Autor/in: Anonym

Gesundheits und Krankheitslehre Seite 4

5. Durch Pilze verursachte Hauterkrankungen

5.1. Fußpilz

Ursache:

– Infektion der Haut mit Pilzen

Symptome:

– Beginn meist in den Zehenzwischenräumen
– dort treten weißliche, gequollene Flächen mit Abschilferungen oder Rissen auf
– Juckreiz
– es kommt zu Entzündungen, Nässen, Schuppung der Haut oder Bläschenbildung

Komplikationen:

– später können auch die Fußsohlen, besonders sie Fußlinien und die Zehennägel befallen
werden

Therapie:

– Therapiebasis ist die lokale Anwendung von pilzabtötenden Medikamenten (Antimykotika)
―› Therapie dauert mindestens 4 Wochen, da der Wirkstoff auch in die tieferen Hautschichten gelangen muss ―› Therapie ist auch nach Abklingen der Hauterscheinungen fortzuführen, um Rückfälle zu vermeiden
– systemische Therapie (mit Antimykotika in Tablettenform), wenn konsequente lokale
Therapie nicht erfolgreich ist
– Fußbäder, wobei auf gutes Abtrocknen und regelmäßiger Handtuchwechsel (d.h. nach jedem
Gebrauch) geachtet werden muss, täglicher Strumpfwechsel
– Schuhe mit Desinfektionsmittel einsprühen
Pilzerkrankungen können auch in den Haaren, in der Bartgegend, an den Nägeln und im Genitalbereich auftreten

6. Andere Hauterkrankungen

6.1. Schuppenflechte (= Psoriasis)

Die Schuppenflechte ist eine chronische, meist schubförmig verlaufende Hauterkrankung mit genetischer Disposition, die durch eine gesteigerte Zellneubildung der Oberhaut und Verhornungsstörungen gekennzeichnet ist. Häufigkeit ca. 1-3% der Bevölkerung, Gipfel der Erstmanifestation 10.-31. Lebensjahr.

Symptome:

– Psoriasis-Herde sind klassischerweise entzündlich gerötet, scharf begrenzt und von silbrig
glänzenden Schuppen bedeckt (nicht schmerzhaft)
– Herde können punktförmig, aber auch über handtellergroß sein
– bevorzugte Stellen sind die Streckseiten der Extremitäten (Ellbogen, Knie), die Region des
Steißbeins und der behaarter Kopf (es kann aber auch der ganze Körper befallen sein)
– evtl. Nagelveränderungen (z.B. Tüpfelnägel, Ölflecke, Krümelnägel)
Oft berichten die Betroffenen, dass sich ihre Erkrankung unter verschiedenen Einflüssen verbessert oder verschlechtert. (Buch S. 447 Abb. 5.153)

Therapie:

– Lösung der Schuppen mit Salben, um das Eindringen antipsoriatisch wirksamer Substanzen
zu ermöglichen
– lokale Therapie mit verschiedenen Salben: (mit…)

  • Dithranol z.B. Cignolin® (keine Anwendung im Gesicht, am behaarten Kopf und im Genitalbereich)
  • Calcipotriol z.B. Psorcutan®
  • Teer oder Teerölbäder (Teer wirkt antiphlogistisch und antipruriginös)
  • Glukokortikoide

– ultraviolette Bestrahlung (reduziert Entzündung und bremst den verstärkten Zellumsatz)
– in schweren Fällen systemische Therapie erforderlich v.a. mit Retinoiden (z.B. Neotigason®), Methotrexat (Zytostatikum) oder Cyclosporin (Immunsuppressivum)

6.2. Warzen

Ursache:

– Viruserkrankung der Haut

Symptome:

– verhornende Wucherung der Haut, besonders an der Streckseite der Finger und der Hand, auf den Handtellern und Fußsohlen

Therapie:

– oft heilen sie spontan ab
– Verätzung mit Säure
– chirurgische Entfernung

6.3. Basaliom

Ein Basaliom ist ein häufiger Hauttumor vermutlich aus unreifen „vielkönnenden“ Epithelzellen, die z.B. durch UV-Exposition heranreifen. Lokalisation zu über 80% im Gesicht. Manifestation in der Regel nach dem 50. Lebensjahr. Eigentliche Ursache ist noch unbekannt.

Symptome:

– anfangs bildet sich eine kleine grauweiße Verhärtung mit einzelnen Gefäßerweiterungen, die nicht selten
durch Kratzen oder Rasieren verletzt werden
– Leitsymptom sind immer wieder an der gleichen Stelle auftretende Blutkrusten oder Verletzungen, die
„nicht heilen wollen“
– später werden die Knötchen derb oder sinken im Zentrum ein und haben einen perlartig aufgeworfenen Rand
– unbehandelt zerstört der Tumor im Verlauf von Monaten und Jahren Knochen und Weichteile, setzt aber in der Regel keine Metastasen (daher wird das Basaliom auch als semimaligner Tumor bezeichnet)

Therapie:

– operative Entfernung des Tumors (bei Einbruch in Knochen und Weichteile großflächigere Entfernung)
– Röntgenbestrahlung

6.4. Malignes Melanom

= einer der bösartiges Hauttumoren, die durch Entartung der Melanozyten entstehen (bösartige Veränderung eines Leberflecks)

Ursachen:

– unbekannt
– intensive Sonneneinwirkung kann die Entstehung fördern

Symptome:

Das klinische Bild ist nicht einheitlich. Folgende Kriterien nach der ABCD-Regel wecken bei einem Leberfleck den Verdacht auf ein malignes Melanom:

  • Asymmetrie des Herdes
  • Begrenzung unscharf, unregelmäßig oder polyzyklisch (mehrbogig begrenzt)
  • Coloration (Färbung) variabel mit unterschiedlichen Farbnuancen, d.h. hellbraune, dunkle und schwarze Anteile
  • Durchmesser größer als 5 mm

Weitere Hinweise:

  • rasche Größenzunahme des Flecks oder seiner Erhabenheit
  • Blutungen bei geringen Reizen, z.B. beim Abtrocknen
  • Juckreiz

Therapie:

– operative Entfernung möglichst frühzeitig
– Röntgentherapie
– Chemotherapie und Immuntherapie (z.B. mit Interferon)

7. Altersveränderungen der Haut

Die Elastizität der gealterten Haut nimmt ab und die Haut wird runzlig. Es treten oft auch Veränderungen in der Pigmentierung auf.

Leberflecken/Muttermale:

Braune Flecken im Gesicht und am Handrücken. Sie sind gutartig.

Vitiligo:

Die Pigmentierung der Haut verschwindet an verschiedenen Stellen (z.B. am Handrücken und im Gesicht) und es entstehen dabei weiße Stellen.

Seborrhoische Warzen:

Lang bestehender, flacher Tumor, der wie aufgeklebt erscheint. Der Tumor ist gelbbraun bis schwarz und ist an der Oberfläche etwas verhornt. Es handelt sich um einen gutartigen Tumor der Oberhaut.

8. Dekubitus

= Druckgeschwür der Haut, z.B. an Steiß, Ellenbogen, Ferse (wörtlich: Enthautung)
– entstehen an Stellen, wo langfristig Druck besteht
– ist eine offene Wundfläche, auf der sich Keime ansiedeln und eine Infektion hervorrufen können

Entstehung:

1. längeranhaltener Druck
2. Durchblutungsminderung
3. Zellschäden
4. Absterben von oberflächlichen Zellen, später auch in der Tiefe
5. evtl. Folgen:
– zusätzliche Infektionen
– Blutvergiftung
– (Sepsis-) Tod möglich

Ursachen:

– schlechte Durchblutung der Haut bei zu großer Druckbelastung, begünstigt durch

  • Kreislaufstörungen
  • Minderdurchblutung

– Störungen im Bereich des Nervensystems:

  • sensible und motorische Ausfälle
  • Fehlen der natürlichen Entlastungsbewegungen

– Störungen des äußeren Milieus wie

  • Feuchtigkeit
  • Druckwirkungen
  • Gipsverbände

– Ernährungsstörungen:

  • Eiweißmangel schädigt die Widerstandskraft der Zelle

Symptome:

– Hautdefekt, der sich auch ins tiefer liegende Gewebe ausdehnen kann
– häufig Infektion des Hautdefekts

Therapie:

– Druckentlastung durch richtige Lagerungen
– Wundbehandlung nach ärztlicher Anordnung

Der Bewegungsapparat

Der Bewegungsapparat setzt sich zusammen aus:

  • Knochen
  • Knorpel
  • Gelenke
  • Bänder
  • Muskeln
  • Sehnen

Die Knochen

– ca. 200 Knochen im Körper des Menschen
Auf dem Röntgenbild sind Knochen durch die Calcium-Phosphat-Salze in der Knochensubstanz gut sichtbar („gute Schatten“). Knorpel ist dagegen nicht sichtbar.

Aufgaben der Knochen:

1. stützen und formen den Körper und schützen innere Organe
2. sind Ansatzstellen für Muskeln, Sehnen und Bänder
3. sind Mineralienspeicher (z.B. Calcium, Phosphat)
4. enthalten Knochenmark für die Bildung der Blutkörperchen

Knochenformen:

Es gibt:

  • Röhrenknochen (Arme, Hände, Beine, Füße)
  • Platte Knochen (Schulterblatt, Rippen)
  • Kurze, unregelmäßige (= irreguläre) Knochen (Wirbel, Hand- und Fußwurzelknochen)

a.) Röhrenknochen:

(Buch S. 50 Abb. 2.5)
– bestehen aus einem langen röhrenförmigen Schaft (= Diaphyse) und zwei meist verdickten Enden
(= proximale und distale Epiphyse)
– die zwischen Diaphyse und Epiphyse liegende Übergangszone wird als Metaphyse bezeichnet
– bestehen außerdem aus dichtem Knochengewebe (= Kompakta)
– haben innen eine aufgelockerte Struktur (= Spongiosa) und enthalten dort Knochenmark
―› rotes Knochenmark: – Bildung der Blutkörperchen
– 1,5 Liter im Organismus des Menschen
– liegt in der proximalen und distalen Epiphyse
– zur Untersuchung Entnahme aus dem Brustbein (sonst aus allen Knochen)

b.) Platte Knochen:

– sind flach geformt
– enthalten zwischen zwei festen Außenschichten eine schmale spongiöse Innenschicht
– enthalten auch im Erwachsenenalter Blutbildendes Knochenmark

c.) Kurze unregelmäßige Knochen:

– sind meist würfel- und quaderförmig

Knochenbrüche (= Frakturen)

Einteilung:

a.) nach Hautverletzung:

  • offen (mit Hautverletzung über der Fraktur)
  • geschlossen (ohne Hautverletzung)

b.) nach der Ursache:

  • traumatische Frakturen (durch Gewalteinwirkung von außen)
  • pathologische Frakturen (durch nur geringe Gewalt oder spontan, z.B. bei Osteoporose, Knochenmetastasen, Rippenbruch bei Husten)

c.) nach Anzahl der Bruchstücke:

  • einfacher Bruch    ―› 2 Fragmente
  • Stückbruch           ―› 2-4 Fragmente
  • Mehrfachbruch     ―› 4-6 Fragmente
  • Trümmerbruch      ―› mehr als 6 Fragmente ―› je mit oder ohne Verschiebungen

Symptome:

a.) unsichere Frakturzeichen:

  • Schwellung
  • Schmerz
  • eingeschränkte Funktion

b.) sichere Frakturzeichen:

  • Fehlstellung, sichtbare Knochenstücke
  • abnorme Beweglichkeit
  • fühlbares Knochenreibung (bei Untersuchung)

Diagnostik:

  • Röntgen
  • Untersuchung auf Begleitverletzungen (Nerven, Sehnen, Bänder, Gefäße)

Therapie:

1. Reposition: Richten, d.h. optimales Aufeinanderstellen der Frakturbruchstücke
2. Retension: Ruhigstellung bis zur knöchernen Durchheilung
a.) konservativ: mit Gips oder Streckverband (selten bei Erwachsenen)
b.) operativ: Osteosynthese = operatives Vereinigen der Bruchstücke mit Nägeln,
Schrauben, Platten, Spickdrähten Vorteile: – schnelle Mobilisation des
Patienten (Beweglichkeit bleibt erhalten – genaues Einrichten und Ruhigstellen
der Bruchstücke
Nachteile: – Infektionsgefahr- Narkose – Risiko (2. Operation nötig)
3. Rehabilitation: Training von Bewegung und Muskelkraft bis zur völligen Wiederherstellung der Funktion

Ablauf der Frakturheilung:

  • direkter knöcherner Durchbau
  • sekundäre Knochenbruchheilung durch Kallusbildung (Kallus = Bindegewebsbrücke des Frakturspalts, die langsam verknöchert

Komplikationen:

  • Bruchstücke wachsen gar nicht oder schief zusammen
  • Infektion
  • Muskelatrophie
  • Kontrakturen

Häufige Frakturen im Alter:

  • distale Radiusfraktur (= handgelenknaher Speichenbruch)
  • proximale Humerusfraktur (= körpernaher Bruch des Oberarmknochens)
  • Schenkelhalsfraktur
  • Pertrochantere (= durch den Trochanter durch) und subtrochantere (= direkt unterhalb des Trochanter major) Oberschenkelhalsfraktur
  • Sprunggelenkfrakturen ( im Bereich des Knöchels)

Knochenverbindungen

1. feste Verbindungen = Haft- oder Knochenfuge

  • knöcherner Zusammenhalt, z.B. Schädelknochen
  • federnder Zusammenhalt durch Knorpel, z.B. Schamfuge, Brustbein ―› Rippen

2. bewegliche Verbindungen = Gelenke

Gelenke

Bestandteile eines Gelenks:

(Buch S. 54 Abb. 2.8)
1. mindestens zwei Knochen
2. Gelenkknorpel an der Gelenkfläche
3. Gelenkspalt mit Gelenkschmiere (= Synovia)
―› 2 Aufgaben: – Gleitfähigkeit im Gelenk ( Reibungsminderung)
– Hilfe bei der Ernährung des Gelenkknorpels
4. Gelenkkapsel aus Gelenkinnenhaut (bildet die Synovia) und äußerer Bindegewebsschicht
5. Gelenkbänder, die den Zusammenhalt des Knochens verstärken
6. knorpelige Zwischenscheiben (nicht bei allen Gelenken)

  • Diskus (rund)
  • Meniskus (halbmondförmig)

Gelenkbewegungen:

FlexionBeugung
ExtensionStreckung
AbduktionAbspreizen
AdduktionHeranziehen zur Körpermitte
RotationDrehung
SupinationAuswärtsdrehen von Hand oder Fuß
PronationEinwärtsdrehen  von Hand oder Fuß

Gelenkformen:

(Einteilung nach Aufbau und Bewegungsmöglichkeiten)

a.) Kugelgelenke:

Bewegung um drei Achsen:

  • Flexion und Extension
  • Abduktion und Adduktion
  • Rotation

z.B. Hüftgelenk, Schultergelenk

b.) Eigelenk:

Bewegung um zwei Achsen:

  • Flexion und Extension
  • Abduktion und Adduktion

z.B. proximales Handgelenk, Gelenk zwischen 1 Halswirbelkörper und Hinterhauptbein (-Knochen)

c.) Sattelgelenk:

Bewegung um zwei Achsen:

  • Abduktion und Adduktion
  • Vorwärts-Rückwärts-Bewegung

z.B. Daumenhandwurzelgelenk

d.) Scharniergelenk:

Bewegung um eine Achse:

  • Flexion und Extension

z.B. Fingerend- und Fingermittelgelenke, oberes Sprunggelenk

e.) Drehgelenke:

Bewegung um eine Achse:

  • ein Knochen dreht sich in der Gelenkpfanne des anderen Knochens

z.B. proximale und distale Radioulnargelenk, Atlas-Axis-Gelenk (Gelenk zwischen 1. und 2. Halswirbel)

Aufgaben der Gelenke:

1. Gewährleisten bestimmter Bewegungen und Hemmung anderer Bewegungen
2. Gewährleisten möglichst reibungsloser Bewegungen
3. Unterstützen ausreichenden Zusammenhalt der Knochen
4. Druck auffangen und verteilen

Die Skelettmuskulatur

Die Skelettmuskeln arbeiten durch Wechsel von Anspannung (= Kontraktion) und Erschlaffung (=Relaxation). Sie haben auch in Ruhe eine Grundspannung (= Ruhetonus). Die Skelettmuskeln können sich bei der Kontraktion bei gleich bleibender Spannung verkürzen (= isotonische Kontraktion) oder bei gleich bleibender Länge die Spannung erhöhen (= isometrische Kontraktion). Sie arbeiten in Zusammenspiel mit gleichsinnig wirkenden Muskeln (Synergisten = Mitspieler) und entgegengesetzt wirkenden Muskeln (Antagonisten = Gegenspieler).

Aufgaben:

1. Bewegen willkürlich den Körper
2. Halten den Körper in bestimmten Stellungen
3. Schutz innerer Organe
4. Wärmebildung
5. Sorgen (in Zusammenarbeit mit anderen) für den Rückfluss des venösen Blutes zum Herzen

Ablauf der Motorik

Durch einen Nervenreiz kommt es zur Freisetzung von Botenstoffen an der Synapse. Diese reizen die Muskelzelle und die Myofibrillen ziehen sich zusammen (= kontrahieren). Bei der Kontraktion wird Energie verbraucht in Form von ATP, das durch Glukose und Sauerstoff wieder aufgebaut wird. Dabei entsteht auch Wärme (Arbeits- und Erholungswärme).

  • Erholungswärme (auch Abfallwärme) ―› durch höheren Glukose- und Sauerstoffverbrauch bei und nach sportlichen Betätigungen schwitzt der Körper auch danach noch eine Weile

Der Schädel

Der Schädel besteht aus:

– dem Schädeldach:

  • Stirnbeine (rechts und links)
  • Scheitelbeine
  • Hinterhauptsbeine (rechts und links)
  • Schläfenbeine

– der Schädelbasis:

  • Stirnbeine
  • Siebbein
  • Keilbein
  • Schläfenbein
  • Hinterhauptsbeine

– dem Gesichtsschädel:

  • Stirnbeine
  • Tränenbeine (seitlich an den Nasenbeinen)
  • Keilbein in der Augenhöhle
  • Siebbein
  • Oberkieferknochen
  • Jochbeine (seitlich der Oberkieferknochen
  • Gaumenbeine (Dach der Mundhöhle)
  • Pflugscharbein (Vorsprung, der die Nasenhöhle teilt)
  • Unterkieferknochen

Durch das Siebbein verlaufen Nerven, die Impulse des Riechens an das Gehirn weiterleiten. Bewegliche Knochen im Schädel sind Gehörknöchelchen und Unterkiefer. Das einzige Gelenk des Schädels ist das Kiefergelenk (Dreh-Gleit-Gelenk). Es bewegt sich um drei Achsen (nach vorn und hinten, seitlich, hoch und runter). Das Hinterhauptsloch bildet den Durchgang des Rückenmarks.

Die Wirbelsäule

Aufgaben:

1. hält den Körper aufrecht
2. trägt den Schädel
3. dient der Beweglichkeit
4. Schutz des Rückenmarks

Aufbau:

(Buch S. 62 Abb. 2.21)
– fünf Abschnitte, die in doppelter S-Form gekrümmt sind

Bereich: Halswirbelsäule (7 HWK)
Abschnitte: Cervikal (C1 bis C7)
Krümmungen: Halslordose

Bereich: Brustwirbelsäule (12 BWK)
Abschnitte: Thorakal (Th1 bis Th12)
Krümmungen: Brustkyphose

Bereich: Lendenwirbelsäule (5 LWK)
Abschnitte: Lumbal (L 1 bis L5)
Krümmungen: Lendenlordose

Bereich: Os Sakrum und Os Coccigis
Abschnitte: Sakral
Krümmungen: Sakralkyphose

– die Halswirbelsäule ist der beweglichste Wirbelsäulenabschnitt
– die Brustwirbelsäule mit 12 Brustwirbel, die gelenkig mit den Rippen verbunden sind
– der winklige Übergang der Lendenwirbelsäule zum Kreuzbein wird als Promontorium bezeichnet
– die fünf Sakralwirbel des Kreuzbeins sind zu einem kompakten Knochen verschmolzen
– das Kreuzbein bildet den hinteren (Mittel-) Teil des Beckens und ist mit den beiden Hüftknochen über das
nahezu unbewegliche Sakroiliakalgelenk verbunden
– etwa drei bis fünf verkümmerte Steißwirbel bilden das Steißbein

Krümmungen der Wirbelsäule:

  • Lordose = Krümmung der Wirbelsäule nach vorn
  • Kyphose = Krümmung der Wirbelsäule nach hinten
  • Skoliose = seitliche Krümmung der Wirbelsäule (pathologisch), z.B. bei unterschiedlichlangen Beinen

oder wenn die Brustwirbelkörper auf einer Seite flacher sind als auf der anderen
(Osteoporose)
Die Wirbel der Hals-, Brust- und Lendenwirbelsäule sind durch die Wirbelgelenke beweglich miteinander verbunden. Zwischen den Wirbelkörpern liegen die elastischen Bandscheiben aus Faserknorpel mit einem Gallertkern. Die Bandscheiben dienen der Beweglichkeit und Stoßdämpfung.

Aufbau eines Wirbelkörpers:

(Buch S. 63 Abb. 2.22)
Zwischen den Wirbelkörpern des 2.-7. Halswirbels, der Brust- und Lendenwirbelsäule sowie zwischen dem 5. Lendenwirbelkörper und Kreuzbein liegen die Bandscheiben. Jede Bandscheibe ist etwa 5mm dick und besteht aus zweierlei Bindegewebe:

  • einem Außenring aus derben Bindegewebsfasern und Faserknorpel
  • einem Gallertkern ―› dieser gleicht wie ein Wasserkissen die Druckunterschiede zwischen zwei Wirbeln aus, wenn diese sich gegeneinander bewegen (Buch S.64 Abb. 2.24)

Die Bandscheiben sind beim Erwachsenen gefäßlos und praktisch nervenfrei. Sie erhöhen die Beweglichkeit der Wirbelsäule, indem sie sich entsprechend mitverformen und fangen wie ein Stoßdämpfer Stauchungen der Wirbelsäule ab, z.B. wenn man von einem Stuhl springt. Ihre hohe Belastung macht Bandscheiben für degenerative Erkrankungen anfällig.
Das Verrutschen der Bandscheibe (Vorwölbung oder Austritt von Bandscheibengewebe) ins Zwischenwirbel- oder Wirbelloch führt zu Druck auf Rückenmark und –nerven und kann Bewegungsstörungen bzw. Lähmungen hervorrufen.
Bänder sichern den Zusammenhalt der Wirbelsäule (von Wirbel zu Wirbel). Rückenmuskeln stabilisieren die Wirbelsäule und sorgen für Haltung und Bewegung.
Lumbalpunktion: Bei der Lumbalpunktion wird meist zwischen L4 und L5 (seltener L3 und L4) Liquor (= Rückenmarksflüssigkeit) aus dem Wirbelkanal entnommen. Der Wirbelkanal wird aus den übereinander liegenden Wirbellöchern gebildet.
Lumbalanästhesie: Betäubung bei Geburten oder Operationen an den Beinen (alle Nerven, die unter der Einstichstelle liegen, werden betäubt).

Der Thorax

Aufgaben:

– schützt Herz, Lungen und den oberen Teil der Bauchorgane (rechts Leber; links Milz)

Aufbau:

Der Thorax besteht aus:

  • Brustwirbelsäule
  • Rippen (= Costa, Costae)
  • Sternum = platter, schwertförmiger Knochen, der aus Brustbeinhandgriff, Brustbeinkörper und Schwertfortsatz besteht

Sternalpunktion = Einstich ins Sternum zur Entnahme von rotem Knochenmark (zur Untersuchung)

Weiter lesen Seite 5…


Seiten: 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16

Diesen Beitrag teilen auf...

Twitter Facebook Google+