Autor/in: Cordula

Bau des Herzens

Diastole (Erschlaffungsphase)

Die Diastole ist die Erschlaffungsphase des Herzens. Sie unterteilt sich in folgende zwei Phasen:

  • isovolumetrische Entspannungszeit
  • Füllungszeit

Während der isovolumetrischen Entspannungszeit entspannt sich der Herzmuskel, ohne sich mit Blut zu füllen. Während dieser Phase sind alle Herzklappen geschlossen. In der anschließenden Füllungszeit kommt es zur Füllung beider Kammern mit Blut aus den Vorhöfen, wobei die letzte Phase dieser Füllung durch eine aktive Kontraktion der Vorhöfe zustandekommt. Dabei sind die Segelklappen geöffnet.
Die Öffnung der Segelklappen erfolgt, wenn der Druck im Ventrikel den Vorhofdruck unterschreitet.
Die Füllung der Vorhöfe findet während der Systole durch eine Sogwirkung statt. Der rechte Vorhof füllt sich mit Blut aus oberer und unterer Hohlvene, der linke Vorhof mit Blut aus der Lungenvene.

Entspannungszeit

  • Segelklappen geschlossen
  • Taschenklappen geschlossen

Füllungszeit

  • Segelklappen offen
  • Taschenklappen geschlossen

Herztöne

Die Herzaktion ergibt äußere, an der Brustwand hörbare Signale, die Herztöne, die man mit einem Stethoskop hören kann. Physiologisch unterscheidet man zwei gut von einander unterscheidbare Herztöne.

Erster Herzton

  • Schluß der Segelklappen
  • dumpfer, längerer Ton
  • zu Beginn der Systole

Zweiter Herzton

  • Schluß der Taschenklappen
  • heller, kürzerer Ton
  • zu Beginn der Diastole

EKG

Die Erregungsausbreitung im Herzen kann als elektrische Potentialänderung mittels spezieller Elektroden von der Brustwand abgeleitet werden (EKG = Elektrokardiogramm). Hierzu werden verschiedene Elektroden an der Brust angebracht, die die im mV-Bereich liegenden elektrischen Spannungen von der Brustwand ableiten und aufzeichnen. Das EKG zeigt typische Änderungen bei vielen Erkrankungen und gibt somit wertvolle klinische Hinweise.

Die Wellen und Strecken des EKG geben jeweils bestimmte Phasen der Erregungsausbreitung wieder:

P-Welle:
Erregungsausbreitung über die Muskulatur der Vorhöfe
PQ-Strecke:
Erregungsleitung vom Vorhof zur Kammer über den AV-Knoten
QRS-Komplex:
Erregungsausbreitung über die Muskulatur der Kammern
T-Welle:
Erregungsrückbildung der Kammern

Die Erregungsrückbildung der Vorhöfe fällt zeitlich in den QRS-Komplex und ist deshalb nicht sichtbar.

Herz-Kreislaufsystem (kardio-vaskuläres System)

Gefäßwände bestehen grundsätzlich aus:

  • Intima (innere Schicht Endothel, lockeres BGW)
  • Media (glatte Muskelfasern, elast. BGW)
  • Adventitia (äußere Schicht, lockeres BGW)

Arterien:

Hochdruckgefäße

Herznahe Art.: elast. Typ

Tunica Media enthält überwiegend elast.Faser

Herzferne Art.: muskulärer Typ

Tunica Media enthält überwiegend glatte Muskelzellen

Venen:

  • Kapazitätsgefäße
  • 2/3 des Blutvolumens
  • Niederdruckgefäß
  • Wand ist dünner als Arterienwand
  • innere Schicht des Venengefäßes bildet Taschenklappen

Arteriolen : kleinste Arterien

Kapillare:

  • Blut fließt sehr langsam
  • Kapillarwand porös, bzw. semi-permeabel
  • Stoffaustausch
  • Besteht nur aus einer Schicht – Endothel/ Intima

Schichtaufbau einer Arterie

Von innen nach außen:

  • Gefäßlumen
  • Gefäßendothel
  • Feines Bindegewebe
  • Tunica Media (elast. Fasern + glatte Muskelzellen)
  • Adventitia (tunica externa; elast. Fasern + BGW)
  • Vasa Vasorum: kleinste Blutgefäße auf der Außenwand der großen Gefäße, dienen zur Ernährung der Wand

Venöser Blutrückfluss

Venöser Blutrückfluss, wird ermöglicht durch:

  • Klappen
  • Arteriovenöse Kopplung
  • Sogwirkung des Herzen (rel. gering)
  • RR (rel. gering)
  • Muskelpumpe (d.h. Skelettmuskulatur die die Venen umgibt)

Regulation der Durchblutung

Die Vasokonstriktion bzw. Vasodelatation kann geregelt werden durch

  • Nerven des vegetativen NS (z.B. Sympathicus wirkt hauptsächlich Gefäßverengend)
  • Hormone (Histamin wirkt gefäßverengend)
  • Lokale Reize (Autoregulation, z.B. O2-Mangel im Gewebe, wirkt gefäßerweiternd

Krampfadern (Varizen)

 

Venenschwäche » Klappen können nicht genügend schließen

  • durch Klappenfehlfunktion
  • durch vergrößertes Gefäßlumen
  • Der RR ist abhängig von:
  • HZV
  • Peripherer Widerstand
  • Blutvolumen

Die Größe des Widerstandes in den Gefäßen ist abhängig von:

  • Durchmesser der Gefäße
  • Viskosität des Blutes
  • Länge des Gefäßabschnittes
In Aorta

in A. brachialis

Systolischer RR

120 mmHG

100-145 mmHG

Diastolischer RR

80 mmHG

60 – 80 mmHG

 

Der RR variiert innerhalb des Herz-Kreislaufsystems, z.B.

Aorta                    120 mmHG

Arteriolen       30 – 70 mmHG

Kapillaren                20 mmHG

Herznahe Venen     2-4 mmHG

Normaler RR: 120/80

Hypertonie:     160/95

Hypotonie:        90/60

Wichtige Fremdwörter

AnteriorVorn
AscendensAufsteigend
AxisAchse
BrachionArm
IliacaDas Becken betreffend
CarotisKopf
CephalKopf
ClaviculaSchlüsselbein
Communisgemeinsam
CostaRippe
DescendensAbsteigend
DexterRechts
FemurOberschenkel
HeparLeber
DorsalisRückenwärts
Inferiorunten
InterZwischen
LienMilz
MesenteriumInneres
PedisFuß
PosteriorHinten
RadiusSpeiche
RenNiere
SinisterLinks
SubUnter
SuperiorOben
TibiaSchienbein
TruncusStamm
UlnaElle
VertebralisWirbelsäule betreffend

Arterielles System

Aus der linken Herzkammer führt die Aorta in den Körper. Direkt zu Beginn führt die A. coronaria sinistra und dextra ab. Danach steigt die Aorta auf ( A. Ascendens ), verläuft im Bogen oberhalb des Truncus pulmonalis und zieht dann abwärts ( Aorta descendens ).

Am Aortenbogen entspringen mehrere große Arterien.

Rechts der Truncus brachiocephalicus . Dieser Gefäßstamm teilt sich nach wenigen Zentimetern in die A. subclavia dextra (rechte Schlüsselbeinarterie) und die A. Carotis communis dextra (rechte gemeinsame Halsschlagader).Der A. subclavia dextra entspringt nach kurzer Zeit die A. vertebralis dextra (Kopfarterie). Weiter den Aortenbogen entlang zweigen nun A. Carotis communis sinistra und die A. subclavia sinistra ab. Auch hier entspringt der subclavia die A. vertebralis sinistra.

Die beiden Karotiden teilen sich in der Carotisgabelung in die A. carotis externa und in die A. Carotis interna.

Die Aa. Subclavia ziehen zur Achsel und geben dabei mehrere Äste ab. Dazu gehören die rechte und linke A. Vertebralis (Wirbelschlagader). In der Achsel ändert die A. subclavia ihren Namen in A. axilliaris . Diese zieht weiter zum Oberarm und heißt dort A. brachialis . In der Ellenbeuge teilt sie sich in die A. radialis (Speichenschlagader) und in die A. ulnaris (Ellenschlagader) und führt zum Arterienbogen der Hand.

Als Aorta descendens verläuft sie entlang der Wirbelsäule und gibt dort die Aa. Intercostalis ab (verlaufen entlang Rippen). Danach passiert sie das Zwerchfell und tritt in das Retroperitoneum (Brustaorta » Bauchaorta). Im Bauchraum zweigt sich zunächst der Truncus coeliacus ab. Ein kräftiger Arterienstamm der die A. gastrica sinistra (Magen), A. hepatica communis (Leber) und die A. lienalis (Milz) bildet.

Weiter unten gibt die Aorta die A . mesenterica superior und inferio r ab (Darm). Auf der selben Höhe zweigen die Nierenarterien ab ( Aa. renales ).

Vor dem 4. Lendenwirbel gabelt sich die Aorta in die A. iliaca communis sinistra und dextra , die sich wieder in die linke und rechte A. iliaca interna und externa teilen. Die A. iliaca externa zieht den Oberschenkel weiter und wird zur A. femoralis und läuft dann als A. poplitea durch die Kniekehle.

Unterhalb der Kniekehle teilt sie sich in die A. peronea (Wadenbeinschlagader), in die A. tibialis anterior   (vordere Schienbeinschlagader), welche später zur A. dorsalis pedis wird, und die A. tibialis posterio r (hintere Schienbeinschlagader)


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