Ausarbeitung des Lernfeldprojektes Seite 2
Tipps:
- Bedingt durch den Blutdruckabfall in der Nacht kommt es oft zu nächtlicher Unruhe und Verwirrtheitszustände (Sturzgefahr). Eine gedämpfte Nachtbeleuchtung erleichtert die Orientierung.
- Eine späte Mahlzeit, eine Tasse Kaffee oder wenig Alkohol am Abend wirken bei Patienten mit Hypotonie oft schlaffördernd
- Vermehrte Kochsalzzufuhr (z. B. ein Salzbutterbrot zum Frühstück) erhöhen das Blutvolumen
(nicht bei Herzinsuffizienz anwenden)
Herzrhythmusstörungen
Unter Herzrhythmusstörungen werden Störungen der Herzfrequenz (Häufigkeit der Herzkontraktionen) und der Regelmäßigkeit des Herzschlages verstanden. Das Spektrum der Herzrhythmusstörungen reicht von harmlosen einzelnen zusätzlichen Herzschlägen (Extrasystolen) bis zu einer lebensbedrohlichen Zu oder Abnahme der Herzfrequenz (Tachy- oder Bradykardie)
Formen der Herzrhythmusstörungen:
Tachykardie: Die Herzfrequenz liegt über 100 Schlägen/Minute
Bradykardie: Die Herzfrequenz liegt unter 60 Schlägen/Minute
Arrhythmie: Das Herz schlägt unregelmäßig
Tachyarythmie: Das Herz schlägt unregelmäßig und zu schnell
Bradyarrhythmie: Das Herz schlägt unregelmäßig und zu langsam
Inhaltsverzeichnis
- 1 Ausarbeitung des Lernfeldprojektes Seite 2
- 1.1 Herzrhythmusstörungen
- 1.2 Formen der Herzrhythmusstörungen:
- 1.3 Beobachtung bei Herzrhythmusstörungen:
- 1.4 Herzinsuffizienz:
- 1.5 Symptome einer Rechtsherzinsuffizienz:
- 1.6 Wassereinlagerungen in Armen und Beinen
- 1.7 Ärztliche Behandlung:
- 1.8 Krankheitsbeobachtung bei chronischer Herzinsuffizienz:
- 1.9 Erstmaßnahmen bei akuter Herzinsuffizienz:
- 1.10 Angina pectoris
- 1.11 Als instabil wird die Angina pectoris bezeichnet,
- 1.12 Arteriosklerose
- 1.13 Weiter lesen auf Seite 3 …
Ursache:
- Durchblutungsstörungen der Herzkranzgefäße
- Herzinfarkt
- und andere Herzerkrankungen
- Schilddrüsenerkrankungen
- Elektrolytstörungen
- Medikamentennebenwirkungen
Symptome:
- Vom Patienten werden Herzklopfen, Herzstolpern oder Herzjagen angegeben
- Benommenheit, Schwindel, Kollaps bis zum Kreislaufstillstand
- Angina Pectoris-Anfälle bis zum Herzinfarkt
- Verschlechterung einer vorbestehenden Herzinsuffizienz
- Atemnot
- Vorübergehende Sprach- und Sehstörungen
Ärztliche Behandlung:
Die Therapie zielt auf eine Behandlung respektive Beseitigung der Ursache für die Herzrhythmusstörungen. Ist dies nicht möglich, werden Rhythmus stabilisierende Medikamente (Antiarrhytmika) verabreicht.
In besonderen Fällen kann auch ein Herzschrittmacher implantiert werden.
Pflegerische Maßnahmen:
Ziel: Der Patient kennt Maßnahmen, die die Belastung des Herzens senken und wendet sie adäquat an.
Maßnahmen:
- Beobachtung der Herzfrequenz (Puls)
- Verabreichung der verordneten Medikamente
- Evtl. Bettruhe einhalten
- Psychische Betreuung: ein Klima schaffen, in dem der Patient sich geborgen fühlt
Ziel: Der Patient entwickelt keine Komplikationen bei Immobilität durch Bettruhe
Maßnahmen:
- Durchführung aller Prophylaxen (Dekubitus, Thrombose, Intertrigo, Pneumonie, Kontrakturen, Obstipationsprophylaxe)
Beobachtung bei Herzrhythmusstörungen:
- Puls
- Haut
- Befinden
- Appetit
- Bewusstsein
Tipps:
- Bei implantiertem Schrittmacher den Schrittmacher pass mitführen
- Magnetfelder meiden (z. B. Funktelefone)
- Pulsfrequenz immer eine volle Minute lang zählen
Herzinsuffizienz:
Die Herzinsuffizienz ist die häufigste Herzerkrankung, weltweit 1 % der Bevölkerung leiden darunter. Die Häufigkeit nimmt im Alter zu.
Bei der Herzinsuffizienz, die auch Herzleistungsschwäche genannt wird, ist das Herz nicht mehr in der Lage, ausreichend Blut durch den Körper zu pumpen. Daher werden die Organe nur unzureichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Vor allem bei Belastung kann es zu Versorgungsengpässen kommen.
Meist entwickelt sich die Herzinsuffizienz langsam über Jahre hinweg. Während im Anfangsstadium keine Beschwerden auftreten, kommt es im weiteren Verlauf zunehmend zu Leistungseinschränkungen.
Gemäß einer Empfehlung der New Yorker Herzgesellschaft (NYHA) wird die Herzinsuffizienz in vier Stadien eingeteilt:
Stadium I: normale körperliche Leistungsfähigkeit
Stadium II: eingeschränkte Leistungsfähigkeit mit Beschwerden bei stärkerer Belastung
Stadium III: eingeschränkte Leistungsfähigkeit mit Beschwerden bei normaler körperlicher Belastung
Stadium VI: Beschwerden bereits in Ruhe
Je nachdem, welche Herzkammer geschädigt ist, unterscheidet man eine Rechtsherzinsuffizienz (Blutrückstau in den Körperkreislauf) von einer Linksherzinsuffizienz (Blutrückstau in den Lungenkreislauf). Sind beide Herzkammern betroffen, so handelt es sich um eine Globalinsuffizienz.
Ursachen:
Die Herzinsuffizienz ist keine eigenständige Krankheit, sondern Folge verschiedener Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Häufige Ursachen einer Herzinsuffizienz sind
- Arteriosklerose der Herzkranzgefäße
- Koronare Herzkrankheit (KHK)
- Herzinfarkt
- Hypertonie
- Herzklappenfehler
- Herzrhythmusstörungen
- Lungenerkrankungen wie die chronische Bronchitis
Allgemeine Symptome:
Allgemeine Müdigkeit und Schwäche, die sich sogar bis zur Benommenheit und Verwirrtheit steigern kann.
Symptome einer Rechtsherzinsuffizienz:
Bei der Rechtsherzinsuffizienz sammelt sich das Blut vor der rechten Herzkammer. Es kommt zu einer Stauung im venösen System.
- Gestaute, erweiterte Halsvene
- Pleuraerguss (Flüssigkeitsansammlung zwischen der Lunge und der Brustwand)
Er verursacht häufig in Abhängigkeit von der Atmung einseitige Schmerzen im Brustkorb und Atemnot
- Lippen Zyanose
- Vergrößerung der Leber und evtl. der Milz
Dies führt zu Funktionseinschränkungen dieser Organe. Bei einer stark vergrößerten Leber leiden die Betroffenen unter Schmerzen im rechten oberen Bauch sowie unter Gelbsucht und Zyanose (verminderter Sauerstoffgehalt im Blut)
Bei schweren Fällen: Wasseransammlungen im Bauchraum, der Bauch ist stark aufgebläht (Aszites)
Besonders typisch
Wassereinlagerungen in Armen und Beinen
- besonders häufig an den Beinen
- Knöchel und Unterschenkelödeme werden als Diagnosekriterium der Rechtsherzinsuffizienz angesehen
- Bei schweren Fällen können die Ödeme bis in den Kreuzbeinbereich aufsteigen (Anasarka)
Typische Symptome einer Linksherzinsuffizienz:
Bei der Linksherzinsuffizienz sammelt sich das Blut vor der linken Herzkammer. Es findet ein Rückstau in die Lunge statt.
Atemnot
Belastungsdyspnoe (Atemnot nur bei körperlicher Belastung) Ruhedyspnoe (Atemnot in ist in Ruhe vorhanden) Orthodyspnoe (Betroffene bekommen ausschließlich Luft beim, wenn sie sich aufrichten und mit den Armen aufstützen)
- Lungenödeme (Lungenfunktion ist eingeschränkt, es verstärkt die Atemnot)
- Husten (das Aushusten von blutigem Auswurf ist möglich)
- Rasselgeräusch über die Lunge
Die Beschwerden einer Herzinsuffizienz entwickeln sich oft schleichend und führen die Betroffenen häufig erst zum Arzt, wenn Leistungseinschränkungen eingetreten sind.
Ärztliche Behandlung:
Wenn möglich, sollte versucht werden, die Ursache der Herzinsuffizienz zu beseitigen respektive zu behandeln. Die Symptome der Herzinsuffizienz können durch Gabe von Medikamenten verbessert werden: Herzkraft steigernd wirkt Digitalis, Herz entlastend, wirken Diuretika (reduzieren die Blutmenge), ACE-Hemmer (vermindern den Gefäßwiderstand) und Nitrate (erweitern die Gefäße). Eine weitere Säule der Therapie stellt die Diät zur Gewichtsnormalisierung sowie körperliche Schonung dar.
Pflegerische Maßnahmen:
Ziel: Der Patient äußert Wohlbefinden beim Atmen und seine Atemfrequenz liegt innerhalb des Normbereichs
- Körperliche Anstrengung vermeiden und Bettruhe (um den Sauerstoffbedarf zu reduzieren), Oberkörperhochlagerung durch mehrere Kissen,
- Atemgymnastik, evtl. unter Anleitung einer Krankengymnastin.
Ziel: Der Patient empfindet keine Atemnot
Maßnahmen:
Oberkörperhochlagerung, beengende Bekleidung entfernen. Für Frischluftzufuhr sorgen, Zugluft vermeiden, nach Arztanordnung Gabe von Sauerstoff, alle Maßnahmen in Ruhe vornehmen, beim Patient bleiben, beruhigen, psychische Betreuung.
Ziel: Der Patient äußert Wohlbefinden mit der momentanen Kost
Maßnahmen:
- Bei Übergewicht Gewichtsreduktion, Normalgewicht anstreben
- Kochsalzzufuhr beschränken, dafür Speisen mit Kräutern gut würzen
- Bilanzierung der Flüssigkeitsmengen, bei Ödemen Negativbilanz anstreben
- Tägliche Gewichtskontrollen durchführen, falls möglich
- Darmtätigkeit regulieren, für weichen Stuhl sorgen, Obstipationsprophylaxe
Ziel: Der Patient entwickelt keine Komplikationen bei Immobilität
durch Bettruhe
Maßnahmen:
- Durchführung aller Prophylaxen (Dekubitus, Intertrigo, Pneumonie, Kontrakturen, Obstipation, Soor- und Parotitisprophylaxe
- Thromboseprophylaxe mit Arzt absprechen, da einige Maßnahmen wegen Herzbelastung nur unter Vorbehalt oder gar nicht (z. B. Beine hochlagern, Flüssigkeitszufuhr) durchführbar sind
Krankheitsbeobachtung bei chronischer Herzinsuffizienz:
Ödeme (an Extremitäten, in den abhängigen Körperpartien je nach Körperlage, z. B. am Gesäß bei Rückenlage), Haut (Dekubitusgefahr),
Halsvenenstauung, Körpergewicht, Puls, Blutdruck, Atmung, nächtlicher Toilettengang, Flüssigkeitsbilanz, Sputum
Erstmaßnahmen bei akuter Herzinsuffizienz:
- Alarm auslösen, weitere Helfer rufen, Arzt rufen
- Oberkörper hoch und Beine tief lagern
- Beengte Kleidung entfernen, Fenster öffnen
- Den Kranken beruhigen
- Ggf. Sauerstoff 2–4 Liter, mit Gesichtsmaske verabreichen, nur locker aufs Gesicht halten, da sonst die Erstickungsangst die akute Atemnot steigern würde.
Komplikationen
Dekompensiert eine chronische Linksherzinsuffizienz, kann das in die Lunge zurückgestaute Blut zu einem Lungenödem (Wasser in der Lunge) führen.
Bei fortgeschrittener Herzinsuffizienz kann es zum Pumpversagen des Herzens mit lebensbedrohlicher Schocksymptomatik kommen.
Angina pectoris
Unter Angina pectoris versteht man die Zeichen einer Unterversorgung des Herzens mit Blut respektive Sauerstoff.
Ursachen:
Es gibt zwei verschiedene Formen von der Angina pectoris:
1. stabiler Angina pectoris
2. in stabiler Angina pectoris
Bei stabiler Angina pectoris treten die Beschwerden nur bei stärkerer körperlicher Belastung auf. Man kann sich das vereinfacht so vorstellen: Die Herzkranzgefäße sind über einen längeren Zeitraum immer enger geworden. In Ruhe kommt aber noch genug Blut (=Sauerstoff) zum Herzen. Bei Anstrengungen, für die das Herz mehr Sauerstoff benötigen würde, kommt aber zu wenig Sauerstoff zum Herzen.
Als instabil wird die Angina pectoris bezeichnet,
- wenn sie in Ruhe auftritt,
- wenn sie ohne Vorgeschichte bei leichten körperlichen Belastungen auftritt (d. h., ohne dass vorher bei stärkeren Belastungen eine Angina pectoris aufgetreten wäre),
- wenn eine bekannte, stabile Angina pectoris sich rasch und deutlich verschlimmert
Symptome:
- Schmerzen hinter dem Brustbein, die in den rechten und linken Arm, die Schulter, den Hals, die Wangen, die Zähne oder in den Oberbauch ausstrahlen können (Angina pectoris)
- Angina Pectoris-Anfälle werden von Patienten oft nicht als eindeutiger Schmerz erlebt, sondern als Engegefühl, Druckgefühl oder Brennen hinter dem Brustbein
- Angstgefühl
- Atemnot
Ärztliche Behandlung:
Der akute Angina Pectoris-Anfall wird mit Nitroglyzerin Präparaten (Spray oder Zerbeiß kapsel) therapiert. Die Wirkung setzt nach 1–2 Minuten ein. Als Nebenwirkungen können Kopfschmerzen, Hitzegefühl, Schwindel und Anstieg der Herzfrequenz auftreten. Langfristig wird versucht, weitere Angina Pectoris-Anfälle zu verhindern.
Risikofaktoren der Arteriosklerose müssen ausgeschaltet werden:
Nikotinabstinenz, Blutdruck- und Blutzuckereinstellung, Gewichtsreduktion mit Cholesterin Senkung, medikamentös werden Langzeitnitrate, Beta-Blocker und Kalzium-Antagonisten angewandt. Die Einengung der Herzkranzgefäße kann mittels eines dünnen, aufblasbaren Ballons gedehnt werden. Bei einer Bypass-Operation wird die Einengung durch Verpflanzung einer körpereigenen Vene überbrückt.
Pflegerische Maßnahmen:
Ziel: Der Patient kennt die Auswirkungen seiner Lebensweise auf seine
Erkrankungen (Angina pectoris)
Maßnahmen:
- Aufklärung des alten Menschen
- Bei Nikotinmissbrauch Rauchverzicht anregen
- Bei Bluthochdruck Gabe der verordneten Medikamente
- Bei zu hohem Cholesterinspiegel Ernährungsumstellung
- Bei Übergewicht langsame Gewichtsreduktion anregen
(Vorsicht: Gefahr der Unterernährung, wenn Ratschlag übergenau befolgt werden)
Ziel: Der Patient kann präventive Maßnahmen einsetzen
Maßnahmen:
- Beratung zur Gestaltung des Alltags, um übermäßige körperliche Anstrengungen zu vermeiden.
- Psychische Belastungen und Aufregungen fernhalten
- mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt anbieten
- Nach ärztlicher Anordnung bei belastender Situation Nitroglyzerin geben
Ziel: Der Patient berichtet über ein gestärktes Sicherheitsgefühl, da er Angina
Pectoris-Anfall erkennt
- Ruhe vermitteln, Patient nicht allein lassen
- Oberkörper aufrichten, beengende Kleidung entfernen
- Nitroglyzerin unter die Zunge als Zerbeiß kapsel oder als Spray geben, Besserung tritt innerhalb von 1–2 Minuten ein
- Bettruhe
- Arzt informieren
- Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Schwindel, Hitzegefühl, und schnellen Puls erkennen
Ziel: Der Patient entwickelt keine Komplikationen bei Immobilität durch Bettruhe
Maßnahmen:
- Durchführung aller Prophylaxen (Dekubitus, Thrombose, Intertrigo, Pneumonie, Kontrakturen, Obstipationsprophylaxe)
Beobachtung:
- Atmung
- Puls
- Blutdruck
- Schmerzen
- Hautfarbe
- Psychische Verfassung
Arteriosklerose
Nennt man im Volksmund „Arterienverkalkung“
Ist die häufigste Todesursache in der westlichen Welt
Ursachen:
In der Arterienwand lagert sich Cholesterin und Kalk ab. Thrombozyten bleiben an der Wand hängen. Die Arterien werden verhärtet und verengt. Es führt zu einer Mangeldurchblutung.
Die Risikofaktoren sind
- Rauchen
- Hypertonie
- Fettstoffwechselstörung
- Diabetes
- Gicht
- Übergewicht
- Alter
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