Autor/in: Anonym

Gesundheits und Krankheitslehre Seite 6

Symptome bei D.m.

– Hyperglykämie (= erhöhter BZ)
– Glukosurie (= Zucker im Urin)
– Polyurie (= große Urinmengen)
– Durst ―› große Trinkmenge ―› Die Niere resorbiert Zucker bis zu einem BZ von 160mg%.
Sobald der BZ im Blut über 160-180mg% ist, geht Zucker in den Urin. Zucker zieht viel
Wasser an, weil er sich auflösen will. Das ADH (= Anti- Durst-Hormon) ist machtlos, d.h. es
kann das Wasser nicht im Körper halten ―› Polyurie. Der Diabetiker bekommt Durst ―›
trinkt er nicht genug, droht eine Exsikkose.
– Exsikkosegefahr
– Schwäche, Leistungsminderung
– Gewichtsabnahme (im Anfangsstadium)
– schlechte Immunabwehr mit Infektneigung und schlecht heilende Wunden
– trockene Haut mit Juckreiz
– schwerstes Symptom:

Das diabetische Koma

(= hyperglykämisches Koma)

  • sehr hoher BZ
  • schwere Exsikkose
  • trockene Haut (rot, warm)
  • später Blutdruckabfall bis zum Kreislaufschock
  • Bewusstlosigkeit
  • evtl. Azidose mit Kussmaul’scher Atmung (regelmäßig, tiefer, schneller),
  • Acetongeruch, Übelkeit

Auslöser:

1. zu wenig Insulin gespritzt oder Tabletten vergessen
2. zu viel gegessen, besonders Kohlenhydrate
3. Infekte, z.B. Harnwegsinfekte
4. nachlassende Insulinbildung im Pankreas
Sterblichkeit liegt trotz Behandlung auf Intensivstation zwischen 10 und 30%.
Das Überzuckerkoma entwickelt sich langsam über Stunden bis Tage. Anfangs
Wirken die Patienten schläfrig.

Folgen der diabetischen Stoffwechselstörung

1. Gefäßschäden:

a) Makroangiopathie, d.h. Arteriosklerose der großen Gefäße
―› KHK ―› Angina pectoris, Herzinfarkt, …
―› Arteriosklerose der Hals- und Hirnarterien ―› Apoplex, Hirnleistungsminderung, Demenz
―› pAVK (= Arteriosklerose der Becken- und Beinarterien) ―› Amputationen
b) Mikroangiopathie (diabetesspezifisch), d.h. Durchblutungsstörungen in Arteriolen und Kapillaren
―› Netzhautschäden (= Retinopathie) ―› Sehverschlechterung, Erblinden (jedes Jahr erblinden 4.000
Diabetiker)
―› Nierenschäden (= Nephropathie) ―› Niereninsuffizienz, Dialyse

2. (Poly-) Neuropathie:

= Nervenschäden mit Störung der Nervenleitung
a) periphere Polyneuropathie (motorisch, sensibel)
―› Missempfindungen in Füßen, Beinen, Händen, Armen
z.B. Kribbeln, Beißen, Stechen, Brennen
―› gestörte Wahrnehmung von Temperatur, Druck und Schmerz
―› Muskelschwäche (bis zu leichten Lähmungen)
b) autonome Polyneuropathie, d.h. die Nervenversorgung der inneren Organe ist gestört (vegetativ)
―› z.B. Magenentleerungsstörung (Peristaltik ist gestört)
Blasenentleerungsstörung (―› Inkontinenz)
Impotenz

3. Infektneigung

4. diabetischer Fuß,

d.h. Nekrose bzw. Gangrän am Fuß durch Durchblutungsstörungen, Neuropathie und
Infektneigung ―› Amputationen (jeder 4.-5. Diabetiker bekommt einen diabetischen Fuß;
ca. 25.000 Amputationen im Jahr)

5. Fettleber

6. grüner und grauer Star

Therapie bei D.m.

Ziel: Folgeschäden und diabetisches Koma vermeiden
1. Bewegung (verbessert die Insulinwirkung)
2. Diät: 6 Mahlzeiten am Tag, Spätmahlzeit um 22.00 Uhr
3. andere Risikofaktoren/Krankheiten behandeln
z.B. Blutdruck optimal einstellen (bis maximal 130/80 mmHg)
4. Medikamente

  • Tabletten, z.B. Euglucon® (stimuliert das Pankreas, mehr Insulin zu bilden)
  • Insulininjektionen (s.c.)

―› Normalinsulin = Altinsulin
– sofortige Wirkung in 10-20 Minuten
―› Verzögerungsinsulin = Depotinsulin
– wirkt über Stunden

Unterzuckerung = Hypoglykämie

Auslöser:

– zu wenig gegessen
– zu viele Tabletten eingenommen oder zu viel Insulin gespritzt
– zu viel körperliche Anstrengung
– Erbrechen (und Durchfall)

Symptome:

1. Warnsymptome durch Adrenalin
– Erregung
– Zittern
– Heißhunger
– Schweißausbruch
– Tachykardie (Herzrasen)
2. Symptome durch Glukosemangel im Gehirn
– Aggressivität
– Sprach-, Seh-, Gangstörungen
– Krämpfe
– Paresen (= Lähmungen)
– Verwirrtheit
– Apathie (weniger ansprechbar, wirkt wie abwesend)
– Bewusstlosigkeit (Koma)

Therapie:

– sofortige Gabe von Glukose (oral nur solange der Patient ansprechbar ist)
―› häufige BZ-Kontrollen
– evtl. Gabe (i.m.) von Glukagon (= Antagonist von Insulin, fördert BZ-Anstieg)
Beachte: Je optimaler (d.h. niedriger) der Blutzucker bei älteren Typ 2-Diabetikern eingestellt ist, desto höher ist die Gefahr der Hypoglykämie. Daher werden folgende BZ-Werte (v.a. in Heimen) akzeptiert: nüchtern <140md% bzw. <200mg%.

Unterschiede zwischen Hypo- und Hyperglykämie

Hyperglykämie

Blutzuckererhöht (300-900mg%)
Atmungvertieft und schneller
HautTrocken
UrinPolyurie mit Zucker und Aceton
Muskulaturhypoton = schlaff, zu wenig Spannung
Augapfelweich
BedürfnisseDurst
Beginn und Verlaufallmählich, langsam

Hypoglykämie

Blutzuckererniedrigt (<40mg%)
Atmungnormal
Hautverschwitzt
Urinnormal
Muskulaturhyperton (= angespannt) mit Zittern Krämpfen
Augapfelnormal
BedürfnisseHunger
Beginn und Verlaufplötzlich, schnell

Hormone

Hormone sind chemische Botenstoffe, die von den Hormondrüsen (endokrine Drüsen) ins Blut abgegeben werden. Durch das Blut werden Hormone im ganzen Körper verteilt und gelangen so zu ihren Zielzellen. Sie binden sich an den passenden Rezeptor der Zielzelle (Schlüssel-Schloss-Prinzip). Dadurch weiß die Zielzelle, dass sie bestimmte Aufgaben erfüllen muss.
So steuern alle Hormone zusammen Stoffwechsel und Organfunktion, Entwicklung, Wachstum und Fortpflanzung. Hormone beeinflussen auch unser Verhalten und Empfinden. Die meisten Hormone werden in abgegrenzten Hormondrüsen gebildet, z.B. Schilddrüse und Hypophyse. Manche hormonbildende Zellen liegen auch frei in einigen Organen, z.B. die Nieren. Das übergeordnete Zentrum des Hormonhaushalts liegt im Hypothalamus (Zwischenhirn).
Viele Hormone werden durch so genannte Regelkreise reguliert, z.B. durch den

Schilddrüsenhormonregelkreis:

Hypothalamus bildet TRH ―› regt die Hypophyse an
Hypophyse bildet TSH ―› regt Schilddrüse an
Schilddrüse bildet Schilddrüsenhormone T3 und T4
Dabei wird der Blutspiegel von T3 und T4 ständig gemessen, damit TRH und TSH reguliert werden können.

Übersicht über die verschiedenen Hormone

Hormondrüse: Hypophyse
Hormon: ADH (= Anti-Durst-Hormon)

Oxytocin
1. drüsenstimulierende H.:
Wirkung: fördert Wasserrückresorption in der Niere (Wasser bleibt im Körper, wird nicht ausgeschieden)

Hormondrüse: Hinterlappen
Hormon:

  • TSH
  • ACTH
  • FSH und LH

Wirkung: Wehen

Hormondrüse: Vorderlappen
Hormon: 2. direkt wirkende H.:

  • Wachstumshormon
  • Prolaktin
  • Melanotropin

Wirkung: Milchaustreibung


Schilddrüsen-Stimulation
Nebennierenrinden-Stimulation
Keimdrüsen-Stimulation (Hoden und Eierstöcke)

fördert Wachstum, erhöht BZ-Spiegel
fördert Milchbildung
fördert Pigmentbildung in der HautEpiphyseMelatoninTag-Nacht-RhythmusSchilddrüseSchilddrüsenhormone
T3 und T4 (Thyroxin,
3 bzw. 4 Jodatome)

KalzitoninWirken im ganzen Körper:
fördert Stoffwechsel, Fettabbau, Herzarbeit, Körpertemperatur, normales Wachstum und Gehirnentwicklung, Aktivität des Nervensystems
fördert Kalziumeinbau in Knochen und Kalziumausscheidung durch die Nieren
―› senkt Blut-Kalzium-SpiegelNebenschilddrüsen
(4 kleine Epithelkörper-chen hinter der Schilddrüse)Parathormonfördert Kalziumfreisetzung aus Knochen und Aktivierung von Vitamin D in den Nieren
―› hebt Blut-Kalzium-SpiegelHaut, Leber, NiereVitamin D-Hormonfördert Kalziumresorption im Darm und Kalziumeinbau in KnochenNebennierenrindeMineralokortikoide
z.B. Aldosteron

Glukokortikoide
z.B. Cortison

Androgene
z.B. Testosteronhemmt Natrium- und Wasserausscheidung der Nieren ―› RR steigt
fördert Kalium- und Säureausscheidung der Nieren
helfen dem Körper, Stress zu bewältigen, z.B. durch Freisetzung von Glukose und Fettsäuren ins Blut
Eiweißabbau, Entzündungshemmung
als Medikament: Immunsuppression (hemmt Abwehrzellen), antiallergischer Effekt
―› Nebenwirkungen: Osteoporose, RR- und
BZ-Steigerung, Magenulzera,
Infektneigung, Wundheilungsstörungen,
Stammfettsucht, psychische Störungen
Ausbildung der GeschlechtsmerkmaleNebennierenmark

Adrenalin

Noradrenalin

unterstützt den Sympathikus, wirkt über α- und β-Rezeptoren
fördert schnelle Energiebereitstellung
―› BZ steigt
steigert Herztätigkeit und RR
erweitert Bronchien und Pupillen
Vasokonstriktion ―› RR steigtLangerhans´sche Inseln des Pankreas

Glukagon

Insulin

fördert Glukosefreisetzung der Leber
―› BZ steigt
fördert Glukoseaufnahme der Zellen
―› BZ sinkt
fördert Aufbau von Glykogen, Eiweiß und FettKeimdrüsen:
– Ovar

 

– Hoden

Östrogene

Gestagene
z.B. Progesteron

Testosteron

Aufbau der Uterusschleimhaut, Ausbildung der weiblichen Geschlechtsmerkmale, Geschlechtstrieb, Knochen- und Eiweißaufbau
Vorbereitung der Uterusschleimhaut für die Aufnahme der Frucht, Vorbereitung der Milchbildung, Wassereinlagerung ins Gewebe
Spermienentwicklung, Ausbildung der männlichen Geschlechtsmerkmale, Geschlechtstrieb, Funktion von Prostata und Bläschendrüse, EiweißaufbauGewebshormone:
– Nieren

 

– Verdauungstrakt

Renin

Erythropoetin

Gastrin, Sekretin, u.a.

RR steigt über Angiotensin (―› Vasokonstriktion) und Aldosteron
steigert Erythrozytenneubildung im Knochenmark
Tätigkeit der Verdauungsdrüsen

Erkrankungen der Schilddrüse

Begriffe:

Euthyreose/euthyreot                       = normale Schilddrüsenfunktion
Hyperthyreose/hyperthyreot           = Schilddrüsenüberfunktion
Hypothyreose/hypothyreot   = Schilddrüsenunterfunktion
Unabhängig von der Hormonlage kann die Schilddrüse normal groß oder vergrößert sein.
Struma                          = Kropf = Schilddrüse vergrößert
Struma diffusa              = gleichmäßiger Kropf
Struma nodosa              = Kropf mit Knoten

Untersuchungsmethoden:

– Tastbefund
– Sonographie
– Laborwerte (T3, T4, TSH)
– Szintigraphie (= Darstellung der Schilddrüse mit radioaktiven Strahlen)
– Biopsie

1. Euthyreote Struma

= vergrößerte Schilddrüse mit normaler Hormonbildung

Ursache:

– Jodmangel
Durch den Jodmangel ist die Hormonbildung erschwert, die vergrößerte Schilddrüse kann das Jod besser aus dem Blut filtern und dann ausreichend T3 und T4 bilden.

Symptome:

– Verdickung des Halses
– später Engegefühl, Luftnot, Schluckbeschwerden und Entstehung von Knoten

Therapie:

– Gabe von Jod
– Gabe von Schilddrüsenhormonen
z.B. Euthyrox®, L-Thyroxin®
– bei großer Struma evtl. OP (Teilentfernung der Struma)
―› Gefahr: Verletzung des Stimmbandes
– kann nicht operiert werden, kann man das Schilddrüsengewebe mit Radiojodtherapie verkleinern

2. Hyperthyreose

Ursachen:

1. autonome Adenome (= sog. „heiße Knoten“)
= unabhängige, gutartige Schilddrüsentumore, die ungehemmt T3 und T4 bilden
– bilden sich meist in einem bestehenden Jodmangelkropf
2. Morbus Basedow
= Autoimmunerkrankung, bei der TSH-ähnliche Stoffe entstehen, die die Schilddrüse stimulieren
3. (seltener) Schilddrüsenentzündung (= Thyreoiditis), Schilddrüsenkrebs, Überdosierung von T3 und T4 durch Medikamenteneinnahme

Symptome:

– leichter Kropf
– Nervosität, Reizbarkeit, Schlaflosigkeit
– Tachykardie, Tachyarrhythmie
– Gewichtsverlust (trotz gutem Appetit und reichlicher Ernährung)
– häufige Stuhlgänge bis zu Durchfällen
– warme Haut, vermehrtes Schwitzen
– Muskelschwäche, Zittern (Übererregung)
– bei Morbus Basedow zusätzlich Glotzaugen (durch abgelagerte Stoffe im Augapfel tritt Auge hervor),
evtl. mit Entzündungen und Sehstörungen
– bei älteren Patienten häufig symptomarm, d.h. nur mit Schwäche, Gewichtsverlust und
Herzrhythmusstörungen

Therapie:

– autonome Adenome möglichst operativ entfernen
– bei Morbus Basedow Medikamente, die die Schilddrüsenhormonproduktion hemmen (= Thyreostatika)
– Radiojodtherapie oder OP (bei Krebs)

3. Hypothyreose

Ursachen:

– Hypophyseninsuffizienz
– nach Thyreoiditis (durch Gewebezerstörung und Narbenbildung)
– nach ausgedehnter Schilddrüsen-OP (zu viel Gewebe entfernt, Funktion nicht überprüft)
– nach Radiojodtherapie

Symptome:

– Antriebsarmut, Müdigkeit, Verlangsamung, Desinteresse („Depression“)
– Gewichtszunahme und teigig geschwollene Haut
– Obstipation
– kühle Haut, Kälteempfindlichkeit
– Bradykardie
– „wirken verwahrlost“ ―› struppige Haare, trockene schuppige Haut, raue Stimme

Therapie:

– Dauergabe von Schilddrüsenhormonen z.B. Euthyrox®, L-Thyroxin®
―› Einnahme: 30 Minuten vor Mahlzeiten und nicht mit anderen Medikamenten zusammen

4. Schilddrüsen- Karzinom

Symptome:

– Kropf mit Knotenbildung
– Atemnot, Schluckbeschwerden, Heiserkeit
– Schwäche

– Beschwerden (Schmerzen) durch Hirn-, Knochen-, Lungenmetastasen

Therapie:

– vollständige Entfernung der Schilddrüse (und Halslymphknoten)
– anschließend Radiotherapie
– Dauergabe von Schilddrüsenhormonen

Das Nervensystem

Einteilung in:

  • ZNS = zentrales Nervensystem, besteht aus Gehirn und Rückenmark
  • PNS = peripheres Nervensystem, besteht aus den Nerven

Nerven verbinden alle Körperteile mit dem ZNS. Sie bestehen aus Bündeln von Nervenfasern. Die Nervenfasern leiten die Signale entweder vom ZNS zu einem Gewebe (Organ) oder von einem Gewebe zum ZNS.

Aufgaben des Nervensystems:

Das Nervensystem steuert alle Vorgänge im Organismus als oberste Schaltzentrale. Es ist auch Sitz des Denkens, des Bewusstseins, des Gedächtnisses, des Antriebs und der Gefühle. Vorgänge im Nervensystem können bewusst oder unbewusst ablaufen.
1. bewusst (Bsp.): – Willkürmotorik (Bewegung der Skelettmuskulatur)
– Sensibilität (Wahrnehmung von Reizen)
– Denken
2. unbewusst (Bsp.): – vegetatives Nervensystem (steuert zusammen mit den Hormonen die Funktionen der
inneren Organe)
Das Nervensystem besteht hauptsächlich aus Nervengewebe. Das Nervengewebe besteht aus Gliazellen und Neuronen (= Nervenzellen).

Aufbau einer Nervenzelle:

(Buch S. 85 Abb. 2.50)
Neuronen nehmen mit Dendriten Signale auf, verarbeiten diese im Nervenzellkörper und bilden dort neue Signale („Befehle“). Das neue Signal wird über den Neurit weitergeleitet und an dessen Ende auf die nächste Zelle übertragen. Der Ort der Signalübertragung heißt Synapse. Die Signalübertragung erfolgt mit Hilfe von Botenstoffen.
Synapse:
(Buch S.87 Abb. 2.53)
An den Synapsen werden Nervensignale von einer Nervenzelle zu einer anderen weitergegeben. Synapsen verbinden Nervenzellen miteinander (in der Regel das Axon einer Nervenzelle mit dem Dendriten oder Zellkörper einer anderen Zelle), aber auch Nervenzellen mit Muskel- oder Drüsenzellen. Neurotransmitter treten im synaptischen Spalt von einer Zelle zur anderen über.
Beispiele für Neurotransmitter (= Botenstoffe der Nerven):

  • Noradrenalin und Adrenalin
  • Acetylcholin
  • Dopamin (fehlt bei Parkinson)
  • Serotonin (fehlt bei Depression)

Einteilung, Bau und Funktion des Nervensystems

1. Zentrales Nervensystem

1.1 Gehirn

a) Großhirn:

– besteht aus zwei Hemisphären (rechte und linke Großhirnhälfte), die in verschiedene Lappen eingeteilt
werden: Stirn-, Scheitel-, Schläfen-, Hinterhauptslappen
– außen liegen die Hirnrinde mit Windungen und Furchen
– innen liegen der Balken, Kerngebiete, Verbindungsbahnen und das lymbische System

Aufgaben der Hirnrinde:

– bewusste Empfindungen und Handlungen, Denken und Gedächtnis, Antrieb und Kreativität
– für bestimmte Funktionen gibt es jeweils ein bestimmtes Rindenfeld, z.B. Sehen, Hören, Sprachbildung,
Sprachverständnis, Lesen, Fühlen, Gedächtnis, Willkürmotorik

Aufgabe des Balkens:

– verbindet die rechte und linke Hemisphäre

Aufgabe der Kerngebiete:

– u.a. Feinsteuerung von Bewegungen

Aufgabe der Verbindungsbahnen:

– verbinden verschiedene Hirnteile miteinander
z.B. Pyramidenbahn
―› Verlauf: motorisches Rindenfeld ―› Zwischenhirn ―› Mittelhirn ―› Rückenmark
―› Aufgabe: Sie leitet die Befehle der Willkürmotorik bis ins Rückenmark und kreuzt dabei auf die
Gegenseite (rechte Pyramidenbahn ―› linke Körperhälfte und umgekehrt).

Aufgaben des lymbischen Systems:

– Sitz von Trieben und Instinkten
– Übergang vom Großhirn zum Zwischenhirn

b) Zwischenhirn:

– besteht aus Thalamus und Hypothalamus mit Hypophyse

Aufgaben des Thalamus:

– schützt das Großhirn vor Reizüberflutung
– Filterung von Wahrnehmungen

Aufgaben des Hypothalamus:

– übergeordnetes Zentrum des Hormonhaushalts und des vegetativen Nervensystems
– kontrolliert viele andere Körperfunktionen, z.B. Temperatur, Durst, Hunger, Sättigung

Aufgabe der Hypophyse:

– wichtige Hormondrüse

c) Stammhirn = Hirnstamm:

Es besteht aus drei Teilen:
– Mittelhirn: enthält Kerne/Zentren für die Extrapyramidalmotorik (außerhalb der
Pyramidenbahn- Bewegung) = wichtig für die Feinsteuerung/Koordination der Bewegung
– Brücke: verbindet das Kleinhirn mit den anderen Hirnteilen
– verlängertes Mark: – enthält Zentren für Atmung, Kreislauf, Schlucken, Husten, Niesen,
Erbrechen
– schafft Verbindung zum Rückenmark

Aufgaben:

– steuert viele unbewusst ablaufende Lebensvorgänge, z.B. Atmung, Kreislauf, Bewusstseinslage, Schlaf-
Wach-Rhythmus
– ist Ursprung der meisten Hirnnerven

d) Kleinhirn:

Aufgaben:

– Bewegungskoordination (= Bewegungen aufeinander abstimmen)
– Gleichgewicht
– Muskelspannung
– Feinmotorik

1.2 Rückenmark

Das Rückenmark ist ein bleistiftdicker Strang aus Nervengewebe. Es liegt in der Wirbelsäule im Wirbelkanal, zwischen erstem Halswirbel und zweitem Lendenwirbel. Aus dem Rückenmark entspringen 31 Paare Rückenmarksnerven.
Unterhalb des zweiten Lendenwirbels laufen im Wirbelkanal nur noch Nervenfasern der tiefer austretenden Rückenmarksnerven. Eine Lumbalpunktion in Höhe LWK 3/LWK4 oder LWK4/LWK5 kann das Rückenmark daher nicht verletzen.

Querschnitt vom Rückenmark:

(Buch S. 95 Abb. 2.62)

Aufgaben:

– verbindet das Gehirn mit den Rückenmarksnerven
– ist Umschaltzentrale für viele Nervenleitungen
– kann Reflexe auslösen

Reflexe

Reflexe sind schnelle, zum Teil lebensnotwendige, unwillkürliche Reaktionen auf einen Reiz.
Reflexe laufen über einen Reflexbogen:
Reizaufnahme
―› sensibler Nerv
―› Rückenmark
―› motorischer Nerv
―› Muskelreaktion (= Reflexantwort)
Reflexe können auch über Hirnnerven laufen.
Die Stärke eines Reflexes wird vom Gehirn kontrolliert.
Es gibt Eigen- und Fremdreflexe:
a) Eigenreflexe: Reiz und Reaktion erfolgen im selben Organ
z.B. PSR = Patellarsehnenreflex
BSR = Bizepssehnenreflex
ASR = Archillessehnenreflex
Blasenreflex
Mastdarmreflex
b) Fremdreflexe: Reiz und Reaktion erfolgen in unterschiedlichen Organen
z.B. Fluchtreflex
Husten-, Nies-, Schluckreflex
Kornealreflex (Hornhautreflex)
Pupillenreflex
Ursachen von Reflexstörungen: Schädigung von Gehirn, Rückenmark, Nerven oder Muskeln

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