Autor/in: Kathrin

Wundbehandlung

Die Wunde ist eine unfallbedingte (Gelegenheitswunde) oder iatrogene (Operationswunde) begrenzte oder flächenhafte Gewebszerstörung.
Der Begriff Wunde ist als Zusammenhang, Trennung mit Substanzverlust eines Gewebes definiert.

Gelegenheitswunde › Unfallbedingte Wunde
iatrogene Wunde › Operationswunden (vom Arzt erzeugt)

Einteilung der Wunde nach ihren Ursachen:

mechanische Wunden:

  • Schnitt- & Stichverletzungen
  • Bisswunden
  • Hämatome
  • Schusswunden
  • Schürfwunden

Eine Sonderform der Schnittverletzung ist die iatrogene Wunde.


Thermische Wunden:

  • Verbrennungen
  • Erfrierung

chemische Wunden:

  • Verätzungen mit Säuren oder Laugen
  • chemische Kampfstoffe

Bestrahlungsschäden:

  • falsch eingestellte Chemotherapie
  • Bei einer nuklearen Explosion
  • Strahlenunfälle

offene Wunden

  • Haut oder Schleimhautoberfläche ist zerstört
  • Sie werden nach Tiefen und Ausmaß eingeteilt
  1. Oberflächliche Wunden

    • Wunden, die die Oberhaut (Epidermis) nicht durchtrennen
    • z. B. Abschürfungen
  2. perforierende Wunden

  • sind alle Hautschichten betroffen
  • z. B. Dekubitus
  1. komplizierte Wunden

  • sind alle Hautschichten betroffen + Muskeln, Knochen, Organe, Sehnen, Nerven eventuell Körperöffnungen geöffnet
  • z. B. Dekubitus 4. Grades

Geschlossene Wunden

sind tiefe unter intakter Haut entstandene Wunden
z. B. Verstauchungen, Muskelriss, Sehnenriss, geschlossene Brüche

Das Gesundheitsamt unterscheidet 3 Arten:

  • aseptische Wunden
  • kontaminierte oder potenzielle kontaminierte Wunden
  • septische Wunden

1. Sind Wunden, die nach aseptischen Eingriffen mit Naht verschlossen wurden und keine Zeichen von Wundheilstörungen aufweisen. Aseptische Wunden heilen in der Regel primär, komplikationslos und schnell ab.

2. sind mit Keimen besiedelte Wunden, die nicht infiziert sind alle offen behandelten Wunden, solange keine Anzeichen von Infektion vorliegen

3. sind infizierten Wunden z. B. eröffnete Eiterherde, Abszesse, alle Wunden, wenn sie eine Infektion aufweisen

Anzeichen einer Rötung:

  • Rötung
  • Schwellung
  • Wärme
  • Schmerz
  • schlechter Allgemeinzustand

Phasen der Wundheilung

Unter Wundheilung versteht man regenerative Vorgänge zur Behebung einer Wunde durch Neubildungen (von Gewebe)

  • primäre Wundheilung
  • sekundäre Wundheilung

1.         Aseptische Wunden heilen in der Regel primär (Regenerations-Heilung)

– komplikationslos
– muss nichts ausgefüllt werden

Voraussetzung:

  • keine Infektion mit virulenten Keimen
  • kein zu großer Gewebeverlust
  • normale Heilungstendenz

2.         Sekundäre Wundheilung ist eine Reparationsheilung

Wundheilungsphasen

  1. Abbauphase (Exsudationsphase)
  • Wunde reinigt sich selbst
  • bildet Wundschorf
  1. Umbauphase (Granulationsphase)
  • Granulationsgewebe bildet sich von unten und füllt die Wunde
  1. Regenerationsphase (Epithelisierungsphase)
  • Granulationsgewebe wird zu festem (Gewebe) Narbengewebe

Erschwerte Wundheilung
Außer lokalen Faktoren, die die Wundheilung beeinflussen, gibt es allgemeine Störfaktoren:

  • Lebensalter
  • Eiweißmangel infolge schlechter Ernährung
  • Stoffwechselstörungen
  • Spätkomplikationen z. B. Diabetes mellitus
  • Druck Ischämie mit Folge von Dekubitus Geschwüren
  • strahlen- und chemotherapeutische Eingriffe

Pflege von aseptischen Wunden

  • sterilen Verbandswechsel
  • Wischrichtung von der Wunde weck
  • vorher desinfizieren

Pflege von septischen Wunden

  • Wischrichtung von außen nach innen
  • ärztliche Anordnung befolgen (wie oft der Wechsel ist)
  • Wundheilungsphasen unterstützen

Maßnahmen zur Wundbehandlung (Pflege/ Unterstützung)

› Salben verbände

› Wundspülung

Kochsalzlösung
Wasserstoffperoxid H2O2      – Zell schädigend
– muss nachgespült werden mit NaCl oder Ringerlösung
NaCl
Ringerlösung (enthält Kaliumchlorid + Calciumchlorid)

› Hydrokolloid-Verbände ( Gebrauchsbeschreibung durchlesen)

Verband muss über der Wunde eine Blase bilden
gewechselt wird, wenn die Blase 2 cm größer ist als die Wunde
verklebt nicht mit der Wunde
nach entfernen muss die Wunde gespült werden
danach begutachten
sieht meist größer aus als vorher
nicht so häufiger Verbandswechsel alle 2-3 Tage, dadurch ist eine Wundruhe gegeben            und es kommt zu einer besseren Wundheilung

› Hydrogel-Verbände

  • haben schon Gel Struktur (feucht) um trockene Wunde feucht zu halten
  • Nekrosen und Beläge sollen sich lösen

› Aktivkohleverbände

  • bei infizierten Wunden
  • nicht zu lange auf der Wunde lassen

› Hydropolymere

saugen sehr stark Wundsekret auf
geben es nicht wieder ab
locker in Wunden hereinlegen, da es sehr stark aufquillt
nicht bei engen Eingängen (Flaschenhals, Wunden) anwenden

› Enzymatische Wundreinigung

werden dünne und leichte Nekrosen, Fibrose Beläge aufgelöst

 › Wundausscheidung

bei großen Nekrosen (großflächig und tief)
chirurgischer Eingriff (werden chirurgisch abgetragen)

› mechanische Wundreinigung

mit Kugeltupfer in Ringerlösung getaucht die Wunde abwischen
scharfer Löffel (ärztlicher Eingriff)

› Alginate

aus Braunalgen hergestellt
saugen sich mit Wundsekret voll

› biologische Wundreinigung

(Maden) steril gezüchtete Freimaden
greifen keine gesunde Haut an
Biopack oder lose Maden in der Wunde

› Vakuumtherapie

Wundprotokolle, Bilder
Wunde wird mit Schaumstoff ausgefüllt, Schlauch an Vakuumpumpe, Verband
Pumpe läuft dann & erzeugt ein Vakuum

Desinfizierende Wundbehandlung

Vorteil:

  • bei infizierten Wunden, weil sie Keime abtöten & Neubildung verhindern

Nachteil:

  • nur für oberflächlichen Wunden (bei tiefen Wunden kann es nicht wirken)
  • behindert während der Granulationsphase die Wundheilung

Antibiotika Therapie

Vorteil:

  • lokal, es wirkt direkt an der betroffenen Stelle

Nachteile:

  • wirkt nicht tief genug, d. h. Gefahr das nicht alle Keime abgetötet werden

In der Regel wird orale Antibiotika Therapie durchgeführt.

Desinfizierende Wundbehandlung und eine Antibiotikatherapie soll nur über einen bestimmten Zeitraum durchgeführt werden.

Aufgaben des Wundverbandes:

  • Keime abhalten
  • austrocknen vermeiden
  • kühl
  • Kot-Urin Verschmutzung vermeiden
  • vor mechanischen Reizen schonen

Unterstützung der Granulationsphase

  • beim Verbandswechsel auf Granulationsgewebe achten
  • Ernährungszustand verbessern ( Vitaminreiche & eiweißhaltige Kost)
  • Mobilisation
  • ausreichende Flüssigkeitszufuhr
  • Durchblutung fördern
  • vor Druckbelastung (der Wunde) schützen
  • Schutz vor Keimeindrang
  • Schutz vor Austrocknung & Auskühlung

Wundversorgung/ Verbandswechsel

  • Bewohner informieren
  • Handschuhe, Schutzkittel, Mundschutz
  • Pinzette, Abfallbehälter (auf der unsterilen Seite-Bewohner nah)
  • wenn schmerzen beim Wechsel sind, vorher Schmerzmittel geben nach Absprache
  • Zimmer vorbereiten
  • Verbandswechsel möglichst zu zweit
  • Material auf vorher desinfizierten Tisch ausbreiten
  • Bewohner fern die sterilen Materialien
  • Bewohnernah die unsterilen Materialien
  • Arbeitsfläche neben sich aufbauen
  • Störfaktoren beseitigen: Fenster schließen, Zimmer darf vorher nicht geputzt worden sein (1/2 Std), keine Blumen, Sichtschutz
  • genug Materialien (aber nicht wieder mit aus dem Zimmer nehmen, wenn es zu viel war)nicht im Kreis kleben, Wunde nicht mit der Hand berühren
  • keine Salbe (deckt zu dolle ab, kommt kein Sauerstoff ran)
  • Kein Puder (trocknet aus bzw. klumpt)
  • keine gefärbte Lösung (schlechte Wundbeschreibung)

Dekubitus (Druckgeschwür)
 Dekubitus 1. Grades

  • länger als 2-3 min anhaltende Hautrötung als Reaktion auf Druckentlastung
  • Haut intakt

Maßnahme:

  • konsequente Druckentlastung

Dekubitus 2. Grades

  • Blasenbildung

Maßnahme:

  • konsequente Druckentlastung

Dekubitus 3. Grades

  • alle Hautschichten, Muskeln, Sehnen betroffen

Maßnahme:

  • konsequente Druckentlastung
  • Wundbehandlung

Dekubitus 4. Grades

  • alle Hautschichten
  • große Nekrosen + Knochenbeteiligung

Maßnahme:

  • konsequente Druckentlastung
  • Nahrung + Wundversorgung
  • Alle Maßnahmen der Prophylaxen

Ulcus cruris-Unterschenkelgeschwür

Unterschenkelgeschwür = offene Beine

Ursache:
venöse oder arterielle Durchblutungsstörungen

  • venöse 85 % der Fälle
  • arterielle
  • mixt um (beides zusammen)

venöses Ulcus cruris

  • Thrombose Prophylaxe (Kompressionsverband)
  • Wundbehandlung

arterielles Ulcus cruris

  • keine Kompressionsverbände, da sie sonst die Durchblutung verschlechtert

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