Autor/in: Cordula

Morbus Parkinson oder Paralysis agitans (Schüttellähmung) Seite 3

Bewegungsstörung

Definition

Die Parkinson-Krankheit ist eine Erkrankung des zentralen Nervensystems,

bei der in erster Linie willkürliche und unwillkürliche Bewegungsabläufe gestört sind.

Ursache

Vorzeitige Degeneration (Rückbildung) der Zellen in der Substantia nigra (schwarzer Kern), die zu einer ungenügenden Bildung von Dopamin führt:

  • möglicherweise Erbanlage
  • chronische Durchblutungsstörungen
  • wiederholte kleine Hirnverletzungen (Boxer)
  • Folge von Enzephalitis (Hirnentzündung)
  • Folge von Vergiftungen (CO / Alkohol)
  • Folge von Sauerstoffmangel


Nebenwirkungen von Medikamenten:

  • Neuroleptika
  • Paspertin, Propulsin (regt die Darmmotorik an)

Nach Absetzen der Medis /Reduzierung der Dosis können die Symptome wieder verschwinden.

Symptome:

  • der Beginn ist häufig schleichend, unauffällig

Frühsymptome:

  • gestörte Feinmotorik
  • Tremor (Ruhetremor)
  • Kleiner werden der Schrift
  • schmerzen in der Muskulatur und in den Gelenken
  • Gangunsicherheit
  • Psychische Veränderungen = Antriebsarmut, Entschlusslosigkeit

Klassische Symptome bei ausgeprägter Krankheit:

Akinese (Bewegungsarmut)

  • alle Bewegungen werden langsamer, weniger, steifer
  • schwerfälliger, trippelnder, schlürfender Gang
  • pendeln der Arme geht verloren
  • Beginn einer Bewegung, Unterbrechung & Richtungswechsel ist erschwert
  • kann nicht plötzlich stehen bleiben, schießt übers Ziel hinaus
  • Rumpf ist nach vorn geneigt
  • Kopf zwischen den Schultern eingezogen (bei Drehung geht der Rumpf mit)
  • starre Mimik, kann Freude, Trauer, Wut nicht ausdrücken
  • Sprache leise & monoton
  • Schrift wird zunehmend kleiner

Rigor (Muskelstarre)

  • gleichzeitige Tonuserhöhung des Beugemuskels und des Streckmuskels bei Bewegung eines Gelenkes
  • Bewegung geht abgehackt = Zahnradphänomen

Tremor

  • zittern der Hände im Ruhestand
  • bessert sich bei gezielter Bewegung (Pillen drehen, Münzenzählen)

Vegetative Störungen

  • Speichelfluss
  • Salbengesicht (Talgsekretion)
  • Schwitzen
  • Harndrang
  • Obstipation
  • Blick starre

Psychische Störungen

  • depressive Verstimmungen (kann auch dazu führen, dass man weiß, man ist unheilbar krank)
  • Denken ist verlangsamt
  • reizarm
  • Suizid-Gefahr
Therapie:

Parkinson sollte rechtzeitig, altersgerecht und effizient behandelt werden.

Es ist daher sinnvoll, dass eine individuelle Therapiestrategie festgelegt wird.

Die grundsätzlichen Ziele der Parkinson-Therapie sind:
  • Die Beschwerden effektiv zu behandeln.
  • Die Lebensqualität respektive die Selbstständigkeit in den Aktivitäten des täglichen Lebens auf langfristige Sicht zu erhalten
  • die Selbstständigkeit in der Familie und der Gesellschaft zu erhalten, also Pflegebedürftigkeit so lange wie möglich hinauszuzögern
  • die Berufsfähigkeit so lange wie möglich zu erhalten
  • Medikament L-Dopa (Vorstufe des Dopamin)
    • Überdosierung = überschießende Bewegungen (Hyperkinese)
    • Nach mehrjähriger Behandlung = Wirkungsverlust, somit ständige Steigerung der Dosis
Psychotherapie
  • zu Aktivitäten anregen
  • Gespräche führen
  • Geduld haben, bemüht sein
  • in den Kreis anderer Bewohner mit einbeziehen
  • Selbsthilfegruppe organisieren
  • Hilfsmittel anbieten
  • Sturzgefahr/ entsprechende Unfallverhütung
  • Aspirationspneumonie, Erstickungstod (Schluckbeschwerden)
    • erkennen: husten, würgen, verschlucken, Speichelfluss, Essensreste sammeln
  • bei Pflegefall:
    • Dekubitus, Pneumonie & Kontrakturprophylaxe Ernährung: Ballaststoffreich (wegen Obstipation)
Umgang mit Parkinson-Patienten:
  • Ruhe, Geduld, Verständnis, Einfühlungsvermögen, Psychotherapeuten unterstützen
Häufigkeit der Parkinson-Demenz (PDD)

Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass durchschnittlich 40 Prozent der von Morbus Parkinson betroffenen Patienten im Verlauf der Erkrankung eine Demenz entwickeln, wobei die Demenz Häufigkeit stark vom Lebensalter und der Krankheitsdauer abhängig ist. Das Durchschnittsalter von Patienten mit Parkinson-Demenz liegt etwa bei 72 Jahren. Insgesamt ist bei Parkinson-Patienten im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung das Risiko einer Demenz um den Faktor sechs erhöht. Als Risikofaktoren gelten: hohes Alter, lange Krankheitsdauer, symmetrischer Beginn und das Auftreten von Halluzinationen. Über den Schweregrad der Demenz bei Parkinson-Patienten gibt es bisher nur wenige Angaben.

Weitere Quellen zu Morbus Parkinson oder Paralysis agitans 
Morbus Parkinson

Myasthenia gravis
Myasthenia gravis pseudoparalytica

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