Autor/in: B. Pafel

Kopfschmerzen

1. Migräne

Das ist ein anfallsweise auftretender einseitiger pulsierender Kopfschmerz, der Stunden bis Tage andauern kann.

Tritt familiäre gehäuft auf.

Ca. 2 bis 6 % der Bevölkerung sind betroffen. Frauen sind 4 x häufiger betroffen.

Erkrankungsbeginn:

Meist im 15. bis 25. Lebensjahr.

Beginnt häufig mit einer Aura. Vermutlich verengen sich in dieser Phase Hirngefäße. Dies wird vermutlich durch Serotonin (Überträgerstoff) ausgelöst. Dadurch kommt es lokal zu einem Sauerstoffmangel. Dies führt zu Reizerscheinungen.

Die Folgen sind meistens Sehstörungen, z. B. Lichtblitze.


Nach der Aura folgt ca. eine halbe Stunde später die eigentliche Migräne. In dieser Zeit stellen sich die Blutgefäße plötzlich wieder weit und in der Umgebung dieser Gefäße bildet sich eine Entzündung.

Der Patient nimmt einen klopfenden Kopfschmerz wahr, der meistens auf einer Kopfseite stärker ausgebildet ist.

Außerdem treten auf:

  • Appetitlosigkeit
  • Übelkeit, evtl. Erbrechen
  • Lichtscheu
  • Geräuschempfindlichkeit
  • Evtl. Missempfindungen, Hirnnervenausfälle, Gangstörungen und Bewusstseinsstörungen

Häufige Migräneauslöser:

  • Bestimmte Nahrungs- und Genussmittel, z. B. Schokolade, Käse, Wein, Zitrusfrüchte, Nikotin
  • Medikamente, z. B. Pille
  • Schlafmangel
  • Hunger
  • Lärm
  • Grelles Licht
  • Starke körperliche Anstrengung
  • Aufregung

Therapie:

  • Mögliche Auslöser meiden

Wenn die ersten Symptome eines Migräneanfalls auftreten:

  • ASS als Brausetablette
  • Subkutane Gabe von Ergotamin oder einem Serotin-Antagonisten

Prophylaktische Maßnahmen:

  • Beta-Blocker oder
  • Calcium-Antagonisten
2. Trigeminus/neur/algie

teilt sich in 3 Nerven Schmerz Äste

Es ist eine Schädigung des 5. Hirnnervs. Es treten äußerst heftige, brennende Schmerzen im Versorgungsgebiet des jeweils betroffenen Trigeminus-Astes auf. Betroffen können Kieferregion, Wange und Stirn sein. Bereits kleine Berührungen können einen Schmerzanfall auslösen.

Haupterkrankungsalter:

Meistens nach dem 50. Lebensjahr

Auslöser können sein:

  • kauen
  • sprechen
  • Mimik
  • Berührung

Schmerzdauer:

  • Sekunden (können sich aber alle paar Minuten wiederholen.)

Kann als Begleitsymptom auftreten bei:

  • Hirntumoren
  • MS
  • Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis)
  • Bei schadhaften Zähnen

Therapie:

  • Wenn möglich, Ursachen behandeln
  • Schmerzmedikamente sind kaum wirksam, evtl. Tegretal
  • Evtl. wird der Nerv chirurgisch durchtrennt
3. Cluster-Kopfschmerz (Cluster = Haufen)

Sind überwiegend nachts auftretende einseitige Kopf- und Gesichtsschmerzen.

Auslöser:

  • Alkoholkonsum
  • Rauchen
  • Aufenthalt in großer Höhe (Berge)

Es sind überwiegend Männer betroffen.

Erkrankungsbeginn:

  • ca. 30. bis 50. Lebensjahr

Symptome:

Einseitige unerträgliche Schmerzen vor allen im Augenbereich, die 30 bis 120 Minuten andauern und 1 bis 3-mal täglich auftreten.

Oft treten die Beschwerden 2 bis 3 Stunden nach dem Einschlafen auf.

Außerdem:

  • Tränenfluss auf der betroffenen Seite
  • Gerötetes Auge
  • Rötung der Stirn und Wange
  • Hängendes Augenlid
  • Ödembildung um das Auge herum

Therapie:

Im Anfall:

  • 7 bis 8 Liter Sauerstoff pro Minute über Gesichtsmaske, ca. 10 Minuten lang
  • Ergotamin Gabe

Prophylaxen:

  • z. B. Beta-Blocker Gabe
4. Spannungskopfschmerz (Vasomotorischer Kopfschmerz)

Sind konstante, beidseitige dumpfe Kopfschmerzen, oft am Hinterkopf lokalisiert. Sie können durch Verspannungen entstehen. Keine Aura, meist kein Erbrechen.

Ursache:

  • Stress

Therapie:

  • Autogenes Training
  • Evtl. ASS
5. Analgetika Kopfschmerz.

Tritt auf nach mehrmonatiger Einnahme von Kopfschmerzmitteln. Es ist eine Sucht. Setzt man das Medikament ab, treten so heftige Kopfschmerzen auf, dass der Patient wieder zu dem Mittel greift.

Kommt häufig bei Frauen vor.

Therapie:

  • Sofortiger kompletter Entzug von dem Analgetikum
  • Absolut keine Schmerzmittel geben

Besserung nach 1 bis 2 Wochen

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