Autor/in: Markus

Thromboseprophylaxe

Was ist eine Thrombose?

= Blutpfropfbildung
Das ist eine lokale, intravitale* Gerinnung in einem Blutgefäß.
Man unterscheidet zwischen arterieller und venöser Thrombose
Am häufigsten treten sie im venösen Gefäßsystem auf, v.a. in den Beinen.

Warum und wie bekomme ich eine Thrombose?

Verschiedene Faktoren spielen dabei eine wichtige Rolle, die eine Entstehung eines Blutkropfes begünstigt. Diese Faktoren bezeichnet man als …

Virchow’sche Trias

  • Erhöhte Gerinnungsfähigkeit (Blutfaktor)
  • Erhöhte Gerinnungsneigung kann auftreten bei: übermäßige Kollagen Ausschüttung, Prä operativ, Verletzungen mit Gewebszerstörung, Verbrennungen und Einnahme von Ovulation-Hemmer (Anti-Babypille), Kortison.
  • Durch Spritzen von Heparin kann die Gerinnungsneigung herabgesetzt werden.


  • Gefäßwandschaden (Wandfaktor)
    • Die Schädigung der Gefäßinnenwand (Intima) löst ein Zusammenballen der Blutplättchen (Thrombozyten Aggregation) aus.
  • Ursachen für die Schädigung der Intima können sein:

Traumatisch: Verletzung, Quetschung, OP
Degenerativ: Altersbedingte Veränderungen der Arterien u. Venen
Entzündlich: durch Venenentzündungen (Phlebitis)

  • Die Schädigung der Intima ist irreversibel und nicht zu behandeln.
  • Verlangsamte Blutströmung (Kreislauffaktor)
  • Die Blutströmung ist verlangsamt bei: Bettruhe, schmerzbedingter Schonhaltung, Exsikkose, Verbrennungen, Diuretika, Herzinsuffizienz,

und chronisch venöse Insuffizienz.
Durch Bewegung, Kompression, ausstreichen der Extremitäten kann dieser Faktor behandelt werden.
Folgende Faktoren begünstigen die Entstehung einer Thrombose, die man als Kofaktoren bezeichnet:

Kontrazeptiva, maligne Erkrankungen, Adipositas, Trauma der unteren Extremitäten, Apoplex, Infarkt, Einnahme von Ovulation-Hemmer, Exsikkose, Rauchen, frühere Thrombosen oder Embolien, Sepsis oder schwere Infektionskrankheiten, höheres Lebensalter >65.

Bei der Venenklappeninsuffizienz und der Varikosis kommt es zum Blutrückstau in die Körperperipherie der Muskel-Venenpumpe.
Durch diese verlangsamte Blutströmung in der M. Venen Pumpe wird die Entstehung einer Thrombose begünstigt.

Was kann man prophylaktisch entgegenwirken, um eine Thrombose zu vermeiden?

Ziel der Prophylaxe ist, den drei Hauptursachen entgegenzuwirken:

  • Venösen Rückfluss zu steigern
  • Gerinnungsbereitschaft zu senken
  • Venenwandschäden vorzubeugen

Im Vordergrund steht zunächst die Risikoeinschätzung des Patienten, um evtl. eine Thrombose auszuschließen.

Wichtige Faktoren, die man bei einer Thrombose gefährdeten Person beachten soll:

  • Vorkommen der Virchow’schen Trias
  • Auftreten von (vorübergehender) Lähmung
  • Adipositas
  • OP im Bach oder Beckenbereich
  • Immobilität (z. B. Schmerz in den Beinen bei Gegendruck durch Pflegeperson.)
  • Exsikkose
  • Vorerkrankungen
  • hohes alter

Um einer Thrombose entgegenzuwirken, gibt es sechs verschiedene Thromboseprophylaxe mit den gleichen Zielen. Zum einen, den bereits entstehenden Thrombus vorzubeugen. Andererseits die Behandlungspflege während der Thrombose.

  • (Früh-) Mobilisation
  • Lagerung (Bei Herzinsuffizienz Patient Lagerung nach May; 20* Lagerung;

zu hohe Lagerung begünstigt zwar den venösen Rückfluss, bewirkt aber, dass sich die Embolie weiter ins Herz ausbreitet und das leistungsschwache Herz überlastet.)

  • Ausstreichen der Venen
  • Venenkompression durch MTS (Medizinische Thromboseprophylaxe-Strümpfe)
  • Rückstrom fördernde Gymnastik (Aktivierung der Muskel-Venenpumpe)
  • Heparinisierung

Zu 1./ physikalische Maßnahmen

  • Bettfahrrad und ausstreichen der Beine
  • Zehen Krallen (Klavierspielen)
  • Füße kreisen
  • Zehen zur Nase anziehen
  • Beine anziehen
  • Füße fest an das Bettende drücken

Patient mit einer tiefen Beinvenenthrombose (Phlebthrombose) haben wegen der Embolie-Gefahr strenge Bettruhe.

Zu 2./3. Lagerung/ Ausstreichen der Beine
Lagerung nach May (20* Lagerung) bei Pat mit einer vorhandenen Herzinsuffizienz, die Beine nicht höher als 20* lagern. Die Ödem-Flüssigkeit kann sich sonst lösen und ins Herz eindringen. Das leistungsschwache Herz wird dadurch belastet und es entstehen Folgeschäden.
Bei Bettlägerigen Pat. Und Patienten, die sich nicht bewegen können, wendet man das Ausstreichen der Beine hauptsächlich an, um den venösen Rückfluss zu beschleunigen.

Zu 4./ Venenkompression

Durch Kompression der oberflächlichen Venen, z. B. in den Beinen, wird das Blut in den tieferen Venen dazu bewegt schneller zu fließen. Dabei verwendet man unterschiedliche Kompressionsstrümpfe:

Man unterscheidet folgende Arten:

  • Stützstrümpfe
  • Medizinische Thrombose Prophylaxe Strümpfe (MTS)
  • Medizinische Kompressionsstrümpfe

Außerdem dienen die o.g. Strümpfe als Widerlager und verstärken so den Effekt der Muskel Venenpumpe.
Bei bettlägerigen Patient reicht der Druck der AT-Strümpfe aus. Im Stehen dagegen ist der Druck zu gering.

Indikationen für MTS

  • Zur prä-, intra- und postoperativen Thromboseprophylaxe
  • Behandlung bei Patienten, die sich nicht bewegen können, um den venösen Rückfluss zu steigern
  • Nach Frakturen, Verstauchungen und Zerrungen

Kontraindikationen für MTS

  • Bei lokalen Veränderungen der Haut, wie z. B. Dermatitis o. Bakterielle Infektion im arteriellen Bereich (Gangrän).
  • Schwere Arteriosklerose
  • Massive Beinödeme
  • Lungenödeme bei kardialer Stauung-Insuffizienz
  • Extreme Beindeformierung

Kompressionsverband

Es werden dabei zwei Bindearten verwendet: Kurzugbinden und Langzugbinden.

  • Kurzzugbinden (elastisch): Geringe Dehnbarkeit. Sie können nachts getragen werden. Bewirkt starke Kompression mit hohem Arbeitsdruck und niedrigem Ruhedruck.
  • Langzugbinden (Gummifaden Dauerbinde): Muss nachts sowie bei mehr als zehnminütiger Bettruhe abgewickelt werden. Bewirkt niedrigen Arbeitsdruck und hohen Ruhedruck.
  • Verboten bei arteriellen Durchblutungsstörungen
  • Kreuzverband nach Pütter zur Kompressionstherapie: Binden täglich

Wechseln. Wichtig beim Wickeln ist, dass der Druck von Fuß zum Oberschenkel abnimmt, da sich sonst das Blut staut. Auf Faltenbildung achten. Verband darf nicht zu straff sitzen, sonst besteht die Gefahr einer Minderdurchblutung. Bläuliche, kalte Zehen sind ein Alarmsignal dafür.

Zu 5./ Rückstrom fördernde Gymnastik

Siehe dazu Blatt „Ihrer Gesundheit zur Liebe.“

Zu 6./ Heparinisierung
Wenn die o.g. Maßnahmen nicht ausreichen, erhalten die Patienten auf Arztanordnung zusätzlich Heparin als Low-dose-Heparinisierung.

Arten von Heparin

  • Nicht fraktionierte, hochmolekulares Heparin
  • Fraktionierte, niedermolekulares Heparin
  • Kombinationspräparate von Heparin und Dihydroergotamin

Mögliche Nebenwirkung

  • Kopfschmerzen
  • Hautnekrosen
  • Juckreiz
  • Osteoporose
  • Lokale Hämatome
  • Erhöhte Blutungsneigung
  • Heparin induzierte Thrombozytopenie I und II

Zum Abschluss
Die Thromboseprophylaxe ist erfolgreich, wenn:

  • Wenn der venöse Rückfluss auch im Liegen gewährleistet ist
  • Kompressionsverbände und ATS- oder MTS-Strümpfe toleriert werden
  • Bindeverbände und ATS ohne Stau eingeschnürt angelegt sind
  • Der Patient zur Mitwirkung motiviert ist.

*Intravital: Während des Lebens auftretend

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