Autor/in: Marcel Kniephoff

Einsatzbericht im Krankenhaus

Darstellung der Einrichtung

Das J.-Krankenhaus gehört zu den Bürgern in S. seit der Errichtung 1956 dazu.

Das Krankenhaus bietet dem Patienten folgende Leistungen / Kriterien in verschiedenen Abteilungen zur Erhaltung der Gesundheit:

Kurze Darstellung des gesamten Krankenhausbildes:

  • Chirurgische Klinik, ambulant und stationär
  • Medizinische Klinik, unterteilt in
  • Gastroenterologie u. Diabetes
  • Geriatrie u. Rheumatologie
  • Dialyse u. Labor
  • Palliativmedizin u. Onkologie
  • Urologische Klinik, ambulant und stationär
  • Gynäkologische Klinik, ambulant   und stationär
  • Neurologische Klinik, stationär


Für Untersuchungen, Operationen, Präventionen und zur Befunderklärung werden weitere Abteilungen mit eingeschlossen wie Röntgenabteilung, Klinik für Anästhesiologie u. Intensiv- /Schmerztherapie sowie klinisches Labor stehen zur Verfügung.

In diesem Krankenhaus sind ca. 1000 Mitarbeiter beschäftigt ; davon sind 10 Mitarbeiter auf der Station A Abteilung: Innere Medizin, Schwerpunkt: Geriatrie und Rheumatologie. Herr X ist Pflegedienstleiter der Station A. Chefarzt: Prof. Dr. X, Oberarzt: Dr. H. und zwei Stationsärzte runden das Team komplett. Die Station A besetzt 32 Betten täglich, 2 Teams betreuen die Patienten im 24 -Stunden-R Rhythmus. Beide Teams besetzen beide Schichten im Früh- und Spätdienst mit fünf Pflegefachkräften, mit Ausnahme von Urlaub und Krankheitsausfall. Diese Berufsgruppe arbeitet im Krankenhaus auf der Station A: Krankenpfleger/Krankenschwester, Masseuere, Med. Bademeister, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Sozialpädagogen, Seelsorger und Schülerinnen vom Werk.

Das Konzept auf der Station ist nicht klar dargestellt, das Pflegepersonal, die Ärzte und Herr Prof. Dr. X sorgen für Gesundheit, Rehabilitation und Prävention einzelner Patienten. Die medizinische Klinik arbeitet sehr eng mit der geriatrischen Tagesklinik zusammen. Herr Prof. Dr. X betreut persönlich beide Abteilungen.

Krankheitsbild einer Patientin

Diese Patientin, Frau XY, kam mit Einweisungsdiagnose: Herzinsuffizienz, hoher Blutdruck, Diabetes Typ II, Rheuma und sie erlitt einen Pleuraerguss in der Lunge auf der Station A0: Geriatrie.

Sie wurde 1924 in Hamburg geboren und lebt seit 1955 in B. ; seit 1995 lebt sie bei Ihren Kindern in einem großen Familienhaus. Sie wird von einem Pflegedienst morgens, mittags und abends betreut. Angehörige sind jeden zweiten Tag zu Besuch bei Frau XY. Beim ersten Gespräch wurden alle wichtigen Informationen schriftlich dokumentarisch in einem Anamnesebogen und Stammblatt festgehalten und in der Krankenakte abgelegt. Diese Patientin erhält in ihrem vierwöchigen Aufenthalt diverse Untersuchungen wie Röntgen für den Thoraxbereich aufgrund ihrem Pleuraerguss, Sonografie, Laboruntersuchungen: Blut, Stuhlproben, Urin; sie erhielt einen Rheuma-Test:

Die Bestimmung des c-reaktiven Proteins dient als Nachweis für eine Rheumaerkrankung. Wegen Ihrer Herzinsuffizienz wurde ein Langzeit -EKG zur Bestimmung und Beobachtung Ihres Blutdrucks es und Kontrolle der Herzmuskelschwäche bei Belastungsgrenzen durchgeführt, da sie des Öfteren Beschwerden hatte beim Spazierengehen. Das Langzeit -EKG wurde über 24 Stunden verordnet. Ihr Blutdruck wurde mit einer Medikation in Tablettenform therapiert. Frau XY hat Diabetes mellitus II ; diese Zuckerkrankheit bestimmt Ihr Leben seit ca. 20 Jahren. Sie brauchte nicht eingestellt zu werden. Der Pflegedienst spritzt dreimal täglich eine halbe Stunde   vor dem Essen Normalinsulin, das rasch vor dem Essen wirkt. In ihrer Lunge fand man Wasser im Brustfell. Ich war mit ihr zur Ultraschall-Diagnostik und zur Punktion. Die Punktion erfolgte durch einen Einstich einer Hohlnadel im Hohlorgan, Ort: Brustfell. Anschließend wurde die Entnahme von Flüssigkeit (Wasser) vorgenommen, damit ihr Brustfell zur normalen Funktion zurückkehrt und Frau XY schmerzfrei wurde.

Pflegedurchführung, Pflegemaßnahme und Pflegeziele

Ihr regelmäßiger Tagesablauf auf der Station bestimmte ihren Klinikaufenthalt. Sie wurde um 6.30 Uhr von mir geweckt. Ich stellte ihr die Waschutensilien auf ihren Nachttischschrank. Sie führte ihre morgendliche Grundpflege selbstständig durch, meine Aufgabe bestand darin, ihren Rücken mit atemstimulierender Salbe Menthol einzureiben. Ihr Inhalationsgerät wechselte ich alle zwei Tage, der Arzt verordnete dreimal täglich eine Lösung zum Inhalieren von 5 bis 10 Minuten. Ihre Atmung wurde nach einigen Tagen einwandfrei. Frau XY benötigte nicht viel Hilfe beim Ankleiden und Frisieren. Ich begleitete sie zur Toilette nach Bedarf, weil sie manchmal unter Kreislaufproblemen litt. Ab 9.00 Uhr werden täglich Untersuchungen wie Magenspiegelung, Darmspiegelung, Ultra-Schall und andere Untersuchungen durchgeführt.

Die tägliche Visite auf der Station führte der Oberarzt Dr. Hassler und Stationsärzte um 10.30 Uhr bis 12.00 Uhr durch. Jeden Mittwoch kam der Chefarzt, Herr Prof. Dr. X. An diesem Tag wurden die Entlassungen der Patienten besprochen. Frau XY wurde vom Fachpersonal für die Tagesklinik vorgeschlagen. Sie freute sich sehr darauf. Am Anfang wurde Frau XY alle 2 Stunden gelagert nach der Norton Skala. Sie wurde anfangs täglich mobilisiert zum Kaffeetrinken. Nachmittags spazierte sie mit Ihren Angehörigen über den Flur. Sie freute sich immer, wenn man Ihr Zuwendung gab. Freundlichkeit und die netten Gespräche füllten Ihren Tagesablauf positiv aus.

Durch Ihre Demenz vergaß sie oft wichtige Informationen über ihr Krankheitsbild. Manchmal verlor sie die Orientierung und wurde ungeduldig, weil sie nicht zu Hause war. Ich blieb geduldig, freundlich und diplomatisch und vermittelte ihr die fehlenden wichtigen Informationen, wenn ich Dienst hatte. Sie beruhigte und freute sich, wenn ich bei ihr war.

Am darauffolgenden Montag wurde sie zur Tagesklinik gebracht und gleichzeitig entlassen von der Station A Geriatrie.

Vorstellung und Darstellung der Tagesklinik

Die Geriatrische Tagesklinik wurde am 01.07.2003 eröffnet und ist seitdem nicht mehr wegzudenken. Sie steht als teilstationäre Einrichtung älterer Menschen zur Verfügung. Eine Krankenschwester, eine Altenpflegerin und eine Sozialpädagogin betreuen die Patienten von 8.00 Uhr bis 16.00 Uhr. Die Zusammenarbeit mit dem Krankenhaus und der Geriatrischen Tagesklinik ermöglicht, dass alle Patienten während ihres Aufenthaltes hier alle medizinischen Fachkräfte und Betreuung in Anspruch nehmen können. Die wesentliche Aufgabe der Tagesklinik ist die Erkennung und Behandlung geriatrischer Erkrankungen und die Rehabilitation der Patienten durch die Ergotherapeuten, Physiotherapeuten, med. Bademeister, Seelsorger und Sozialpädagogen. Die Geriatrische Tagesklinik ist eine teilstationäre Einrichtung.

Jeder Patient erhält mehrere Einzel- und Gruppentherapie n. Notwendige Behandlungspflege wird durchgeführt: Wundversorgung, Einreibungen, Teilbäder, Massage, Fango und andere Therapien. Jeder Patient erhält die nötige Unterstützung bei sonstigen Verrichtungen des täglichen Lebens wie Essen, Trinken und Toilettengang.

Tagesablauf

08.00 Uhr – 09.00 Uhr: Patienten werden vom Fahrdienst: Johanniter-Unfallhilfe, BIETA oder Taxi abgeholt. In diesem Zeitraum erhalten alle Patienten Kaffee, Tee, Mineralwasser und andere Getränke.
09.00 Uhr – 11.30 Uhr: Einzeltherapie
11.30 Uhr – 12.00 Uhr: Gruppentherapie. Hierbei wird Gedächtnistraining oder Bewegungstraining angeboten oder durchgeführt.
12.00 Uhr – 13.00 Uhr: Essen anrichten und Hilfestellung leisten
13.00 Uhr – 14.00 Uhr: Mittagsruhe und therapeutisches Lagern
Nach dem Mittagessen besteht für jeden Patienten die Möglichkeit, sich hinzulegen: hierfür stehen Schrank-Klappbetten und Ruhesessel zur Verfügung.
14.00 Uhr: Kaffee, Tee und Kuchen werden ausgeteilt.
14.00 Uhr – 16.00 Uhr: Einzeltherapie
Beschäftigungstherapie z. B. Puzzeln, Lesen, Basteln, Schach, Mensch-ärgere-dich-nicht spielen.
16.00 Uhr: Abfahrt der Patienten

Die Kosten für die Behandlung werden von den Krankenkassen getragen. Eine Einweisung vom Hausarzt oder behandelter Arzt muss vorgelegt werden.

Voraussetzung für die Aufnahme in der Tagesklinik erfolgt:

  • durch eine geriatrische behandelbare gesundheitliche Erkrankung
  • Transportfähigkeit mit mindestens Rollstuhl
  • Patient muss zur Mitarbeit motiviert sein
  • Patient muss außerhalb der Behandlungszeit in der häuslichen Umgebung zurechtkommen

Vor der Aufnahme werden alle Patienten vom Arzt der Tagesklinik untersucht und die Behandlung mit verbliebenen Ressourcen fortgesetzt oder durchgeführt. Diese Einrichtung ermöglicht allen älteren Menschen mit einer geriatrischen   Erkrankung die Erhaltung ihres Selbstbewusstseins, Selbstständigkeit, Beweglichkeit und fördert ein gutes seelisches und körperliches Wohlbefinden.

Theorie und Praxiserfahrung

Im Vordergrund sollte beim Gesund werden die Biografie des älteren Menschen im Vordergrund sein. Leider wurde diese Arbeit im Krankenhaus nicht durchgeführt, weil die Zeit hierfür den Pflegern fehlte. Ich habe gelernt, dass in der Biografie die wichtigsten Informationen überhaupt enthalten sind. Hier erhält der Pfleger Kenntnisse über Ereignisse aus dem Leben des Kranken,   Daten über Beruf, Krankheit, Beziehungen zu den Angehörigen, sozialen Status usw. Diese wichtige Informationen können bei Einbeziehung in die Pflegearbeit die Erfolge gezielter Behandlung der Patienten fördern oder mindern. Viele Patienten im Krankenhaus waren dement, verwirrt und in den unterschiedlichen Stadien der Alzheimer-Erkrankung.

Diese Patienten waren täglich unruhig, oft stark im Bewegungsdrang und ängstlich bei Kontakt mit fremden Personen. Sicherheit im Krankenhaus erlebten sie bei den Ärzten und Bezugspersonen. Ich durfte meine erlernten Kenntnisse nicht immer anwenden. Ich konnte gut die Verhaltensweisen beobachten und versuchte, die erlernten Validationstechniken umzusetzen. Im Krankenhaus fehlten die Validationstechniken und die soziale Kompetenz der Kommunikation. Das medizinische Wissen bei den Pflegefachkräften blieb im Vordergrund. Das Interesse blieb einseitig.

Anhand eines Beispiels kann ich das klar und deutlich hervorbringen:

Eine ältere Dame konnte sich im Spiegel oder im Fenster nicht sehen, weil sie Dinge sah, die wir nicht sehen konnte. Ich habe den Spiegel zugedeckt mit Tüchern und die Gardinen verschlossen. Eine andere Schwester hat alles beseitigt und mir zu verstehen gegeben, es sei ein Krankenhaus und keine Anstalt wie Gilead III.

Ich stellte im allgemeinen fest, dass auf dieser Station A Schwerpunkt: Geriatrie keine Validationstechniken durchgeführt wurden. Die Grundhaltung bei den Patienten verlor während der Zeit im Krankenhaus, ich möchte damit sagen, dass die psychischen Zustände nicht anerkannt wurden. Leider wurden Gefühle wie Anteilnahme, Toleranz, Traurigkeit und Bewegungsdrang vom medizinischen Personal nicht anerkannt oder akzeptiert.

Die Belastungsgrenze bei solchen Situationen war bei den Mitarbeitern sehr gering, im Gegensatz zur Berufsgruppe Altenpflege. Schade empfand ich, dass zwischenmenschliche Interaktionen komplett beim Personal fehlten und das Interesse hierfür nicht vorhanden war.

Reflexion des Einsatzes

Als ich mich in den ersten Tagen im Krankenhaus-Einsatz befand, fühlte ich mich nicht als Altenpflegeschülerin, sondern als eine Straftäterin, die Sozialstunden ableisten musste. Meinen Einsatz habe ich ruhig, diplomatisch, freundlich und hilfsbereit durchgeführt. Kritik wurde bedauerlicherweise nicht direkt angesprochen, von Mitarbeitern, sondern hinter dem Rücken geäußert. Ich empfand es sehr schade, ich wusste nie den Stand meiner Person im Team. Konflikte gab es, diese wurden aber nicht gelöst. Von meiner Seite war immer die Bereitschaft zur Lösung, Klärung und Offenheit.

Selbstständiges Arbeiten wurde mir von meinem Anleiter gewährt. Je nach Dienst und Wechsel der Mitarbeiter habe ich mich angepasst, um Chaos und Pflegefehler zu vermeiden. Alte Vorurteile beherrschten das Klima gegenüber Schülerinnen der Altenpflege. Meine Anleitung war sehr bemüht, mich ins Team einzugliedern und die Fronten zu klären, da mit keine weitere Missstimmung aufkam. Menschlich und fachlich war er korrekt. Das Team gewährte nicht immer eine Zusammenarbeit, alle Mitarbeiter arbeiteten bevorzugt allein und selbstständig.

Ich empfand alle Klienten im Krankenhaus als Durchgangsmenschen. Deren Aufenthalt war oft kurz, außer bei Schwerstpflegebedürftigen. Bei Patienten, die mehr Pflege benötigten, durften nur examinierten Personal ins Zimmer und die Pflege durchführen. Ich hatte einen persönlichen Lernerfolg. Nach einiger Zeit verflog meine positive Motivation im Einsatz. Nach meiner Bilanz durfte respektive hatte ich nicht die Möglichkeit medizinisches Wissen zu erweitern, weil oft erst bei der Übergabe bekannt wurde, dass Katheter oder Nasogastrale Sonden und andere wichtige Dinge gemacht wurden. Trotz mehrerer Hinweise von meiner Person wurde dies nicht berücksichtigt.

Ich bin froh, dass ich diesen Einsatz hinter mir habe und freue mich, mich bald wieder im Altenheim vorzufinden und bin dankbar, meine Pflege, Hilfsbereitschaft, Kompetenz und Zuwendung bei den älteren Menschen anwenden zu können!

Diesen Beitrag teilen auf...

Twitter Facebook