm3 gestörte Funktion oft bei Thr.-penie
bei Thr.-zytämie H.D.
andere Ursache s.u.

» Thrombozytose
Def.: >300.000 Z/mm3; reaktive, vorübergehende Erhöhung der Thrombose
Urs.: nach größeren Blutverlusten, nach OP, nach Regenerationsphase des Knochenmarks (nach
Zytostatikabehandlung, nach Therapie der Leukämie), nach Infektionskrankheiten

» Thrombozytämie
Def.:
>/= 1 Mil. Z/mm3 ; Dauerende Erhöhung des Thrombus, oft gestörte Funktion
Urs.: Wucherung der Knochenmarkszellen, Polyzythämie, Begleitung anderer Erkrankungen z.B.
Knochenmetastasen
Path.: Störung der Blutgerinnung ( mangelnde Funktion)
Symp.: Hämorrhagische Diathese ( Splemomegalie = Vergrößerung der Milz)
Th.: 32-Phosphor, Zytostatika

» Gestörte Thrombozytenfunktion u./o. verminderte Thrombozytenzahl
»
Störung der Blutgerinnung Blutungsneigung
Urs.:
a) Medikamente, z.B. Salicylsäurederivate
b) Bildungsstörungen im Knochenmark
angeboren
Thrombozytämie, Leukämie, Polyzythämie, Plasmazytom
allerg.- tox.: Zytostatika, best. Antikörper
c) Verbrauchskoagulopathie ( Schock)
Symp.: petechiale Blutungen ( = keine, punktförmige Blutungen)
Verletzungsblutungen , kleine Hämatome, Schleimhautblutung
Th.: je nach Ursache und Ausmaß ; z.B. Absetzen auslösender Medis ( Zytostatika) ; Bluttransfusion o.
Thrombozytenkonzentrat (siehe Thrombozytämie)

» Hämorrhgische Diathese
= erhöhte Blutneigung = Blutungsübel
Urs.:
1.) Koagulopathie = Störung bei der Blutgerinnung (Plasma)
2.) Erkrankung der Thrombozyten z.B. Thrombozytopenie u./o. gestörte Funktion
3.) Erhöhte Gefäßbrüchigkeit = erhöhte Gefäßfragilität

» Koagulopathie
Def.: Störung bei der Blutgerinnung
Urs.: 1. Störung bei den Gerinnungsfaktoren ( Bildung o. Umsatz)
Typ.: Hämophilie = Bluterkrankheit Fakt. VIII fehlt i.d.R. Frauen, erblich
2. therapeutische Anwendung von a) Antikoagulanzien ( z.B. Marcomar Konakion Antidot)
Quicktest: 17 – 25 %
< 17 % Blutungen
> 25 % Thromboseneigung
b) Fibrinolytika = Thrombolytika = Lyse
(z.B. Streptokinose, Urokinase, …)
= Thrombus auflösende Medis nach Herzinfarkt, Extremembolie
Symp.: – flächenhafte, scharf begrenzte Blutungen ( = Sugikation)
– „unstillbare Blutungen“
Th.: je nach Ursache und Ausmaß z.B. Frischblut ; Injektion von fehlenden Faktoren ; Konakion als
Gegenmittel zu Marcomar

» Erhöhte Gefäßbrüchigkeit = erhöhte Gefäßfragilität
Def.:
vaskulärer Prozeß = Veränderung der Gefäßwand Gefäßwand vermehrt durchlässig = porös
Urs.: angeboren oder degenerativ – Purpura senilis –
Symp.:

  • Petechien =kleinste, punktförmige Blutungen unter Haut, Schleimhäute (z.B. RR-Messung )

Evtl. Hämaturie Evtl. Melaena

Th.: ? ; Purpura senilis = kosmetisches Problem ; andere Erkrankungen ausschließen
Evtl. symptomatische Therapie


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