Autor/in: Ulrich Scharte

Typische Klausurfragen und Antworten in der Kranken- und Altenpflege Seite 2

18.   Nennen und erläutern Sie die Infektionswege und wie kann man sich schützen.

Infektionswege:

  • Blut
  • Sperma
  • Scheidenflüssigkeit
  • Muttermilch
  • Infektiöses Blut oder durch verschmutzte Nadeln oder Spritzen bei z.B. Fixern.
  • Unbehandelte Mütter können das HI-Virus während der Schwangerschaft, der Geburt

oder durch das Stillen auf ihre Kinder übertragen. Meist erfolgt die Infektion über Blut und Sperma. Häufig erfolgt die Übertragung des HI-Virus durch ungeschützten (ohne Kondom) Geschlechtsverkehr mit einer infizierten Person. Durch kleinste Verletzungen dringt der Virus in den Körper ein.

Schutzmöglichkeiten:

  • Schutz durch Kondome bei Geschlechtsverkehr.
  • Kein außerehelicher Verkehr.
  • Einhalten der Hygiene- und Desinfektionsvorschriften
  • Schutzhandschuhe aus Latex (und Nitril bei Latexallergie)
  • Kein Geschlechtsverkehr mit unbekannten Personen
  • Durch umfassendes Wissen über die Erkrankung und den HIV-Test.

19.   Nennen Sie die 3 Klassifizierungen der T-Helferzellen.

Klassifizierung: 1 = mehr als 500 T-Helferzellen pro Mikroliter (µl) Blut

2 =   499 – 200 T-Helferzellen pro Mikroliter (µl) Blut

3 =   weniger als 200 T-Helferzellen pro Mikroliter (µl) Blut

20.   Erklären sie folgendes Beispiel:

z.B. HIV C3   =   HIV positiv

Stadium C

weniger als 200 T-Helferzelle pro µl Blut

HIV B1   =   HIV positiv

Stadium B

mehr als 500 T-Helferzellen pro µl Blut

HIV B2   =   HIV positiv

Stadium B

499 – 200 T-Helferzellen pro µl Blut

HIV A1   =   HIV positiv

Stadium A

mehr als 500 T-Helferzellen pro µl Blut

– Allergie –


21.   Was sind Antigene?

Als Antigene wird jeder Stoff ob im flüssigen oder festen Zustand bezeichnet, der die Bildung von Antikörpern verursacht. Bestimmte vom Körper als fremd erkannte Oberflächenmerkmale können sich z.B. auf Bakterien, Viren, eigene oder fremde Körperzellen, oder Stoffen aus der Umwelt befinden. Das Immunsystem reagiert auf Antigene mit der Bildung von Antikörpern.

22.   Was sind Antikörper?

Antikörper werden auch Immunglobuline genannt. Es handelt sich um Eiweißstoffe, die das Immunsystem bildet. Sie sind in der Lage, an die Fremdkörper / Fremdstoffe anzudocken (Schlüssel-Schloss-Prinzip) und diesen dann zu zerstören. Antikörper passen nur zu einem Antigen. Funktionsprinzip:   Wird ein Antigen als fremd erkannt, produzieren die Immunzellen entsprechende Antikörper, die genau zum Antigen passen. Diese Antikörper verbinden sich mit dem fremden Antigen und bilden einen sogenannten Antigen-Antikörper-Komplex. Der Antigen-Antikörper-Komplex aktiviert widerum die Bildung weiterer Eiweißstoffe. Dies führt dann zur direkten Zerstörung der Fremdsubstanz / Fremdstoffe.

Oder: Der Antigen-Antikörper-Komplex signalsiert spezialisierten Immunzelle, dass sich ein Fremdstoff / Fremdkörper im Organismus befindet. Diese spezialisierten Zellen zerstören den Komplex und entfernen ihn aus dem Körper.Jede Antigen-Antikörper-Reaktion hat auch zur Folge, dass sich der Organismus dieseReaktion sogenannt merkt (speichert) um bei erneutem Eindringen eines bereits dannbekannten Antigens in den Körper sehr schnell mit dem passenden Antikörper reagieren zu können. In diesem Fall spricht man von dem Immungedächtnis.

23.   Was ist eine Allergie?

Eine Allergie ist eine überschießende Reaktion des Immunsystems gegenüber bestimmten körperfremden Substanzen der Umwelt. „Überschießend“ heißt die Reaktion, weil das Immunsystem auf Fremdstoffe (z.B. Pollen) anspricht, die sonst keine Gefahr darstellen.

24. Wie äußert sich eine Allergie / Welche Symptome treten auf? Nennen Sie

Beispiele.

Allergische Symptome:   (Beispiele)

– Allgemeine Allergiesymptome:

  • z.B. Juckreiz
  • Hautreaktionen (Quaddeln)
  • Gelenkschmerzen (rheumatische Beschwerden)
  • Atembeschwerden
  • Fieber
  • Kreislaufzusammenbruch (anaphylaktischer Schock).

– Spezielle Allergiesymptome:

  • am Auge:   Bindehautentzündung, Lidschwellung
  • in den Atemwegen: Heuschnupfen, Dauerschnupfen, Schwellungen der Atemwege, Asthmatische Beschwerden
  • an der Haut: Nesselsucht, Ekzeme, Neurodermitis
  • Magen / Darm-Trakt: Übelkeit, Durchfall, Magenschleimhautentzündung

25.   Nennen sie alle Reaktionstypen, nennen Sie jeweils zu 2 Allergien 1 – 2

Krankheiten und ein betroffenes Organ.

Reaktionstypen:   Typ. 1: IgE vermittelte Sofortreaktion

Typ. 2: Antikörpervermittelte IgG

Typ. 3: immunkomplex vermittelte Reaktion (IgM)

Typ. 4: zellvermittelte Reaktion

Allergie Krankheiten   Organ

Pollenallergie   – Heuschnupfen – Lunge und Atemwege

Milbenallergie – Asthma bronchiale – Lunge

Nickelallergie – Kontaktdermatis – Haut

Medikamentenallergie – Nesselsucht   – Haut

(Beispiele)

26.   Wie kann man eine Allergie diagnostizieren. Nennen Sie drei Verfahren.

  • Prick-Test
  • RAST-Test
  • RIST-Test
  • Reibtest

27.   Erklären Sie ein Diagnostikverfahren.

RAST-Test: (Radio-Allergo-Sorbent-Test)

Ist ein risikoloser Labor-Bluttest zur Antikörperbestimmung. Der RAST-Test dient meist zur Ergänzung von anderen Allergie-Tests. Mit dem Test bestimmt man die Konzentration von Antikörpern der IgE- Klasse im Blut, die gegen ein bestimmtes körperfremdes Allergen gerichtet sind. Der Test zielt darauf ab, in einem Labortest Antikörper gegen körperfremde Allergene nachzuweisen. Man untersucht bestimmte Allergene, die bereits im Verdacht stehen, eine Allergie auszulösen. Die Blutprobe wird einmalig abgenommen. Das Ergebnis liegt erst nach ca. 2 Wochen vor. Je höher der RAST-Wert, desto stärker ist die Sensibilisierung.

Nachteil:

  • Im Ergebnis nicht immer zuverlässig.
  • Ist teuer und aufwendig da nur in Speziallabors möglich.
  • Lange Wartezeit bis zum Ergebnis.

Vorteil:

  • Kann im Gegensatz zu anderen Tests auch bei akuten Infektionen oder Einnahme von Medikamenten durchgeführt werden. Der Test ist ab dem Säuglingsalter möglich.

28.   Wie viele Therapiemöglichkeiten gibt es. Beschreiben Sie eine ausführlich.

Therapiemöglichkeiten: 3 Therapien

z.B.:

  • prophylaktische Maßnahmen (Allergiekarenz)
  • medikamentöse Therapien (z.B. mit Antihistaminika und Cortison)
  • Hyposensibilisierung

Beschreibung einer Allergietherapie:

Hyposensibilisierung:

Ist eine spezifische Immuntherapie. Durch wiederholten, kontrollierten Kontakt mit einem Allergen (allergieauslösenden Substanz) wird die Empfindlichkeit abtrainiert. Also Erfolg auf Dauer. Die Therapie setzt zu Beginn der Reaktionskette ein. Ihr Ziel ist es, das Immunsystem unempfindlicher (hypo = weniger), gegen die allergieauslösenden Stoffe zu machen.

Technik:

Die Technik dafür ist die schrittweise Gewöhnung: Das Immunsystem wird erst mit sehr kleinen Mengen des Allergens konfrontiert. In vielen kleinen Schritten wird die Allergen-Dosis gesteigert, bis zur Erhaltungsdosis. Die Erhaltungsdosis ist die individuelle Allergenmenge, die die Toleranz beim Allergiker erzeugt. Sie wird dann im Monatsabstand über den nötigen Therapiezeitraum verabreicht.

  • Die Dosis wird meist als Injektion unter die Haut verabreicht.

Therapiedauer:

etwa 1,5 bis 3 Jahre

  Heilungschance:

80 bis 90 Prozent

– Zystitis –

29. Was ist eine Zystitis?

  • Unter einer Zystitis versteht man eine bakterielle Entzündung der Harnblase.
  • Bakterien steigen in diesem Fall in der Harnröhre auf und verursachen diese aufsteigende Entzündung. Verursacher sind meist E-Coli Bakterien. Sie ist meist bakteriell bedingt.
  • Betroffen können die Blase und ableitenden Harnwege sein.
  • Besonders bei Frauen können bedingt durch die kurze Harnröhre, Bakterien (meist E-Coli Bakterien, Staphylokokken oder Streptokokken) schneller in die Harnblase gelangen. Der Grund ist größere Nähe zum Anus (Darmausgang).
  • Auch mechanische Reize, wie Blasenkatheder, Geschlechtsverkehr oder Mastrubation (Selbstbefriedigung) können eine Zystitis auslösen.
  • Männer haben einer längere Harnröhre und daher auch größeren Abstand zum Anus. Hier tritt eine Zystitis allein aufgrund der anatomischen Verhältnisse seltener auf.
  • Die Zystitis kann bei fehlender Behandlung aus der Blase bis zu den Nieren aufsteigen und zusätzlich eine Nierenbeckenentzündung (Pyelitis) auslösen.

30. Was sind typische Ursachen und begünstigende Faktoren?

  • unzureichende oder falsche Intimpflege
  • schlechter Allgemeinzustand (z.B. Immunschwäche)
  • Inkontinenz
  • unzureichende Flüssigkeitszufuhr
  • Pflegefehler
  • Blasenverweilkatheder, die zu selten oder nicht korrekt gewechselt werden
  • Hygienische Fehler beim Legen eines Blasenverweilkatheders
  • Unterkühlung (z.B. Unterwäsche, die nicht den Umwelt-Temperaturen angepasst ist)
  • Nierenerkrankungen
  • Schwimmbadkeime
  • Harnabflussstörungen
  • Selbstbefriedigung mit verkeimten Hilfsmitteln
  • Feuchtigkeit oder Keime durch z.B. Inkontinenz, Menstruation
  • Durchfallerkrankungen (Diarrhoe)

31. Was sind / typische Symptome für eine Zystitis?

  • Brennen / Schmerzen (Dysurie) bei der Miktion (Harnausscheidung)
  • Unterbauchschmerzen
  • Nierenstechen
  • Blutbeimengungen im Urin (Hämaturie)
  • verfärbter Urin, evtl. mit Flocken
  • vermehrter Harndrang und / oder unwillkürlicher Harndrang
  • häufiger Harndrang etwa alle 10 – 20 Minuten mit jeweils nur geringer Urinmenge (Pollakisurie)
  • Harndrang, aber nur wenige Tropfen werden ausgeschieden (Strangurie). Der Harn tropft nur, meist mit Schmerzen in harnableitenden Wegen verbunden
  • evtl. (krampfartigen) Schmerzen oberhalb des Schambeins
  • evtl. Fieber

32. Welche prophylaktische Maßnahmen kennen Sie?

  • Nicht auf kalte Sitzflächen setzen.
  • Der Jahreszeit entsprechende Kleidung. (Intimbereich warm halten).
  • Wischrichtung bei Intimpflege beachten! “ Immer von vorn nach hinten „
  • Keine bzw. sehr wenig Seifen für die Intimpflege verwenden.
  • Nach jeder Intimpflege gut abtrocken.
  • Wäsche regelmäßig (1x tgl.) wechseln.
  • Dauerkatheder (DK) regelmäßig und hygienisch einwandfrei wechseln.
  • DK aussen mit sterilen Kompressen bzw. mit klarem Wasser reinigen. (Wischrichtung: innen nach aussen)
  • Reinigungsrichtung: von der Harnröhre nach aussen (d.h. Wischrichtung vom Schambein (Symphyse) zum Anus hin um eine Keimverschleppung zu verhindern).
  • Einhaltung der Hygieneregeln.
  • Viel und ausreichend trinken (1500 -2000 ml).
  • Vitamin C aus Zitrusfrüchten, Zwiebeln, Kohl, Kartoffeln) zur Stärkung des Allgemeinzustands.
  • Ausreichende und vitaminreiche und mineralreiche Ernährung.
  • Toilettenbereich leicht heizen.
  • Grundsätzlich verordnet der Arzt den Dauerkatheder wenn er ihn für nötig erachtet. d.h. Nur wenn nötig und dann richtig den Dauerkather legen.
  • Wechsel des Dauerkatheders nach Anordnung des Arztes (in der Regel alle 2 Wochen, Silikonkatheder nach 6 Wochen).

33. Welche Behandlungs- und Pflegemaßnahmen kennen Sie?

Grundsätzlich entscheidet der Arzt über eine medikamentöse Therapie und Art der Behandlung.

Mögliche Pflegemaßnahmen sind z.B.:

  • Information des Bewohners / Patienten über Ursachen und Vermeidung der Zystitis.
  • Harnblase warm halten.
  • Regelmäßige Temperaturkontrolle
  • Viel und ausreichend Tee trinken, damit die Erreger ausgespült werden können. d.h.   – ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Wunschgetränke (keine Fruchtsäure haltigen Getränke bzw. diese stark verdünnen) anreichen.

Hinweis: Eine Kontraindikation zu erhöhter Flüssigkeitsgabe kann bei gleichzeitig bestehender Herz- oder Niereninsuffizienz bestehen. In diesem Fall immer vorher den Arzt befragen.

  • angepasste Kleidung
  • auf regelmäßige Urinausscheidung achten
  • evtl. lokale Wärmeanwendungen (Wärmflasche)
  • angenehme Zimmertemperatur
  • auf gründliche u. ordnungsgemäße Intimpflege hinweisen und achten
  • Intimpflege nach jeder Miktion und Wechsel von Inkontinenzmaterial
  • Blasen- und Nierentee in ausreichender Menge. Die dann erhöhte Harnmenge und der häufigere Toilettengang helfen Bakterien auszuschwemmen.
  • durch Arzt verordnete Medikamente (meist Antibiotika und harntreibende Medikamente) über den vorgeschriebenen Zeitraum und Dosis verabreichen und deren Einnahme überwachen, da viele Bewohner / Patienten diese nach Beschwerdebesserung vorzeitig eigenmächtig absetzen .
  • Flüssigkeitsbilanz falls vorgegeben führen und dokumentieren (Ausfuhrbilanzierung)

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