Autor/in: Petra

Charakterisieren Sie die Grundzüge des Modells nach Nancy Roper und stellen Sie die Ziele vom Modell des Lebens“ dar.

Nancy Roper

1918 in England geboren
1943 Krankenpflegeausbildung
1950 Lehrerin für Krankenpflege
schrieb Bücher

Das Pflegemodell wird auch Modell des Lebens genannt.

Das Modell wird von den Autorinnen ständig in der Praxis überprüft und weiterentwickelt. Genauso wie das Pflegemodell Henderson, wird dies dem Kreis der Bedürfnistheorien zugeordnet und basiert auf einem Lebensmodell. Es orientiert sich an den Bedürfnissen des menschlichen Lebens, und geht von den umgebungsbedingten Faktoren aus, und das Entscheidende die Gesundheit und Entwicklungsprozesse des Menschen.

Das Modell drückt die Dynamik des Lebens aus und es stehen zwölf Lebensaktivitäten im Vordergrund. Nach Nancy Roper greifen die 14 Grundbedürfnisse. Ziel des Modells des Lebens ist es unter anderem, den Menschen nicht symptombezogen, sondern ganzheitlich zu verstehen – wie es auch bei Henderson in Ansätzen erkennbar ist. Nach Roper haben Mitarbeiter die Aufgabe, die Einschränkungen des Patienten und seine Probleme mit ihm gemeinsam zu ermitteln und Abhilfe zu schaffen, soweit das pflegerisch möglich ist.

Der Begriff Ressourcen, ist bei Roper nicht zu finden.

Ressourcen sind die Eigenkräfte des Menschen, also seine vorhandenen Fähigkeiten, um einen Zustand zu verändern und zu verbessern. Jeder Mensch kann im Laufe seines Lebens mit Pflege konfrontiert werden, deshalb hat Roper die Krankenpflege mit dem Leben verbunden. Roper und Juchli gehen davon aus, dass sich der Mensch selbst durch die Lebensaktivitäten ausdrücken kann.

Nach Roper beschreiben alle 12 Lebensaktivitäten nach folgenden Gesichtspunkten;

a.) Wesen und Zweck von der Lebensaktivität

b.) Einflussfaktoren bezüglich jeder Lebensaktivität

c.) Physiologische und pathologische Veränderungen

d.) Anatomie der in diesem Zusammenhang stehenden Körperstrukturen

e.) Selbsteinschätzung jeder Lebensaktivität, und die damit verbundenen pflegerischen Tätigkeiten.

Bei den Pflegemodellen Henderson, Roper und Juchli spricht man von Bedingungsmodelle. Die Pflegekraft schafft für den Patienten hauptsächlich im Hinblick auf Körper und Umgebung optimale Bedingungen, damit sich Ressourcen und Selbstheilungskräfte voll entfalten können. Wobei zu sagen ist, dass es Ressourcen nach Roper nicht gibt.

Henderson, Juchli, Roper und Krohwinkel sind Bedürfnismodelle!

Das heißt: Das menschliche Leben verlangt nach Befriedigung der Grundbedürfnisse, von deren Erfüllung das Weiterleben respektive Wohlbefinden abhängt. Der Gesunde befriedigt seine Grundbedürfnisse selbst. Der Kranke muss dabei unterstützt, aktiviert werden. Schwerpunkt hierbei sind Krankheit und daraus resultierende Pflegeprobleme, also die Defizite des Patienten und die entsprechenden pflegerischen Tätigkeiten, mit denen diesen Problemen begegnet werden kann.

Da Henderson, Juchli, Roper und Krohwinkel alle Bedürfnismodelle sind, deshalb möchte ich noch einiges aufzeigen.

Menschenbild:

Jeder Mensch ist ein Individuum ATL – Grundbedürfnisse, die alle gemeinsam haben

Gründe pflegerisches Eingreifen:

Pflegeperson greift ein, wenn der Mensch nicht in der Lage ist, sich selbst gesund zu halten, seine Genesung herbeizuführen oder in Frieden zu sterben. Pflegeperson unterstützt, ersetzt, vervollständigt Fähigkeiten des Menschen.

Einschätzung des Patienten: ATL unter Berücksichtigung der Gewohnheiten und eigenen Fähigkeiten des Patienten. Status erarbeiten, gemeinsam mit Patient und Angehörigen.

Zielsetzung und Planung: Wiederherstellung der Selbstständigkeit wird angestrebt. (Nah; Fernziele)

Schwerpunkte Pfleger, Handelns: Pflegerische Handlung bezieht sich immer auf die gesetzten Ziele, Orientierung der Maßnahmen an den Gewohnheiten des Patienten

Bewertung der Pflege: Grundbedürfnisse wieder selbst wahrnehmen oder mit Einschränkung zurechtkommen. Ziel überprüfen, Pflegeplan notfalls ändern.

Rolle der Pflegekraft: Gehilfin, Berater des Patienten. Assistent des Arztes. Pflegeplan sollte beide Anteile beinhalten. Pflegeperson, Vermittler zwischen Patient und Umwelt. Hilfe zur Selbstständigkeit.

Alle Aktivitäten des täglichen Lebens, die Lebensaktivitäten oder die Aktivitäten und existenziellen Erfahrungen des Lebens sind aufeinander bezogen, stehen in Wechselbeziehung zueinander und setzen grundsätzlich eine ganzheitliche Sichtweise des Menschen voraus.

Roper

Mensch

Der Mensch wird von Roper u. a. als ein Individuum gesehen, das seine unterschiedlichen Aktivitäten während seines gesamten Lebens, von der Empfängnis bis zum Tod, ausführt. Sein wichtiges Ziel ist es, innerhalb der Grenzen seiner persönlichen Umstände oder Möglichkeiten die Selbstverwirklichung und die maximale Unabhängigkeit bei jeder der Lebensaktivitäten zu erreichen.

Umgebung

Die Umgebung ist einer der fünf Faktoren, die die Aktivitäten des Lebens ständig beeinflussen. Die übrigen sind physiologische, soziokulturelle, psychologische und politisch, ökonomische Faktoren.

Gesundheit-Krankheit

Die Konzepte von Gesundheit und Krankheit werden im Modell Roper nicht eindeutig beschrieben. Andererseits

Kann recht einfach abgeleitet werden, dass der höchste Status der Selbstverwirklichung und Unabhängigkeit als ein optimales Niveau der Gesundheit aufgefasst werden kann

Pflege

Pflege wird aufgefasst als Unterstützung des Patienten bei der Lösung, Aufklärung, Handhabung und Vorbeugung von Problemen seiner Lebensaktivitäten

Während der Pflege darf die Pflegende nur so wenig wie möglich in den persönlichen Lebensstil des Patienten eingreifen, es sei denn, dies sei im Kontext seiner Gesundheitsprobleme unvermeidbar

Krohwinkel

Mensch

Der Mensch ist sowohl der Patient als auch die Pflegende gemeint.

Krohwinkel sieht den Menschen, als einheitliches, integrales Ganzes, das mehr und anders ist als die Summe seiner Teile, mit seiner eigenen Identität und Integrität.

Jeder Mensch ist fähig, sich zu entwickeln, zu wachsen und sich selbst zu verwirklichen.

Er kann entscheiden, handeln und verantworten.

Umgebung

In der ganzheitlichen Sicht ist die Umgebung der wesentlichste Faktor für Leben, Gesundheit und Wohlbefinden. Mensch und Umgebung und offene, sich wechselseitig beeinflussende Systeme.

Zur Umgebung zählen neben allen Lebewesen auch ökologische, physikalische, materielle, und gesellschaftliche Faktoren.

Gesundheit-Krankheit

Krohwinkel definiert Krankheit und Gesundheit als dynamische Prozesse, die für die Pflege als Defizite und Fähigkeiten erkennbar sind.

Krohwinkel identifiziert Wohlbefinden und Unabhängigkeit als subjektives empfundene Teile der Gesundheit.

Pflege

Beim Modell der Aktivitäten, existenziellen Erfahrungen des Lebens (AEDL), handelt es sich um ein Bedürfnismodell. Die Bedürfnisse und Fähigkeiten werden in 13 Bereiche gegliedert.

Die ersten11 sind vergleichbar mit den Aktivitäten von Roper.

Der zweite, soziale Bereiche des Lebens sichern, ist für die Vorbereitung des Patienten auf die Zeit der Entlassung aus dem Krankenhaus von großer Bedeutung.

Den dreizehnten Bereich, mit existenziellen Erfahrungen des Lebens umgehen, gliedert Krohwinkel in:

› die Existenz gefährdende Erfahrungen wie Abhängigkeit, Sorge, Angst, Schmerzen, Sterben usw.

› die Existenz fördernde Erfahrungen wie Unabhängigkeit erreichen; Zuversicht, Vertrauen, Sicherheit usw.

› Erfahrungen, welche die Existenz fördern oder gefährden (Kultur, Biografie)

Ziele vom Modell des Lebens

Nach Nancy Roper wird Krankenpflege erforderlich, wenn Probleme bei dem Menschen im Kontext der Lebensaktivitäten und deren Ausführung auftreten. Die Pflege wird als Hilfe für den Patienten/Bewohner in vollstationären Pflegeeinrichtungen gesehen, um Probleme:

zu vermeiden, z. B. die Entstehung eines Dekubitus
zu lösen, ein vorhandenen Dekubitus in Nah; Fernziele stecken, um den Dekubitus, wenn möglich, ganz zu heilen
zu lindern, evtl. Schmerzen zu lindern
oder diese zu bewältigen, z. B. mit soziale Problemen besser umgehen zu können
Eine individuelle Pflege ist nur mit dem Pflegeprozess, als eine methodische Art der systematischen, geplanten und zielorientierten Pflege zu erreichen.

( kypernetischer Regelkreis, z. B. Informationssammlung)

Eine individuelle Krankenpflege steht bei Roper im Vordergrund, und ist aus dem Gegenstück „Individualität im Leben entstanden.

Als unteilbare Einheit ist dabei: Körper, Geist und Seele anzusehen.

Das oberste Ziel, ist die individuelle, ganzheitliche Betrachtungsweise des Menschen in seinem sozialen Umfeld.

Weitere grundlegende Ziele sind:

Pflege soll unterstützen, mit freier Entscheidung des Patienten
Pflege darf nicht abhängig machen
Pflege soll Krankheiten verhüten durch Prophylaxen z. B. Pneumonieprophylaxe
Pflege soll Krankheiten oder Abhängigkeiten versuchen zu lindern oder Wege aufzeigen, damit besser zurechtzukommen
Pflege soll das Selbstwertgefühl des Patienten steigern und fördern
Pflege soll sich ein Wohlbefinden schaffen in allen Aktivitäten
Pflege soll sich nach den Gewohnheiten orientieren
Pflege muss exakt durchgeführt werden und soll auf beobachtbaren und messbaren Phänomenen basieren (Kontrollierbarkeit)
Pflege muss nach Roper dokumentiert werden und ständig auf Pflegewirkung hin geprüft werden.
Pflege soll copingstrategien (= etwas bewältigen können) bei vorhanden Problemen entwickeln, die mit den Lebensaktivitäten in Beziehung stehen.

Nancy Roper legt besonderen Wert, auf die dokumentierte und nachvollziehbare Pflege. Sie selbst hat auch verschiedene Pflegedokumentationen entwickelt und in der Praxis erprobt.

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