Autor/in: Cordula

Pflege bei Ohrenerkrankungen

Otitis Media

Verabreichung der Nasentropfen

•  Nasentropfen müssen den Rachen erreichen (dort liegt die Öffnung der Ohrtrompete)

  • Deshalb soll der Patient die Nasentropfen in Rückenlage bei zurückgelegtem Kopf ein Tropfen und mindestens 2 Minuten in dieser Position verbleiben

Krankenbeobachtung – Zeichen einer Komplikation

  • Wiederanstieg des Fiebers
  • Verschlechterung des Allgemeinbefindens
  • Druckschmerz hinter dem Ohr
  • Rötung und Abstehen der Ohrmuschel


Hörsturz

  • HNO-ärztlicher Notfall
  • Arzt unverzüglich verständigen
  • Pat hat Bettruhe
  • RR und Puls regelmäßig kontrollieren
  • Stresssituationen sollten vermieden werden in Klinik als auch zu Hause

Morbus Menière

Um die Sicherheit des Patienten im Akutstadium durch den Drehschwindel zu gewährleisten:

  • Vitalzeichen kontrollieren
  • Auf Erbrechen achten (Aspirationsgefahr)
  • Patienten nicht allein stehen lassen
  • Nierenschale und Zellstoff bereitstellen
  • Bei Erbrechen auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten

Allgemeine Ohrenpflege

Reinigung des äußeren Ohres

Grundsätzlich: Normalerweise reinigt sich der Gehörgang selbst

Ziel

  • Reinigung der Ohrmuschel und des vorderen/sichtbaren Gehörganges› Infektionen werden vorgebeugt
  • Wohlbefinden des Patienten fördern

Vorbereiten der Materialien

  • Wattestäbchen oder Wattebausch
  • Ölige Lösung (Bsp. Babyöl)
  • Abwurfbehälter
  • Einmalhandschuhe

Durchführung

  • Hände desinfizieren
  • Benötigte Gegenstände auf z. Bsp. Tablett richten und Vollständigkeit überprüfen.
  • Patienten über geplante Maßnahme informieren
  • Patient, wenn nötig unterstützen den Kopf auf die Seite zu legen
  • Reinigung des sichtbaren Teils des äußeren Gehörganges und der Ohrmuschel mit ölgetränkten Wattebausch
  • Krankenbeobachtung
  • ! Einführen von Wattestäbchen in den Gehörgang ist verboten!

Nachbereitung

  • Patient lagern
  • Material sachgerecht entsorgen
  • Hände desinfizieren

Ohrspülung

Ziel: Durchgängiger, freier Gehörgang

Indikationen z. B.

  • Reinigung des Gehörganges
  • Entfernen von Fremdkörpern, Zerumen bei Verlegung des Gehörganges

Kontraindikation

  • Trommelfellperforation

Vorbereiten der Materialien

  • Ohr Spekulum
  • Ohrenspritze (100 ml-250ml Janet-Spritze) mit stumpfer Kanüle respektive spezielles Spülsystem
  • Schale mit körperwarmen Wasser
  • Nierenschale
  • Bettschutz
  • Unsterile Kompressen
  • Evtl. Materialien für Ohrverband vorbereiten

Durchführung

  • Hände desinfizieren
  • Benötigte Gegenstände z. B. auf einem Tablett richten
  • Patienten über geplante Maßnahme informieren
  • Patienten unterstützen, den Oberkörper hochlagern
  • Bettschutz platzieren
  • Arzt muss durch Inspektion eine Trommelfellperforation ausschließen
  • Den Gehörgang strecken durch leichtes ziehen an der Ohrmuschel von hinten außen
  • Körperwarmes Wasser in die Spritze aufziehen oder spezielles Spülsystem füllen
  • Pflegeperson bringt Nierenschale unterhalb des Ohrläppchens und hält evtl. den Kopf des Patienten, wenn nötig
  • Arzt spritzt Wasser mit mäßigem Druck in den äußeren Gehörgang ein
  • Flüssigkeit ausfließen lassen und solange wiederholen bis Flüssigkeit klar ist, oder der Fremdkörper entfernt ist
  • nach Abschluss der Ohrspülung Ohr mit Kompresse abdecken evtl. Ohrenverband anlegen
  • Krankenbeobachtung während des Spülganges: Gleichgewichtsorgan könnte gereizt werden und Schwindel und Übelkeit auftreten

Nachbereitung

  • Patienten lagern, evtl. abtrocknen
  • Gebrauchte Materialien sachgerecht entsorgen
  • Hände desinfizieren

Verabreichung von Ohrentropfen respektive Ohrensalben

  • Lagerung: Kopf zur Seite oder Seitenlagerung
  • Ohrentropfen/-salben auf Körpertemperatur anwärmen (z. B. in Hand anwärmen)
  • Ohrentropfen/-salben beschriften mit Name und Datum, damit ist nicht zur Keimverschleppung kommen kann
  • Tube respektive Flasche nur für einen Patienten verwenden
  • Lagerungshinweise beachten, Verfallsdatum!
  • Kontamination von Tube/Pipette durch Hautkontakt unbedingt vermeiden: Gefahr der Re-Infektion bei erneuter Applikation
  • Gehörgang leicht strecken, indem man an der Ohrmuschel von hinten außen zieht
  • 15-20   Minuten sollte der Patient auf der Seite liegen bleiben, damit sie einwirken können und danach kann man erst mit Watte abdecken

Blatt: Ohrenmedikamente

Pflege bei Krankheiten des Pharynx und der Mundhöhle

Krankenbeobachtung den Kindern nach Adenotomie

  • Temperaturanstieg?
  • Blutungen im Rachen?
  • Sekretion aus dem Gehörgang?
  • In den ersten Tagen keine heiße Nahrung anbieten, da diese die Durchblutung erhöht
  • Schmerzzäpfchen in den ersten Tagen verabreichen

Pflege nach Tonsillektomie

Lagerung

  • Halbsitzend oder auf der Seite
  • Beim Umlagerung: ruckartige Bewegungen vermeiden

Mobilisation

  • Nach 4 bis 6 Stunden

Wundkontrolle/Wundversorgung

  • Wegen der hohen Gefahr einer Nachblutung die Mundhöhle regelmäßig inspizieren
  • Blut aus Mund und Nase, zunehmende Blässe, Tachykardie weisen auf Nachblutung hin
  • Kälteanwendungen von innen (Kalte Getränke) und außen (Eiskrawatte) senken das Risiko einer Nachblutung und linden die Schmerzen

Ernährung

  • Gewürze sowie Obst und Säfte meiden, da diese brennende Schmerzen verursachen könne

Mundpflege

  • Am 1. post-op Tag Zahnpflege nur mit Wasser durchführen
  • Kein Mundwasser benutzen
  • Ab 2. post-op Tag kann Zahncreme benutzt werden

Schmerztherapie

  • Ca. 30 Minuten vor den Mahlzeiten Analgetika
  • Ass kontraindiziert, da sie Blutungsneigungen fördern

Tracheostoma

Definition: Operativ angelegt Öffnung der Luftröhre von außen (Luftröhrenschnitt), zumeist in der Höhe der zweiten bis vierten Trachealspange

Passageres: vorübergehendes Tracheostoma: wird meist oberhalb der Schilddrüse abgelegt im Rahmen der Langzeitbeatmung und durch blockierte Trachealkanüle offen gehalten

Endgültiges Tracheostoma: nach Laryngektomie. Öffnung ist größer und befindet sich unterhalb der Schilddrüse im Jugulum.

Beim passageren oder in der Anfangsphase beim endgültigen Tracheostoma wird mit einer Trachealkanüle offen gehalten› So entsteht ein sicherer Zugang zu den Atemwegen im vorderen Halsbereich Trachealkanülen

Durchführungsarten

  • Bougierungstracheotomie: für eine vorübergehende Tracheostomie
  • Operative Tracheotomie (2 Arten): für eine dauerhafte Tracheostomie

•  Konventionelles Tracheostoma: Wunde ist nicht zugenäht, es ergibt sich ein offener Wundkanal, der leicht zu Infektionen neigt

•  Ephitelisierte Tracheostoma: ?

Indikationen

  • Blockade des Luftweges (durch Tumore im Mund, Rachen, Kehlkopfbereich)
  • Notwendigkeit einer geblockten Trachealkanüle (zu Langzeitbeatmung› Pflege sonst zu schwierig)
  • Störungen der Ventilation

Komplikationen

  • Irritationen durch den Eingriff
  • Verletzungen (Nachblutungen, Pneumothorax)
  • Komplikationen am Tracheostoma
  • Spätschäden (Drucknekrosen, Fistelbildungen, Stenose)

Pflege nach Tracheostomie

  • Post-op Atmung, Kanülen können leicht durch Blut und Sekret in der Anfangsphase verstopfen
  • 2 Stunden post-op Kanüle entblocken, falls Blutung steht
  • Verband und Kanüle je nach Sekretfluss mehrmals am Tag wechseln
  • Später komplette Kanüle täglich wechseln
  • Bronchialsekret regelmäßig über Tracheostoma absaugen

Reinigung der Kanüle

  • Mit klarem Wasser oder milden Seifenlösung, spezielle Pflegemittel
  • Spezielles Bürsten reinigen
  • Kein Silikonspray

Fixierung

Mit Halteband in verschiedenen Größen und Materialien

Kanülen wechsel

  • Erster Kanülen wechsel: vom Doc
  • Folgende Wechsel: Pflegepersonal
  • 1 bis zweimal täglich und bei Bedarf
  • Vermeidung von Druckstellen› Kanülen mit unterschiedlichen Biegungen und Längen
  • Bei beatmeten Patienten alle zwei Tage (1-mal pro Woche)
  • Erfolgt der Kanülen wechsel bei beatmeten Patienten, muss er vorher ausreichend oxygeniert sein
  • Pat, wenn möglich, in halbsitzende Position, Hals leicht nach hinten überstrecken
  • Halteband, lösen, Verband entfernen
  • Cuff entblocken
  • Kanüle in der Phase des ausatmen unter gleichzeitiger Absaugen vorsichtig herausziehen
  • Öffnung mit Spekulum offenhalten
  • Neue Kanüle vorsichtig in der Einatmungsphase einführen, Cuff blocken (normal: 18 mmHg)
  • Schlitzkompresse von unten nach oben unter die Halteplatte ziehen
  • Kanüle mit Halteband fixieren
  • Atmung kontrollieren
  • Es muss immer ein Notfallset (siehe unten) bereitstehen

Verbandswechsel

  • Pat wenn möglich in halbsitzender Position und den Hals in leicht nach hinten überstreckten
  • Mundschutz und unsterile Einmalhandschuhe
  • Halteband und äußeren Verband lösen und entfernen
  • Sterile Handschuhe anziehen und Wundabdeckende Kompresse mit Pinzette entfernen
  • Wundgebiet mit Kochsalz und Tupfer von innen nach außen reinigen. Für jeden Wisch Vorgang neuen Tupfer verwenden.
  • Wundabdeckende sterile Kompresse unter die Halteplatte der Kanüle ziehen und die Kanüle mit Halteband fixieren

Entfernung der Bougierungs-Tracheostomie

  • › Hydrokolloid verband
  • Patinfo› beim Husten Gegendruck ausüben

Vorbereitung beim Legen

  • Unterschiedliche Größen: männlich: 8 – 8,5; weiblich: 7 – 7,5 bereitlegen
  • Innen und Außenkanüle müssen passen
  • Verschiedene Materialien bereitlegen

Notfallset

  • Muss für den Patienten bereitliegen
  • Trachealkanüle
  • Borken Pinzette
  • Beatmungstrichter
  • Spekulum (zur Trachealerweiterung)
  • Ausweis „Hals atmer“
  • Plötzliche Atemnot› Trachealkanüle schnell entfernen und mit Spekulum offen halten

Häufige Ursache für Luftnot

  • Fehllage der Kanüle
  • Verlegung durch Schleim
  • Schleimhautschwellung

Kanülen arten

  • Kunststoffkanüle mit Cuff: weicher Kunststoff mit Halteplatte und Cuff: Beatmungspflichtige Pateinten
  • Kanüle ohne Cuff
  • Kanüle mit Innenkanüle (Inlet)
  • Silberkanülen
  • Sprechkanülen

Vorteile des Tracheostoma gegenüber Endotrachealtubus

  • Essen und Trinken möglich
  • Kein Würgegefühl

Mund und Nasenpflege ansonsten kaum möglich3

Pflege von Dauertracheostomierte nach ATL’s sortiert

 

Körperpflege

  • Rutschfeste Dusch- und Badewanne
  • Darauf achten, dass kein Wasser in die Kanüle kommt, wenn doch› aushusten im Sitzen baden
  • Nassrasur besser als Trockenrasur, da sonst Haarstoppeln in das Tracheostoma eindringen können

Atmung

  • Atemluft anfeuchten, da Funktionen der Nase wegfällt (Anfeuchten, Erwärmen, Reinigen)

  • Schleimhäute müssen feucht gehalten werden› Mund- und Nasenpflege› Borken-Bildung, Austrocknen der Schleimhäute› Infektionsgefahr steigt

› Feuchte Nase

  • › Ultraschallvernebler
  • Inhalationen mit NaCl, schleimlösend oder destillierten Wasser
  • Luftfeuchte kontrollieren (60 %)

Versorgung der Kanüle und des Stoma

  • Stoma trocken halten
  • Keine Seife, Watte benutzen
  • Mechanische Reizung vermeiden
  • 1- 2 täglich wechseln
  • Reinigung …
  • VW …

Soziale Hilfen

  • Selbsthilfegruppen
  • Deutsche Krebshilfe
  • Informationsbroschüren
  • Sozialdienst einschalten
  • Information über Schwerbehindertenausweis
  • Anfangsmaterialien bestellen

Beschäftigung

  • Weitere Teilnahme am Leben
  • Hobbys, Sport möglich
  • Berufsleben weiter ausüben

Essen und Trinken

  • gründlich kauen, kleine Stücke schlucken
  • Pusten uns schlürfen, um heißes Essen abzukühlen, nicht möglich

Kommunikation

  • Anfangs: Magnettafel
  • Block und Stift
  • Vorgefertigte Sprachhilfen

Stimmrehabilitation

Pseudoflüsterstimme

Sprechkanüle

  • Innenkanüle gefenstert, Außenkanüle gesiebt und Kanülen Öffnung mit Ventilkläppchen versehen
  • Ventil öffnet sich beim Einatmen und verschließt sich beim Ausatmen. Die Ausatmungsluft gelangt durch das Sieb in die Kanüle und kann zur Stimmbildung genutzt werden.

Ösophagus Ersatzsprache

  • Für den Sprechvorgang wird Luft benötigt, die über die Mundhöhle durch Ansaugen in die Speiseröhre befördert wird
  • Am oberen Ende der Speiseröhre befindet sich ein Ringmuskel, den man durch Übung willkürlich zusammenziehen und entspannen kann
  • Dieser Ringmuskel, mit anderen Muskelgeweben und Schleimhautfalten in dieser Höhe an der Tonbildung beteiligt

Elektronische Sprechhilfen

  • Gerätestimmen, die ohne Luft auskommen
  • Sie erzeugen Schallschwingungen, die beim Ansetzen des Gerätes am Hals in den Mund-, Nasen-, Rachenraum geleitet werden und lassen sich durch gewohnte Sprechbewegungen zu einer verständlichen Sprache formen
  • Atmen erfolgt völlig unabhängig über das Tracheostoma

Stimmprothesen

  • Operative Möglichkeit zur Stimmrehabilitation
  • Es wird eine ventilartige Verbindung zwischen Trachealstumpf und dem oberen Ösophagus geschaffen
  • Dieses Ventil, das entweder aus körpereigenen Geweben oder aus Plastikröhrchen besteht, dient als Stimmbildung

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