Autor/in: Cordula

Bewusstsein

Definition: Bewusstsein wird als Gesamtheit und Ausdruck aller uns gegenwärtigen – also empfundenen – psychischen Vorgänge definiert

Der Mensch ist im Wachzustand bei klarem Bewusstsein, d. h. er ist seines Alters entsprechend örtlich, zeitlich, persönlich und situativ orientiert

Orientierung:

Zurzeit: Jahres-Tages-ggf. Uhrzeit
Zur Person: der Mensch weiß, wer er ist. Kann Angaben zur eigenen Person machen.
Zum Ort: der Mensch weiß, wo er sich befindet und er findet sich zurecht
Zur Situation: der Mensch ist in der Lage zu erkennen, in welcher Situation er sich befindet und wird sich dementsprechend verhalten


Kriterien zur Beobachtung des Wachzustandes

  • Denk- und Merkfähigkeit
  • Vorstellungskraft und Sprache
  • Reproduktionsfähigkeit und Koordination
  • Reaktions- und Handlungsfähigkeit
  • Orientierungs- und Durchhaltevermögen

Zur Beobachtung des Bewusstseinszustandes orientiert man sich an folgenden Kriterien

  • Sprache
  • Pupillenreaktion
  • Sensibilität, Reflexe und Motorik
  • Koordinationsfähigkeit und Reaktionsvermögen

Bewusstseinsstörungen

Definition: Unter Bewusstseinsstörungen werden alle Abweichungen, von der normalen Bewusstseinslage verstanden. Es handelt sich um Zustände, bei denen das Bewusstsein quantitativ (Somnolenz, Koma, Sopor) oder qualitativ (Delirien, Dämmerzustände) verändert ist.

Die quantitative Bewusstseinsstörung äußert sich in der Verzögerung im Ablauf der oben genannten Einzelfunktionen, wobei das Ausmaß der Verzögerung dem Grad der Bewusstseinsstörung weitgehend entspricht

Bewusstseinsstörungen und Befunde

Stadium: Ansprechbar/ wach
Sprache / Reaktion des Patienten: Adäquate Antwort, prompt, spontan, normal, Mimik differenziert, Befehle werden sofort ausgeführt
Sensibilität: Spürt schon leichte Berührungen mit den Fingerspitzen
Motorik: Bewegt, spontan und seitengleich

Stadium: Benommen
Sprache / Reaktion des Patienten: Zeitlich und örtlich desorientiert, einwandfrei weckbar, regelmäßig schweigend, Befehle werden verzögert ausgeführt, Mimik differenziert, unzusammenhängende Sprache, Verständnisschwierigkeiten, Echolalie
Sensibilität: Spürt Kneifen, Stechen
Motorik: Bewegt Seiten ungleich (Spontaneität, Kraft, Widerstand), nicht gezielt auf Befehl

Stadium: Somnolent
Sprache / Reaktion des Patienten: Desorientiert, apathisch, antriebslos, schläft ein, keine spontanen Worte, Lallen, Artikulation schlecht, Mimik undifferenziert
Sensibilität: Spürt Kneifen, Stechen
Motorik: Abwehrbewegungen, bei Schmerz gezielt

Stadium: Soporös
Sprache / Reaktion des Patienten: Völlig desorientiert, kein Schmerzlaut, nur mit Schmerz weckbar, Mimik nur bei Schmerz
Sensibilität: Spürt Stechen
Motorik: Abwehrbewegungen bei Schmerz ungezielt

Stadium: Koma
Sprache / Reaktion des Patienten: Keine Reaktion ablesbar
Sensibilität: Spürt nichts oder kann uns nicht mehr sagen, dass er spürt
Motorik: Keine Reaktion außer eigene Reflexe erkennbar

Glasgow-Koma-Skala

› Überprüfung des Bewusstseins mit unterschiedlicher Ausprägung von motorischen und verbalen Defiziten

Zu überprüfende Fähigkeit Reaktion des Patienten
Augen öffnen Spontan Punkte 4
Auf Ansprechend 3
Auf Schmerz (Z. B. Zwicken) 2
Auf Schmerz nicht 1
Beste motorische Antwort Auf Ansprechen Punkte 6
Auf Schmerz gezielt 5
Auf Schmerz ungezielt 4
Beugesynergismen 3
Strecksynergismen 2
Keine Schmerzabwehr 1
Verbale Antwort Koordiniertes Gespräch Punkte 5
Unkoordiniertes Gespräch 4
Einzelne Wörter 3
Unverständliche Laute 2
Keine Antwort 1

Je weniger der Patient an Punkten erreicht, desto „unwacher“ ist seine Bewusstseinslage

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