Autor/in: Cordula

Spezielle Pflege bei Mamma – CA.

Allgemeines:

  • Bösartigster Tumor der Frau (18 %)
  • Pro Jahr 48000 Neuerkrankungen → jede 9. Frau betroffen.
  • Kann auch Männer betreffen (selten)
  • 18000 sterben jährlich am Mamma -CA.
  • Kommt häufig in Westeuropa und USA vor

Anatomie:

  • Die Brustdrüse liegt zwischen der 3. und 6. Rippe auf der Faszie des großen Pektorals Muskels.
  • Sie besteht aus 15 – 20 Drüsenlappen, die wiederum aus jeweils 10 – 15 Läppchen bestehen
  • jedes Läppchen, das aus einzelnen Milchbläschen (Alveolen) besteht, hat einen einzelnen Milchgang, der in die Brustwarze mündet
  • in der Mitte der braun pigmentierten Brustwarze erhebt sich die Mamille
  • die Brust ist von einem dichten Netz von Lymphgefäßen umsponnen und durchzogen, wobei der Hauptabfluss zur Achselhöhle und zum Sternum hingerichtet ist
  • die Brustdrüse ist in ein individuell sehr unterschiedlich ausgeprägtes Fettpolster eingebettet, das auch für die Brustgröße verantwortlich ist
  • mit dem Ende der Pubertät ist die Brustentwicklung zunächst abgeschlossen
  • tritt eine Schwangerschaft ein, entwickeln sich die Alveolen in der Spätschwangerschaft und am Anfang der Stillzeit weiter
  • ab dem ungefähr 40. Lebensjahr wird der Drüsenkörper zunehmend durch Bindegewebe und später auch durch Fettgewebe ersetzt → die Brust verliert an Volumen und Elastizität


Krankheitsentstehung:

  • Das Mamma – CA entsteht aus einer Entartung des Brustdrüsengewebes
  • Die genaue Ursache dieser Entartung ist unbekannt, jedoch werden Zusammenhänge mit dem Hormonhaushalt angenommen
  • Es konnten verschiedene Risikofaktoren definiert werden, welche die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten eines Mammakarzinoms erhöhen

Ursachen für Mamma – CA:

Ursachen sind nach wie vor ungeklärt, vermutet wird:

  • Familiäre Disposition (Mutter /Schwester)
  • BRCA → 1 Breast – Cancer – Gen → nachweisbar bei 5 % der Betroffenen
  • Mastopathie Grad III nach Prechtel
  • Malignom in der Anamnese → Ovarien, Uterus, Darm
  • Späte erste Geburt > 35 Jahre
  • Keine Stillzeiten
  • Kinderlosigkeit
  • Späte Menopause > 52 Jahre
  • Frühe Menarche > 12 Jahre
  • Alter über 50 Jahre

Eigene Einflüsse:

  • Fettreiche Ernährung
  • Starker Alkoholgenuss
  • Deutliches Übergewicht
  • Umwelteinflüsse

Schützende Faktoren:

  • Stillen
  • Frühe Menopause
  • Späte Menarche

Lokalisation Mammakarzinom

Lokalisation Wahrscheinlichkeit
Oberer äußerer Quadrant

49 %

Unterer äußerer Quadrant

11 %

Oberer innerer Quadrant

15 %

Unterer innerer Quadrant

6 %

Retromammilär

17 %

Bedeutung für Patienten:

  • Zukunftsängste
  • Was wird aus der Familie/ Kindern?
  • Angst vor dem Tod
  • Vorwürfe → Frage: warum ich?

Früherkennung:

Einmal im Jahr zum Arzt

› Bei der regelmäßigen Kontrolle besteht die Chance, dass eine sich heranbildende Geschwulst so rechtzeitig erkannt wird, dass die Erkrankung geheilt werden kann, bevor sie sich ausbreitet und lebensbedrohlich wird.

Selbstuntersuchung der Brust

› sollte im Stehen und im Liegen vorgenommen werden

› die axillaren LK sollten mit untersucht werden

› Zeitpunkt

Symptome:

  • Orangenhautphänomen → Vergrößerung des Hautreliefs, Vertiefung der Haarfollikel
  • Gerötete Brust
  • Blutige Sekretion aus der Mamille
  • Einziehung von Haut und Mamille
  • Lymphknoten unter der Achsel sichtbar vergrößert
  • Tastbare Knötchen
  • Asymmetrie der Brüste
  • Chron. Entzündung und Ekzem artige Veränderungen der Brustwarze.

Diagnostik:

Anamnese

Klinische Untersuchungen:

  • Palpation
  • Inspektion
  • Zytologische Untersuchungen
  • Punktion
  • Biopsie

Apparative Untersuchungen

  • Mammografie und Sonografie (meist in Kombination)
  • Galaktografie (röntgenologische Darstellung der Milchgänge)
  • Thermografie
  • Kernspin /MRT
  • Skelettszintigrafie
  • PET (Isotope werden i.v. in den Stoffwechsel eingebracht)

Biochemische Untersuchungen:

  • Tumormarker → CEA /CA 15 – 3
  • Blutbild
  • BSG
  • Hormonbestimmung (Östradiol, Gonadotropine)
  • Hormon Rezeptoren Analyse

Haupt Metastasierung gebiete des Mamma – CA

→ die Metastasierung erfolgt meist lymphogen in die LK der Achselhöhle

→ eine hämatogene Metastasierung geschieht hauptsächlich in:

  • Lunge
  • Leber
  • Pleura
  • Gehirn
  • Skelettsystem (Becken, Wirbelkörper, Rippen)

Operative Behandlung

Brusterhaltende Verfahren:

  • radikale Brustoperationen kommen heute nur noch selten vor notwendig
  • dies bedeutet für die betroffenen Frauen eine sehr große, vorrangig psychische Erleichterung

→ Es gibt folgende Möglichkeiten brusterhaltender Operationen:

  • Segmentresektion → nur das befallene Segment wird entfernt
  • Quadranten-Resektion → das die Geschwulst tragende Viertel der Brust wird entfernt
  • Tumorektomie → nur die Geschwulst selbst, mit oder ohne Sicherheitssaum wird entfernt

→ Entfernen der axillaren Lymphknoten:

die OP umfasst nicht nur den Eingriff an der Brust, sondern auch die Entfernung der Achsellymphknoten

→ Bestrahlung:

  • Das ist bei brusterhaltenden OPs unbedingt erforderlich
  • sie wird hauptsächlich adjuvant eingesetzt
  • die Bestrahlung hat aber auch einen kurativen und palliativen Effekt

Ablative Verfahren:

→ bei einer Minderheit der Patient mit Brustkrebs ist aufgrund verschiedener

Tumor-Eigenschaften eine brusterhaltende OP nicht möglich

→ eine weitere Grenze ist z. B. ein ungünstiges Größenverhältnis zwischen Tumor und Brustgewebe

→ bei Brust amputierenden Verfahren erfolgt die Lymphknoten- und Brustentfernung en bloc

radikale Mastektomie:

Entfernung der gesamten Brust mit Haut und Mamille, alle axillaren LK sowie die beiden Brustmuskeln (M. pectoralis minor und Major). Diese Methode führt zu erheblichen kosmetischen und funktionellen Einbußen (Lymphabflussstörung des Arms mit der Folge des ausgeprägten Armlymphödems). Da durch das „radikale“ Vorgehen die Prognose nicht verbessert wird, wird diese Operationsmethode heute praktisch nicht mehr durchgeführt.

Erweiterte radikale Mastektomie:

Entfernung aller Lymphknotenstationen sowie eines Teils des Sternums

Modifizierte radikale Mastektomie:

Dieses Verfahren gehört heute zu den Standardverfahren und beinhaltet die Entfernung der gesamten Brust mit zusätzlicher en-bloc-Entfernung der axillaren LK. Die Brustmuskeln werden belassen, da sie die Prognose nicht verbessert, dafür aber negative kosmetische Ergebnisse mit sich bringt.

Die axillare Lymphknotenentfernung beschränkt sich auf den Bereich der V. axillaris. Somit bleiben genügend LK-Bahnen erhalten, sodass das früher. Häufig beobachtete Lymphödem weitgehend verhindert werden kann.

Mastektomie (Ablatio Simplex):

Entfernung der gesamten Brustdrüse, einschließlich der Mamille, mit ovaler um Schneidung der Brust. Es erfolgt keine LK-Entfernung. Die Methode wird nur noch als Palliativ eingriff bei ausgedehnten Tumoren durchgeführt, um.

Einem Tumor zerfall durch Exulzerationen vorzubeugen.

Subkutane Mastektomie:

Der gesamte subkutane Drüsenkörper unter Belassung des Hautmantels und der Mamille wird ausgeschält. Diese OP-Methode lässt die Implantation eines Expanders zum späteren Einsatz einer Prothese zu.

Strahlentherapie:

› indiziert bei:

  • Inoperablen Tumoren
  • Bei brusterhaltenden OPs
  • Zur Schmerzlinderung bei Metastasen

Chemotherapie:

  • Vor der OP um den Tumor zu verkleinern
  • Nach der OP um evtl. verstreute Zellen abzutöten
  • Palliativ, um Beschwerden zu lindern

Hormontherapie:

  • Medikamente, die die Hormontherapie im Ovar unterbinden → Tamoxifen
  • Die meisten Mammakarzinome sind östrogen abhängig, d. h., dass bei diesen Tumoren die Regulation des Wachstums durch Hormone und Antihormone beeinflusst werden kann.
  • Verändert man den Hormonhaushalt der Frau auf ganz bestimmte Weise, besteht die Chance, die Entstehung von Metastasen zu verhindern, respektive bei metastasierenden Brustkrebserkrankungen ein Zurückgehen der Erkrankung (Remission) zu erreichen.

Formen der Hormontherapie bei Brustkrebs:

1. Die Funktion der Eierstöcke wird ausgeschaltet.

Früher erfolgte das durch Ovarektomie.

Heute gibt es zu diesem Zweck Medikamente, sogenannte GnRH – Analoga (G o n adotropin-R eleasing-Hormon)

→ künstlich hergestellte Wirkstoffe, die dem Hormon gleichen, das die Hirnanhangdrüse produziert und das die Östrogenproduktion der Eierstöcke regelt.

2. Anti östrogen Behandlung.

Bestimmte Tumorzellen haben Rezeptoren, die das Vorhandensein von Östrogen registrieren. Die Zelle reagiert darauf mit Wachstum. Antiöstrogene blockieren die Rezeptoren in ihrer Funktion und die Tumorzelle wird nicht mehr zum Wachstum angeregt.

3. Gabe von sogenannten Aromatasehemmern.

Vor allem in Fettgewebe und in den Eierstöcken bewirkt ein Enzym (Aromatase) die körpereigene (endogene) Bildung von Östrogenen.

Nach Eintritt der Wechseljahre, ist die Reaktion im Fettgewebe die wichtigste endogene Östrogen Quelle. Aromatasehemmer blockieren das Enzym und damit die körpereigene Bildung von Östrogen.

4. Gabe von Gestagenen.

Das in den Eierstöcken produzierte Hormon hilft, den Östrogenspiegel im Blut zu senken, und hemmt zusätzlich die Östrogen Rezeptoren in ihrer Funktion.

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