Infusionstherapie Seite 2
Grobe Einteilung der Infusionslösungen:
– Kristalloide Lösungen
- Elektrolytlösungen
- Energielieferanten → Kohlehydrat Lösungen
→ Fettlösungen
→ Aminosäure
– Kolloidale Lösungen (Plasma Expander, körpereigen, körperfremd)
- Dextrane
- Stärke
- Gelatine
- Eiweiße
Inhaltsverzeichnis
- 1 Infusionstherapie Seite 2
- 1.0.1 Grobe Einteilung der Infusionslösungen:
- 1.0.2 – Kolloidale Lösungen (Plasma Expander, körpereigen, körperfremd)
- 1.0.3 Infusionslösungen im Krankenhaus (im KH Maria Hilf)
- 1.0.4 Kohlehydrat Lösungen
- 1.0.5 1. Kohlehydrat Lösungen.
- 1.0.6 2. Vollelektrolytlösungen (gleicher Natriumanteil wie im Blut)
- 1.0.7 3. Basislösung (2/3 – Lösung)
- 1.0.8 4. Elektrolyt Konzentrate.
- 1.0.9 Osmo Therapie
- 1.0.10 Mannit Lösung
- 1.0.11 Parenterale Ernährung
- 1.0.12 Kohlehydrat Lösungen
- 1.0.13 Aminosäuren
- 1.0.14 Fettlösungen
- 1.0.15 Volumenersatz (kolloidale Lösungen)
- 1.0.16 Dextrane Lösungen
- 1.0.17 Stärkehaltige Lösungen
- 1.0.18 Eiweißhaltige Lösungen
- 1.0.19 Vorbereitung der Materialien
- 1.0.20 Durchführung
- 1.0.21 Zuspritzen von Medis
- 1.1 Allgemeine Probleme beim Zuspritzen von Medis
- 1.1.1 Empfehlung für das Zuspritzen:
- 1.1.2 Gefahren und Fehlerquellen beim Wechsel von Infusionssystemen
- 1.1.3 Anschließend:
- 1.1.4 Überwachung eines Patienten
- 1.1.5 Nachbereitung
- 1.1.6 Möglichkeiten, warum eine Infusion nicht läuft:
- 1.1.7 Komplikationen in der Infusionstherapie
- 1.1.8 Beobachtungskriterien und (Sofort-) Maßnahmen bei Komplikationen
- 1.2 Allergische Reaktionen
- 1.3 Luftembolie
- 1.4 Blutverlust
- 1.5 Thrombophlebitis
- 1.6 Sepsis
- 1.7 Probleme anhand der ATL’s
- 1.8 ATL Atmen
- 1.9 Weiter lesen auf Seite 3 …
Infusionslösungen im Krankenhaus (im KH Maria Hilf)
Kohlehydrat Lösungen
→ zur Regulation des Wasser- und Elytehaushaltes
1. Kohlehydrat Lösungen.
Bsp.: Glukose 5 – 40 % → Elektrolyt freie Lösung
→ zum Ausgleich bei Wasserdefiziten
→ als Träger für Medis
2. Vollelektrolytlösungen (gleicher Natriumanteil wie im Blut)
Bsp.: NaCl 0,9 %
Ri-Lac → annähernd isotone Flüssigkeit
→ Ersatz von extrazellulärer Flüssigkeit
3. Basislösung (2/3 – Lösung)
Bsp.: Normofundin G 5
Sterofundin ohne Glukose → Zusatz von Glukose
4. Elektrolyt Konzentrate.
Bsp.: Kaliumchlorid 7,45 %
Natriumbicarbonat
Kochsalz 10 % → Dürfen nie unverdünnt injiziert werden!
Osmo Therapie
Mannit Lösung
Bsp.: Mannit 15 %
Glycerosteril 10 %
→ Hypertone Lösungen
→ Entziehen der Umgebung Wasser
→ Anwendung bei Ödemen
→ (zum Ausschwemmen von Giften)
Parenterale Ernährung
Kohlehydrat Lösungen
Bsp.: Glukose 5 – 40 % → ab 20 % über ZVK
→ Zuckeraustauschstoffe: Fruktose
Aminosäuren
Bsp.: Aminoplasmal PO-10 %
Periplasmal 3,5 %
GlukoseAminosteril → liefern Eiweißbausteine
N-HEPA 8 % → soll mit gleichzeitiger Kohlehydrat Zufuhr gegeben werden (sonst EW-Abbau für KH)
→ teilweise Elektrolyt frei
Fettlösungen
Bsp.: Lipovenös
Lipofundin 20 % → ausschließlich zur Kalorienzufuhr → ist nur begrenzt möglich
→ Dürfen nicht mit anderen Infusionen gemischt
werden› getrennte Systeme
→ dürfen auch über einen peripher venösen Zugang laufen
→ Gefahr der Unverträglichkeit
Volumenersatz (kolloidale Lösungen)
Dextrane Lösungen
Bsp.: Macrodex 6 % → Hochmolekulares Dextran → verbleibt lange im Gefäßsystem → Volumenersatz
Rheomakrodex 10 % → Niedermolekulares Dextran → fördert die Mikrozirkulation
→ hohe Allergie rate
Stärkehaltige Lösungen
Bsp.: Rheohes 70 → zur Blutverdünnung
→ Verbesserung der Durchblutung
Eiweißhaltige Lösungen
Bsp.: Albumin 20 % → Serum Derivat
Anschließend die Arbeitsaufträge!
Vorbereitung der Materialien
- Infusionsbehälter nach AO
- Infusionsbesteck
- Infusionsständer
- Desinfektionsmittel
Durchführung
- Höchstens eine Stunde vor Gebrauch fertig machen
- Hände desinfizieren
- Benötigte Gegenstände auf desinfizierter Arbeitsfläche richten
- Vollständigkeit und Verfallsdatum überprüfen (5 R-Regel beachten)
- Verschlussring von Infusionsflasche abziehen
- Bei Infusionsflaschen mit Metallverschluss Gummistopfen desinfizieren-Einwirkzeit beachten
- Sterile Verpackung des Überleitsystems an der vorgesehenen Stelle aufreißen und System entnehmen
- Verschlusskappe vom Einstichdorn abnehmen und diesen durch den Gummistopfen in die Flasche stechen
- Roller Klemme zudrehen und Infusionsflasche am Infusionsständer aufhängen oder umgedreht halten
- Tropfkammer durch mehrfaches Zusammendrücken mit Daumen und Zeigefinger bis zur Markierung füllen
- Belüftungsventil öffnen, Roller Klemme aufdrehen und Lösung langsam durch das System fließen lassen, sodass keine Luft im Schlauch ist → Gefahr der Luftembolie
Zuspritzen von Medis
- Medikament steril aufziehen und über neue sterile Kanüle oder Spike in die Infusionsflasche spritzen
- Verschiedene Medis einzeln aufziehen
- Infusionslösung mit Medi durch Kippen (nicht schütteln) durchmischen und auf Unverträglichkeit überprüfen (z-B-Ausflockungen, Trübung usw.)
- Infusionsflasche mit Namen des Patienten, Datum, Uhrzeit und Zusätzen beschriften
Allgemeine Probleme beim Zuspritzen von Medis
→ Verluste der Sterilität → Vorbereitung max. 1 Std. vor Gebrauch
→ max. Gesamtlaufzeit von 12 Std.
→ Erhöhung der Partikel zahl beim Zuspritzen
→ Veränderung des Wirkspiegels durch Verdünnung
→ Inkompatibilität der Medis → Embolie
→ falsche Dosierung des Medikamentes → veränderte Wirkung
→ Kontaminationsgefahr beim Zuspritzen
→ Unzureichende Kennzeichnung
Empfehlung für das Zuspritzen:
- Zuspritzen über Dreiwegehahn → erzeugt weniger Partikel als Zuspritzen über den Schlauch
- Zum Zuspritzen die Lösung vorher abstellen → vorher und nachher mit Kochsalz spülen
Gefahren und Fehlerquellen beim Wechsel von Infusionssystemen
- Unsteriles arbeiten → Infektionsgefahr
- Wenn kein Spiegel im Infusionssystem vorhanden ist, → neues Infusionssystem nehmen (Gefahr von Luft im System)
- Wenn ein Spiegel vorhanden ist, kann das System weiter benutzt werden (max. 72 Std. lang)
- Tropfen Rate überprüfen
Anschließend:
- Patient über geplante Maßnahme informieren (auch über NW und Dauer der Infusion)
- Patient über Verhaltensregeln während der Infusion aufklären (z. B. Arm gerade halten)
- Besucher evtl. aus dem Zimmer schicken
- Störende Kleidungsstücke und Schmuck entfernen (Intimsphäre natürlich achten)
- Den Patienten unterstützen sich bequem zu lagern
- Infusion anschließen und Tropfgeschwindigkeit nach AO einstellen
- Überleitsystem evtl. mit Pflaster am Unterarm fixieren, um Abknickungen zu vermeiden
- Überwachen der Infusionsgeschwindigkeit, respektive Reaktionen beobachten (Thrombophlebitis).
- Patient informieren, sich bei Veränderungen (z. B. Übelkeit) zu melden.
- Rufanlage in Reichweite bringen
Überwachung eines Patienten
- Kontrolle der Infusionsgeschwindigkeit /Einlaufzeit
- Auf evtl. NW der Medis achten
- Vitalzeichen Kontrolle
- Darauf achten, dass die Infusion nicht para läuft
- Auf Ödem Entwicklung achten
- Reihenfolge der Infusionslösungen achten
- Überwachung der Punktionsstelle
- Bilanzierung
- Genaue Doku: Menge, Patient, Zeit
Nachbereitung
- Vor Verlassen des Zimmers nach Bedürfnissen fragen: Lagerung bequem? Getränk erwünscht? Fenster öffnen?
- Gebrauchte Materialien sachgerecht entsorgen (Mülltrennung beachten)
- Nach Beendigung der Infusion kann der Einstichdorn am Gummistopfen abgebrochen werden, um die Gefahr einer Stichverletzung zu reduzieren
- Abschließend Händedesinfektion
- Die Maßnahme dokumentieren, mit Handzeichen, Uhrzeit, evtl. Nebenwirkungen
Möglichkeiten, warum eine Infusion nicht läuft:
- Höhendifferenz zwischen Patient und Infusionslösung ist zu niedrig → zu niedrige Förderrate
- Nicht ausreichende Belüftung des Infusionsbehälters → Infusionsbehälter zieht sich zusammen und entwickelt einen Unterdruck
- Der Dreiwegehahn ist nicht in Flussrichtung gestellt
- Infusionsleitung ist abgeknickt
- Zuleitung ist möglicherweise aufgrund der Inkompatibilität der einzelnen Lösungen verstopft
- Der venöse Zugang ist verlegt (Thrombosierung)
- Höhendifferenz zwischen Patient und Infusionsbehälter ist zu groß → zu hohe Förderrate
→ die Tröpfchengröße und somit die Gesamtmenge pro Tropfen nimmt zu
Komplikationen in der Infusionstherapie
- Allergische Reaktionen
- Blutverlust
- Infektion durch den peripher oder zentral venösen Katheter
- Ausflockung der Medis → Thronbusbildung in der Vene → Embolie
- Glassplitterverletzung in der Vene durch zu große Auf zieh Kanüle
- Fehlerhafte Dosierung
- Luftembolie
- Sepsis
Beobachtungskriterien und (Sofort-) Maßnahmen bei Komplikationen
Allergische Reaktionen
Beobachtung von
- Hautrötung, Juckreiz, Hautausschlag
- Kopf, Gelenk- und Gliederschmerzen
- Unruhe, Angst, Übelkeit, Erbrechen
- Temperatur Anstieg, Hitzewallungen
- Atemnot
- Schockzeichen
Maßnahmen:
- Infusion sofort abstellen, Venenzugang belassen
- Den Arzt rufen (lassen)
- Beim Patient bleiben, ihn beobachten und beruhigen
- Vitalzeichen Kontrolle (Auch Gesichtsfarbe, Schweiß, Äußerungen des Patienten)
- Evtl. Schocklage
- Die Atemsituation einschätzen (Atemgeräusche, Zyanose, Einsatz der
- Atemhilfsmuskulatur)
- Ggf. Oberkörperhochlagerung, „O2-“ Gabe nach AO
Luftembolie
Beobachtung von
- plötzlicher stechender Schmerz im Brustkorb
- Atemnot, Zyanose
- Tachykardie, Hypotonie, Schock
Maßnahmen
- Verbindung zwischen Infusionssystem und Braunüle unterbrechen
- venösen Zugang verschließen
- Den Arzt rufen (lassen)
- Patient in Kopftieflage bringen
- Beim Patient bleiben (beobachten und beruhigen)
- Kreislauf und Atmung beurteilen (Kriterien siehe Allergie)
Blutverlust
Beobachtung von
- Austritt größerer Mengen aus dem venösen Zugang (z. B. beim Ablösen im Schlaf)
- Umfangreiche Hämatome im Hals- und Thoraxbereich (bei ZVK)
Maßnahmen
- Dekonnektieren Zugang verschließen oder Infusion mit neuem
- Infusionssystem wieder anhängen
- Kreislauf kontrollieren
- Arzt-Info und Anordnungen abwarten
Thrombophlebitis
Beobachtung von
- Entzündungszeichen im Venenverlauf
- Schmerzäußerungen des Patienten
Maßnahmen
- beim ZVK Arzt-Info und Anordnungen abwarten
- Periphere Verweil Kanüle entfernen, evtl. Alkoholumschläge machen
- oder Heparin haltige Salbe auftragen
- Arzt-Info und evtl. neuen peripheren Zugang legen lassen
Sepsis
Beobachtung von
- Plötzlich auftretendes hohes Fieber, oft mit Schüttelfrost
- „Verfall“ des Patienten
Maßnahmen
- Sofort Arzt-Info
- Blutkultur vorbereiten
- Weitere Anordnungen abwarten, z. B. ZVK entfernen und Katheter spitze zur mikrobiologischen Untersuchung einschicken.
Probleme anhand der ATL’s
ATL sich sicher fühlen und verhalten
- Unsicherheit, Angst → mangelnde Info
- Bewegungseinschränkung
ATL sich waschen und kleiden
- Bewegungseinschränkungen
- Viggo könnte nass werden beim Waschen
- Überforderung/ Hilflosigkeit
ATL Wach sein und schlafen
- Schlafstörungen durch eingeschränkte Mobilität
- Störungen im Schlaf-Wach-Rhythmus
- Angst sich im Infusionsschlauch zu verwickeln → Viggo ex
ATL Ausscheiden
- Je nach Infusionsmenge verminderte / häufige Ausscheidung
- Beunruhigung durch Veränderungen der Ausscheidung (z. B. Geruch)
ATL Essen und Trinken
- Bewegungseinschränkungen
- Manche Patienten haben keinen Durst oder keinen Hunger bei erhöhtem Flüssigkeitsvolumen (durch parenterale Ernährung)
- Die Patienten haben Angst, (med. Infusionen) → Krankheitsgefühl steigt
- Die Patienten wissen nicht, was sie essen und trinken dürfen
ATL Atmen
Gefahren:
Hypovolämie:
- Lungenödem → erhöhte Atemanstrengung, Atemgeräusche
- Pneumonie → Angst, Krankheitsgefühl steigt
Hypovolämie:
- Schleim wird zäh → Inhalationen, Vibrax, ASE
→ Patient hat Angst, ist unsicher, Krankheitsgefühl steigt
ATL Körpertemperatur regulieren
- Patient kann schwitzen → Flüssigkeitsverlust
ATL Raum und Zeit gestalten
- Langeweile: Patient fühlt sich ans Bett gefesselt
- Bewegungseinschränkungen, evtl. Depressionen, Aggressionen (Aufklärung durch PP gefordert)
ATL Bewegen
- Bewegungseinschränkungen → Dekubitus, Thrombose und Pneumonie Gefahr
ATL Sinn finden
- Depressionen, Aggressionen, Angst, Hoffnungslosigkeit usw. können durch Betreuung und Information durch das PP eingegrenzt werden
Betreuung des Patienten
ATL sich bewegen
→ bequeme Lagerung ermöglichen, Klingel in Reichweite, Patient erklären, dass er keine Bettruhe hat = sich mit Infusionsständer bewegen darf, über mögliche Bewegungen aufklären
• ATL Sicherheit → Information an Patient über Bewegungsmöglichkeiten und Probleme, die auf-treten könnten → Sicherheitsgefühl wird gefördert
ATL Wach sein
+ schlafen → angenehme Lagerung anbieten (evtl. durch Lagerungshilfsmittel)
→ Infusionsleitung evtl. verlängern
ATL Essen und
Trinken → wenn möglich die Infusion nicht während der Mahlzeiten laufen
lassen
→ Infusionsleitung verlängern
ATL Ausscheiden
→ Toilettengang mit Infusionsständer ermöglichen
→ vor der Infusionsgabe sollte der Patient noch zur Toilette gehen
→ Information, dass der Urin verändert riechen könnte
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Weitere Quellen zur Infusionstherapie
Infusionstherapie: Gründe, Arten, Ablauf & Kosten
Infusionstherapie
Infusionen sicher verabreichen
