Autor/in: Anonym

Gesundheits und Krankheitslehre Seite 8

Polyneuropathie

= Erkrankung mehrerer peripherer Nerven mit Störung der Reizleitung

Ursachen:

– Diabetes mellitus (Zuckerstoffwechselstörung ―› mangelnde Nervenversorgung)
– Alkoholabusus
– perniziöse Anämie (aufgrund von Vitamin B12-Mangel)
– Nebenwirkungen von Medikamenten
– Urämie (Harnvergiftung, Harn im Blut)

Symptome:

1. strumpfförmig aufsteigende Empfindungsstörung der Beine, später des ganzen Körpers, mit

  1. Paraesthesien
  2. Störung der normalen Wahrnehmung von Schmerz, Lage, Temperatur, Vibration

2. abgeschwächte Reflexe, evtl. schlaffe Lähmungen mit Muskelathrophie (weil der Muskel
nicht mehr „gebraucht“ wird)
3. vegetative Störungen

  1. mit Störung der Schweißbildung, Hautdurchblutung (Haut rot und warm), Blasenentleerung, Darmbewegung, Blutdruckregulation (-schwankungen)
  2. schlechte Wundheilung

Therapie:

– Grundkrankheiten behandeln
– Versuch mit Vitamin B12 als Infusion
– Schmerzmittel helfen nicht!
– evtl. Psychopharmaka, Antiepileptika (z.B. Tegretal®)

Meningitis

= Hirnhautentzündung

Ursachen:

– Bakterien und Viren (und andere Erreger)

Symptome:

– Fieber
– Kopfschmerzen
– Übelkeit, Erbrechen
– Nackensteife
– Reizempfindlichkeit
– Bewusstseinsstörungen bis zum Koma

Therapie:

– bei Bakterien Antibiotika
– bei Viren symptomatisch

Enzephalitis

= Gehirnentzündung

Ursachen:

– Bakterien und Viren (und andere Erreger9

Symptome:

– Fieber
– neurologische Ausfälle je nach betroffenem Zentrum
– epileptische Anfälle
– psychische Veränderungen
– Bewusstseinsstörungen bis zum Koma

Therapie:

– bei Bakterien Antibiotika
– bei Viren symptomatisch
Häufig treten Meningitis und Enzephalitis kombiniert auf = Meningoenzephalitis.
Verdauungsorgane/Verdauungsapparat
(auch: Verdauungstrakt = Gastrointestinaltrakt = GIT)
Verdauung = mechanische und chemische Zerkleinerung der Nahrung, Aufnahme der Nährstoffe in Blut- und Lymphgefäße, Ausscheidung von unverdaulichen Stoffen
Die chemische Aufspaltung der Nahrung erfolgt mit Hilfe von Enzymen aus den Verdauungsdrüsen. Die Durchmischung und der Weitertransport des Speisebreis erfolgen durch peristaltische Wellen.
Peristaltik = wellenförmige Muskelbewegung in einem Hohlorgan, z.B. Darm, Magen, Harnleiter, Eileiter

An der Verdauung beteiligte Organe:

1. Mundhöhle und (sechs) Speicheldrüsen
2. Rachen
3. Speiseröhre (= Ösophagus)
4. Magen (= Gaster)
5. Dünndarm

  1. Zwölffingerdarm = Duodenum (Länge 12 Querfinger, daher der Name!)
  2. Leerdarm = Jejunum
  3. Krummdarm = Ileum

6. Dickdarm (= Colon)

  1. Blinddarm = Caecum mit Wurmfortsatz = Appendix
  2. Aufsteigender Dickdarm = Colon aszendens
  3. Querverlaufender Dickdarm = Colon transversum
  4. Absteigender Dickdarm = Colon deszendens
  5. S-förmiger Dickdarm = Sigma
  6. Mast- oder Enddarm = Rektum mit After = Anus

7. Leber (= Hepar)
8. Gallenwege und Gallenblase
9. Bauchspeicheldrüse (= Pankreas)
(Buch S.161 Abb.2.135)

Wandaufbau im Verdauungskanal

Von innen nach außen:
– Schleimhaut mit Drüsen
– Bindegewebe
– Muskelschicht aus Ring- und Längsmuskulatur
– Bindegewebe größtenteils von Bauchfell umgeben
―› Bauchfell = Peritoneum (kleine Haut, die die meisten Verdauungsorgane im Bauchraum umgibt und die Bauchhöhle innen auskleidet)

Blutversorgung der Verdauungsorgane

Sie erfolgt durch drei Arterien aus der Bauchaorta. Das Venenblut von Magen, Darm, Bauchspeicheldrüse und Milz fließt in die Pfortader, von dort in die Leber und über die Lebervene in die untere Hohlvene.
Die Venen des unteren Rektums führen in die Beckenvenen und von dort fließt das Venenblut direkt in die untere Hohlvene.

Die einzelnen Verdauungsorgane

1. Mundhöhle und Speicheldrüsen

– Nahrung wird aufgenommen und durch Abtasten und Schmecken kontrolliert
– Nahrung wird zerkaut und mit Speichel durchmischt
– Speichel enthält Wasser, Salz, Enzyme, Antikörper
– Speichel wird gebildet in Speicheldrüsen (ca. 1,5 Liter am Tag):

  1. Ohrspeicheldrüsen
  2. Unterkieferspeicheldrüsen
  3. Unterzungenspeicheldrüsen

– Speichel macht die Nahrung feucht und gleitfähig und enthält Enzyme (fördern chemische Reaktionen)
für die Kohlenhydratspaltung
– die Tonsillen am Gaumenbogen wehren Keime ab
– manche Medikamente schon von der Mundschleimhaut resorbiert werden

2. Rachen

Aufgabe:

– Schluckvorgang

3. Speiseröhre

– transportiert den Speisebrei durch peristaltische Wellen in den Magen
– hat drei Engstellen:

  1. hinter dem Kehlkopf
  2. hinter dem Aortenbogen
  3. beim Durchtritt durch das Zwerchfell

4. Magen

(Buch S.168 Abb. 2.145)

Aufgaben:

Im Magen wird der Speisebrei gespeichert, durchgeknetet, mit Magensaft durchmischt und portionsweise weitergegeben.

Magensaft enthält:

– Salzsäure, die Keime abtötet und Pepsin aktiviert
– Pepsin zur Eiweißspaltung
– Schleim, der die Magenschleimhaut schützt vor Säureangriff und den Speisebrei noch
leitfähiger macht
– Intrinsic Faktor, der gebraucht wird für die Resorption von Vitamin B12 im Dünndarm

5. Dünndarm

Der Dünndarm ist ca. 5 Meter lang. Er hat eine große Schleimhautoberfläche (ca. 200 Quadratmeter) durch Falten, Zotten (= Ausstülpungen) und Mikrovilli (= Bürstensaum). Die Schleimhautdrüsen bilden Darmsaft. Im Dünndarm wird die Nahrung chemisch vollständig aufgespaltet in kleine Nahrungsbausteine. Bei der Aufspaltung helfen auch Gallensaft und der Bauchspeichel, die im Duodenum in den Dünndarm fließen. Die Nahrungsbausteine werden nach der Aufspaltung durch die Dünndarmschleimhaut ins Blut und in die Lymphe aufgenommen (Lymphgefäße nehmen nur die Fette auf; der Rest geht ins Blut).

6. Dickdarm

Der Dickdarm ist ca. 1,5 Meter lang. Nicht verwertbare (nicht resorbierte) Nahrungsreste werden eingedickt, weil die Dickdarmschleimhaut Wasser und Salze resorbiert. Gute Darmbakterien zersetzen die Nahrungsreste und wandeln sie zu Kot um. Dabei wird der grüne Gallenfarbstoff (= Bilirubin) zu braunem Stuhlfarbstoff. Der Kot wird etwas mit Schleim vermengt und durch den After ausgeschieden.

Stuhlentleerung (ca. 100-500 Gramm/Tag):

Die Stuhlentleerung erfolgt reflexartig, wenn das Rektum gefüllt ist. Sie kann durch den äußeren Schließmuskel unterdrückt oder unterstützt werden durch die Bauchpresse. Im Analbereich liegt ein Adergeflecht in der Schleimhaut, aus dem Hämorrhoiden entstehen können.

Hämorrhoiden: (Buch S.176 Abb. 2.154)

Im Rektum fließt das Blut aus den Arterien direkt in die Venen (ohne Kapillaren). Das Venenblut fließt über die Beckenvene in die untere Hohlvene. Zwischen Arterien und Venen im Rektum liegt ein arteriovenöser Schwellkörper. Dieser neigt zu knotenartigen Erweiterungen (= Hämorrhoiden), wenn beim Stuhlgang stark gepresst wird, und diese können auch einreißen. Bei Stuhlgang nur bei Stuhldrang ist der Schwellkörper schlaff und Hämorrhoiden werden vermieden.

7. Bauchspeicheldrüse

Das Pankreas liegt an der Hinterwand des Oberbauchs zwischen Duodenum und Milz. Man teilt das Pankreas in Kopf, Körper und Schwanz ein. Das Pankreas ist eine Drüse mit endokrinen und exokrinen Anteilen. Der exokrine Teil bildet Bauchspeichel für die Verdauung. Bauchspeichel enthält Enzyme für die Spaltung von Kohlenhydraten, Fetten, Eiweißen und Bicarbonat (= starke Lauge) zum Neutralisieren der Säure im Speisebrei. Der Bauchspeichel fließt durch den Pankreasgang ins Duodenum. Der endokrine Teil –die Langerhans’schen Inseln- bildet Hormone für den Stoffwechsel von Zucker, Eiweißen und Fetten im Körper. Die Hormone sind Insulin (aus den B-Zellen der Langerhans’schen Inseln) und Glukagon (aus den A-Zellen der Langerhans’schen Inseln). Sie fließen über die Pankreasvene in die Pfortader.

8.Gallensaft und Gallenwege

Der Gallensaft wird in der Leber gebildet (ca. 500-700ml/Tag).
Gallensaft enthält:
– Gallensäure und Gallensalze helfen bei der Fettverdauung
– Gallenfarbstoff Bilirubin ist ein Abbau-/Abfallprodukt der Erythrozyten (in Gallenwegen
grün, im Blut rot)
– fettlösliche Abbaustoffe aus Stoffwechsel und Giften
– Cholesterin, u.a.
Der Gallensaft fließt vom Lebergallengang entweder durch den Gallenblasengang zur Zwischenspeicherung in die Gallenblase oder direkt durch den Gallengang ins Duodenum.
Die Gallenblase ist ein Sammelbehälter für den Gallensaft, der dort eingedickt wird. Bei Bedarf, d.h. wenn fetthaltiger Speisebrei im Duodenum ist, zieht sich die Gallenblase zusammen und gibt eine Extraportion Gallensaft durch den Gallengang ins Duodenum ab. Der Gallengang mündet an derselben Stelle ins Duodenum wie der Pankreasgang, nämlich an der Vater’schen Papille.
(Buch S.172 Abb. 2.150)

9. Leber

Gewicht: ca. 1,5 kg
Die Leber liegt unter dem Zwerchfell hauptsächlich im rechten und etwas im linken Oberbauch. Sie ist nach vorn durch die unteren Rippen geschützt.

Aufbau:

Die Leber besteht aus vier Leberlappen. Unten an der Rückseite liegen die Gallenblase und die Leberpforte. Durch die Leberpforte laufen die Leberarterie, die Pfortader und der Lebergallengang. Weiter oben münden die Lebervenen in die untere Hohlvene.
Das Lebergewebe besteht aus vielen Leberläppchen. In den Leberläppchen verarbeiten die Leberzellen das Blut aus der Leberarterie und der Pfortader. Dabei helfen Leberenzyme in den Leberzellen (z.B. GOT, GPT, γGT). Der entstehende Gallensaft fließt in Gallenkapillaren zum Lebergallengang. Das Blut fließt über die Lebervenen zur unteren Hohlvene.

Aufgabe:

1. Stoffwechsel
―› Umwandlung von Fetten, Eiweißen und Zucker nach Bedarf des Organismus, d.h.
überschüssige Stoffe werden in eine Speicherform gebracht und fehlende Stoffe werden aus
der Speicherform freigesetzt oder neu gebildet. Dabei bauen die Leberzellen z.B.
Gerinnungseiweiße, Albumin und Globulin auf.
2. Drüse
―› Bildung von Gallensaft für die Fettverdauung und zur Ausscheidung von Giften
3. Entgiftung
―› Bildung von Giftstoffen in den Leberzellen, z.B. Medikamente, Alkohol und
Stoffwechselgifte Bsp.: – Ein Abfallstoff aus dem Eiweißstoffwechsel ist Ammoniak. Die
Leberzellen bauen Ammoniak zu Harnstoff um. Harnstoff ist weniger giftig und kann leicht
über die Nieren in den Urin ausgeschieden werden.
– Bilirubin (Abbaustoff vom Hämoglobin) wird von den Leberzellen in den Gallensaft
ausgeschieden.
Gastroenterologie


(= Erkrankungen des Verdauungstrakts)

Häufige Symptome

– Appetitlosigkeit
– Übelkeit und Erbrechen
– Bluterbrechen (= Hämatemesis)
– Stuhlerbrechen (= Miserere)
– Schluckstörungen (= Dysphagie)
– Blähungen (= Meteorismus)
– Völlegefühl
– Obstipation
– Durchfall (= Diarrhoe)
– Stuhlinkontinenz
– Schmerzen im Bauchraum, z.B. Koliken
– krampfartige Schmerzen bei der Darmentleerung (= Tenesmen)
– Stuhlveränderungen:

  1. Fettstuhl
  2. Teerstuhl
  3. okkultes (= verborgenes) Blut im Stuhl (Nachweis mit Hämoccult-Test)
  4. entfärbten Stuhl (Mangel an Bilirubin, z.B. bei Gallengangverschluss durch Gallensteine)

– Aszites (= Flüssigkeit im Bauchraum)

Untersuchungsmethoden

– Anamnese, Anschauen und Abtasten
– rektale Untersuchung
– Labor: Blut, Stuhl (auf Keime, Blut), Magensaft (über Nasensonde)
– Sonographie (= Ultraschall)
– Endoskopie:

  1. ÖGD = Ösophagus-Gastro-Duodenoskopie (+ Biopsie)
  2. Coloskopie
  3. Sigmoideusskopie
  4. Rektoskopie
  5. Proktoskopie (= Spiegelung des unteren Enddarms, v.a. bei Hämorrhoiden)
  6. Laparoskopie (= Bauchspiegelung, Bauch wird mit Kohlenstoffdioxid „aufgebläht“ ―› Spiegelung durch den Nabel)

– Röntgen:

  1. Leeraufnahme (ohne Kontrastmittel)
  2. Breischluckaufnahme (mit Kontrastmittel Aufnahme von Speiseröhre und Magen)
  3. MDP = Magen-Darm-Passage von Kontrastmittel (erweiterte Breischluckaufnahme)
  4. Colonkontrasteinlauf (Kontrastmittel wird mit Luft an Darmwand „gedrückt“)
  5. Cholangiographie (= Darstellung der Gallenwege, d.h. Lebergallengang, Gallenblase, Gallenblasengang und Dünndarm,  mit Kontrastmittel i.v. ―› wird mit Gallensaft ausgeschieden)
  6. Angiographie (Kontrastmitteldarstellung der Blutgefäße des Darms ―› Kontrastmittel über Leistenarterie gespritzt)
  7. CT, MRT
  8. Aszitespunktion

Soor

= Pilzinfektion der Mund- und evtl. Speiseröhrenschleimhaut mit Candida albicans

Risikofaktoren:

– Abwehrschwäche, z.B. bei Diabetes mellitus, Krebs, AIDS

Symptome:

– weißliche Beläge auf rot-entzündeter Schleimhaut
– Schmerzen besonders bei der Nahrungsaufnahme ―› verminderter Appetit

Therapie:

– Antimykotika, z.B. Spülungen oder Lösungen (z.B. Ampho-Moronal®)

Reflux-Ösophagitis

= Entzündung der Speiseröhrenschleimhaut durch Rückfluss von saurem Mageninhalt

Ursache:

– Kardiainsuffizienz (= unzureichender Verschlussmechanismus am Mageneingang)

Risikofaktoren:

– genetisch bedingt
– Nikotin und Alkohol
– Übergewicht
– Stress
(- Schwangerschaft)

Symptome:

– Sodbrennen
– saures Aufstoßen bis Erbrechen von Magensaft

Komplikationen:

– Blutungen
– maligne Entartung zum Speiseröhrenkrebs
– Narbenbildung mit Verengung der Speiseröhre

Therapie:

– nach dem Essen nicht hinlegen
– Risikofaktoren beseitigen
– mehrere kleine Mahlzeiten
– Medikamente:

  1. Antazida (=säurebindend), z.B. Maaloxan®, Riopan®
  2. Säurebildungshemmer, z.B. Zantic®, Antra®
  3. MCP® zur Beschleunigung der Magenentleerung

– OP (Neuanlegung des Mageneingangs)

Hiatushernie

= Verlagerung von Magenteilen in den Brustraum durch die Zwerchfellöffnung
Hiatus = Loch

Ursachen:

– angeborene Bindegewebsschwäche
– erworben durch erhöhten Druck im Bauchraum, z.B. durch Schwangerschaft, Übergewicht,
große Tumore im Bauchraum

Symptome:

– Schluckstörungen
– Druck und Völlegefühl
– Refluxösophagitis

Komplikationen:

– Abklemmen von Gewebe im Bereich des Bruchs (z.B. ein Teil des Magens) ―› Nekrosenbildung!

Therapie:

– leichte Form: wie Refluxösophagitis
– schwere Form: OP ―› Zurückführen des Magens

Ösophagus-Carcinom

Risikofaktoren:

– Refluxösophagitis
– Männer über 50
– Alkohol und Nikotin
(- unbekannt)

Symptome:

– zunehmende Schluckstörungen (―› Gewichtsabnahme)
– fauliges Aufstoßen
– evtl. Druck- und Schmerzgefühl hinter dem Sternum

Komplikationen:

– Einwachsen des Carcinoms in die Umgebung, z.B. Luftröhre, Herzbeutel, Schilddrüse
– Metastasenbildung, v.a. in Lymphknoten, Lunge, Leber, Knochen

Therapie:

– Versuch, Carcinom operativ zu entfernen
– operative Entfernung des befallenen Teils der Speiseröhre oder der gesamten Speiseröhre und
Einssetzen eines Darmabschnitts (mit Blutgefäßen, sonst Nekrosen) als Ersatz oder „Hochziehen“ des
Magens
– Versuch, Speiseröhre mit Hilfe eines Ösophagus-„Stents“ (Drahtschlauch) offen zu halten
– Chemotherapie, Bestrahlung
– palliativ: Legen einer PEG-Sonde

Gastritis

1. akute Gastritis

Ursachen:

– Diätfehler (was essen, was man nicht verträgt)
– Stress
– Lebensmittelvergiftung
– Alkohol und Nikotin
– Medikamente, z.B. Analgetika

Symptome:

– Magenschmerzen , -krämpfe
– Übelkeit und Erbrechen

Therapie:

– Ursache beseitigen
– 1-2 Tage Tee und Zwieback, danach Kostaufbau
– Medikamente: MCP®, Antazida

2. chronische Gastritis

Formen:

1. A chronisch-atrophische Gastritis
= durch einen Autoimmunprozess gehen die Magenschleimhautzellen zugrunde (erst entzündet, dann
Abbau), die die Säure und Intrinsic-Faktor bilden
2. B chronisch-bakterielle Gastritis
= durch Besiedlung der Magenschleimhaut mit Helicobacter pylori (dieses Bakterium wurde zum 1. Mal
am Pylorus = Magenausgang entdeckt ―› daher Name)
3. C chronisch-chemisch-toxische Gastritis
= durch Nikotin, Alkohol, Kaffee, Medikamente (Analgetika, Cortison) oder Gallensaftrückfluss verursacht

Symptome:

– meist relativ symptomarm
– gelegentlich Oberbauchschmerzen und Übelkeit
Komplikationen:
– A: perniziöse Anämie (durch Vitamin B12-Mangel) und maligne Entartung zum Magencarcinom
– B+C: Magengeschwüre

Therapie:

– A: Vitamin B12-Injektionen (i.m. alle 3 Monate)
– B: Antibiotika (3 verschiedene kombiniert für 2 Wochen)
– C: Ursachen vermeiden, evtl. Antazida
– B+C: jährliche Kontrolle durch Gastroskopie (Krebsfrüherkennung)

Ulcuskrankheit (= Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre)

Es entstehen Schleimhautdefekte (Ulcus = Loch) in Magen oder Duodenum durch Magensäure bei mangelhaft geschützter Schleimhaut.

Risikofaktoren:

– Stress
– Nikotin und Alkohol
– Medikamente, v.a. Antazida, Cortison
– Helicobacter pylori

Symptome:

– evtl. schmerzlos, typischerweise aber Oberbauchschmerzen, Übelkeit, Appetitlosigkeit
– Blut im Stuhl (geringe Mengen) ―› „Teerstuhl“

Komplikationen:

– akute Blutung (starke!)
―› Kaffeesatzerbrechen (Blut durch Säure zersetzt), Kreislaufschock
(Volumenmangelschock)
– chronische Blutung
―› Anämie, Teerstuhl
– Perforation (Durchbruch) des Geschwürs durch die Magenwand (10% aller Ulcera!!!)
―› Peritonitis, Kreislaufschock (septischer Schock)
– maligne Entartung (nicht bei Ulcera duodeni)
―› Magenkrebs
– Pylorusstenose durch Narben
―› Magenentleerungsstörungen

Therapie:

– Risikofaktoren vermeiden
– Säurebildungshemmer, z.B. Zantic®, Antra®
– bei unbehandelten Patienten bei 70% rezidivierende Ulcera
– bei 80% der Geschwüre Befall mit Helicobacter pylori: Antibiotika (3 verschiedene über 2 Wochen)
– schlägt medikamentöse Therapie nicht an: operative Magenteilresektion (-Entfernung)           (Buch S. 581)

Magenkrebs

Risikofaktoren:

– Ulcuskrankheit
– chronische A-Gastritis
– Nikotin und Alkohol
– häufig unklare Ursache

Symptome:

– anfangs oft symptomlos oder Symptome einer leichten Gastritis
– später Oberbauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen, Gewichtsabnahme, „Kräftezerfall“ (reduzierter
Allgemeinzustand), Anämie (Tumor im Magen-Darm-Trakt blutet leicht)

Komplikationen:

– häufig Metastasen in Leber und Lunge

Therapie:

– operative Entfernung des Tumors und meist des gesamten Magens (als Ersatz Jejunum-Schlinge)
– Chemotherapie und Bestrahlungen helfen kaum
– palliativ:

  1. PEJ (Sonde im Jejunum für Flüssigkeitsverabreichung)
  2. Analgetika

„Reizmagen“ = Dyspepsie

= Beschwerden im Oberbauch, z.B. Druckgefühl, Übelkeit ohne feststellbare organische Ursache
– häufiges Krankheitsbild
– häufig helfen Placebos oder Antazida

Gastroenteritis

= infektiöse Magen-Darm-Erkrankung durch Keime (z.B. Salmonellen, Staphylokokken, Coli-Bakterien), meist aus verdorbenen Lebensmitteln

Symptome:

– Übelkeit, Erbrechen, Durchfall

Komplikationen:

– Fieber
– Exsikkose inklusive Elektrolytmangel
– Volumenmangelschock

Therapie:

– Nahrungskarenz
– viel Flüssigkeit (Tee mit Zucker und Salz, Cola und Salzstangen)
– bei Fieber evtl. Antibiotika
– bei wässrigen Durchfällen Kohle-Tabletten (Wirkung umstritten)
– bei starkem Flüssigkeitsverlust und Erbrechen des Tees: Infusionen

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