Autor/in: Anonym

Gesundheits und Krankheitslehre Seite 9

Appendizitis

= Entzündung des Wurmfortsatzes

Symptome:

– Schmerzen im rechten Unterbauch
– Übelkeit und Erbrechen
– rektal deutlich höhere Temperatur als axillar

Komplikationen:

– Perforation und Peritonitis

Therapie:

– operative Entfernung des Wurmfortsatzes
Chronisch-entz ündliche Darmerkrankungen

(Colitis ulcerosa und Morbus Crohn)

Ursache:

– chronische Autoimmunerkrankung im Darm

Colitis ulcerosa

– betrifft die Colonschleimhaut

Symptome:

– bis zu 20 blutige Durchfälle am Tag

Komplikationen: (Bsp.)

– Exsikkose, Anämie, Volumenmangelschock, Gewichtsabnahme (keine Nährstoffaufnahme
durch zu schnelle Entleerung)
– erhöhtes Darmkrebsrisiko
– Darmperforation

Morbus Crohn

– betrifft den gesamten Magen-Darm-Trakt von Speiseröhre bis Anus (meist abwechselnd
gesunde und betroffene Abschnitte)

Symptome:

– ca. 10 blutige Durchfälle am Tag

Komplikationen:

– Perforation von Darmschlinge zu Darmschlinge
―› Fistelbildung (= krankhafte Verbindungsgänge)
– Fistelbildung auch vom Darm zum Uterus möglich
―› Stuhl „fließt“ aus der Scheide
– Darmperforation, Anämie, Gewichtsabnahme, Sepsis, Volumenmangelschock

Therapie: (Colitis ulcerosa und Morbus Crohn)

– ballaststoffarme Diät (werden im oberen Darm resorbiert)
– Cortison und andere entzündungshemmende Medikamente
– evtl. Immunsuppressiva
– bei Komplikationen operative Teilresektion des Darms

Divertikulose

Divertikel sind Ausstülpungen der Darmwand, besonders im Sigmabereich.

Ursache:

– genetisch bedingte Darmwandschwäche

Risikofaktoren:

– evtl. Obstipation (Pressen beim Stuhlgang)

Symptome:

– in der Regel symptomlos

Komplikationen:

– Entzündung der Divertikel (= Divertikulitis)
– Perforation

Therapie:

– wenn symptomlos keine Therapie

Divertikulitis

Symptome:

– Schmerzen im entzündeten Bereich (im linken Unterbauch bei Sigmabefall)
– Fieber
– Übelkeit und Erbrechen
– aufgeblähter Bauch (Stuhlprodukte gären)

Komplikationen:

– Perforation und Peritonitis

Therapie:

– Nahrungskarenz (nur parenterale Ernährung)
– Bettruhe
– Antibiotika
– Analgetika, z.B. Buscopan®
– bei Komplikationen Operation

Hämorrhoiden

= knotige Erweiterung des Adergeflechts im Analkanal

Risikofaktoren:

– Bindegewebsschwäche
– Obstipation
– Schwangerschaft (Blut aus dem Analkanal kann nicht so gut abfließen, da das Kind darauf „drückt“)
– viel Sitzen

Symptome:

– Juckreiz und Brennen (nach jedem Stuhlgang duschen, da zwischen den Hämorrhoiden Stuhlgang ist)
– Schmerzen v.a. beim Stuhlgang
– evtl. sichtbare Knoten

Komplikationen:

– Blutungen
– perianale Entzündung (um Anus herum)
– Thrombosierung (schmerzhaft) und Einklemmung

Therapie:

– symptomatisch Salben:

  • Pflegesalben (z.B. mit Ringelblume)
  • anästhesierende Salben
  • cortisonhaltige Salben
  • antibiotische Salben

– Änderung der Stuhlgewohnheiten
– Entfernung der Hämorrhoiden:

  • Verödung = Sklerosierung (in Hämorrhoiden gespritztes Verödungsmittel)
  • Gummibandligatur (Abklemmen der Hämorrhoiden mit Gummibändern ―› Absterben der Hämorrhoiden)
  • Operativ

Prophylaxe:

– Obstipationsprophylaxe

Hernie (= Bauchwandbrüche)

An Schwachstellen der Bauchmuskulatur (= Bruchpforte) kommt es zu Ausstülpungen des Bauchfells
(= Bruchsack). In diese Ausstülpung verlagern sich Baucheingeweide, besonders Darmschlingen
(= Bruchinhalt).
(Buch S. 594 Abb. 5.329)

Häufige Bruchpforten:

– Leiste (Verlauf des Samenstrangs)
– Schenkel (unterhalb des Leistenbandes entlang der großen Blutgefäße zum Bein)
– Nabel
– Operationsnarben
– Zwerchfell (= Hiatushernie)
(Buch S. 594 Abb. 5.3309

Ursachen:

– angeborene Bauchwandschwäche
– schweres Heben
– Übergewicht
– Operationsnarben

Symptome:

– Vorwölbung der Bauchwand, anfangs nur beim Husten und Pressen
– evtl. Druckschmerz im Hernienbereich

Komplikationen:

– Einklemmung in der Bruchpforte mit Gefahr von Nekrosen, Peritonitis und Ileus

Therapie:

– operative Rückverlagerung des Bruchinhalts
– Bruchband bei Inoperabilität

Darmkrebs

– v.a. Colon- und Rektumcarcinom

Risikofaktoren:

– ballaststoffarme Ernährung
– gutartige Darmtumore, z.B. Polypen (= gestielter Schleimhauttumor)

Symptome:

– anfangs symptomlos
– Durchfälle und Verstopfung im Wechsel
– bei Rektum-Ca. häufiger bleistiftartiger Stuhlgang
– evtl. Blut im Stuhl
– Anämie
– reduzierter Allgemeinzustand, z.B. Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust

Komplikationen:

– später Metastasen
– Ileus

Therapie:

– operative Entfernung des befallenen Darmabschnitts, evtl. Anlage eines Anus praeter (= Stoma)
– Chemotherapie und Bestrahlungen (helfen aber kaum)

Ileus(= Darmverschluss)

= lebensbedrohliches Krankheitsbild mit Unterbrechung der Darmpassage

Formen:

a) mechanischer Ileus durch Verengung des Darmlumens
b) paralytischer Ileus durch Darmlähmung (keine Peristaltik vorhanden ―› Darm „steht“ offen)

Ursachen:

a)mechanischer Ileus:

  • eingeklemmte Hernie
  • Darmkrebs
  • Kotsteine
  • Narben

b) paralytischer Ileus:

  • Entzündungen (z.B. Peritonitis, Pankreatitis)
  • Operationen
  • Verletzungen
  • Mesenterialinfarkt (= Darmarterieninfarkt)
  • schwere gallen- und Nierenkoliken

Symptome:

– reduzierter Allgemeinzustand (Fieber)
– Übelkeit und Koterbrechen
– aufgeblähter, prall-harter Bauch
– Stuhl- und Windverhalt
– Volumenmangel bis Schock durch Erbrechen und fehlende Resorption von Verdauungssäften
– bei mechanischem Ileus:

  • krampfartige Bauchschmerzen
  • heftige Darmgeräusche

– bei paralytischem Ileus:

  • Druckgefühl
  • keine Darmgeräusche

Therapie:

– Nahrungskarenz
– Legen einer Magen- und/oder Duodenal-Sonde und Absaugen des gestauten Sekrets
– Infusionen zum Flüssigkeitsausgleich
– Einlieferung ins Krankenhaus

  • bei mechanischem Ileus Operation
  • bei paralytischem Ileus Operation nur bei Verdacht auf Darmarterienverschluss oder Durchbruch; sonst konservative Therapie (parenterale Ernährung, Analgetika, evtl. hohe Einläufe,…)

TROTZ THERAPIE STERBEN VIELE PATIENTEN!

Peritonitis

= lebensbedrohliche Komplikation anderer Krankheiten

Ursachen:

– Hernien
– Divertikel
– Magenulcus
– Pankreatitis
– Adnexitis
– Appendizitis

Symptome:

– Bauchschmerzen
– Übelkeit und Erbrechen
– Fieber


Komplikationen:

– Schock
– Ileus
– Abszesse
– Sepsis

Therapie:

– Ursache behandeln
Lebererkrankungen

Wodurch wird die Leber geschädigt?

– Alkohol, Fettstoffwechselstörungen, Diabetes mellitus, Medikamente
―› Fettleber ―› Fettleberhepatitis ―› Leberzirrhose ―› Leberzellcarcinom
– Virushepatitis (durch Hepatitis-Viren), Stauungsleber (bei Rechtsherzinsuffizienz), Autoimmunhepatitis
―› Leberzirrhose ―› Leberzellcarcinom

1. Fettleber

= Verfettung von Leberzellen

Ursachen:

– Alkohol
– Fettstoffwechselstörungen – Übergewicht
– Diabetes mellitus

Symptome:

– meist symptomlos
– Leber vergrößert tastbar
– Leberenzyme im Blut (Gamma-GT)

Therapie:

– Ursache behandeln

2. Virushepatitis

= Leberentzündung mit Nekrosen durch Hepatitisviren A, B, C, D, E, F, G

Ansteckung:

– bei A+B: fäkal-oral
– bei B+C+D: parenteral, sexuell, perinteral

Inkubationszeit:

– Wochen bis Monate
Betroffene sind infektiös vor Erkrankungsbeginn!

Typische Symptome:

(kann symptomlos verlaufen)
– grippeähnlicher Allgemeinzustand (Fieber, Gliederschmerzen)
– Magen-Darm-Symptomatik (Übelkeit, Appetitlosigkeit)
– Ikterus ―› Gallenfarbstoff wird in die Haut und nicht mehr ins Blut abgegeben; es kommt nicht im Darm an ―› heller Stuhl, bierbrauner Urin
– Milz- und Lebervergrößerung

Verlauf:

evtl. fulminant oder chronisch oder mit Übergang in die Leberzirrhose

Therapie:

– symptomatisch (Bettruhe, kein Alkohol, gesunde Ernährung)
– Medikamente, die die Virusvermehrung stoppen (Hepatitis B, C)

3.Leberzirrhose

= Absterben von Leberzellen und deren Ersatz durch hartes Bindegewebe, dadurch Verlust der
Leberfunktionen und Stau des Pfortaderblutes

Ursachen:

– (50%) Alkohol
– (25%) Virushepatitis B, C, D
– Stauungsleber bei Rechtsherzinsuffizienz
– Autoimmunhepatitis

Symptome:

1. allgemeine Symptome:

  • reduzierter Allgemeinzustand, Müdigkeit

2. Leber ist etwas hart und etwas vergrößert
3. Zeichen der gestörten Leberfunktion:

  • gestörte Fettverdauung (―› Völlegefühl) durch die fehlende Gallensaftbildung
  • Gerinnungsstörungen und Blutungsneigung durch Mangel an Gerinnungseiweißen
  • Ödeme durch Albuminmangel
  • Ikterus durch verminderte Bilirubinausscheidung
  • Hirnleistungsstörungen durch fehlende Ammoniakentgiftung, z.B. Zittern, verwaschene Sprache, Denkstörung (Verwirrtheit), Bewusstseinsstörung bis zu Koma und Tod
  • hormonelle Störungen durch gestörten Abbau der Geschlechtshormone

4. Zeichen des Pfortaderstaus:

  • Milzvergrößerung
  • Aszites
  • Ösophagusvarizen mit Blutungsgefahr:

Das gestaute Pfortaderblut fließt über eine Verbindung zwischen Magen- und Speiseröhrenvenen zur oberen Hohlvene ab.
5. Leberhautzeichen:

  • rote Handflächen (= Palmarerythem)
  • Spider naevi (= Gefäßspinnen)
  • rote, glatte Zunge (= Lackzunge)
  • gelbe Haut

Komplikationen:

1. schwere Blutung aus Ösophagusvarizen
2. Leberkoma
3. Leberzellcarcinom

Therapie:

– kausal: Lebertransplantation
– symptomatisch:

  • leberschädigende Stoffe vermeiden
  • kohlenhydratreiche Kost, eiweißarm, fettarm, flüssige Nahrung
  • Diuretika, evtl. Albumin und Gerinnungseiweiße als Infusion
  • zur Reduktion der Ammoniakbildung und –aufnahme im Darm Gabe von Lactulose und im Darm wirkenden Antibiotika
  • Veröden der Ösophagusvarizen
  • Shunt zwischen Pfortader und unterer Hohlvene

Aszites

= Flüssigkeitsansammlung in der Bauchhöhle

Ursachen:

– Leberzirrhose
– Rechtsherzinsuffizienz
– Blutabflussstörung in der Pfortader oder in der unteren Hohlvene
– Albuminmangel, z.B. bei Unterernährung, Leberzirrhose
– Bauchfellmetastasen: v.a. bei Magen-Darm-, Pankreas-, Leber- und Ovarialcarcinom

Erkrankungen der Gallenwege

1. Gallensteinleiden (= Cholelithiasis)

Gallensteine entstehen durch ungelöstes Cholesterin, Bilirubin oder Kalzium im Gallensaft.

Risikofaktoren:

– Frauen, Schwangerschaft
– Übergewicht
– Fettstoffwechselstörungen

Symptome:

– 75% „stumme“ Steine
– 25% rezidivierende Oberbauchschmerzen, v.a. bei fettem Essen

Komplikationen:

1. Gallenkolik:

  • heftige, krampfartige Schmerzen im rechten Oberbauch, evtl. Ausstrahlung in Rücken oder in rechte Schulter durch Einklemmung eines Steins in den Gallenwegen
  • starke Schmerzen, Schweißausbruch, Erbrechen, Kreislaufkollaps

2. Verschlussikterus:

  • Gelbsucht durch Verstopfung des Gallenabflusses
  • gleichzeitig heller Stuhl, brauner Urin und Juckreiz durch gestaute Gallensalze und –säure

3. Gallenblasenentzündung (= Cholezystitis)
4. Perforation (= Durchbruch) der Gallenblase:

  • in die Bauchhöhle ―› Peritonitis
  • ins Duodenum ―› Gefahr eines Ileus

5. Pankreatitis durch gestauten Pankreassaft
6. Gallenblasen-Carcinom durch chronische Cholezystitis

Therapie:

– keine Maßnahmen bei stummen Steinen
– Kolikbehandlung mit krampflösenden und schmerzstillenden Medikamenten
– bei Cholezystitis Antibiotika
– Entfernung der Steine:

  • endoskopisch
  • Steinzertrümmerung mit Stoßwellen
  • medikamentöse Steinauflösung

– operative Entfernung der Gallenblase (= Cholezystektomie)
– Rezidive verhüten durch Gewichtsabnahme und Cholesterinsenkung (z.B. mit Sortis®)

2. Cholezystitis und Cholangitis

= Entzündung der Gallenblase und -wege

Ursache:

– vom Darm aufsteigende Bakterien bei Gallenabflussstörungen z.B. durch Gallensteine

Symptome:

– Schmerzen im rechten Oberbauch
– Übelkeit, Erbrechen
– Fieber
– oft Ikterus und Juckreiz

Komplikationen:

– Gallenblasenempyem (= Eiteransammlung in der Gallenblase)
– chronische Entzündung ―› Carcinom

Therapie:

– Fieber senken
– Null-Diät
– Infusionen
– Analgetika, Antibiotika
– Bettruhe
– nach Abklingen der akuten Symptome Ursache behandeln, z.B. Stein entfernen

Ikterus

= Gelbfärbung von Haut und Schleimhäuten durch den Anstieg des Bilirubins im Blut („Gelbsucht“)

Ursachen:

1. Hämolyse (= starker Abbau von Erythrozyten)
2. schwere Leberkrankheiten
3. Verschluss der Gallenwege

Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse

1. Akute Pankreatitis

= plötzlich einsetzende Entzündung der Bauchspeicheldrüse mit Selbstandauung, d.h. die Enzyme des
Bauchspeichels greifen die Zellen der Bauchspeicheldrüse an und zerstören diese

Ursachen:

– Alkohol
– Gallenwegserkrankungen
(häufig unklar)

Symptome:

– plötzlich einsetzender, schwerer, gürtelförmiger Dauerschmerz im Oberbauch
– Übelkeit, Erbrechen
– Meteorismus
– Fieber

Komplikationen:

– Peritonitis
– Aszitis
– Ileus (paralytischer)
– Abszesse (Eiteransammlung im entzündeten Bereich)
– Sepsis
– Kreislaufschock durch Volumenmangel und Gefäßerweiterung.
Der Verlauf ist oft lebensbedrohlich.

Therapie:

– parenterale Ernährung
– Intensivpflege
– Analgetika, Antibiotika
– Schockbekämpfung
– evtl. OP ―› Nekrosenentfernung

2.Chronische Pankreatitis

= langsam fortschreitende Bauchspeicheldrüsenentzündung mit zunehmendem Verlust der exokrinen und endokrinen Pankreasfunktion

Ursache:

– Alkohol
Symptome:
– immer wieder Schmerzen im Oberbauch
– Fettstühle
– Gewichtsabnahme
– später Diabetes mellitus
– evtl. Schübe von akuter Pankreatitis
Therapie:
– kein Alkohol
– Gabe von Pankreasenzymen, z.B. Kreon®
―› Lipase, Amylase und Elastase sind Enzyme, die beim Blutbild erhöht sind.

3. Pankreascarcinom

Ursache:

– noch unklar

Symptome:

– unklare Oberbauchschmerzen
– Gewichtsverlust
– später Ikterus mit Juckreiz

Therapie:

– ausgedehnte Operation
– evtl. Ableitung des Gallensaftes

Akutes Abdomen

= plötzlich einsetzende, schwere Bauchschmerzen, die ein sofortiges Eingreifen erfordern

Ursachen:

– akute Entzündungen im Bauchraum
– Blutungen und Perforation im Bauchraum
– Ileus
– Mesenterialinfarkt
– verschiedene gynäkologische Erkrankungen, z.B. Eileiterdurchbruch
– Harnverhalt
– Hodenstieldrehung
– Nierensteineinklemmung ―› Nierenkolik
– Gallenkolik
– Herzinfarkt
– Platzen eines Aortenaneurysmas
– Bandscheibenvorfall

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