Autor/in: Cordula

Tumor Bestrahlung (Radioonkologie)

Allgemeines:

  • 1895 entdeckte Röntgen die von ihm als X-Strahlen bezeichneten Röntgenstrahlen. Dafür erhielt er 1901 als erster den Nobelpreis für Physik. Zwar stand vorerst die diagnostische Anwendung dieser Strahlen im Vordergrund (Röntgenaufnahmen und Röntgendurchleuchtung), doch wurden bereits wenige Monate später die ersten Therapieversuche unternommen.
  • 1898 entdeckten Marie und Pierre Curie gemeinsam die radioaktiven Elemente Polonium und Radium.
  • 1900 wurden die ersten Heilungen von Hautkrebs veröffentlicht.
  • 1928 stellte Wideroe Konzepte für die Beschleunigung von Elektronen vor: entweder auf einer Kreisbahn (Kreisbeschleuniger /Betatron) oder auf einer geraden Wegstrecke (Linearbeschleuniger)
  • 1941 baute Kerst das erste betriebsfähige Betatron; medizinisch angewendet wurde es erstmals 1948 in Göttingen. Linearbeschleuniger sind seit den 70er-Jahren im Einsatz.

Tele gamma Geräte (Telekobalt, Telecäsium) nutzen die beim radioaktiven Zerfall von Kobalt 60 oder Cäsium 137 frei werdende Gammastrahlung aus. Seit den 50er-Jahren sind sie in die Therapie eingeführt.


Hochvolttherapie:

  • Beschleuniger und Tele Kobalt Geräte erzeugen hochenergetische und deshalb den Körper besser durchdringende Photonenstrahlen (elektromagnetische Wellenstrahlen) als die herkömmlichen Röntgenröhren. Diese Hochvolttherapie (auch als Megavolttherapie oder Hartstrahlentherapie bezeichnet) bringt dem Patienten den Vorteil, dass die Strahlenmenge (Dosis) im Tumorgebiet erhöht werden kann, ohne das gesunde Körpergewebe über Gebühr zu belasten. Sie reduziert das Ausmaß von unerwünschten Behandlungsfolgen.

Elektronentherapie:

  • Die in einem Betatron oder Linearbeschleuniger beschleunigten Elektronen können aber auch, bevor sie auf der Antikathode aufschlagen und Bremsstrahlung (die oben genannte Photonenstrahlung) erzeugen, ausgelenkt und ihrerseits zur Therapie benutzt werden. Die Elektronentherapie zeichnet sich durch eine besonders gute Verträglichkeit und dadurch aus, dass über die Wahl der Strahlenenergie ihre Eindringtiefe in den Körper sehr genau gesteuert werden kann.

Brachyurie Therapie:

  • Bei dieser Therapie wird ein radioaktiver Strahler direkt in den Tumor oder in seine unmittelbare Nachbarschaft gebracht. Entsprechend unterscheidet man zwischen interstitieller Therapie (Spickung) (mit Radiogold, Radiojod, Radioiridium) und Kontakt-Tumoren oder radioaktive Moulagen im Rachenbereich. Die Technik des Nachlade-Verfahrens ( Afterloading) eliminiert dabei jegliche Strahlenbelastung für das Personal.

Über Erwärmung-Behandlung:

  • Mit 41–42,5 °C (Hyperthermie) macht sie das Tumorgewebe für Strahlentherapie und Chemotherapie empfindlicher. Die Sensibilisierung wird seit dem Ende der 70er-Jahre im Rahmen der Strahlentherapie, dann auch der Chemotherapie, eingesetzt. Sie erfolgt lokal, regionär oder als Ganzkörperhyperthermie.

Radiotherapie:

  • Sie ist heute zusammen mit der Chirurgie und Chemotherapie eine der drei Säulen der Krebsbehandlung. Bei ca. 50 % aller geheilten Patienten wurde eine Strahlentherapie vorgenommen, teils allein, teils als Kombinationsbehandlung. Ungefähr 70 % der nicht mehr heilbaren Patienten erhalten eine Strahlentherapie aus palliativen (lindernden) Überlegungen.

Grundlagen

Grundsätzlich sind die Schäden am Tumorgewebe und am Normalgewebe qualitativ dieselben.

Das Prinzip der Strahlenbehandlung beruht nun darauf, das:

  • Am Tumorgewebe mehr Treffer biologisch wirksam werden und das
  • sich das Normalgewebe von einer Strahleneinwirkung weitgehend erholen kann, was für Tumorgewebe nicht in gleichem Maße zutrifft (Elektivität).
  • Um diese Elektivität der Strahleneinwirkung auf das Tumorgewebe zu steigern, fraktioniert oder protrahiert man die Strahlendosis. Fraktionierung bedeutet, dass im übertragenen Sinn „die heiße Suppe nicht auf einmal ausgetrunken, sondern vorsichtig über mehrere Wochen teelöffelweise gegessen wird“. Dadurch können sich die gesunden Zellen zwischen den Bestrahlungssitzungen immer wieder erholen, während der Schaden am Tumorgewebe irreversibel zunimmt. Protrahierung meint eine kontinuierliche Dosisleistung (Dosis/Zeit). Die Dosisleistung wird so niedrig gewählt, dass sie zwar das Tumorgewebe zerstört, auf das gesunde Gewebe aber keine oder nur minimale Wirkung hat. Bei der interstitiellen Therapie (Tumor spickung) und bei der Kontaktbestrahlung (z. B. in der Gynäkologie) ist in dieser Weise die Dosis protrahiert.

Kurative Radiotherapie

Indikation

  • Ein kuratives Behandlungskonzept bezweckt die bleibende Tumor-Heilung. Es ist dann gerechtfertigt, wenn mit einer gewissenhaften Prä-therapeutischen Diagnostik das Vorliegen einer lokalisierten Erkrankung bestätigt und Fernmetastasen so weit wie möglich ausgeschlossen wurden. Des Weiteren sollte aufgrund von Tumor, Histologie und Allgemeinzustand des Patienten eine fassbare Heilungschance bestehen.
  • Die Strahlentherapie wird in vielen Fällen die Operation nicht ersetzen. „Stahl und Strahl“ sind gleichberechtigte kurative Lokalmaßnahmen mit eigenständiger Indikation. Man wird einer Strahlenbehandlung aber jeweils dann den Vorzug geben, wenn bei ausreichender Strahlensensibilität des Tumors dieselbe Heilungsaussicht bei besserem funktionellen und kosmetischen Ergebnis besteht. Das ist der Fall bei malignen Lymphomen, Seminomen, kleinzelligen Bronchialkarzinomen, beim Ewing-Sarkom, Medulloblastom, bei Frühstadien von Karzinomen des Larynx, der Lippe, der Gebärmutter, der Harnblase, der Prostata und des Penis. Rivalität ist nicht am Platz. Im Gegenteil, man wird im Rahmen eines onkologischen Gesamtkonzeptes beide therapeutischen Möglichkeiten kombinieren. Sonst wird – wie leider immer noch häufig – der Chirurg nach aller Erfahrung die Situation zu günstig beurteilen, primär operieren und den Patienten entweder überhaupt nicht oder lediglich zu einer nichtssagenden prophylaktischen Nachbestrahlung. Eine Reihe von Tumoren (Ewing-Sarkom, Wilms-Tumor, malignes Hodenteratom, kleinzelliges Bronchialkarzinom, Mammakarzinom) weisen häufig bereits zum Zeitpunkt der Erstbehandlung klinisch verborgene Fernmetastasen auf. In diesen Fällen ist deshalb eine unterstützende (adjuvante) Chemotherapie in das kurative Gesamtkonzept einzubeziehen. Durch ein vorurteilsfreies, in gemeinsamen Tumor-Sprechstunden entwickeltes kameradschaftliches Zusammenwirken sollte es heute möglich sein, mehr als die Hälfte aller Tumorerkrankungen endgültig zu heilen.

Palliative Radiotherapie

  • liegt bereits eine unheilbar weit fortgeschrittene Tumorerkrankung vor oder ist dem Patienten die Belastung einer kurativen Therapie nicht mehr zuzumuten, kommt nur noch eine palliative (lindernde) Behandlung in Betracht.
  • Zwei Formen werden unterschieden: die Stabilisierungs- und die Schmerzbestrahlung

Stabilisierungsbestrahlung:

Wird eingesetzt, wenn strahlen empfindliche Tumoren sich zeitweilig beherrschen oder günstig beeinflussen lassen. Wenn inoperable Rezidiv Tumoren Beschwerden bereiten, wenn bei weitgehender Strahlenresistenz doch in Ausnahmefällen ein kuratives Resultat erwarten kann.

Wenn unter der Chemotherapie ein metastasierter Tumor lokal fortschreitet und Probleme verursacht oder wenn Fernmetastasen von Strahlen empfindlichen Tumoren die Stabilität des Skeletts gefährden oder im Gehirn zu schweren neurologischen Ausfällen führen.

Sie verfolgt das Ziel, Tumor-Manifestationen zu verkleinern oder doch so weit in ihrem Wachstum aufzuhalten, dass die Lebensqualität des Patienten erhalten wird.

Pflege des Bestrahlungspatienten

  • siehe Gruppenarbeit
  • Patienten sollten möglichst Seide tragen, da Seide ein sehr fließender Stoff ist und dementsprechend nicht kratzt. (jedoch kostenintensiv)
  • Deswegen kann man auch einen Seidenschal unter der Kleidung tragen, damit die nicht direkt auf der Haut aufliegt.
  • Baumwolle kann auch angewandt werden
  • Bei der Unterwäsche sollte darauf geachtet werden, dass diese keine Spitze besitzt, denn sie kratzt und man schwitzt stärker.
  • BHs sollten aus Baumwolle oder Mikrofaser sein. Sport-BHs haben einen Vorteil, da sie breite Träger haben und diese nicht in die Haut einschneiden können.
  • Oftmals sind in Kleidung Kunststofffäden eingearbeitet, diese Kleidung sollte auch gemieden werden.

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