Autor/in: Simone Häußer

Körpertemperatur

Beschreiben Sie die einzelnen Fiebertypen!

Kontinuierliches (gleichbleibendes)Fieber

Temperatur ist gleichbleibend hoch, max. Schwankung ist 1 °C

Vorkommen: z. B. Viruspneumonie, Scharlach, Pneumonie, Erysipel, Typhus abdominalis

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Remittierendes Fieber

Maximale Temperaturschwankungen 1,5 °C, Temperatur ist abends höher als morgens

Vorkommen ist z. B. eine Nierenbeckenentzündung, Tuberkulose, Sepsis, akutes rheumatisches Fieber

Intermittierendes Fieber

Im Tagesverlauf wechseln hohe Temperaturen mit fieberfreien Intervallen, Temperaturschwankungen > 1,5 °C. Bei schnellem Fieberanstieg evtl. Schüttelfrost

Vorkommen z. B. Sepsis, Pleuritis, Pyelitis


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Rekurrierendes Fieber (Rückfallfieber, periodisches Fieber)

Fieberschübe über mehrere Tage wechselnd mit 2- bis 15-tägigen fieberfreien Intervallen

Vorkommen z. B. Gallenblasenentzündung, Malaria, Cholangitis, Cholezystitis, Borreliosen

Undulierendes Fieber

Wellenförmiger Temperaturverlauf mit langsamem Anstieg, hohem Fieber über einige Tage, langsamen Fieberabfall und fieberfreien Intervall über mehrere Tage. Dann Wiederholung.

Vorkommen: z. B. Tumoren, Morbus Hodkin, Brucellosen

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Biphasisches Fieber

Temperatur-Erhöhung in zwei Phasen. Zweigipflige Fieberkurve, früher mit dem Umriss eines Dromedars bezeichnet.

Vorkommen z. B. Viruserkrankungen wie Hepatitis und Masern, Meningokokken Sepsis

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Beschreiben Sie die Fieberphasen und die Pflege in der jeweiligen Phase!

  1. Fieberanstieg: schnell oder langsam; ein schneller Anstieg ist vorwiegend mit Schüttelfrost verbunden, sehr anstrengend für den Organismus und kann für alte Menschen lebensgefährlich sein.
  2. Fieberhöhe: höchste erreichbare Temperatur
  3. Fieberabfall:

Krisis: schnell, innerhalb von Stunden, kann lebensbedrohlich sein,
starker Schweißausbruch, evtl. kleinperlig, kalt, Blässe,
Zyanose, Tachykardie, Kollaps Gefahr, sorgfältige und engmaschige Überwachung nötig.

Lysis: langsam, innerhalb von Tagen, Organismus kann sich
allmählich umstellen, weniger Belastung.

  1. Erschöpfungsphase: Bewohner ist erschöpft nach Strapaze

Bei alten Menschen verläuft Fieber häufig weniger dramatisch, z. B. kein Schüttelfrost, eher subferbrile Temperaturen, auch bei ernsthaften Infektionen, aber Gefahr von Kreislaufkollaps und Ateminsuffizienz und weiteren Komplikationen ist erhöht.

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Komplikationen

  • Schüttelfrost → unwillkürliches schnelles Muskelzittern zum Anheben der Körpertemperatur z. B. bei Pneumonie oder Sepsis
  • Fieber Delir→ Verwirrtheit, Halluzinationen bei lang anhaltenden hohen Fieber, verursacht z. B. durch Stoffwechselprodukte von Bakterien
  • Kreislaufkollaps, Ateminsuffizienz, Exsikkose, Nierenversagen, Thrombose
  • Stoffwechselentgleisungen bei Diabetikern: Hypo- oder Hyperglykämie
  • Verlängerte Rekonvaleszenz: lang anhaltende Schwäche, Mattigkeit, Leistungsverminderung

Pflege bei Fieber

Ziele:

  1. Wohlbefinden (psychisch, physisch)
  2. Regulierung der Körpertemperatur
  3. Vermeidung von Komplikationen

Grundsätzlich: Patienten fragen, ob ihn warm (Temperaturabfall) oder kalt (Temperaturanstieg) ist, dementsprechend die Pflegemaßnahmen anwenden

Krankenzimmer

  • evtl. Zimmer abdunkeln
  • Gut gelüftet, aber Zugluft vermeiden
  • Für Ruhe sorgen
  • Getränke in die Nähe stellen
  • Raumtemperatur ca. 17 – 19 °C
  • Je nach Stadium: 2. Decke respektive nur Laken.

Körperpflege

  • Kühle Abwaschung nach Bedarf z. B. mit Pfefferminztee
  • Frische, trockene Wäsche
  • Patienten eincremen (Haut hat viel Flüssigkeit verloren)
  • Mund und Lippenpflege anbieten
  • Ganzkörperwaschungen mind.1 täglich
  • Unterstützung von Pflegeperson je nach Bedarf

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Prophylaxen

  • Dekubitusprophylaxe (Grund: Flüssigkeitsverlust der Haut, Bewegungseinschränkung, erhöhter Zellstoffwechsel führt zu erhöhtem Energie- und O2-Bedarf)
  • Pneumonieprophylaxe (Grund: Immobilität, flache Atmung, zäher Schleim durch Flüssigkeitsmangel, erhöhter Infektionsgefährdung)
  • Thromboseprophylaxe (Grund: Viskosität des Blutes steigt an durch Flüssigkeitsverlust, Immobilität)
  • Soor- und Parotitisprophylaxe (Grund: Austrocknung durch Flüssigkeitsverlust, bei Antibiotikabehandlung)
  • Obstipations-Prophylaxe (Grund: Eindickung des Stuhls durch Immobilität, Flüssigkeitsmangel und mangelnde Ernährung)

Beobachten und Überwachung
(bezieht sich auf das Aussehen und die Veränderungen, sowie die Vitalzeichen)

  • Puls anfangs: schnell, fadenförmig in der3. Phase: Pulsfrequenz sinkt
  • Atemfrequenz: Sinkt in der 3. Phase
  • RR
  • Temperaturkontrolle → Welcher Fiebertyp?
  • Bewusstseinslage→ Delirium?
  • Hautzustand → blass, rosig, Schweiß?
  • Mimik, Gestik
  • Aussehen
  • Flüssigkeitsbilanz
  • Ausscheidungskontrolle → konzentrierter Urin, evtl. Hauttugor

Mobilisation

  • Keine Mobilisation
  • Ruhe, Schlaf

Psychische Betreuung

  • Beruhigen
  • Auf Patienten eingehen
  • Evtl. in Ruhe lassen, schlafen lassen
  • Information

Ernährung

  • Je nach Stadium: kühle respektive heiße Getränke
  • FLÜSSIGKEITSZUFUHR
  • Leicht verdaulich → fettarm, eiweißreich, vitaminreich (v.a. Vitamin C), kohlenhydratreich, kochsalzreich
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Fiebersenkung

Physikalische Maßnahmen

  • Wadenwickel
  • Mit Pfefferminztee abwaschen
  • Ätherische Öle
  • „absteigendes“ Bad
  • Stirn kühlen
  • Kühle Abwaschungen

Medikamentöse Maßnahmen

  • Fiebersenkende Mittel (Antipyretika): Paracetamol; ASS, Ben-u-ron
  • Behandlung der Grundkrankheit, z. B. Antibiotika

Pflanzliche Mittel

  • Lindenblütentee
  • Stechpalmen tee

Pflege in 4 Phasen

1. Phase: Temperaturanstieg

  • Wärmezufuhr durch Decken oder Wärmflasche
  • Benachrichtigen des Arztes
  • Temperatur & RR kontrollieren
  • Dokumentation
  • Beruhigung
  • Kranken nicht allein lassen
  • Heiße Getränke anbieten

Bei Schüttelfrost sollte man den Bewohner zusätzlich vor Verletzungen schützen.

2. Phase: Fieberhöhe

  • Wärmespender entfernen
  • Häufig Vitalzeichen sowie Temperatur kontrollieren
  • Beruhigung
  • Zuwendung
  • Reichlich kühle Getränke
  • Lauwarme Abwaschungen
  • Wäschewechsel
  • Auf Zeichen einer Exsikkose/Dehydratation achten
  • Flüssigkeitsbilanz
  • Leicht verdauliche und vitaminreiche Kost

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  • Obstoptionsgefahr → Prophylaxe
  • Wadenwickel

3. Phase: Entfieberung:

  • Sorgfältige Beobachtung von Vitalzeichen und Temperatur
  • Beobachten der Bewusstseinslage
  • Beruhigung
  • Zuwendung
  • Kühle Getränke
  • Lauwarme Abwaschungen
  • Wäschewechsel
  • Dekubitus und Intertrigoprophylaxe

4. Phase: Erschöpfungsschlaf

  • Wäschewechsel
  • Patienten erfrischen eincremen
  • schlafen lassen
  • für Ruhe sorgen
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