Prognose bei Mamma-CA:
→ Überlebensrate in Abhängigkeit vom Stadium
| 5 Jahre | 10 Jahre | |
| T 1 | 95 % | > 60 % |
| T 2 | 50 % | > 40 % |
| T 3 | 25 % | 10 % |
| T 4 | 5 % | 1 % |
Vorbeugung gegen Brustkrebs
Zehn Tipps zur Vorbeugung gegen Brustkrebs
- Essen Sie tgl. 30g Ballaststoffe (2 Äpfel, 3 Scheiben Vollkornbrot). Die Bio-Substanzen senken den biologisch aktiven Östrogenspiegel im Blut.
- Flavonoide (sekundäre Pflanzenstoffe) schützen vor Brustkrebs. Trinken Sie deshalb jeden Tag eine Kanne grünen Tee oder drei Gläser Gemüsesaft.
- Fett in rotem Fleisch oder Milchprodukten verstärkt die krebsfördernde Wirkung der Östrogene an der Brustdrüse. Das gilt auch für Distel- oder Traubenkernöl. Besser: Fett in Seefischen wie Hering oder Makrele und Olivenöl (2 – mal/Tag 1 EL).
- Jeden Tag eine Handvoll Nüsse. Sie enthalten das schützende Spurenelement Selen.
- Tägliches Doping fürs Immunsystem: zwei mittelgroße Fleischtomaten oder 200 Gramm Brokkoli oder zwei rote Paprika oder zwei Knoblauchzehen
- Vier Stunden Ausdauersport (Jogging, Walking, Radfahren, Schwimmen) in der Woche reduzieren die Brustkrebsgefahr um 30 Produzent
- Wer dauernd unter Strom steht, bekommt ein schwaches Immunsystem. Das wiederum kann Krebszellen, die jeden Tag millionenfach in unserem Körper entstehen, nicht zerstören. Deshalb: Jeden Tag eine halbe Stunde Muße – entspannende Musik hören, ein warmes Lavendel-Vollbad, Meditation, Yoga oder autogenes Training machen.
- Nicht mehr als ein Bier oder ein Glas Wein am Tag trinken. Denn schon zwei Flaschen Bier oder drei Gläser Wein verdoppeln das Krebsrisiko.
- Erwiesen: Übergewicht erhöht die Brustkrebsgefahr. Also runter mit den überflüssigen Pfunden.
- Schutz-Vitamine: jeden Tag 1 Gramm Vitamin C, 400 i.E. Vitamin E (Apotheke). Zusätzlich Pflanzenöstrogene aus 60 Gramm Sojaprotein (Apotheke, Reformhaus)
Inhaltsverzeichnis
- 1 Prognose bei Mamma-CA:
- 1.0.1 Vorbeugung gegen Brustkrebs
- 1.0.2 Zehn Tipps zur Vorbeugung gegen Brustkrebs
- 1.0.3 Präoperative Pflege
- 1.0.4 Gefahr der Nachblutung
- 1.0.5 Postoperativer Wundschmerz
- 1.0.6 Infektionsgefahr an Wunde/ Drainage stelle
- 1.0.7 Gefahr des Lymphstau des operierten Armes
- 1.0.8 Beobachten und Dokumentieren
- 1.0.9 Mobilisation:
- 1.0.10 Prophylaxen:
- 1.0.11 Verbandswechsel
- 1.0.12 Prothesenversorgung
- 1.1 Unterstützung bei den ATL’s
- 1.2 Krankheitsbewältigung
- 1.3 Beratung Lymphödem
Präoperative Pflege
- Rasur: Vom Kinn bis zur Nabel-Linie der betroffenen Seite, Achselhöhlen mit rasieren (nach AO evtl. Stellen zur Hautentfernung)
- Nahrungskarenz ab 22 Uhr
- Abführmaßnahmen werden in der Regel keine durchgeführt
- Einüben postoperativer Fertigkeiten, z. B. En – bloc – Aufstehen
- Beide Armumfänge messen, um einen Ausgangswert zu haben → zur frühzeitigen Erkennung, falls sich postoperativ ein Lymphödem bildet
- Psychische Betreuung: ist die wichtigste präoperative Aufgabe Vertrauensbasis herstellen Gesprächsbereitschaft zeigen
Selbstwertgefühl wieder aufbauen helfen Ggf. Ehemann/ Angehörige einbeziehen
Postoperative Pflege› Pflegeschwerpunkte nach Mamma-Ablatio
Gefahr der Nachblutung
• Ziel: frühzeitiges Erkennen der Nachblutung
• Maßnahmen: Verband, Kontrolle, durchblutete Stellen kennzeichnen
Kontrolle des Sekrets in der Redon auf Menge und Aussehen
Vitalzeichen Kontrolle, Häufigkeit je nach Wertstabilisierung
Postoperativer Wundschmerz
• Ziel: verminderter Wundschmerz; Patient fühlt sich schmerzfrei, kann
Schmerz ausschalten
• Maßnahmen: schmerzreduzierte, bequeme Lagerung nach Wunsch
betroffenen Arm in Abduktionsstellung auf Kissen hochlagern, Drainagen ohne Zug
Analgetika nach AO, Wirkungsüberwachung
Infektionsgefahr an Wunde/ Drainage stelle
• Ziel: reizlose Wunde und Drainage Austrittsstelle
Frühzeitiges Erkennen einer Infektion
• Maßnahmen: Beobachtung der Wunde auf Entzündungszeichen
Temperaturkontrolle (Häufigkeit je nach Wert)
Aseptischer VW nach AO
Gefahr des Lymphstau des operierten Armes
• Ziel:
- frühzeitiges Erkennen des Lymphödems
- Freien Abfluss der Lymphe gewährleisten
• Maßnahmen:
- Armumfang messen
- Beobachten der Hautoberfläche, -farbe und -turgor
- Arm hochlagern
- Nachttisch auf gesunde Seite stellen
- Keine RR-Messungen, Injektionen, Blutentnahmen an der betroffenen Seite
- Keine einschnürenden Nachthemden/Kleidung
- Passive/ aktive Bewegungsübungen
- Patient auf Problematik hinweisen/ miteinbeziehen
Beobachten und Dokumentieren
- Vitalzeichen über 24 Stunden
- Armumfang messen und dokumentieren
- Wundgebiet auf Blutung, Rötung, Schwellung beobachten
- Parästhesien
- Schmerzen
Mobilisation:
- Frühmobilisation
- Aktive und passive Bewegungsübungen (passiv bis zum 2. – 3. post-OP-Tag).
- Ab dem 3. Post-OP-Tag aktive Bewegungsübungen. (Physiotherapie einschalten)
Prophylaxen:
- Thrombose Prophylaxe
- Pneumonie Prophylaxe → wegen der Schonatmung
- Kontrakturen Prophylaxe → Gefahr der Versteifung des Schultergelenks durch die Schonhaltung
- Lymphödem Prophylaxe (siehe Seite 10)
Verbandswechsel
- VW am 6. Post-OP-Tag
- Redon Drainagen: axillar Entfernung 3. Tag; Wunde Entfernung 4. Tag
- Fäden-Ex stufenweise; ab dem 10. Tag Teilentfernung; Restfäden nach frühestens 2 – 3 Wochen
- Großes Einfühlungsvermögen beim Versorgen des Wundgebietes → möglich großen Takt walten lassen
Prothesenversorgung
- Prothesenversorgung nach 2 – 3 Wochen
- Zunächst Prothese aus leichtem Textilgewebe
- Anschließend entweder Flüssigkeitskissen als Vollprothese oder Implantate aus Silikonkautschuk
Unterstützung bei den ATL’s
Wachsein und Schlafen
- Patient hat Schmerzen; ungewohnte Schlafposition
Sich bewegen
- Unsicherheit beim Aufstehen, Thromboserisiko
Sich waschen und kleiden
- Patient ist durch die OP eingeschränkt
- Durch Wundschmerzen/ Wund Spannung
- Schonhaltung des Armes und der betroffenen Seite
- Wunddrainage und Verband schränken die Beweglichkeit ein
Essen und Trinken
- Patient kann evtl. die Mahlzeiten nicht aufbereiten
Ausscheiden
- Hilfe beim Toilettengang
Atmen
- Atmen (Angst vor Abhusten → Schonatmung → Pneumonie Gefahr)
Sinn finden
- Organverlust, Trauer
Ängste / Unsicherheiten, die bei der Patientin auftreten können
- „Bin ich noch eine vollwertige Frau?“ (Selbstbild)
- „Was wird mit mir weiter passieren?“ (Nachbehandlung, Rehabilitation)
- „Wie wird mein Ehemann / Partner reagieren?“ (Partnerschaft, Sexualität)
- „Wie komme ich mit der Einschränkung zurecht?“ (Beruf, Freizeit, Kinder)
Krankheitsbewältigung
Wie kann der Patient geholfen werden, mit dem Verlust ihrer Brust und ihrer Krankheit umzugehen?
- Taktvoller, einfühlsamer Verbandswechsel
- Patient trauern lassen, Verdrängung zulassen
- Bereitschaft zum Zuhören signalisieren
- Partner/ Ehemann auf Wunsch miteinbeziehen
- Ehrliches, offenes Gespräch und Aufklärung durch den Arzt ermöglichen
- Information über Selbsthilfegruppen und Reha-Maßnahmen (bereits präoperativ)
Rehabilitation
Nach der OP ist die Rehabilitation zurück in den Alltag ein wichtiger Moment für Frauen nach Brustoperationen.
- Hinweis zu kosmetischen Möglichkeiten, Prothesen
- Informationen zu Sport/ Gymnastik nach der OP (z. B. Wandern, Schwimmen)
- Hinweis über soziale Hilfen im Haushalt/ Behindertenausweis
- Information über Anschlussheilbehandlung und Kuren
- Information über Lymphödem Prophylaxe
Pflegeproblem Lymphödem
Entstehungsmechanismus
- Ein Lymphödem kann als Spätfolge auch noch nach Jahren entstehen
- Hauptursache ist die operationsbedingte Unterbrechung der Lymphbahnen in der Achselhöhle, dadurch kommt es zur Schädigung des Lymphgefäßsystems mit Störungen im Abtransport von Eiweißkörpern aus den Geweben und Stauung von Flüssigkeit durch die Wasser bindende Eigenschaft der Eiweiße
Anzeichen
- Anschwellen des Armes, der Hand und des Rumpfviertels der betroffenen Seite
- Parästhesien und Kribbeln in der betroffenen Seite
- Spannungsgefühl in Arm und Hand
Entstauungs fördernde Maßnahmen/ Lymphödem Prophylaxen
- Manuelle Lymphdrainage als spezielle entstauende Massage des betroffenen Gebiets
- Konsequentes Tragen eines Kompressionsstrumpfes
- Falls verordnet: bandagieren Sie während der Nacht den Arm
- Häufige mit der Hand der betroffenen Seite auszuführende Pumpbewegungen
- Frühzeitige und gezielte Bewegungstherapie von Arm und Schultergürtel unter Anleitung eines Physiotherapeuten
- Häufiges Hochlagern des Armes und Betätigung der Muskelpumpe
- Ausgewogene Ernährung (Sollgewicht anstreben), das Eindicken des Blut- und Lymphstroms soll vermieden werden → kochsalzarm essen, viel trinken
- Spezielle entstauende gymnastische Übungen
Verhütung des Lymphödems
- Vermeiden von Verletzungen jeglicher Art
- Vermeiden extremer Hitze- und Kälteeinwirkungen
- Vermeiden von Verletzungen durch (Haus-)Tiere
- Vermeiden von Überbelastungen, z. B. durch das Tragen schwerer Einkaufstaschen
- Umhängetaschen mit Schulterriemen nur auf der gesunden Seite tragen
- Keine einschnürende Kleidung tragen
- Vorsicht vor starker Sonneneinstrahlung und Insektenstichen
- Arm erhöht lagern (in Herzhöhe, innen rotiert)
- Keine RR-Messungen, Injektionen, Blutabnahmen oder Akupunkturbehandlungen am betroffenen Arm
- Verletzungen, Entzündungen, Pilzerkrankungen oder Ekzeme müssen vom Arzt behandelt werden
- Regelmäßige gymnastische Übungen durchführen
- Regelmäßiges Schwimmen (Wassertemperatur sollte 33 bis 34 Grad Celsius nicht überschreiten) – günstig sind 25 bis 28 Grad → nicht überanstrengen!
- Auf ausgewogene Ernährung achten (viel frisches Obst und Gemüse)
Beratung Lymphödem
Körperpflege
- Keine hautreizenden Kosmetika verwenden
- keine Saunabesuche
- auf Hautpflege und Sauberkeit achten
- Gewicht kontrollieren, da Übergewicht Ödeme begünstigt
Beruf und Haushalt
Direkte Hitzeeinwirkung auf den Arm vermeiden (z. B. Heiße Herdplatte/ Spülwasser)
Freizeit
- Kein Sonnenbaden, um einem Lymphstau vorzubeugen
- Keine gefährlichen Sportarten
- Keine ruckartigen Bewegungen mit dem gefährdeten Arm
Sonstiges
- Arm sollte in einer Abduktions-Innenrotationsstellung gelagert werden, dadurch wird ein Abknicken des Arms und folglich die Begünstigung der Lymphstauung verhindert.
- Gezielte Bewegungstherapie von Schultergürtel und Arm zur Erhaltung der Beweglichkeit.
- Hochlagern des Armes mit Betätigung der Muskelpumpe zur Förderung des Rückflusses der Gewebsflüssigkeit
- Durchführung einer Lymphdrainage
Nachsorge und Rehabilitation nach Mamma-CA
- Langjährige Kontrollen nach festem Schema erforderlich, da Fernmetastasen auch noch nach mehr als 10 Jahren nach Diagnosestellung auftreten können.
- In den ersten zwei Jahren ¼ jährlich
- In den nächsten drei Jahren ½ jährlich
- Danach einmal jährlich
- Wichtig: auch wenn keine Beschwerden vorliegen, sollte die Patienten zur Kontrolle gehen!
- Die Kontrolle beinhaltet Anamnese, Blutuntersuchung und körperliche Untersuchung (Beachtung des OP-Gebietes und der anderen Brust, einschließlich deren LK-Stationen), sowie Lungen, Leber und Skelettsystem.
Weitere Quellen zum Thema Brustkrebs
Brustkrebs
Brustkrebs 2
Brustkrebs 3
Brustkrebs (Mammakarzinom)
Brustkrebs / Mammakarzinom
