Autor/in: Holger Gierth

Zwischenprüfungsvorbereitung
Fach: Anatomie

1. Aufbau einer Zelle und Differenzierung menschlicher Zellen.

Die Zelle = Cella = Kammer

  • kleinster lebensfähiger Baustein sämtlicher Lebewesen
  • die größte menschliche Zelle ist die weibliche Eizelle
  • Form der Zelle hängt von den Aufgaben ab und ist veränderlich, z. B. Anpassung der Umgebung.

Aufbau:
Zellkern (mit dem Erbgut respektive Chromosomen)
Zytoplasma (bildet die wässrige Grundsubstanz)
Zellorganellen (liegen im Zytoplasma und übernehmen verschiedene Teilaufgaben)

  • Ribosomen (wichtig für die Eiweißsynthese)
  • Endoplasmatisches Retikulum (steuert Stoff- & Flüssigkeitstransport)
    – Golgi – Apparat (hier befinden sich kleine Bläschen, die Golgi – Vesikel, in denen sich Ausscheidungsprodukte der Zelle z. B. Hormone befinden)
  • Mitochondrien (Energielieferant oder „Kraftwerk“ der Zelle)


Zellmembran = Zytoplasmamembran

  • besteht aus Proteinen & Lepide
  • Es ist semipermeable (halbdurchlässig)
  • schirmt die Zelle nach außen ab
  • dient dem aneinanderheften der Zellen
  • Es ist Rezeptor für bestimmte Hormone

Chromosomensatz des Menschen:

  • Die 46 Chromosomen der menschlichen Körperzellen bestehen aus 23 Chromosomen – Paaren
  • 2 der 46 Chromosomen sind die Geschlechtschromosomen & unterscheiden sich bei

Mann und Frau:
Männer haben ein X und ein Y-Chromosom
Frauen haben zwei X-Chromosomen

Arten der Zellteilung:

• Mitose
Mutterzelle teilt sich in 2 erbgleiche Tochterzellen (Replikation)
• Meiose
Teilung der Geschlechtszellen während der Keimzellbildung (Reifeteilung)

2. Aufbau und Funktion der oberen Luftwege.

Obere Luftwege:
-Nase
-Nasennebenhöhle
-Rachenraum

Nase:
Begrenzung der Nasenhöhle: nach unten vom harten Gaumen und nach oben vom Siebbein der Schädelbasis.
Die Seitenwände werden vom Oberkieferknochen gebildet. Die Nasenhöhle wird durch die Nasenscheidewand geteilt.
Funktionen:

  • Erwärmung, Vorreinigung und Anfeuchtung der Atemluft
  • Beherbergung des Riechorgans
  • Resonanzraum für die Stimme

Auf der Oberfläche der Nasenhöhle befindet sich ein Flimmerepithel. Dieses kann Fremdkörper nach außen befördern. Dazwischen liegen Becherzellen, die Schleim produzieren.

Nasennebenhöhlen:
sind paarig angeordnet.

  • Stirnhöhlen
  • Kieferhöhlen
  • Siebbeinzellen
  • Keilbeinhöhlen

Die Nasennebenhöhlen vermindern das Gewicht des Schädels, und dienen als Resonanzraum.
Der Tränennasengang mündet in den unteren Nasengang.

Rachen:
Der Rachen ist ein Muskelschlauch, der sich von der Schädelbasis bis zur Speiseröhre erstreckt. Der Kehldeckel (Epiglottis) dient als Schaltstelle zwischen Luft- und Speiseröhre, die sich in diesem Bereich kreuzen.
Als Nasenrachen wird das obere Drittel des Rachenraums bezeichnet. In ihn münden die hinteren Nasenöffnungen und die Ohrtrompeten. Hier liegt auch die Rachenmandel.
Der Mundrachen ist der mittlere Abschnitt des Rachenraums. Er hat eine weite Öffnung zum Mundraum. In ihm liegen seitlich die beiden Gaumenmandeln.
Der untere Abschnitt des Rachens heißt Kehlkopfrachen. Hier findet auch der Schluckakt statt.

3. Aufbau und Funktion der Lunge.

Funktion:
Die Lunge dient der Atmung: dem lebenswichtigen Austausch von Sauerstoff und Kohlendioxid zwischen Blut und Außenwelt.

Aufbau der Lunge:

  • Lungenbasis ist der Teil der Lunge, der auf dem Zwerchfell liegt
  • Lungenspitze ist der obere Teil
  • Lungenhilus ist die Eintrittspforte für:
    → Bronchialäste
    → Blutgefäße
    → Lymphgefäße
  • linke Lunge teilt sich durch eine schräg verlaufende Spalte
    in obere und untere Lungenlappen

weitere Unterteilung: in 9 – 10 Segmente
– Rechte Lunge unterteilt sich in 3 Lungenlappen
weitere Unterteilung: in 10 Segmente.

Pleura: (Brustfell)
Lungenfell und Brustfell zusammen
(sie bilden zwischen sich den Pleuraspalt,
wo sich Gleitflüssigkeit befindet, die vom Lungen- und Rippenfell gebildet wird
& wo sich ein Unterdruck befindet, der die Lunge in ihrer Form aufrechterhält)

Einatmung = Inspiration
Zwerchfellmuskel spannen sich an
die Zwerchfell kuppel wird abgesenkt
äußere Zwischenrippenmuskeln kontrahieren
heben den Brustkorb an
das Thorax Volumen nimmt zu

Ausatmung = Exspiration
Zwerchfell entspannt
Zwerchfell kuppel wird angehoben
innere Zwischenrippenmuskeln kontrahieren sich
senken den Brustkorb ab
das Thorax Volumen nimmt ab

Auxiliar Atmung z. B. bei Atemnot
ist die Zuhilfenahme der Atemhilfsmuskulatur

4. Aufbau und Funktion des Magens.

Der Magen = Gaster
Bereitet die Nahrung chemisch und mechanisch auf die Weiterverdauung vor
& gibt sie portionsweise an den Dünndarm weiter.

Lage:

Magen Bild

Kardia – linker Oberbauch unter dem Zwerchfell
Pylorus – rechter Oberbauch
Form und Lage richtet sich nach der Körperhaltung und dem Füllungszustand.

Fassungsvermögen und Passagezeit:
max. 1,5l
Mittelwert der Passage ca. 3 Stunden; individuell verschieden
KH 1 – 2 Std.
Ew 3 Std.
Fette 4 – 5 Std.

Abschnitte:
Magenmund – Kardia / hier endet der Ösophagus
Magengrund – Fundus / erhebt sich kugelförmig links von der Kardia
im Stehen sammelt verschluckte Luft
Magenkörper – Korpus / ist der eigentlich senkrecht verlaufende Teil
„Speisebehälter“
Magenausgang – Antrum / Vorraum des Pylorus

Magennerven:
– Parasympathikus› fördert die Sekretion und Gefäßweitstellung
– Sympathikus ist der Gegenspieler.

Schleimhaut des Magens
– enthält gerade schlauchförmige Drüsen, die den Magensaft bilden und abgeben
– Magensaft ist eine wässrige Flüssigkeit, die Salzsäure (pH 0,9 bis 1,5) und das eiweißspaltende Verdauungsenzym Pepsin enthält.
– Die Magenschleimhaut schützt sich vor einer Schädigung durch den sauren Magensaft, indem sie eine dicke oberflächliche Schleimschicht bildet.

  • Die Magendrüsen setzen sich aus drei verschiedenen Zelltypen zusammen: Hauptzellen
    Sie bilden eine inaktive Vorstufe des eiweißspaltenden Enzyms Pepsin, das Pepsinogen. Dieses Pepsinogen wird erst durch Kontakt mit der Magensäure zu Pepsin umgewandelt und aktiviert. Auf diese Weise wird eine Zerstörung der Magendrüsen durch Selbstverdauung verhindert.
  • Belegzellen
    Die Belegzellen, auch Parietal Zellen genannt, produzieren die für die Bildung der Magensäure notwendigen Wasserstoffionen.
    Überdies bilden sie den sogenannten Intrinsic-Faktor, einen Stoff, der für die Resorption (=Aufnahme) von Vitamin B12 im unteren Dünndarm zwingend erforderlich ist.
  • Nebenzellen
    Die Nebenzellen sondern einen Schleim ab, der Hydrogencarbonat-Ionen enthält. Durch seinen alkalischen Charakter trägt dieser Schleim zur Regulierung des pH-Wertes im Magen bei und schützt die Schleimhaut auf diese Weise vor Läsionen (lat. = Verletzungen, Schäden).

5. Aufbau und Funktion des Dünndarms.

Funktion:
spaltet die z. T. schon aufgespaltenen Nährstoffe weiter auf bis in die kleinsten Bausteine (Moleküle)
resorbiert die Spaltstoffe
Transportfunktion

Dünndarmwand:
Mukosa = Schleimhaut
Submukosa = Bindegewebe
Muskularis = Muskeln
Serosa = Bauchfell

Allgemeines:
– ca. 3 – 5 m lang
– gliedert sich in:

  • Duodenum
  • Jejunum / zwei 5tel
  • Ileum / drei 5tel

– Passage Zeit 7 – 9 Std.

Duodenum:

  • ca. 25 cm lang
  • C – Förmig
  • Beginnt am Pylorus mit einer Erweiterung
  • im absteigenden Teil mündet auf einer Erhebung
    die Ausführungsgänge des Pankreas & der Gallenblase

die Papille wird durch einen Schließmuskel verschlossen

  • Brünnersche Drüse kommt nur hier vor
    Sie produzieren einen alkalischen Schleim, der die anfallende Menge an saurem Mageninhalt neutralisiert
  • geht über Jejunum

Dünndarmschleimhaut:

  • ringförmig verlaufende Falten = Kerckringschen Falten
  • auf den Falten befinden sich die Zotten, zum Ileum hin abnehmend
  • Krypten = Einstülpungen
  • Schleimhautzellen liegen dicht nebeneinander & wissen kleinste Zytoplasma Ausstülpungen auf (Mikrovilli)
  • zwischen den Zotten liegen die Lieber kuhnschen Drüsen & produzieren Verdauungssaft

6. Aufbau und Funktion des Dickdarms.

Letzter Abschnitt des Verdauungskanals ist der Dickdarm bis zum Rektum

Folgende Abschnitte:
Caecum = Grimmdarm mit Appendix
Colon ascendens
Colon transversum
Colon descendens
Sigma = S – förmig mit Rektum = Mastdarm

Aufgaben des Dickdarms:

  • Resorption von Wasser u. Elektrolyten – (die ca. 500 ml Darminhalt, die tgl. In den Dickdarm kommt, werden auf ca. 100-200ml eingedickt)
  • Umwandlung des Darminhaltes in Stuhl durch Gärung u. Fäulnisprozesse

Allgemeines:

  • Länge ca. 1,5 m
  • Wird in mehrere Abschnitte unterteilt (6)
  • Bildet einen nach unten hin offenen Rahmen des Dünndarms
  • Größeres Lumen als Dünndarm
  • Passage Dauer des Darminhaltes : 25–30 Std.
  • Resorption von Wasser und Elektrolyten

Abschnitte:
Blinddarm _ Caecum

  • Liegt im rechten Unterbauch
  • Buchtet sich als (blind endendes) Anfangsteil des Dickdarms, unterhalb der

Ileozäkalklappe (Dickdarmklappe, Rückfluss normalerweise ausgeschlossen, wirkt wie ein Ventil) nach unten aus.

  • Ca. 8 cm lang
    • Am Ende des Blinddarms befindet sich der Appendix (Wurmfortsatz) reich an

Lymphzellen – Abwehrfunktion

Colon ascendens = aufsteigender Ast
Verläuft an der rechten Bauchwand bis zur Leber, hier geht er mit einer scharfen Biegung in das

Colon transversum = quer verlaufend über, am linken Oberbauch, mit einem scharfen Knick in das

Colon descendens = absteigend, im linken Unterbauch geht es über in das.

Sigma = s-förmig, geht vor dem 2. – 3. Kreuzbeinwirbel über in das Rectum
respektive Mastdarm.

Rectum:

  • 15-20 cm lang, mit dem Anus (After) Öffnung zur Körperoberfläche
  • im oberen Bereich des Rektums befindet sich die Ampulle (stark erweiterungsfähig) ;
    Dehnung respektive Füllung der Ampulle erzeugt Stuhldrang
  • Verweildauer des Stuhls ca. 30–120 Std.
  • Der Anus wird mit 2 Schließmuskeln umschlossen
    1. innere Schließen. = M. Sphincter ani intemus = nicht willkürlich beeinflussbar
    2. äußere Schließmuskeln = M Sphincter ani externus = willentlich beeinflussbar
  • kurz vor dem Anus zeigt die Schleimhaut 6–10 wulstartige Längsfalten mit
    ausgeprägtem Gefäßgeflecht, sie wirken wie Schwellkörper u. ergänzen den analen
    Abschluss. Erweiterungen der Gefäße führen zu Hämorrhoiden.

Dickdarmwand:
Mukosa = Schleimhaut

  • weniger Oberflächenvergrößerung als im Dünndarm
  • viele Becherzellen schleime, macht den zunehmend festeren Stuhl gleitfähiger
  • geringere Menge resorbierender Epithelzellen (beschränkte Resorption gegenüber
    des Dünndarms) Verhältnis von Epithelzellen und Becherzellen ist gegenüber dem
    Dünndarm umgekehrt.
  • Lieberkühnschen Zellen kommen zahlreich vor – produzieren sauren Schleim

Submukosa:
Muskularis:

  • Innere Ringmuskulatur
  • Äußere Längsschichten, aufgeteilt in 3 Längsmuskelstreifen Tänien

Serosa
Besonderheit sind die Haustren = durch halbmondförmige Einschnürungen bilden sich Ausbuchtungen; die Haustren können mit der Peristaltik wandern – fließen der Haustren.

Darmflora:
Im Gegensatz zum Dünndarm besitzt der Dickdarm eine physiologische Bakterienflora – Darmflora.

Sie wird gebildet durch:

  • Coli-Bakterien
  • Pseudomonas u. Proteus -Gärung Zersetzung von unverdauten KH
  • Dann Bakterien synthetisieren Vitamin K — Fäulnis – Zersetzung der nicht resorbierten Ew
  • Bei den Abbauvorgängen entstehen Darmgase, 90 % werden resorbiert und in Leber u. Niere entgiftet
  • Fette, wenn sie unverdaut in den Dickdarm gelangen, werden unverändert ausgeschieden

7. Physiologie der Verdauung.

Der Körper muss nicht nur sich selbst erhalten, und sich durch Wachstum vergrößern, er benötigt auch Energie, um die Körpertemperatur gleich zu erhalten, sowie die chemische und mechanische Arbeit zu leisten. Die dafür nötige Energie wird ihm durch die Nahrungsmittel zugeführt.
Der Verdauungsapparat ist ein langer, von Schleimhaut ausgekleideter Schlauch, dem Drüsen zugeordnet sind. Ihre Produkte dienen dem Abbau der aufgenommenen Nahrungsmittel.

Unter Verdauung verstehen wir die Zerkleinerung der aufgenommenen Nahrung, ihre Lösung in Wasser und den Abbau durch Fermente in einfache Bestandteile, welche von der Schleimhaut des Magen-Darm-Kanals aufgenommen werden.

Zum Verdauungstrakt gehören:

  • Mundhöhle,
  • Speiseröhre,
  • Magen,
  • Dünndarm,
  • Leber mit Gallenblase,
  • Bauchspeicheldrüse,
  • Dickdarm,
  • Mastdarm und Analkanal.

Der Verdauungsvorgang
Mundverdauung:

  • Abbeißen und Zerkleinern der Nahrung
  • Einspeichelung
  • Beginn der Verdauung der Stärke durch Speichel-Amylase (Ptyalin)
  • Abbau der Stärke von Mehrfachzucker zu Zweifachzucker
  • Schlucken des eingespeichelten Bissens

„Gut gekaut ist halb verdaut.“

Magenverdauung:

  • Bildung von Magensaft (Gastrin)
  • Peristaltische Bewegung der Magenmuskulatur verstärken die
  • Absonderung von verdauendem Magensaft
  • Die in der Mundhöhle begonnene Verdauung von Stärke geht weite
  • Beginn der Eiweißverdauung durch Kathepsin und Pepsin
  • Einwirkung des Labferments auf die Milcheiweiße
  • Salzsäure Wirkung im Magensaft
  • Bakterienvernichtung und Verquellung

Darmverdauung

  • Bildung von Bauchspeichel: Pankreas-Amylase spaltet Zweifachzucker zu Einfachzucker
  • Trypsinogen und Chynotrypsine, Pankreaslipase und Cholinesterase bauen einen Teil der Fette zu Glycerin und Fettsäure (FS) ab
  • Die Gallensäuren zerteilen die Fette
  • Erepsin bauen Eiweiße in Aminosäuren ab
  • Maltase, Saccharase und Galactosidase bauen die Zucker zu Traubenzucker ab
  • Darm Lipase baut Fett in Fettsäuren ab
  • Stoffaufnahme im Dünndarm
  • Eiweiß wird in Form von Aminosäuren (AS)
  • KH in Form von Traubenzucker
  • Fette als Glycerin und FS aufgenommen

8. Aufbau und Funktion der Leber.

Die Aufgaben der Leber umfassen:

  • Die Blutbildung beim Fetus bis zum 7. Schwangerschaftsmonat;
  • die Bildung eines Aminosäure-Pools für die Proteinbiosynthese;
  • die Bildung von Harnstoff als „entgifteter Ammoniak“ und wasserlösliches Endprodukt des Aminosäurestoffwechsels;
  • Aufbau des Speicherkohlehydrates Glykogen durch Gluconeogenese aus glucoplastischen Aminosäuren oder durch Abbau von Kohlehydraten;
  • Synthese und Abbau der Lipoproteine als zentrales Organ des Fettstoffwechsels;
  • Abbau und Ausscheidung des Blutfarbstoffs in Form von Bilirubin;
  • Synthese von Cholesterol und der hieraus abgeleiteten Gallensäuren;
  • Überführung von Fremdstoffen in wasserlösliche Derivate;
  • Synthese der Gerinnungsfaktoren;
  • die Regulation des Säure-Basen-Haushaltes;
  • die Phagozytose von Bakterien sowie körpereigener und körperfremder Zellbestandteile;
  • die Regulation von Spurenelement- und Vitaminstoffwechsel.

Die Leber hat viele Funktionen. Sie ist eine Fabrik, die viele Substanzen herstellt, aber auch das chemische Gleichgewicht im Körper aufrechterhält. Unser Körper macht eine Reihe von Abbauprodukten, die nur von der Leber entsorgt werden können. Die Leber spielt eine zentrale Rolle im Abbau von Medikamenten. Diese werden von der Leber aufgenommen, abgebaut und ausgeschieden. Sie ist strategisch zwischen Darm und den Rest des Organismus eingebaut, sodass sie als Filter wirken kann und z. B. verhindert, dass Bakterien aus dem Darm in die Blutbahn gelangen. Wegen dieser strategischen Lage ist sie auch ein wichtiges Organ unseres Abwehrsystems.
→ Die Leber ist, mit etwa 1,5 kg Gewicht, die größte Drüse des menschlichen Körpers.
→ Sie liegt größtenteils im rechten Oberbauch.
→ Die Leber ist in zwei unterschiedlich große Lappen, den größeren rechten und den kleineren linken Leberlappen unterteilt.
→ Die Hauptmasse der Leber liegt unter dem rechten Zwerchfell kuppel und ist an deren Form angepasst.
→ Der linke Leberlappen reicht weit über die Mittellinie hinaus in den linken Oberbauch.
→ Die Leber folgt den Atembewegungen des Zwerchfells und tritt bei der Einatmung tiefer, bei der Ausatmung wieder höher.

9. Das Herz.

=Cor
(wiegt ca. 300g)

Herz + Gefäße = Kardiovaskuläres System

Lage:
Mediastinum
2/3 linker– und 1/3 rechter Brustkorb

Begrenzung & Schutz:

  • Rippen, Brustbein, Wirbelsäule
  • Zwerchfell
  • Speiseröhre
  • Große Gefäße

Aufbau:
Septum (teilt das Herz in rechtes und linkes Herz ein)
das rechte Herz pumpt CO₂ angereichertes Blut in die Lunge
das linke Herz pumpt O₂ angereichertes Blut in den Körperkreislauf
Rechtes Herz:
Vorhof = Atrium
3 zipfelige Segelklappe = Trikuspidalklappe
Kammer = Ventrikel
Obere und untere Hohlvene
Taschenklappe = Pulmonal klappe
Lungenarterie
Linkes Herz:
Vorhof = Atrium
2 zipfelige Segelklappe = Mitralklappe
Kammer = Ventrikel
Taschenklappe = Aortenklappe
Aorta

Aufbau der Herzwand:
(von innen nach außen …)

  • Endokard = Innenschicht
  • Myokard = Muskelschicht
  • Epikard = Außenschicht
  • Perikard = zusätzliche Außenschicht
    Epikard & Perikard bilden zusammen den Herzbeutel, welcher teilweise mit dem Zwerch- & Lungenfell verwachsen ist.

Erregungsleitung des Herzens:
Sinusknoten – Schrittmacher (Lage: rechte Vorhofwand)/ ca. 70 Schläge/Min.
AV-Knoten – Lage: zwischen Atrium und Ventrikel
His Bündel – kurze Strecke und teilt sich in
Tawara Schenkel – Kammerschenkel
Purkinje Fasern

Arbeitsphasen des Herzens:

  • Systole = Arbeitsphase oder Kontraktion / 1. Herzton; 2. Herzton beim
    Verschließen der Taschenklappen.
  • Diastole = Erholungsphase

Herzkreislauf:
Das verbrauchte Blut aus dem Körper strömt durch den rechten Vorhof in die rechte Herzkammer und wird von dort durch die Lungenschlagader in die Lungen gepumpt. Dort wird es „runderneuert“: Es gibt die „Schlacke“ Kohlendioxid ab und nimmt stattdessen eingeatmeten Sauerstoff auf. Dieses aufgefrischte Blut gelangt aus der Lunge über den linken Vorhof in die linke Herzkammer und wird in den sogenannten arteriellen Kreislauf gepumpt: über die Aorta, unsere Hauptschlagader, in die Arterien, von dort in die noch kleineren Arteriolen und zum guten Schluss in die Haarfeinen Kapillaren, die selbst in der äußersten Zehenspitze landen. Hier liefert das Blut Sauerstoff und Nährstoffe ab, nimmt Kohlendioxid und andere „Abfälle“ auf und fließt über den venösen Kreislauf – Venolen, Venen, Hohlvene – zurück ins Herz, das es erneut in die Lunge pumpt – zur nächsten „Runderneuerung“.

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