Autor/in: Cordula

Lungenerkrankungen Symptome und Behandlung Seite 3

Diagnostik

  • EKG und Echokardiographie: Hypertrophie und Dilalatation des rechten Herzen können nachgewiesen werden
  • Röntgen: Veränderung der Lungenstruktur
  • Katheteruntersuchung des rechten Herzen: erhöhter Druck im Lungenkreislauf
  • Auskulation: bei akutem Cor pulmonale meist unauffällig
  • BGA: respiratorische Partialinsuffizienz

Therapie

  • Therapie richtet sich nach Grunderkrankung
  • Theophylin und Nitrate » senken den erhöhten Druck
  • Bei starker Atemnot » Sauerstofftherapie

Lungenembolie

Definition

  • Plötzlicher Verschluß einer Lungenarterie durch Material (Bsp.: Thrombus, Fett, Luft), das mit dem Blutstrom in eine Lungenarterie geschwemmt wurde
  • Verschleppung von   meist thrombotischen Material
  • 10 % aller Lungenembolie verlaufen innerhalb 1 Stunde tödlich
  • 3. Häufigste Todesursache in den USA
  • 95% kommt aus thrombotischen Material der Beine » venöse Thrombose
  • Lungeninfarkt: Lungenembolie, bei der die embolisierte Gefäßprovinz hämorrhagisch wird (Blutige Nekrose)

Ursachen/Risikofaktoren

Voraussetzungen für eine solche Thromboembolie ist eine venöse Thrombose. Ein Blutgerinnsel reißt sich von der Thrombose los und wird mit dem Blut zum rechten Herzen und von dort in die Lunge gespült

Virchow-Trias

  • Stase (Immobilität, lange Bus- oder Flugreise, Herzinsuffizienz, Paresen, diuretische Therapie, Schwangerschaft)
  • Gefäßwandschaden (Trauma, OP, Entzündungen)
  • Hyperkoagulabilität (Protein-C UND S-Mangel, Malignom)

Andere prädisponierende Faktoren

  • Antibabypille (orale Kontrazeptiva)
  • Rauchen, Nikotonabusus
  • Adipositas
  • Hohes Alter
  • Weibliches Geschlecht
  • Immobilität

Symptome

  • Je größer das Lungenareal ist, das durch die verschlossene Lungenarterie versorgt wird, desto schwerer ist die Symptomatik des Patienten
  • Kleinere Lungenembolie werden auf Grund ihrer geringen Symptome häufig übersehen, sind jedoch trotzdem gefährlich, da sie oft Vorboten größerer Embolien sind
  • Wichtigste Symptome: Dyspnoe und Tachypnoe
  • Husten
  • Pleuraschmerzen
  • Beinschwellung
  • Palpationen
  • Hämoptysen
  • Differemzialdiagnostik: Angina-pectoris-Anfall

Schweregradeinteilung der Lungenembolie anhand ihrer Symptome und Befunde

I (klein)

Ausdehnung der Gefäß-verschlüsse: Periphere Äste
Klinik: Leichte Dyspnoe, Thorax-schmerzen
Pulmonalarterieller Druck: normal
Systemischer Blutdruck: Normal

II (submassiv)

Ausdehnung der Gefäß-verschlüsse: Segment-arterien
Klinik: Akute Dyspnoe, Thorax-schmerzenTachypnoe
Pulmonalarterieller Druck: Normal oder leicht erhöht
Systemischer Blutdruck: Leicht erniedrigt

III (massiv)

Ausdehnung der Gefäß-verschlüsse: Pulmonalarterienast
Klinik: Akute, schwere Dyspnoe, Thoraxschmerz, Zyanose, UnruheSynkope
Pulmonalarterieller Druck: 25 – 30 mmHg
Systemischer Blutdruck: Stark erniedrigt

IV (fulminant)

Ausdehnung der Gefäß-verschlüsse: Pulmonalarterienhaupt-stamm oder mehrere Lappenarterien
Klinik: Dyspnoe, Schocksymptomatik, drohender Herz-Kreislauf-Stillstand
Pulmonalarterieller Druck: Über 30 mmHg
Systemischer Blutdruck: Schock, stark erniedrigt mit kleiner Amplitude

Hauptproblem: Akute Rechtsherzinsuffizienz

Diagnostik

  • verminderte O 2 -Spannung
  • BGA: Da in einem Teil der Lunge kein Gasaustausch stattfindet, ist der Sauerstoffgehalt des Blutes erniedrigt. Diesen Sauerstoffmangel versucht der Organismus durch Hyperventilation auszugleichen. Dadurch wird Kohlendioxid verstärkt abgeatmet, und Kohlendioxid-Konzentration im Blut sinkt: pO 2 erniedrigt, pCO 2 erniedrigt (respiratorische Alkalose)
  • Röntgenthorax: häufig normal, kann jedoch z. B. durch eine Aufhellungszone hinter dem Gefäßverschluss auf eine Lungenembolie hinweisen
  • EKG: verändert durch Rechtsherzbelastung (Drucksteigerung)
  • CT : direkter Nachweis möglich
  • Echokardiographie : unspezifisch: Größe der Herzhöhlen, durch die Druckbelastung sind sie weiter
  • Lungenszintigraphie : intravenös wird eine radioaktive Substanz gespritzt, die sich in den durchbluteten Lungengefäße absetzt. Nicht-durchblutete Lungenbezirke, stellen sich nicht dar
  • Pulmonalisangiographie : Lungengefäße werden mittels Röntgenkontrastmittel dargestellt
  • Labor : Leukozytose, beschleunigte BSG (anfangs normal)

Therapie

  • Patient halbsitzend lagern und beruhigen (evtl Sedierung)
  • Zur Überwachung auf Intensivstation
  • Schmerztherapie
  • Sauerstoffgabe
  • Antikoagulanziengabe, um zu verhindern, dass sich der Embolus durch Anlagerungen weiteren thrombotischen Materials vergrößert, nachher Umstellung auf Cumarine
  • Fibrinolyse : Embolus mittels Urokinase, Streptokinase, rt-PA … probieren aufzulösen
  • Thrombolektomie mittels Katheter: mechanische Zerhäxelung des Thrombus
  • Herzkräftigung durch Katecholamine
  • Sperrmaßnahmen (Filterfangsystem ins Gefäßsystem, um Thromben vor der Lunge aufzufangen

Komplikationen

  • Lungeninfarkt: wird der Embolus nicht rechtzeitig aufgelöst, so stirbt der betroffene Lungenanteil ab. Die embolisierte Gefäßprovinz wird hämorrhagisch infaziert (blutige Nekrose) » Lungenabszess
  • Pleuritis, Pleuraerguss
  • Weitere Embolien: (ohne Antikoagulation des Patienten in 30% der Fälle) 70% aller zu Tode führenden Embolien treten in Schüben auf
  • Cor pulmonale: Da der Embolus eine Lungenarterie verschließt muss das rechte Herz einen größeren Druck aufbringen, um das Blut gegen den Widerstand durch die nun verkleinerte Lungenstrombahn zu befördern

Tuberkulose

Definition

  • „Schwindsucht“
  • Infektionskrankheit, die durch das Myobacterium tuberculosis hervorgerufen wird. Am häufigsten Lunge betroffen, aber auch andere Organe können befallen werden

Ursache

  • Übertragung: durch Tröpfcheninfektion
  • Immungeschwächte Patienten besonders gefährdet
  • Inkubationszeit: 4 bis 12 Wochen
  • Aktive Tbc und Todesfälle durch Tbc sind meldepflichtig

Einteilung

Primärtuberkulose:

  • der erste Kontakt mit dem Bakterium verläuft für den Patienten meist unbemerkt
  • Die Bakterien kapseln sich jedoch – meist in der Luge – ab (sogenannter Primärkomplex) und können so zum Ausgangspunkt einer erneuten Infektion werden

Postprimäre Tuberkulose

  • Bakterien, die sich während der Primärtuberkulose im Organismus abgekapselt haben, werden reaktiviert und lassen die Erkrankung erneut aufflackern
  • Sie tritt meistens auf, wenn der Patient abwehrgeschwächt ist

Symptome

Primärtuberkulose

  • Meist unbemerkt oder mit unspezifischen Symptomen wie Husten, leichtes Fieber und Schwäche, kann aber auch … hervorrufen
  • Pleuritis exsudativa
  • Starke Schwellung der Lymphknoten des Lungenhilus bei Hiluslymphknoten-Tbc
  • Minimal lesions (=kleinste Läsionen): Vom Primärkomplex ausgehend können Tuberkelbakterien in andere Organe ausstreuen und sich dort abkapseln. Das ist vorerst harmlos, die Erreger können jedoch von hier Ausgangspunkt einer postprimären Tuberkulose werden

•  Miliartuberkulose: Wenn die Tuberkelbakterien über den Organismus streuen und der Patient abwehrgeschwächt ist, kann es zu schweren tuberkulösen Entzündungen der Lunge und andere Organe mit dicht gesäten, kleinen Entzündungsherden (milium=Hirsekorn) kommen

Postprimäre Tuberkulose

  • In 85% der Fälle betrifft eine Reaktivierung der Tuberkelbakterien die Lunge, in 15% werden durch Aktivierung alter minimal   lesions auch andere Organe befallen, vor allem Urogenitlatrakt, Knochen, Gelenke und Lymphknoten
  • Auch die postprimäre Lungen-Tbc verläuft für den Patienten anfangs häufig unbemerkt: Leistungsabfall, Gewichtsverlust, subfebrile Temperaturen, Nachtschweiß, chronischer husten mit zunehmenden Auswurf

Offene und geschlossenen Tuberkulose

Offene Tbc: Tuberkelbakterien haben Anschluß nach außen (Sputum, Urin, Magensaft) » infektiös

Geschlossenen Tbc: Bakterien haben keinen Anschluß nach außen » nicht ansteckend

Diagnostik

  • Röntgen-Thorax: Suche nach Primärkomplex bzw. älteren Kavernen (umschriebene Hohlräume durch Gewebseinschmelzung)
  • Tuberkulintest: Tuberkuloprotein wird an der Ellenbeuge intrakutan gespritzt oder mit einem Stempel eingebracht. So wird die immunologische Spätreaktion des Organismus auf das Tuberkuloprotein getestet. Der Test wird nach 72 Stunden abgelesen. Ein positives Ergebnis kann frühestens nach 5 bis 6 Wochen nach erfolgter Primärinfektion erwartet werden. Bei positiver Reaktion tritt eine Schwelllung von mindestens 6 mm Durchmesser auf. Dies beweist lediglich einen stattgefundenen Kontakt des Immunsystems mit Tuberkelbakterien (durch Infektion oder Impfung), nicht aber eine aktive Tbc-Erkrankung. Bei vorliegen eines negativen Test ist eine Tbc unwahrscheinlich
  • Mehrmalige bakteriologische Untersuchung von Sputum, Bronchialsekret; Magennüchternsaft, Urin

Therapie

  • Jede aktive Tbc muss behandelt erden
  • Viererkombination aus Tuberkulostatika (= gegen Mykobakterien wirksame Chemotherapeutika) über zwei Monate und anschlie0ßend mit einer zweier Kombination über weitere 4 Monate
  • Einnahme muss gut überwacht werden, da sich bei unregelmäßiger Einnahme schnell Resistenzen entwickeln können
  • Kontrolle der Leber- und Nierenwerte und augenärztliche und Hno-ärztliche Kontrollen, aufgrund der Nebenwirkungen der Medikamente, sowohl eine Alkohol und Nikotinverzicht
  • Tuberkulostatika

Substanz: Isoniazid (INH)
Handelsname (Bsp):
Isozid
Wichtigste Nebenwirkungen: Hepatotoxisch, sensible Polyneuropathie
Besonderes: Alkoholverbot, Leberenzymkontrollen

Substanz: Rifampicin (RMP)
Handelsname (Bsp):
Rifa
Wichtigste Nebenwirkungen: Hepatotoxisch
Besonderes: „Pille“ evtl. unwirksam

Substanz: Ethambutol (EMP)
Handelsname (Bsp):
Myambutol
Wichtigste Nebenwirkungen: Optikusneuritis bis zur Erblindung
Besonderes: Regelmäßige Sehtests

Substanz: Pyrazinamid (PZA)
Handelsname (Bsp):
Pyrazinamid Lederle
Wichtigste Nebenwirkungen: Harnsäureanstieg, hepato- und nephrotoxisch
Besonderes: Zusätzliche Gabe von Allopurinol, Leberenzymkontrolle

Substanz: Streptomycin (SM)
Handelsname (Bsp):
Strepto-Fatol
Wichtigste Nebenwirkungen: Nephro- und ototoxisch
Besonderes: Regelmäßige Gehörkontrollen, Reservepräparat

Komplikationen

  • Lungenblutung
  • Pneumothorax
  • Gefahr der Erregerstreuung mit nachfolgender Sepsis

Prophylaxe

  • BCG-Impfung
  • Impfschutz besteht 5 bis 10 Jahre

Influenza

 

Definition

  • Grippe
  • Infektion mit Myxoviren (Influenzavirus Typ A, B oder C)
  • Erkrankungsgipfel liegt im Winter, periodisch treten größere Epidemien auf
  • Todesfälle sind meldepflichtig

Ursachen

  • Tröpfcheninfektion
  • Viren sind genetisch variabel, d. h. sie verändern sich ständig, daher kann ein Patient, der aufgrund einer Infektion oder Impfung bereits Antikörper gebildet hat, trotzdem mehrmals an Influenza erkranken

Symptome

  • Nach Inkubationszeit: 1 bis 3 Tage: Fieber mit starkem Krankheitsgefühl
  • Husten, Halsschmerzen, Schnupfen, Kopf- und Gliederschmerzen
  • Bei 80% der Patienten verläuft eine Influenza ohne oder nur mit leichten Symptomen

Diagnostik

  • Rötung der Rachenschleimhaut
  • BSG erhöht, ggf. Leukopenie
  • Virus oder Virusantigene sind Evtl. Im Rachenspülwasser nachweisbar

Therapie

Behandlung erfolgt symptomatisch

  • Fieber: reichlich Flüssigkeitszufuhr
  • Abschwellende Nasentropfen
  • Fiebersenkung und Schmerzmittelgabe (Bsp. Paracetamol)
  • Inhalation, evtl. hustendämpfende Medikamente

Komplikationen

  • Besonders bei älteren, abwehrgeschwächten Patient
  • Pneumonie
  • Superinfektion mit Bakterien (Bsp.: Staphylokokken) » Otitis media, Sinusitis
  • Myokarditis Meningitis bzw. Enzephalitis

Prophylaxe

  • Menschenansammlungen besonderes im Winter vermeiden
  • Relativer Schutz durch jährliche Schutzimpfung im Herbst

Erkrankungen der Pleura

Pleuraerguss

Definition: Flüssigkeitsansammlung im Pleuraspalt

Ursachen

  • Bösartige Tumoren (60%) , z. B. metastasierende Mammakarzinome, Bronchialkarzinome,
  • Infektionen (30%), z. B. Tuberkulose, Pneumonie,
  • dekompensierte Herzinsuffizienz, Pankreatitis sowie Kollagenosen

Unterscheidung

  • Transudat: Ergussflüssigkeit tritt aus den Kapillaren aus, z. B. aufgrund einer Lungenstauung bei Linksherzinsuffizienz. Sie ist seriös, enthält kaum Eiweiß, wenig Zellen und Bakterien
  • Exudat: Ergussflüssigkeit wird von dem umliegenden Gewebe produziert. Sie ist seriös, eitrig, fibrinös oder blutig, enthält größere Menge an Eiweißen. Je nach Ursache des Erguss können auch Bakterien, Blutbestandteile, Cholesterin oder Tumorzellen in der Flüssigkeit nachgewiesen werden

Symptome

  • Die Flüssigkeit in der Pleurahöhle kann das Lungengewebe verdrängen. Je nach Flüssigkeitsmenge (wenige Milliliter bis mehrere Liter treten in unterschiedlicher Stärke Atemnot und Druckgefühl in der Brust auf

Diagnostik

  • Lungenauskulation: abgeschwächtes Atemgeräusch über de Pleuraerguss
  • Röntgen-Thorax: ab etwa 300 ml ist der Erguss zu erkennen: durch die Flüssigkeitsansammlungen erscheinen die Zwerchfellskuppeln abgeflacht
  • Sonographie: Flüssigkeit ab ca. 50 ml nachweisbar
  • Pleurapunktion : unter örtlicher Betäubung wird unter sterilen Bedingungen der Pleuraerguss punktiert und Flüssigkeit entnommen. Diese wird chemisch, bakteriologisch und zytologisch untersucht. Behindert der Erguss die Atmung, werden größere Mengen Flüssigkeit abgelassen

Therapie

  • Therapie der Grunderkrankung
  • Pleurodese : bei immer wiederkehrenden Pleuraergüssen wird mit einer speziellen Technik das Rippenfell mit dem Lungenfell verklebt, um eine Ergussbildung zu verhindern

Pleuritis

Definition: Entzündung der Pleura

Ursachen

  • Entsteht meist sekundär als Folge einer anderen Lungenerkrankung, z. b. Tuberkulose, einer Pneumonie oder eines Tumors von Lunge oder Pleura
  • aber auch eine Urämie oder eine Lungen- oder Herzinfarkt, Pankreatitis oder Kollagenosen

Unterscheidung

  • Pleuritis sicca: ohne Pleuraerguss
  • Pleuritis exsudativa: entzündete Pleura gibt Flüssigkeit in die Pleurahöhle ab » Pleuraerguss
  • Trockenen Form geht meist in die feuchte Form über

Symptome

  • Pleuritis sicca: stechende Schmerzen bei der Atmung » Schonatmung
  • Tritt ein Pleuraerguss auf, lassen die Schmerzen häufig nach
  • Verdrängt der Peuraerguss das Lungengewebe, hat der Patient Atemnot

Diagnostik

  • Lungenauskulation: Reibegeräusche beim Atmen, die wie Lederknarren klingen, bei einem Pleuraerguss sind die Geräusche abgeschwächt oder aufgehoben
  • Röntgen-Thorax: Zwerchfellhochstand, Verschattung bei Pleuraerguss
  • Sonographie: Flüssigkeit ab ca. 50 ml nachweisbar
  • Pleurapunktion : bei einem Pleuraerguss und Untersuchung der Ergussflüssigkeit
  • Blut : CRP erhöht, BSG erhöht, Leukozytose

Therapie

  • Therapie der Grunderkrankung
  • Analgetika, damit durch Schonatmung keine Pneumonie entsteht


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