Autor/in: Muckel

Digitale Ausräumung

Definition:
Entleerung des Darminhaltes mittels Fingereinsatzes

Indikation
Bei Kot-Steinen, schlaffe Darmlähmung.

Material

  • Handschuhe
  • Fingerlinge
  • Gleitmittel (Fettsalbe)
  • Zellstoff
  • Abwurfbehälter

Vorbereitung

  • Information/ den Bewohner/in und des Pflegepersonals
  • Schutz der Intimsphäre
  • Linke Seitenlage.
  • Zeige- und Mittelfinger ®, mit Handschuh den Fingerling schützen und einfetten.


Durchführung
Schrittweise Kot aus dem Darm entfernen.
Es ist eine ärztliche Anordnung.

Darmeinläufe
1. Klistier
2. Reinigungseinlauf
3. Schwenkeinlauf
4. Hoher Einlauf.

Zu 1. Klistier

Definition:

Verabreichung kleiner Mengen unterschiedlicher Lösungen

Vorbereitung

  • es gibt einmal das Mikro Klist und das Marco Klist
  • Durchführung auf ärztliche Anordnung.
  • Aufklärung/Information.
  • Klysma im Wasserbad anwärmen. Nur das Makro Klist.

Durchführung

  • Intimsphäre herstellen.
  • Linke Seitenlage.
  • Einmalhandschuhe anziehen.
  • Die rektal Kanüle einfetten (Klistier Flüssigkeit).
  • Die rektal Kanüle in den Mastdarm einführen.
  • Flascheninhalt/Applikatorinhalt auspressen oder ausrollen.
  • Flasche/Applikator im ausgepressten Zustand entfernen.
  • Darmentleerung so lange, wie möglich hinauszögern.
  • Dokumentation

Zu 2. Reinigungseinlauf
Zur Anwendung bei einer hartnäckigen Obstipation Zweck.

  • Erzeugung eines Entleerungsreizes.
  • Erweichung des Stuhls.
  • Anregung der Darmperistaltik.
  • Abführen des Darminhaltes.

Reizmechanismen

  • Mechanischer Reiz› • Darmrohr
    • Einlaufende Flüssigkeit.
  • Thermischer Reiz› • Kalte Spülflüssigkeit, ca. 2 – 3 °Cunter Körpertemperatur, hat
    eine starke Abführwirkung.
  • Chemischer Reiz› • Glyzerin ® 20 ml auf 1 l Wasser.
    • Hypertone Kochsalzlösung ® 1 Esslöffel Salz auf 1 l Wasser.
    • Kamillosan ® 3 – 5 ml auf 1 l Wasser.
    • Öl ® 20 ml auf 1 l Wasser.

Material

  • Irrigator
  • 1 l Spülflüssigkeit (mit Zusätzen).
  • Darmrohr
  • Schlauchklemme
  • Gleitmittel
  • Toilettenstuhl/Steckbecken
  • Zellstoff
  • Handschuhe
  • Schutzkleidung

Vorbereitung

  • Information an den Bewohner / Wahrung der Intimsphäre
  • Spülflüssigkeit ca. 35 °
  • Schlauchsystem entlüften
  • Darmrohr einfetten.
  • Spülflüssigkeit in den Irrigator füllen

Durchführung

  • Flache linke Seitenlage mit angewinkelten Beinen.
  • Zellstoff unterlegen, Handschuhe anziehen.
  • Mit leichten drehenden Bewegungen eingefettetes Darmrohr 8 – 10 cm tief einführen.
  • Bei Widerstand keine Gewalt anwenden.
  • Ca. 30 – 50 cm über Darmniveau, Schlauchsystem öffnen.
  • Auf ruhige Atmung achten, respektive Bewohner dazu auffordern.
  • Bei starkem Druckgefühl kurzzeitig Einlauf unterbrechen.
  • Beobachtung der Kreislaufsituation. Bei Auffälligkeiten SOFORT abbrechen.
  • Schlauchsystem schließen, Darmrohr vorsichtig entfernen.
  • Bewohner bitten, Flüssigkeit so lange wie möglich einzubehalten.
  • Zur Defäkation Bewohner begleiten, Stuhlbeobachtung und Dokumentation.
    Zu 3. Schwenkeinlauf (Hebe Einlauf, Heb und Senkeinlauf, Schaukeleinlauf)

Ziel
Anregung der Darmperistaltik und Förderung des Abgangs von Darmgasen.

Durchführung

  • Beim Einlaufen ca. 30 – 50 Höhe.
  • Bei zu großem Druck respektive Flüssigkeit geht zur Neige 20 – 40 cm Höhe. Unter Blasen Niveau.
  • Unter Schwenken bis Spülflüssigkeit getrübt oder genug Darmgase abgegangen sind.
  • Bei akuter Kreislaufsituation abbrechen.

Diesen Beitrag teilen auf...

Twitter Facebook