Autor/in: Cordula

Morbus Parkinson oder Paralysis agitans (Schüttellähmung) Seite 2

  • Im Nervenzellkörper findet der Stoffwechsel der Zelle statt.
  • Dendriten sind zuständig für die Reizaufnahme.

Dendriten sind feine Verästelungen des Zellkörpers, die über Synapsen den Kontakt zu

Tausenden anderer Nervenzellen herstellen und von ihnen Erregungen empfangen bzw. an

sie weitergeben.

  • Axon = Nervenfaser. Hier findet die Reizweiterleitung statt.

Die Weiterleitung der Nervenimpulse an andere Zellen erfolgt über das Axon,

einem langen, meist unverzweigten Fortsatz der Nervenzellen.

  • Synapsen » Hier findet die Erregungsübertragung auf andere Zellen statt.

Synapsen sind Kontaktstellen zwischen zwei Neuronen, die sich entweder auf dem Dendritenbaum oder direkt auf dem Zellkörper des Zielneurons befinden. Über die Synapsen hinweg werden Signale mittels Botenstoffe (Neurotransmitter) transportiert.

Die Pyramidenbahn und die Extrapyramidalbahn und die spielen eine wichtige Rolle bei der Abstimmung der Feinmotorik. Sie dient der willkürlichen und unwillkürlichen Muskelbewegung.

Das Pyramidale System ist für die Feinmotorik zuständig. Die Pyramidenbahn ist für das Erlernen von Bewegungsabläufen wichtig,

Das Extrapyramidale System ist zuständig für routinierte Bewegungsabläufe. Es steuert alle unwillkürlichen Bewegungen (z.B. gefühlsbetonte Gestik) und beeinflusst den Tonus der Muskulatur. Die Extrapyramidalbahn ist bei Morbus Parkinson gestört.

  • Morbus Parkinson ist die wichtigste Erkrankung im Bereich des Extrapyramidalen Systems.
  • Erkrankungsbeginn meist nach dem 40. Lebensjahr.
  • Männer sind häufiger betroffen.
  • Häufigkeit 1 – 2 Fälle auf 1.000 Menschen

Anatomische Veränderungen:

Im Bereich der Substanzia nigra (schwarzen Substanz) gehen die Nervenzellen zugrunde. Deshalb kann nicht genug Dopamin gebildet werden. Dopamin ist ein Neurotransmitter (Überträgerstoff.)

Daneben besteht auch ein Mangel an Serotonin und Noradrealin. Dies ist verantwortlich für Störungen im vegetativen Nervensystem.

Im Verhältnis dazu ist zu viel Acetycholin vorhanden.

Parkinson ist keine Demenzerkrankung! Nur 1/3 der Betroffenen entwickeln auch eine Demenz.

Bei verminderten Dopamin » Minus Symptome (Akinese, Bradyphrenie) » (Dopa als Ersatz)

  • (Akinese ist eine hochgradige Bewegungsarmut bis zur völligen Bewegungslosigkeit (trotz normaler Muskelkraft). Auch das Starten von Bewegungen ist gestört. Die Akinese betrifft die willkürlichen und unwillkürlichen Abläufe der quergestreiften Muskulatur.)
  • (Bradyphrenie = kogntive Verlangsamung » Verlangsamung der Denk- und Wahrnehmungsvorgänge)

Wenn Aceticholin relativ vermehrt ist » Plus Symptome (Tremor, Rigor)

  • (Tremor oder Ruhetremor tritt in erster Linie bei völliger körperlicher Entspannung auf. Bei willkürlichen Bewegungen, besonders am Anfang, hört das Zittern auf. Bei zielgerichteten Bewegungen kann ein sogenannter Landetremor auftreten, d.h. er tritt in der Abschlussphase der Bewegung auf. Außerdem gibt es noch den Intentionstremor, der bei Bewegungsabsicht einsetzt und Ausdruck einer Kleingehirnstörung ist sowie den Aktionstremor, der während der Bewegung auftritt.)
  • (Rigor = Die gleichzeitige Tonuserhöhung, also Spannungserhöhung, in den Muskeln (paarweise wirkende Muskeln, z.B. Beuge- und Streckmuskeln) wird auch als Rigor oder Muskelsteifheit bezeichnet. Die Patienten erleben den Rigor als Steifheitsgefühl in den Armen und Beinen. Wenn jemand anders versucht, z.B. den Arm des Patienten zu bewegen, spürt er einen zähen Widerstand in allen Richtungen.)

Anticholinergika hemmen Amantadine

Symptomatik:

1. Akinese » Bewegungsverarmung » (Minus- Symptome)

(Bradykinese = Bewegungsverlangsamung)

  • fehlende Mitbewegung der Arme beim Laufen
  • Gleichgewichtsstörungen
  • Trippelgang
  • Starthemmung
  • Freezing- Effekt
  • Schluckstörungen
  • Schwacher Händedruck
  • Probleme mit der Feinmotorik
  • Maskengesicht, seltener Lidschlag

Rigor » pathologisch gesteigerte Muskelanspannung (Plus Symptome)

  • Haltungsveränderung
  • Zahnradphänomen
  • Mikrographie
  • „Pillendreher“ oder „Münzenzähler“
  • Pfötchenförmige Fingerhaltung

Ruhetremor (Plus Symptome)

  • Besonders Hände und Beine sind betroffen, verstärkt durch Angst, Stress und Ermüdung

Psychische Symptome:

  • Depressionen
  • Ca. 30 % der Patienten entwickeln eine Demenz
  • Stimmungsschwankungen
  • Antriebsschwach und Teilnahmelos » Häufig verursachter Eindruck durch das Maskengesicht)
  • Schlafstörungen

Sonstige Symptome » Vegetatives Nervensystem

  • Sprechstörungen (leise, schlecht artikuliert, monoton)
  • Salbengesicht durch vermehrte Talgproduktion
  • Vermehrter Speichelfluss
  • Starkes Schwitzen
  • Wärmeregulationsstörungen
  • Geschwollene Füße
  • Harnverhalt = imperativer Harndrang » Es werden aber nur ein paar Tröpfchen Urin entleert
  • Obstipation
  • Magenentleerungsstörungen

Ursachen:

  • In den meisten Fällen nicht bekannt (80 – 90 %)
  • Genetisch (erblich)
  • Gehirnverletzungen
  • Gehirnentzündungen ( Enzephalitis)
  • Giftstoffe (Dämpfe, Lacke und Farben, Ungezieferstoffe)
  • Medikamente (Neuroleptika wie Haldol = Medikamentöser Parkinsonismus » nach absetzen der Medikamente verschwinden die Symptome wieder)
  • Hirntumore

Diagnostik:

  • EEG = Elektro-Enzephalographie ist eine Methode zur Messung elektrischer Gehirnströme, indem die Spannungsschwankungen des Gehirns abgeleitet werden.
  • CT = Bei der Computer-Tomographie handelt es sich um ein spezielles Röntgenverfahren, das Querschnittsbilder verschiedener Körperabschnitte anfertigt.
  • MRT = Magnet-Resonanz-Tomographie Die Kernspin-Tomographie, auch Magnet-Resonanz-Tomographie (MRT) genannt, ist eine diagnostische Technik zur Darstellung der inneren Organe und Gewebe mit Hilfe von Magnetfeldern und Radiowellen.
  • PET = Positronen Emissions Tomographie Für die Anwendung werden Isotope verwendet, die unter Aussendung eines Betaplusteilchens (ß+ ), also eines Positrons, zerfallen. Man bezeichnet derartige Radioisotope als Positronenstrahler. Ein Positron ist ein positiv geladenes Elektron und damit dessen Antiteilchen. Betaplusstrahlende Isotope, die besonders in der Medizin verwendet werden, sind z.B. Sauerstoff 15 oder Fluor 18.
  • SPECT = Single Photonen Emissions Tomographie SPECT-Untersuchungen am Gehirn werden in der Nuklearmedizinischen Klinik in der Nuklearmedizinischen Klinik durchgeführt. In diesem Kameratyp sind großflächige Detektoren im Dreieck angeordnet, wodurch eine hohe Sensitivität für Hirnuntersuchungen erreicht wird.

Therapie:

  • Krankengymnastik
  • Ergotherapie
  • Logopädie
  • Massagen
  • Gruppentherapeutische Maßnahmen
  • Familienberatung

Medikamente:

  • minimale Dosis zu Beginn, Medikamente verlieren nach gewisser Zeit ihre Wirkung und müssen neu angepasst werden
  • Anticholinergika z.B. Akineton
  • Amantadin z.B. PK- Merz
  • L- Dopa z.B. Madopar
  • Dopamin Agonisten z.B. Pavidel
  • MAO- B- Hemmer z.B. Movergan und andere

Operative Maßnahmen:

  • Hirnschrittmacher
  • (Nervenzellentransplantation » nur experimentell)
  • Transplantation von embryonalen oder adulten Stammzellen ( noch nicht angeforscht!)

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