Autor/in: Fibula

Durchführung der Aktivierungsmaßnahme „Obsttorte machen.“

Motivation

  • Begrüßung
  • Obstschale (Kirschen, Erdbeeren und Waldbeeren) auf den Tisch gestellt
  • Obst benennen lassen
  • Obst probieren lassen (2-3 Kirschen, die extra gewaschen wurden)
  • Information, dass wir heute Tortenboden mit Obst belegen

Hauptteil

  • Heimbewohnerin Schürze angezogen
  • Heimbewohnerin mit Waschlappen Hände waschen lassen
  • Wasserschüssel auf Tisch gestellt
  • Obst in der Wasserschüssel waschen lassen (Heimbewohnerin kann vom Rollstuhl aus das Waschbecken nicht erreichen, außerdem haben wir das im Speisesaal gemacht, weil die Teeküche nicht hell genug und nicht geräumig genug ist)
  • Gewaschenes Obst in Schüssel gelegt
  • Fertigen Tortenboden mit Margarine bestreichen lassen
  • Obststückchen auf einem Brettchen mithilfe eines Messers halbieren lassen (Heimbewohnerin wurde darauf aufmerksam gemacht, dass das Messer scharf ist und sie sich nicht verletzen sollte/Pflaster war griffbereit für den Fall der Fälle)
  • halbierte Obststückchen auf den Tortenboden auslegen lassen
  • Tortenguss wurde von mir zubereitet, weil ich besser in der Teeküche an den Herd konnte
  • Tortenguss wurde neben belegte Torte gestellt und Heimbewohnerin wurde aufgefordert den Guss mittels eines Löffels über die Früchte zu verteilen

Abschluss

  • Waschschüssel wurde mit Wasser und Spüli auf den Tisch gestellt
  • Heimbewohnerin aufgefordert zum Abspülen
  • Heimbewohnerin hat abgetrocknet
  • Das Messer wurde von mir gespült und getrocknet (Verletzungsgefahr)
  • Die Utensilien wurden von mir in der Teeküche eingeräumt, weil ich mich dort besser auskenne und sie mit dem Rollstuhl nicht die nötige Mobilität hat, außerdem ist die Teeküche zu klein
  • Hände säubern mit Waschlappen
  • Schürze aus
  • Kuchen wurde angeschnitten und probiert, auch andere Heimbewohner (z. B. Zimmernachbarin) bekamen ein Stück
  • Verabschiedung

Durchführung der Maßnahme „Alte Fotos anschauen“

Motivation

  • Begrüßung
  • Habe selbst ein Foto von meinen Großeltern und mir und meinen Cousinen mitgebracht
  • Ich habe von meiner Familie erzählt (was die so machen, Verwandtschaftsverhältnisse, wo die wohnen, wie viele Geschwister, Cousins und Cousinen ich habe, dass meine Großeltern tot sind …)
  • Dabei haben wir den restlichen Kuchen vom Vortag gegessen (siehe Obsttorte)
  • Bitte an Heimbewohnerin mir mal Fotos zu zeigen

Hauptteil

  • Heimbewohnerin zeigte mir Fotos von ihrem Bruder Willi, der an Krebs gestorben war
  • Von den anderen Geschwistern
  • Familienfoto mit den Eltern
  • Ein Konfirmanden-Foto aus Rimbach von 1931
  • Ein Bild mit den Mädels vom deutschen Jugendbund (Ausflug)
  • Natürlich ein Hochzeitsfoto mit dem Ehemann

Das waren alles noch schwarz-weiß Fotos, die meisten wurden bei einem oder von einem Fotografen geschossen, weil damals nicht jeder einen Fotoapparat besaß.

Dann zeigte sie mir noch Farbfotos, die waren allerdings aus dem Bodelschwingh-Heim, auf dem Weinfest und dem Faschingsfest aufgenommen. Darauf konnten wir auch andere Heimbewohner erkennen, die bereits verstorben waren, und die Zimmernachbarin, Herrn S. und Frau G. und den Heimleiter …

Abschluss

  • Fotos aufgeräumt
  • Verabschiedet

Durchführung der Aktivierungsmaßnahme „Spaziergang im Schlosspark“

Motivation

  • Begrüßung
  • Gänseblümchen mitgebracht (aus dem Vorgarten vom Heim gepflückt)
  • Blümchen in ein Gläschen mit Wasser gestellt
  • Information über Spaziergang

Hauptteil

  • Heimbewohnerin wurde eine Jacke angezogen
  • Überprüfung, ob wir startklar waren (Tasche dabei …)
  • Losgefahren in den Schlosspark
  • Mausoleum von außen besichtigt
  • Blumen betrachtet (Benennung der verschiedenen Pflanzenarten durch Heimbewohnerin)
  • Am Schlosscafé vorbei, kurz in den Ratshaushof
  • Vögel im Vogelbauer betrachtet
  • Eis am Kiosk gekauft
  • Auf eine Parkbank gesetzt (ich zumindest, Heimbewohnerin sitzt ja im Rollstuhl)
  • Menschen beobachtet (Mütter mit Kinderwagen, ältere Leute, Kinder, verliebte Pärchen)

Abschluss

  • Aufbruch
  • Den Rollstuhl hoch zum Bodelschwingh-Heim fahren (sehr anstrengend, weil es dort sehr steil ist)
  • Im Heim zurück ins Zimmer, Jacke aus
  • Eisfleck aus der Jacke gerieben
  • Gegenseitiges Bedanken für den schönen Ausflug
  • Verabschiedung

Durchführung der Aktivierungsmaßnahme „Volkslieder singen + Mundharmonika“

Motivation

  • Begrüßung
  • Ich summe „Es klappert die Mühle am rauschenden Bach“ und „Das Wandern ist des Müllers Lust“ und Heimbewohnerin muss es erraten
  • Information, dass wir heute singen möchten
  • Hauptteil
  • Heimbewohnerin holt die Mundharmonika gleich von selbst aus der Tasche und spielt mir die gesummten Lieder gleich vor
  • Ich zücke mein kleines Liederbuch (in welchem leider nicht alle Lieder zu finden sind) und stimme mit ein
  • Heimbewohnerin stimmt gleich weitere Lieder an („Wenn alle Brünnlein fließen“, „Die Gedanken sind frei“, „Muß I denn zum Städtele hinaus“)
  • Heimbewohnerin erinnert mich, dass der Elvis dieses Liedchen mal gesungen hat
  • Heimbewohnerin klopft ihre Mundharmonika und fragt mich, ob ich denn auch ein Instrument spielen kann. Ich erzähle, dass ich mal Geigenunterricht hatte, was aber schon Jahre her ist und ich gar nicht mehr spielen kann, ich kann jedoch etwas auf dem Klavier klimpern, allerdings nicht richtig.
  • Heimbewohnerin erzählt, dass ihr Bruder Willi eine Gitarre besaß und eine Schwester spielte die Blockflöte und sie dann gemeinsam musizierten

Abschluss

  • Wir sangen nochmals „Die Gedanken sind frei“, diesmal ohne Mundharmonika sowie „Der Kuckuck und der Esel“
  • Ich packte mein Liederbüchlein ein, sie klopfte fest ihre Mundharmonika und steckte diese in ihre Tasche
  • Bedanken für diese kleine Gesangsstunde
  • Verabschiedung

Durchführung der Aktivierungsmaßnahme „Sprichwörter vervollständigen“

Motivation

  • Begrüßung
  • Kleines Gedicht erzählt:

Dunkel war’s der Mond schien helle

Schnee lag auf der grünen Flur

Als ein Wagen blitze Schnelle

Langsam um die Ecke fuhr

Drinnen saßen stehend Leute

Schweigend ins Gespräch vertieft

Als ein totgeschossener Hase

Auf der Sandbank Schlittschuh lief

Und ein blond gelockter Jüngling

Mit kohlrabenschwarzem Haar

Saß auf einer blauen Kiste

Die, rot angestrichen, war.

Hauptteil

  • Es wurden Kärtchen auf den Tisch ausgebreitet, die jeweils eine Hälfte von einem Sprichwort abbildeten

Der Apfel – fällt nicht weit vom Stamm

Neue Besen – kehren gut

Morgenstund – hat Gold im Mund

Eigener Herd – ist Goldes wert

Was Hänschen nicht lernt – lernt Hans nimmermehr

Wer zuerst kommt – mahlt zuerst

Der Lauscher an der Wand – hört seine eigne Schand

Wer anderen eine Grube gräbt – fällt selbst hinein

Die ersten – werden die Letzten sein

Stille Wasser – gründen tief

Lügen – haben kurze Beine

Wie es in den Wald hineinruft – so schallt es auch wieder heraus

Hunde, die bellen – beißen nicht

Je später der Abend -, desto schöner die Gäste

Lieber einen Spatzen in der Hand – als eine Taube auf dem Dach, was lange währt – wird endlich gut

· Heimbewohnerin wurde aufgefordert, die Sprichwörter richtig zusammenzulegen, was ihr auch gut gelang, denn jeder

Spruch war ihr bekannt

Abschluss

  • Heimbewohnerin wurde aufgefordert, die Karten wieder in den Umschlag zu stecken
  • Heimbewohnerin wurde gefragt, ob ihr noch weitere Sprichwörter einfallen, sie meinte aber, es wären ja alle schon auf den Karten gewesen
  • Bedanken für das Mitmachen
  • Verabschiedung

4. Resümee

· Beim „Mensch ärgere Dich nicht“ lag der Schwerpunkt der Lernziele im motorisch – sensomotorischen und im kognitiv – kreativen Bereich.

Frau B. musste würfeln und die Figuren bewegen (genaue Ziele siehe oben), sie musste sich konzentrieren, wie sie mich am besten schlägt und sich dabei an die Spielregeln hält. Auch bei der Motivation musste sie sich konzentrieren und die Spielfiguren aus ihrem Gedächtnis ernennen. Das hat recht gut funktioniert, Schachfiguren waren am leichtesten zu identifizieren, bei den Halma Hütchen hatte sie Schwierigkeiten. Frau B. hat beide Male verloren, hat es aber mit Würde genommen.

  • Beim Obstkuchen wurden alle Lernbereiche gefordert, die Motorik, die geistigen Abläufe. (sie musste überlegen wie man das alles macht – Erinnerung an die Kochschule), durch das entstandene Werk wurde eine Stärkung des Selbstbewusstseins und eine Erhöhung der Lebensfreude erreicht, denn sie konnte den Kuchen stolz präsentieren und mit anderen teilen (Stärkung sozialer Kontakte). Schon durch das Probieren vom Obst wurden Geschmacks- und Geruchssinn angeregt. Frau B. hatte dabei eine richtige Aufgabe, sie fühlte sich gefordert, das war daran zu merken, dass beidem Ablauf nicht gelacht oder großartig erzählt wird, es wurde hart gearbeitet und was gesprochen wurde, drehte sich auch nur um den Arbeitsablauf.
  • Beim Fotos anschauen, wurde Frau B. in die Vergangenheit zurückversetzt. Die Fotos dienten dabei nur als Hilfsmittel, um die Vergangenheit lebendig werden zu lassen. Das gestern wurde mit dem Heute verglichen. Das kann manchmal auch traurig stimmen, wenn man an Menschen erinnert wird, die seit Langem tot sind. Frau B. schien aber nicht traurig, sie lächelte und betrachtete manches Bild gedankenversunken (ich weiß nicht, woran sie sich erinnerte, aber das geht mich auch nichts an, daher habe ich nicht gefragt).

Auf jeden Fall wurde dabei da Langzeitgedächtnis angeregt.

  • Beim Spaziergang gab es viel zu entdecken, den Frühling konnte man riechen (Resensibilisierung der Sinne). Die frische Luft tat gut (Pneumonieprophylaxe), das Eis schmeckte (Sinne), die Menschen waren interessant zu beobachten, auch die Vögel schienen Frau B. sichtlich erfreut zu haben. Das Rathaus und das Schlosscafé hatten sie beeindruckt, denn sie hatte es alles etwas anders in Erinnerung. Sie verlässt ja selten das Heim.
  • Die Volkslieder singen war ein reines Vergnügen, Frau B. konnte zeigen wie gut sie noch die Melodien auf der Mundharmonika beherrschte. Musik macht ihr sehr viel Freude, da blüht Frau B. richtig auf und bekommt gute Laune.
  • Die Sprichwörter beherrscht Frau B. bestens. Schwieriger wurde es, wenn man nur das Ende des Sprich Wortes freigab, da konnte sie den Anfang nicht immer finden (wäre mir aber auch nicht anders ergangen). Sie arbeitete konzentriert und geduldig, wobei das Kombinationsvermögen und das LZ – Gedächtnis angeregt wurden. Frau B. war an diesem Tag nicht sehr gesprächig, denn sie konnte schon früh nicht mehr sitzen.

Verändert hat sich Frau B. allerdings nicht. Sie kann nämlich noch sehr viel, deswegen kann ich wohl nicht behaupten, sie hätte Fähigkeiten wiedererlangt (das Einzige, was sie wirklich nicht kann, ist laufen, und das konnte ich ihr beim besten Willen nicht beibringen). Wahrscheinlich aber, wurden die Fähigkeiten, die sie noch besitzt während der Aktivierung gekräftigt, sodass sie ihr zudem lange erhalten bleiben.

Weitere Quellen zur Jahresarbeit Aktivierung
Jahresarbeit Aktivierung

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