| Autor: Dodger (Stefan Stubbe) |
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Ösophagusdivertikel
Definition
Als Divertikel (lat. diverticulum = Abweg, Abweichung) werden ganz allgemein
pilz-, birnen- oder sackförmige Ausstülpungen der Wand eines
Hohlorgans, z.B. an Darm, Harnblase oder Speiseröhre, bezeichnet.
Sie können entweder angeboren oder im Laufe des Lebens erworben
sein. Entsteht innerhalb eines Hohlorgans ein größerer Druck,
oder ziehen bindegewebige Strukturen, z.B. Narben, von außen
an der Wand des Hohlorgans, geben schwache Stellen der Wand nach und
wölben sich nach außen vor. Nur wenn dabei die gesamte Wand
des Hohlorgans vorgewölbt ist, kann von einem "echten" Divertikel
gesprochen werden. Handelt es sich dagegen um eine Ausbuchtung nur
der Schleimhaut (=Schleimhautprolaps), also nur der innersten Wandschicht
des Hohlorgans, wie bei den Divertikeln des Dickdarms oder der Harnblase,
liegt ein so genanntes "falsches" Divertikel vor.
Speiseröhrendivertikel (=Ösophagusdivertikel) sind seltene,
lokal begrenzte Ausbuchtungen der Speiseröhrenwand unterschiedlicher
Größe. Sie entstehen bevorzugt an den drei physiologischen,
also natürlicherweise vorkommenden Engstellen der Speiseröhre,
d.h. im oberen Drittel der Speiseröhre am Übergang von der
Rachenmuskulatur in die Speiseröhrenmuskulatur, im mittleren Drittel,
wo die Hauptschlagader (=Aorta) an der Speiseröhre anliegt, und
am unteren Ende unmittelbar vor der Einmündung in den Magen beim
Durchtritt durch das Zwerchfell.
Der Begriff Ösophagus stammt vom griechischen oisophágos
und bedeutet "der Essensbringer" (oísai = tragen, bringen,
phagéin = essen). Der Begriff Speiseröhre erscheint zwar
wie ein altes deutsches Wort, doch wurde der Begriff Speise erst im Mittelalter
aus dem lateinischen spesa mit den Bedeutungen "Aufwand" und "Nahrung" ("Spesen") übernommen.
Im niederländischen Wort slokdarm wird die Schluckfunktion des Organs
betont.
Einteilung
Bei den Speiseröhrendivertikel werden je nach Entstehungsmechanismus
Pulsions- und Traktionsdivertikel unterschieden.
Pulsionsdivertikel
Hierbei handelt es sich um Ausbuchtungen der Schleimhaut, die bevorzugt
im oberen und seltener im unteren Drittel der Speiseröhre entstehen.
Sie beruhen ganz allgemein auf einem erhöhten Druck innerhalb der
Speiseröhre bei gleichzeitig vorliegender Schwäche der Speiseröhrenwand
(lat. pulsatio = Stoßen).
Die meisten Pulsionsdivertikel bilden sich im oberen Drittel der Speiseröhre
am Übergang von der Muskelschicht des Rachens in die Muskelschicht
der Speiseröhre. Sie werden nach dem Dresdner Pathologen Friedrich
Albert von Zenker (1825-1898) Zenker-Divertikel, seltener auch Hypopharynx-
oder zervikale Divertikel genannt (griech. hypo- = unter, unterhalb,
pharynx = Schlund, lat. cervix = Hals).Im unteren Drittel der Speiseröhre
unmittelbar oberhalb des Zwerchfells können ebenfalls Pulsionsdivertikel
entstehen. Sie bilden sich meist an der rechten Speiseröhrenwand
und werden epiphrenale Divertikel genannt (griech. epi- = auf, darüber,
phren = Zwerchfell).
Traktionsdivertikel
Traktionsdivertikel (lat. tractio = Zug, Zugkraft) betreffen in der Regel
sämtliche Wandschichten und liegen ausschließlich im Bereich
der mittleren Speiseröhrenenge. Sie entstehen durch den Zug benachbarter
entzündlich veränderter Lymphknoten auf die Speiseröhrenwand
und werden auf Grund ihrer räumlichen Nähe zu den Hauptbronchien
der Luftröhre epi- oder parabronchiale Divertikel genannt (griech.
para- = neben, bei, lat. bronchus = Äste der Luftröhre).
Häufigkeit
Divertikel der Speiseröhre sind eine seltene Erkrankung. Sie betrifft
bevorzugt Männer im höheren Lebensalter. Etwa 80 % aller Patienten
mit Speiseröhrendivertikeln sind Männer, von denen zwei Drittel älter
als 70 Jahre sind. Bei ca. 1-2 % der Patienten, die sich wegen Schluckbeschwerden
in ärztliche Behandlung begeben, wird ein Divertikel der Speiseröhre
als Ursache entdeckt.
Mit rund 70 % sind Zenker-Divertikel die häufigsten aller Speiseröhrendivertikel.
Parabronchiale Divertikel zeigen eine Häufigkeit von ca. 21 %. Die
epiphrenalen Divertikel sind selten und treten nur in ca. 9 % aller Fälle
auf.
Im Folgenden werden die drei verschiedenen Formen eines Speiseröhrendivertikels
ausführlich beschrieben:
- Zenker-Divertikel
- Epiphrenale Divertikel
- Parabronchiale Divertikel
Zenker-Divertikel
Ursachen
Ursächlich für die Entstehung des Zenker-Divertikels ist eine
Funktionsstörung des oberen Schließmuskels der Speiseröhre
(griech. = sphincter, von sphingo = schnüre zusammen) am Übergang
vom Rachen zur Speiseröhre. Die Annahme ist, dass sich der obere
Schließmuskel beim Schluckakt vorzeitig schließt, wodurch
bei größeren Nahrungsbissen ein Druckstau im unteren Rachen
ausgelöst wird. Da gleichzeitig an der Rückseite der Speiseröhre
beim Übergang von der Rachenmuskulatur zur Speiseröhrenmuskulatur
aufgrund der unterschiedlichen Verlaufsrichtungen der Muskelfasern ein
muskelschwaches Dreieck besteht, die so genannte Kilian-Muskellücke,
wird die Schleimhaut von dem hohen Druck durch diese Muskellücke
gepresst und nach außen gestülpt. Im Laufe der Erkrankung
wächst das Divertikel, drückt die Speiseröhre nach vorn
und verdrängt die umliegenden Gewebe.
Symptome und Verlauf
Die Symptome des Zenker-Divertikels entwickeln sich schleichend im Verlauf
von mehreren Jahren. Am Anfang der Erkrankung bei noch kleinen Divertikeln
klagen die Patienten über einen rauen Rachen, häufiges Räuspern
und Fremdkörpergefühl. Mit zunehmender Divertikel-Größe
stehen die Schluckbeschwerden bei der Aufnahme von fester Nahrung im
Vordergrund. Beim Schlucken von Flüssigkeit ist ein gurgelndes
Geräusch zu hören. Die Patienten leiden unter schlechtem
Mundgeruch und müssen häufiger unverdaute Speisen, die im
Divertikel hängen geblieben sind, aufstoßen. Besonders nachts
beim Liegen kommt es zum Zurückströmen von Nahrung aus dem
Divertikel in die Mundhöhle (=Regurgitation), so dass sich Speisereste
auf dem Kissen finden können. Gelangt die zurückströmende
Nahrung versehentlich in die Luftröhre, erleben die Patienten
einen starken Hustenreiz.
Komplikationen
Verbleiben Nahrungsreste längere Zeit im Divertikel, können
Reizungen und Entzündungen der Speiseröhrenschleimhaut (=Ösophagitis)
hervorgerufen werden. Unter Umständen wird die Schleimhaut dabei
so stark geschädigt, dass es zu einem lebensbedrohlichen Durchbruch
der Speiseröhrenwand (=Perforation) kommt.
Speisereste, die beim Zurückströmen der Nahrung aus dem Divertikel
in die Luftröhre und von da in die Lunge gelangen, können Lungenentzündungen
(Aspirationspneumonie) und Lungenabszesse verursachen. Verlegen größere
Nahrungsbissen die Luftwege, besteht Erstickungsgefahr für den Patienten.
CAVE: Aspirationspneumonie
Diagnose
Das Alter des Patienten und seine Symptomatik geben erste Hinweise auf
das Vorliegen eines Zenker-Divertikels. Die Diagnose wird jedoch in erster
Linie durch eine Röntgenkontrastuntersuchung, den so genannten Ösophagus-Breischluck,
gestellt. Dabei trinkt der Patient eine Bariumsulfat-Lösung, die
vom Körper nicht aufgenommen, sondern unverändert wieder ausgeschieden
wird. Auf diese Weise kann mit Hilfe von Röntgenstrahlung die Passage
des Kontrastmittels durch die Speiseröhre gut beurteilt werden.
Ist ein Divertikel vorhanden, füllt es sich mit Kontrastmittel und
wird so auf dem Röntgenbild sichtbar.

Eine Spiegelung der Speiseröhre (= Endoskopie) wird in der
Regel nur dann notwendig, wenn ausgeschlossen werden soll, dass
gleichzeitig mit dem Divertikel ein Tumor der Speiseröhre
vorliegt. Kleinere Divertikel können bei der Spiegelung leicht übersehen
werden. Darüber hinaus besteht die Gefahr einer Perforation
der vorgeschädigten Speiseröhrenwand durch das Endoskop.
Da es sich beim Zenker-Divertikel um ein Pulsionsdivertikel handelt,
das durch erhöhten Druck innerhalb der Speiseröhre hervorgerufen
wird, kann zur Feststellung der Diagnose auch eine so genannte Ösophagusmanometrie
durchgeführt werden. Hierbei wird mit Hilfe eines wassergefüllten
Katheters beim Schlucken der Druck in der Speiseröhre gemessen.
Therapie
Zenker-Divertikel werden ausschließlich chirurgisch behandelt.
Dabei sollten auch kleine Divertikel bereits entfernt werden, da ihr
Entwicklungsweg mit den möglichen Komplikationen vorgezeichnet ist.
Das Standardverfahren, vor allem für kleinere Zenker-Divertikel,
ist dabei die so genannte Divertikulopexie, bei der die Speiseröhre
im Halsbereich operativ freigelegt und das Divertikel abgetragen wird.
Ein neueres, minimal-invasives Verfahren ist die transorale Divertikulotomie,
bei der das Divertikel über den Zugang durch die Mundhöhle
entfernt werden kann und so dem Patienten ein Eröffnen der Speiseröhre
erspart bleibt.
Konservative, d.h. nicht-chirurgische Behandlungsmaßnahmen existieren
für das Zenker-Divertikel nicht. Sind die Patienten wegen eines
schlechten Allgemeinzustandes nicht operationsfähig, können
die Beschwerden möglicherweise über eine geregelte Ernährung
gelindert werden. Als vorteilhaft haben sich dabei leichte Vollkost und
Breikost erwiesen. Auf saure Speisen oder saure Getränke sollte
verzichtet werden.
Prognose
Bei einer chirurgischen Behandlung von Zenker-Divertikeln ist die Prognose
für den Patienten sehr gut. In der Mehrzahl der Fälle können
die Divertikel restlos beseitigt werden. Nur in 0,5 bis 4 % der Fälle
tritt die Erkrankung nach der Operation erneut auf (=Rezidiv).
Epiphrenale Divertikel
Ursachen
Epiphrenale Divertikel sind wie die Zenker-Divertikel Pulsionsdivertikel.
Sie treten jedoch sehr viel seltener auf und liegen im unteren Drittel
der Speiseröhre direkt über dem Zwerchfell meist an der rechten
Speiseröhrenwand. Als Ursache wird eine Störung der motorischen
Koordination zwischen der Speiseröhrenmuskulatur und dem unteren
Schließmuskel am Übergang zum Magen vermutet. Die Folge
ist ein Rückstau von Nahrungsresten beim Schlucken, der zu einem
erhöhten Druck auf die Speiseröhrenwand führt. Epiphrenale
Divertikel können eine beträchtliche Größe erreichen.
Symptome
Die bei epiphrenalen Divertikeln auftretenden Beschwerden sind eher unspezifisch
und werden vermutlich durch die motorischen Funktionsstörungen
verursacht. Die Patienten klagen über Schmerzen im Oberbauch,
nächtlichen Druckschmerz hinter dem Brustbein und Schluckbeschwerden
bei der Nahrungsaufnahme. Bei größeren Divertikeln kann
es besonders nachts im Liegen zu einem Zurückströmen von
Nahrungsresten aus dem Divertikel in die Mundhöhle kommen.
Komplikationen
Verbleiben Nahrungsreste längere Zeit im Divertikel, können
sie wie beim Zenker-Divertikel zu Reizungen und Entzündungen der
Speiseröhrenschleimhaut führen.
Durch die Funktionsstörung des unteren Schließmuskels der
Speiseröhre kann es zu einem Rückfluss von Magensäure
in die Speiseröhre mit einer entsprechenden Schädigung der
Speiseröhrenschleimhaut kommen (=gastroösophagealer Reflux).
Bei chronisch anhaltendem Reflux entwickelt sich unter Umständen
eine Entzündung der Speiseröhre (=Refluxösophagitis),
die mit einem erhöhten Risiko für die Bildung von bösartigen
Tumoren der Schleimhaut einhergeht.
Auch bei epiphrenalen Divertikeln besteht durch zurückströmende
Nahrungsreste die Gefahr des Erstickens bzw. die Bildung von Lungenabszessen
und Lungenentzündung. Allerdings ist auf Grund der tieferen Lage
der Divertikel weniger häufig mit derartigen lebensbedrohlichen
Komplikationen zu rechnen als beim Zenker-Divertikel.
Diagnose
Da die bei epiphrenalen Divertikeln auftretenden Beschwerden eher unspezifisch
und schwer von denen anderer Erkrankungen der Speiseröhre und
des Magens, z.B. Refluxkrankheit (=Rückstrom von Magensäure),
Achalasie (=Speiseröhrenlähmung) oder Gastritis (=Magenschleimhautentzündung),
zu trennen sind, gibt die Befragung des Patienten nach seiner Krankengeschichte
und den Symptomen nur wenig Aufschluss über die Erkrankung. Die
Diagnose wird deshalb wie bei den Zenker-Divertikeln im Wesentlichen
durch den Ösophagus-Breischluck gestellt. Eine Druckmessung (Manometrie)
und eine pH-Metrie, bei der kontinuierlich über mehrere Stunden
der Säuregrad der unteren Speiseröhre gemessen wird, lassen
Rückschlüsse auf die motorische Funktionsfähigkeit des
unteren Speiseröhrenschließmuskels und einen möglicherweise
vorliegenden Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre
zu. Eine Spiegelung, Endoskopie, wird wie bei Zenker-Divertikeln durchgeführt,
um Tumoren der Speiseröhre auszuschließen.
Therapie
Zunächst wird versucht, die Beschwerden, die von epiphrenalen Divertikeln
verursacht werden, über bestimmte Allgemeinmaßnahmen zu lindern.
Dazu gehört eine geregelte Ernährung mit regelmäßigen
kleineren Mahlzeiten. Fetthaltige Speisen, saure Nahrungsmittel, Schokolade
und Alkohol in größeren Mengen sollten gemieden werden, da
sie bei bestehendem Rückstrom von Magensaft in die Speiseröhre
die Symptome verschlimmern.
Bei gelegentlichen Refluxbeschwerden können Medikamente eingesetzt
werden, die die abgesonderte Magensäure neutralisieren, so genannte
Antazida. Liegt dagegen eine fortgeschrittene Refluxkrankheit vor, werden
Medikamente zur Hemmung der Magensäureproduktion angewendet wie
Protonenpumpenhemmer, z.B. Omeprazol, oder H2-Rezeptorenblocker, z.B.
Ranitidin. Über die Verminderung der Magensäureproduktion können
die Schmerzen des Patienten gelindert werden. Darüber hinaus kommen
bereits bestehende Schleimhautschäden zur Abheilung.
Bei anhaltenden Beschwerden und hohem Leidensdruck der Patienten werden
die epiphrenalen Divertikel operativ entfernt. Dabei wird die Speiseröhre über
den Brustraum eröffnet und das Divertikel abgetragen.
Prognose
In vielen Fällen reichen die allgemeine und die medikamentöse
Behandlung bereits aus, die Beschwerden, die durch epiphrenale Divertikel
hervorgerufen werden, zu beseitigen. Die chirurgischen Therapiemaßnahmen
sind ähnlich erfolgreich wie bei Zenker-Divertikeln.
Parabronchiale Divertikel
Ursachen
Parabronchiale Speiseröhrendivertikel sind in der Regel Traktionsdivertikel,
die sämtliche Wandschichten betreffen und im mittleren Drittel der
Speiseröhre lokalisiert sind. Sie werden dadurch verursacht, dass
neben der Speiseröhre liegende Lymphknoten durch entzündliche
Prozesse schrumpfen und die benachbarte Speiseröhrenwand mitziehen.
In der Regel sind die Divertikel klein und trichterförmig.
Symptome
Parabronchiale Divertikel sind auf Grund ihrer geringen Größe
meist symptom los und werden zufällig bei Röntgenuntersuchungen
entdeckt. Treten in den Divertikeln Entzündungen auf, kann es zu
Husten und Schluckbeschwerden bei der Nahrungsaufnahme kommen.
Komplikationen
Wenn die erkrankten Lymphknoten in ein Divertikel einbrechen, kann es
zur Ausbildung einer Verbindung zwischen der benachbarten Luftröhre
und dem Divertikel kommen. Solche ösophago-bronchialen Fisteln
sind zwar extrem selten, stellen jedoch eine lebensbedrohliche Komplikation
dar, da es zum Eindringen von Speiseresten in die Luftwege (=Aspiration)
mit Erstickungsgefahr und der Bildung von Lungenentzündung oder
Lungenabszessen kommen kann.
In seltenen Fällen können entzündete Divertikel Blutungen
verursachen.
Diagnose
Liegt der Verdacht auf ein parabronchiales Divertikel vor, wird wie bei
den anderen Speiseröhrendivertikeln der Ösophagus-Breischluck
durchgeführt. Da es sich in diesem Fall um ein Traktionsdivertikel
handelt, bei dem keine Druckerhöhung im Inneren der Speiseröhre,
sondern Zug von außen vorliegt, ist eine Messung des Druckes
durch die Manometrie meist nicht besonders aussagekräftig. Eine
Spiegelung der Speiseröhre ist möglich, um Tumoren auszuschließen.
Therapie
Da viele der parabronchialen Divertikel keine Symptome verursachen, sind
behandelnde Maßnahmen nicht notwendig. Nur wenn Beschwerden auftreten,
die eindeutig auf das Divertikel zurückzuführen sind, wenn
ein solches Divertikel stark an Größe zunimmt oder wenn
Komplikationen wie die Bildung einer Fistel entstehen, muss die operative
Entfernung des Divertikels erfolgen. Die Operation wird wie bei den
epiphrenalen Divertikeln über eine Eröffnung der Speiseröhre
im Brustbereich durchgeführt.
Prognose
Auch die Prognose der parabronchialen Speiseröhrendivertikel ist
gut. Die meisten dieser Divertikel verursachen für den Patienten
keinerlei Beschwerden oder Einschränkungen. Muss eine chirurgische
Behandlung erfolgen, sind die Erfolgsaussichten ebenso hoch wie bei den
anderen Divertikeln.
Spezielle Pflege
Präoperative Maßnahmen
- Rumpf von Kinn bis Leiste rasieren (Achsel, Scham Gegend
- Darmreinigung nach AO
Postoperative Maßnahmen
- Lagerung
Patient wird Halbsitzend gelagert
Überstreckung des Kopfes vermeiden, um das Operationsgewebe nicht zu stark
zu belasten
- Mobilisation
Frühst mögliche Mobilisation anstreben( Bei geschwächten
Patienten nicht immer möglich)
- Prophylaxen
Auf ausreichende Schmerzmedikation achten, da Schmerzen zu Schonatmung
führen können
Soor- und Parotitisprophylaxe ist hier besonders wichtig, da es durch
die parenterale Ernährung zu trockener Mundschleimhaut kommt.
Wenn möglich BW verschiedene Teesorten geben zum Mundausspülen.
- Kostaufbau
Parenterale Ernährung bis zum 6.-9- Tag, danach darf der BW Schleim
und Brei zu sich nehmen
In der Regel darf er dann auch Schluckweise trinken.
Bei guter Verträglichkeit der Kost, kann dann die Kost gesteigert
werden.
- Krankenbeobachtung
Vitalzeichen
Allgemeinbefinden
Flüssigkeitsbilanz
Später Kostaufbau und Verträglichkeit der Kost
Eventuelle Speiserückstände auf dem Kissen( Regurgation)
Ständiges räuspern, oder Fremdgefühl im Ösophagus
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