Autor/in: B. Pafel

Zerebrale Krampfanfälle

Definition:

Abnorme Aktivitätssteigerungen der Nervenzellen im Gehirn, die auf einer Funktionsstörung dieser Nervenzellen beruhen. Die genaue Ursache ist bislang nicht geklärt. Vermutlich liegt unter anderen ein Mangel an hemmenden Überträgerstoffen vor.

Häufigkeit:

  • Ca. 1 % aller Menschen ist betroffen.

Mögliche Ursachen können sein:

  • Hirnblutungen
  • Hirntumore
  • Gehirnnarben
  • Gehirnfehlbildungen
  • Gehirninfarkte
  • Hirnabbauprozesse
  • In ca. 50 % der Fälle können solche Ursachen nicht nachgewiesen werden. Man spricht dann von Epilepsie.


Auslöser für einen akuten Krampfanfall:

  • Alkoholkonsum sowie Alkoholentzug
  • Medikamenten oder Drogenentzug
  • Schlafentzug
  • Fieberhafte Infekte
  • Flackerlicht
  • Akustische Reize
  • Durch Unterzuckerung
  • Stress

Diagnostik:

  • EEG
  • CT
  • MRT
  • Blutstoffuntersuchungen (Stoffwechsel)

Therapie:

Im Anfall:

  • Vor Verletzungen schützen
  • Beengende Kleidung lösen
  • Wenn vorhanden Anfallsmedikamente
  • Evtl. nach Dauer von mehr als 2 Minuten Notarzt rufen
  • Beobachtung (Wie verläuft der Anfall, Dauer des Anfalls)
  • Entsprechend dokumentieren

Nach dem Anfall:

  • Langzeittherapie mit dem Ziel weitere Anfälle zu verhüten
  • Antikonvulsiva (Konvulsion = Krampf) z. B. Phenobarbital (Luminal)

Prognose:

Etwa 2/3 aller Krampfanfälle sind gut zu behandeln. Betroffene Personen sind stärker suizidgefährdet. Einteilung:

  • Fokale Krampfanfälle
  • Generalisierte Krampfanfälle
  • Gelegenheitskrämpfe
  • Sonstige

Zu 1.)

Fokale Krampfanfälle:

Sind Krampfanfälle, die immer in einem bestimmten Bereich des Gehirns beginnen. (Dort kann z. B. ein Hirntumor lokalisiert sein.) und breiten sich von dort weiter aus. Dazu gehören die Jackson-Anfälle. Bei den Jackson-Anfällen treten meistens zuerst Zuckungen in einer Hand oder einem Bein auf. Diese können sich weiter ausbreiten = Jackson march. Evtl. geht der Krampf auch auf die andere Körperhälfte über. Nach einem Krampfanfall kann für einige Stunden in den betroffenen Körperabschnitten eine schlaffe Lähmung auftreten. (Toddsche Lähmung, Paresen) zu 2.)

Generalisierte Krampfanfälle

Die wichtigste Form hierbei sind die Grand mal Anfälle. Dabei verlieren die Betroffenen das Bewusstsein. Es kann mit einer Aura beginnen, z. B. abnorme Geschmacks- und Geruchswahrnehmungen. Dann folgt ein tonisches Stadium. Der Patient wird bewusstlos, fällt hin, oft mit einem epileptischen Schrei. Die Muskulatur wird steif, Atemstillstand, Zyanose, evtl. Zungenbiss, weite licht starre Pupille und Tachykardie. Es folgt ein klonisches Stadium mit heftigen, unkoordinierten Gliedmaßen Bewegungen, Schaum vor dem Mund und oft Urin- und Stuhlabgang. Zuletzt folgt ein komatöses Stadium. Ein Anfall dauert selten länger als 2 Minuten. Von einem Status epilepticus spricht man, wenn die einzelnen Krampfanfälle so schnell hintereinander auftreten, dass der Patient zwischendurch das Bewusstsein nicht wiedererlangt. Aura

tonisches Stadium

klonisches Stadium

komatöses Stadium

Status epilepticus

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