Autor/in: Cordula

Infusionstherapie Seite 2

Grobe Einteilung der Infusionslösungen:

– Kristalloide Lösungen

  • Elektrolytlösungen
  • Energielieferanten → Kohlehydrat Lösungen

→ Fettlösungen

→ Aminosäure

– Kolloidale Lösungen (Plasma Expander, körpereigen, körperfremd)

  • Dextrane
  • Stärke
  • Gelatine
  • Eiweiße

Inhaltsverzeichnis


Infusionslösungen im Krankenhaus (im KH Maria Hilf)

Kohlehydrat Lösungen

→ zur Regulation des Wasser- und Elytehaushaltes

1. Kohlehydrat Lösungen.

Bsp.: Glukose 5 – 40 % → Elektrolyt freie Lösung

→ zum Ausgleich bei Wasserdefiziten

→ als Träger für Medis

2. Vollelektrolytlösungen (gleicher Natriumanteil wie im Blut)

Bsp.: NaCl 0,9 %

Ri-Lac → annähernd isotone Flüssigkeit

→ Ersatz von extrazellulärer Flüssigkeit

3. Basislösung (2/3 – Lösung)

Bsp.: Normofundin G 5

Sterofundin ohne Glukose → Zusatz von Glukose

4. Elektrolyt Konzentrate.

Bsp.: Kaliumchlorid 7,45 %

Natriumbicarbonat

Kochsalz 10 % → Dürfen nie unverdünnt injiziert werden!

Osmo Therapie

Mannit Lösung

Bsp.: Mannit 15 %

Glycerosteril 10 %

→ Hypertone Lösungen

→ Entziehen der Umgebung Wasser

→ Anwendung bei Ödemen

→ (zum Ausschwemmen von Giften)

Parenterale Ernährung

Kohlehydrat Lösungen

Bsp.: Glukose 5 – 40 % → ab 20 % über ZVK

→ Zuckeraustauschstoffe: Fruktose

Aminosäuren

Bsp.: Aminoplasmal PO-10 %

Periplasmal 3,5 %

GlukoseAminosteril → liefern Eiweißbausteine

N-HEPA 8 % → soll mit gleichzeitiger Kohlehydrat Zufuhr gegeben werden (sonst EW-Abbau für KH)

→ teilweise Elektrolyt frei

Fettlösungen

Bsp.: Lipovenös

Lipofundin 20 % → ausschließlich zur Kalorienzufuhr → ist nur begrenzt möglich

Dürfen nicht mit anderen Infusionen gemischt

werden› getrennte Systeme

→ dürfen auch über einen peripher venösen Zugang laufen

→ Gefahr der Unverträglichkeit

Volumenersatz (kolloidale Lösungen)

Dextrane Lösungen

Bsp.: Macrodex 6 % → Hochmolekulares Dextran → verbleibt lange im Gefäßsystem → Volumenersatz

Rheomakrodex 10 % → Niedermolekulares Dextran → fördert die Mikrozirkulation

→ hohe Allergie rate

Stärkehaltige Lösungen

Bsp.: Rheohes 70 → zur Blutverdünnung

→ Verbesserung der Durchblutung

Eiweißhaltige Lösungen

Bsp.: Albumin 20 % → Serum Derivat

Anschließend die Arbeitsaufträge!

Vorbereitung der Materialien

  • Infusionsbehälter nach AO
  • Infusionsbesteck
  • Infusionsständer
  • Desinfektionsmittel

Durchführung

  • Höchstens eine Stunde vor Gebrauch fertig machen
  • Hände desinfizieren
  • Benötigte Gegenstände auf desinfizierter Arbeitsfläche richten
  • Vollständigkeit und Verfallsdatum überprüfen (5 R-Regel beachten)
  • Verschlussring von Infusionsflasche abziehen
  • Bei Infusionsflaschen mit Metallverschluss Gummistopfen desinfizieren-Einwirkzeit beachten
  • Sterile Verpackung des Überleitsystems an der vorgesehenen Stelle aufreißen und System entnehmen
  • Verschlusskappe vom Einstichdorn abnehmen und diesen durch den Gummistopfen in die Flasche stechen
  • Roller Klemme zudrehen und Infusionsflasche am Infusionsständer aufhängen oder umgedreht halten
  • Tropfkammer durch mehrfaches Zusammendrücken mit Daumen und Zeigefinger bis zur Markierung füllen
  • Belüftungsventil öffnen, Roller Klemme aufdrehen und Lösung langsam durch das System fließen lassen, sodass keine Luft im Schlauch ist → Gefahr der Luftembolie

Zuspritzen von Medis

  • Medikament steril aufziehen und über neue sterile Kanüle oder Spike in die Infusionsflasche spritzen
  • Verschiedene Medis einzeln aufziehen
  • Infusionslösung mit Medi durch Kippen (nicht schütteln) durchmischen und auf Unverträglichkeit überprüfen (z-B-Ausflockungen, Trübung usw.)
  • Infusionsflasche mit Namen des Patienten, Datum, Uhrzeit und Zusätzen beschriften

Allgemeine Probleme beim Zuspritzen von Medis

→ Verluste der Sterilität → Vorbereitung max. 1 Std. vor Gebrauch

→ max. Gesamtlaufzeit von 12 Std.

→ Erhöhung der Partikel zahl beim Zuspritzen

→ Veränderung des Wirkspiegels durch Verdünnung

→ Inkompatibilität der Medis → Embolie

→ falsche Dosierung des Medikamentes → veränderte Wirkung

→ Kontaminationsgefahr beim Zuspritzen

→ Unzureichende Kennzeichnung

Empfehlung für das Zuspritzen:

  • Zuspritzen über Dreiwegehahn → erzeugt weniger Partikel als Zuspritzen über den Schlauch
  • Zum Zuspritzen die Lösung vorher abstellen → vorher und nachher mit Kochsalz spülen

Gefahren und Fehlerquellen beim Wechsel von Infusionssystemen

  • Unsteriles arbeiten → Infektionsgefahr
  • Wenn kein Spiegel im Infusionssystem vorhanden ist, → neues Infusionssystem nehmen (Gefahr von Luft im System)
  • Wenn ein Spiegel vorhanden ist, kann das System weiter benutzt werden (max. 72 Std. lang)
  • Tropfen Rate überprüfen

Anschließend:

  • Patient über geplante Maßnahme informieren (auch über NW und Dauer der Infusion)
  • Patient über Verhaltensregeln während der Infusion aufklären (z. B. Arm gerade halten)
  • Besucher evtl. aus dem Zimmer schicken
  • Störende Kleidungsstücke und Schmuck entfernen (Intimsphäre natürlich achten)
  • Den Patienten unterstützen sich bequem zu lagern
  • Infusion anschließen und Tropfgeschwindigkeit nach AO einstellen
  • Überleitsystem evtl. mit Pflaster am Unterarm fixieren, um Abknickungen zu vermeiden
  • Überwachen der Infusionsgeschwindigkeit, respektive Reaktionen beobachten (Thrombophlebitis).
  • Patient informieren, sich bei Veränderungen (z. B. Übelkeit) zu melden.
  • Rufanlage in Reichweite bringen

Überwachung eines Patienten

  • Kontrolle der Infusionsgeschwindigkeit /Einlaufzeit
  • Auf evtl. NW der Medis achten
  • Vitalzeichen Kontrolle
  • Darauf achten, dass die Infusion nicht para läuft
  • Auf Ödem Entwicklung achten
  • Reihenfolge der Infusionslösungen achten
  • Überwachung der Punktionsstelle
  • Bilanzierung
  • Genaue Doku: Menge, Patient, Zeit

Nachbereitung

  • Vor Verlassen des Zimmers nach Bedürfnissen fragen: Lagerung bequem? Getränk erwünscht? Fenster öffnen?
  • Gebrauchte Materialien sachgerecht entsorgen (Mülltrennung beachten)
  • Nach Beendigung der Infusion kann der Einstichdorn am Gummistopfen abgebrochen werden, um die Gefahr einer Stichverletzung zu reduzieren
  • Abschließend Händedesinfektion
  • Die Maßnahme dokumentieren, mit Handzeichen, Uhrzeit, evtl. Nebenwirkungen

Möglichkeiten, warum eine Infusion nicht läuft:

  • Höhendifferenz zwischen Patient und Infusionslösung ist zu niedrig → zu niedrige Förderrate
  • Nicht ausreichende Belüftung des Infusionsbehälters → Infusionsbehälter zieht sich zusammen und entwickelt einen Unterdruck
  • Der Dreiwegehahn ist nicht in Flussrichtung gestellt
  • Infusionsleitung ist abgeknickt
  • Zuleitung ist möglicherweise aufgrund der Inkompatibilität der einzelnen Lösungen verstopft
  • Der venöse Zugang ist verlegt (Thrombosierung)
  • Höhendifferenz zwischen Patient und Infusionsbehälter ist zu groß → zu hohe Förderrate

→ die Tröpfchengröße und somit die Gesamtmenge pro Tropfen nimmt zu

Komplikationen in der Infusionstherapie

  • Allergische Reaktionen
  • Blutverlust
  • Infektion durch den peripher oder zentral venösen Katheter
  • Ausflockung der Medis Thronbusbildung in der Vene → Embolie
  • Glassplitterverletzung in der Vene durch zu große Auf zieh Kanüle
  • Fehlerhafte Dosierung
  • Luftembolie
  • Sepsis

Beobachtungskriterien und (Sofort-) Maßnahmen bei Komplikationen

Allergische Reaktionen

Beobachtung von

  • Hautrötung, Juckreiz, Hautausschlag
  • Kopf, Gelenk- und Gliederschmerzen
  • Unruhe, Angst, Übelkeit, Erbrechen
  • Temperatur Anstieg, Hitzewallungen
  • Atemnot
  • Schockzeichen

Maßnahmen:

  • Infusion sofort abstellen, Venenzugang belassen
  • Den Arzt rufen (lassen)
  • Beim Patient bleiben, ihn beobachten und beruhigen
  • Vitalzeichen Kontrolle (Auch Gesichtsfarbe, Schweiß, Äußerungen des Patienten)
  • Evtl. Schocklage
  • Die Atemsituation einschätzen (Atemgeräusche, Zyanose, Einsatz der
  • Atemhilfsmuskulatur)
  • Ggf. Oberkörperhochlagerung, „O2-“ Gabe nach AO

Luftembolie

Beobachtung von

  • plötzlicher stechender Schmerz im Brustkorb
  • Atemnot, Zyanose
  • Tachykardie, Hypotonie, Schock

Maßnahmen

  • Verbindung zwischen Infusionssystem und Braunüle unterbrechen
  • venösen Zugang verschließen
  • Den Arzt rufen (lassen)
  • Patient in Kopftieflage bringen
  • Beim Patient bleiben (beobachten und beruhigen)
  • Kreislauf und Atmung beurteilen (Kriterien siehe Allergie)

Blutverlust

Beobachtung von

  • Austritt größerer Mengen aus dem venösen Zugang (z. B. beim Ablösen im Schlaf)
  • Umfangreiche Hämatome im Hals- und Thoraxbereich (bei ZVK)

Maßnahmen

  • Dekonnektieren Zugang verschließen oder Infusion mit neuem
  • Infusionssystem wieder anhängen
  • Kreislauf kontrollieren
  • Arzt-Info und Anordnungen abwarten

Thrombophlebitis

Beobachtung von

  • Entzündungszeichen im Venenverlauf
  • Schmerzäußerungen des Patienten

Maßnahmen

  • beim ZVK Arzt-Info und Anordnungen abwarten
  • Periphere Verweil Kanüle entfernen, evtl. Alkoholumschläge machen
  • oder Heparin haltige Salbe auftragen
  • Arzt-Info und evtl. neuen peripheren Zugang legen lassen

Sepsis

Beobachtung von

  • Plötzlich auftretendes hohes Fieber, oft mit Schüttelfrost
  • „Verfall“ des Patienten

Maßnahmen

  • Sofort Arzt-Info
  • Blutkultur vorbereiten
  • Weitere Anordnungen abwarten, z. B. ZVK entfernen und Katheter spitze zur mikrobiologischen Untersuchung einschicken.

Probleme anhand der ATL’s

ATL sich sicher fühlen und verhalten

  • Unsicherheit, Angst → mangelnde Info
  • Bewegungseinschränkung

ATL sich waschen und kleiden

  • Bewegungseinschränkungen
  • Viggo könnte nass werden beim Waschen
  • Überforderung/ Hilflosigkeit

ATL Wach sein und schlafen

  • Schlafstörungen durch eingeschränkte Mobilität
  • Störungen im Schlaf-Wach-Rhythmus
  • Angst sich im Infusionsschlauch zu verwickeln → Viggo ex

ATL Ausscheiden

  • Je nach Infusionsmenge verminderte / häufige Ausscheidung
  • Beunruhigung durch Veränderungen der Ausscheidung (z. B. Geruch)

ATL Essen und Trinken

  • Bewegungseinschränkungen
  • Manche Patienten haben keinen Durst oder keinen Hunger bei erhöhtem Flüssigkeitsvolumen (durch parenterale Ernährung)
  • Die Patienten haben Angst, (med. Infusionen) → Krankheitsgefühl steigt
  • Die Patienten wissen nicht, was sie essen und trinken dürfen

ATL Atmen

Gefahren:

Hypovolämie:

  • Lungenödem → erhöhte Atemanstrengung, Atemgeräusche
  • Pneumonie → Angst, Krankheitsgefühl steigt

Hypovolämie:

  • Schleim wird zäh → Inhalationen, Vibrax, ASE

→ Patient hat Angst, ist unsicher, Krankheitsgefühl steigt

ATL Körpertemperatur regulieren

  • Patient kann schwitzen → Flüssigkeitsverlust

ATL Raum und Zeit gestalten

  • Langeweile: Patient fühlt sich ans Bett gefesselt
  • Bewegungseinschränkungen, evtl. Depressionen, Aggressionen (Aufklärung durch PP gefordert)

ATL Bewegen

  • Bewegungseinschränkungen → Dekubitus, Thrombose und Pneumonie Gefahr

ATL Sinn finden

  • Depressionen, Aggressionen, Angst, Hoffnungslosigkeit usw. können durch Betreuung und Information durch das PP eingegrenzt werden

Betreuung des Patienten

ATL sich bewegen

bequeme Lagerung ermöglichen, Klingel in Reichweite, Patient erklären, dass er keine Bettruhe hat = sich mit Infusionsständer bewegen darf, über mögliche Bewegungen aufklären

ATL Sicherheit → Information an Patient über Bewegungsmöglichkeiten und Probleme, die auf-treten könnten → Sicherheitsgefühl wird gefördert

ATL Wach sein

+ schlafen → angenehme Lagerung anbieten (evtl. durch Lagerungshilfsmittel)

→ Infusionsleitung evtl. verlängern

ATL Essen und

Trinken wenn möglich die Infusion nicht während der Mahlzeiten laufen

lassen

Infusionsleitung verlängern

ATL Ausscheiden

Toilettengang mit Infusionsständer ermöglichen

vor der Infusionsgabe sollte der Patient noch zur Toilette gehen

Information, dass der Urin verändert riechen könnte

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Infusionstherapie
Weitere Quellen zur Infusionstherapie

Infusionstherapie: Gründe, Arten, Ablauf & Kosten
Infusionstherapie
Infusionen sicher verabreichen

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