Autor/in: Fibula

Allgemeine Pflegemaßnahmen bei Fieber

Merke:

Fieber ist eine physiologische Abwehrreaktion des Organismus auf eine massive Einschwemmung von Pyrogenen (toxisches Ausscheidungsprodukt von Bakterien, Viren und Pilzen). Daher sollte Fieber, wenn es über 39 °C beträgt, physikalisch oder medikamentös gesenkt werden, denn hohes Fieber ist sehr belastend für den Kreislauf.

  • Fiebernden immer das Gefühl von Nähe und Zuwendung geben
  • Fiebernde ständig beobachten
  • mind. 4 x täglich Temperaturkontrolle, ggf. auch häufiger (Dokumentation!)
  • Bei alten, Immobilien Personen an Prophylaxen denken, wie z. B. Dekubitus, Soor-, Parotitis, Thrombose, Obstipation und Intertrigoprophylaxe
  • Bei der Ernährung auf Wünsche eingehen (am besten frische, kühle Speisen, wie z. B. Joghurt oder Kompott)
  • auf genügend Flüssigkeitszufuhr achten (Exsikkosegefahr!)
  • auf regelmäßige Körperpflege achten
  • leichte, schweiß aufsaugende Kleidung anziehen


Spezielle Hilfsmaßnahmen bei Schüttelfrost

  • Patient nicht allein lassen
  • für warme Umgebung sorgen
  • Fernster schließen
  • Arzt benachrichtigen

Nach dem Schüttelfrost

  • rektale Temperaturkontrolle 1–8 stündlich
  • Wärmespender entfernen
  • kühle Getränke reichen
  • lauwarme Körperwaschung
  • gute Hautpflege
  • Zimmertemperatur auf 17°-19° reduzieren
  • leichte Kleidung
  • Bettruhe
  • eventuell Wadenwickel oder Essigsocken

Während des Fieberabfalls

  • gute Kreislaufbeobachtung (Vitalzeichen Kontrolle!)
  • Beobachtung der Haut und des Allgemeinbefindens
  • Genügend Ruhe- und Schlafphasen einräumen
  • Wäschewechsel und Waschungen nach Bedarf

rascher Fieberabfall = Krisis (sehr Kreislauf belastend)
langsamer Fieberabfall = Lysis (weniger belastend)
Wadenwickel

Material:

  • 1 Gummi oder Plastikunterlage als Bettschutz
  • 1 Stecklaken
  • pro Bein ein dünnes Baumwolltuch (evtl. Handtuch)
  • Schüssel mit handwarmem Wasser 35 °C

Durchführung:

  • Patient aufklären
  • persönliche Hygienemaßnahmen
  • Bettschutz einlegen
  • Baumwolltücher mit Wasser tränken, leicht auswringen
  • Unterschenkel bis zum Knie einwickeln
  • nach 10 Min. Wickel erneuern, ca. 4–5 x wiederholen

Merke:

  • kein Eiswasser verwenden (Gefäßverengung!)
  • Bei Personen mit Durchblutungsstörungen in den Beinen niemals Wadenwickel machen!
  • Wadenwickel dürfen nicht zugedeckt werden (erzeugt zusätzlich Verdunstungskälte!)
  • Die Temperatur soll um 1–2 °C gesenkt werden

Wirkung:

In den Unterschenkeln fließt das Blut relativ langsam und hier liegen große Blutgefäße dicht unter der Haut, d. h. hier kann am ehesten eine Abkühlung des Blutes stattfinden. Das gekühlte Blut zirkuliert nun im Körper und drückt die Temperatur nach unten.

Nachsorge:

  • Material aufräumen
  • Vitalzeichen Kontrolle
  • Hautpflege
  • persönliche Hygiene
  • Dokumentation

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