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Mitglied im Pflegenetz
Autor: MRM
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Anziehtraining mit Hilfe des Bobath - Konzeptes

» Situationsanalyse:
Das Training wird mit einem Bewohner des durchgeführt.
Herr M ist 85 Jahre alt und seit einem Jahr aufgrund eines Schlaganfalls hemiplegisch. Betroffen ist sowohl der rechte Arm und das rechte Bein, sowie Teile des Gesichts. Beim Bein und beim Arm liegt eine schlaffe Lähmung vor. Eine angehende Spastik ist im rechten Arm zu erkennen. Aphasien sind keine mehr vorhanden, wobei aber die Stimme etwas langsamer und ruhiger ist.
Herr M ist sich seiner Situation voll bewußt und ist bereit mit zu arbeiten.

» Grobziel
Das selbständige Anziehen von Oberbekleidung (Unterhemd, Hemd, Pullover)

» Feinziel

  • Erkennen der Notwendigkeit des Anziehtrainings
  • Miteinbeziehung und Wahrnehmung der betroffenen Körperseite
  • Motivieren andere Übungen durch zu führen
  • Stärkung des Selbstbewußtseins
  • Erreichung eines gepflegten Äußeren

» Methodischer Weg

  • Am Abend vorher wird mit Herrn M die passende Kleidung ausgesucht und zurecht gelegt
  • Es ist wichtig Herrn über alle Maßnahmen zu informieren
  • Die folgende geplante Durchführung wird jeden Morgen in der gleichen Form wiederholt
  • Der Pullover wird ebenfalls wie unten beschrieben angezogen
  • Das gesamte Team wird genau über das Anziehtraining informiert, damit alle das Gleiche   tun
  • Grundsätzlich gilt so nahe wie möglich an der bisherigen Erfahrungs- und Erlebniswelt   des Patienten zu üben

» Geplante Durchführung

  • Herr M wird über die Maßnahmen informiert
  • Morgenpflege wird laut Pflegeplanung durchgeführt
  • Herr M wird auf einen festen Stuhl in aufrechter Sitzhaltung gesetzt, so daß beide Füße   auf dem Boden stehen
  • Die Kleidungsstücke werden vom Pflegepersonal in die, zum Ankleiden richtige   Reihenfolge vor den Bewohner auf einen   Stuhl gelegt, der etwas seitlich auf der   betroffenen Seite steht.
  • Die Pflegekraft sitzt an der betroffenen Seite
  • Die Pflegekraft legt das Unterhemd so auf die Knie, daß der Halsausschnitt vom Körper   weg nach vorne zeigt und das   Rückenteil oben liegt
  • Der Ärmel für den betroffenen Arm hängt zwischen den Beinen   herunter
  • Jetzt wird eine Art "Trichter" für den betroffenen Arm geformt. Dazu wird das Rückenteil   des Unterhemdes nach vorne in  Richtung Knie gelegt
  • Jetzt wird der betroffene Arm vom nicht betroffenen Arm auf die "Trichteröffnung" gelegt   und Herr M beugt sich weit vor,   bis der Arm ganz herunter hängt
  • Das Unterhemd wird jetzt soweit wie möglich über den   betroffenen Arm und über die   betroffene Schulter geführt
  • Anschließend wird der nicht betroffene Arm in den anderen Ärmel eingeführt und das   Rückenteil des Unterhemdes über den Kopf gezogen
  • Jetzt richtet sich Herr M wieder auf
  • Mit Hilfe des Pflegepersonals wird das Unterhemd glatt gestrichen und am Rücken nach   unten gezoge
  • Der gleiche Vorgang wird jetzt mit dem Pullover oder Hemd wiederholt
  • Die Beinkleider werden von der Fachkraft angezogen. Evtl. kann man später, wenn Herr M selbständig seine Oberbekleidung anziehen kann, das Anziehtraining mit den Hosen üben.

 » Kritische Reflexion

  • Am Anfang war es sehr schwierig Herr M von der Notwendigkeit der Übung zu   überzeugen. Vielleicht sollte man   hier eine andere Vorgehensweise versuchen
  • Der Lernprozeß war bei Herrn M etwas langsamer, als von mir geplant, so daß ich oft mit   meiner Zeit nicht zurecht kam. Dies legte sich aber, je öfter der Bewohner die Möglichkeit   hatte zu üben.
  • Vielleicht sollte man am Anfang häufigere Wiederholungen einbauen, damit sich gewisse   Grundstellungen leichter   einprägen können
  • Gut war die Einbeziehung des ganzen Teams, so daß jeden Morgen das gleiche   durchgeführt werden konnte und die   Einbeziehung der Tochter von Herrn M, die ihn   ständig   motivierte und aufmunterte
  • Durch das positive Ergebnis bin ich motiviert weitere Übungen des Bobath-Konzeptes mit   Herrn M zu versuchen
Autor: MRM
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