Autor/in: Anonym

Gesundheit und Krankheitslehre Seite 3

Begünstigende Faktoren für die Entstehung maligner Tumore: (Bsp.)

– genetische Anlagen
– Alter (je älter, desto höher ist das Zellteilungsrisiko
– Strahlen: Sonnenstrahlen (UV), Röntgenstrahlen, radioaktive Strahlen
– falsche Ernährung
– Viren: AIDS, Hepatitis
– Umweltgifte (chemische Substanzen):

  1. Alkohol (Leber, Speiseröhre, Kehlkopf)
  2. Rauchen/Nikotin (Lunge)
  3. Dämpfe

– chronische seelische Belastung

Inhaltsverzeichnis


Therapiemöglichkeiten maligner Tumore:

– Operation
– Bestrahlung = Strahlentherapie (harte Röntgenstrahlen)
– Chemotherapie mit Zytostatika (Zellgifte, hemmen die Zellteilung)
– Hormontherapie
– Immuntherapie (z. B. mit Interferon zur Abwehrstärkung)
– sog. „alternative“ Heilmethoden/Therapien
―› zusätzlich zur Symptomlinderung und fürs Wohlbefinden

20-25 % der Menschen sterben an Krebs
1998 338.300 neue Krebsdiagnosen 90.000 Patienten unter 60 Jahre alt

Die Haut

Aufgaben der Haut:

1. Schutz vor äußeren Einflüssen und vor Verlust von Körperflüssigkeiten
2. Sinnesorgan: enthält Sinnesrezeptoren für die Wahrnehmung von Berührung (Druck, …), Kälte, Wärme und Schmerz
3. Temperaturregulation: – bei zu viel Körperwärme wird die Hautdurchblutung gesteigert und vermehrt Schweiß gebildet – in kalter Umgebung wird die Durchblutung vermindert und weniger Schweiß gebildet
4. Ausscheidung von Talg und Schweiß
5. Speicher von Fett und Flüssigkeit
6. Bildung von Vitamin D bei Sonnenlichteinwirkung
7. Spiegel der Psyche und vieler innerer Krankheiten (z. B. Gelbsucht, Blutarmut)
(8. Aufnahme von Wirkstoffen von Salben oder Pflastern)

Aufbau der Haut:

Die Haut besteht aus 3 Schichten:

  1. Oberhaut = Epidermis
  2. Lederhaut = Corium, Dermis
  3. Unterhaut = Subkutis
  4. Oberhaut + Lederhaut nennt man Cutis.

1. Epidermis:

– besteht aus mehrschichtigem, verhorntem Plattenepithel
– enthält Melanozyten = Zellen, die braune Pigmente bilden und speichern (melanos = griechisch =schwarz;
Melanom = schwarzer Hautkrebs)

2. Lederhaut:

– besteht aus lockerem (oben) und strafferem (unten) Bindegewebe mit Kollagenen und elastischen Fasern
-blutgefäß reich
– Enthält Talgdrüsen, die in den Haarbalg münden.

3. Subkutis:

– besteht aus lockerem Bindegewebe und Fettgewebe
– Enthält Schweißdrüsen und die unteren Enden der Haarwurzeln, in allen drei Hautschichten liegen Sinneskörperchen und Nervenendigungen für die Wahrnehmung von Berührungen, Temperatur und Schmerz. Schmerzreize entstehen durch Botenstoffe, die bei Zellschäden freigesetzt werden.

Hautanhangsorgane

1. Nägel:

= Hornplatten, die die Finger- und Zehen enden, schützen und das Greifen erleichtern
– Wachsen in 2 Tagen ca. 0,1 mm.

2. Haare:

– wachsen ca. 0,5 mm pro Tag
– am Tag verliert man 70 bis 100 Haare
– bestehen aus zusammengeflochtenen Hornfäden
– Wachsen aus der Haarwurzel.

3. Hautdrüsen:

a.) Talgdrüsen:

– bilden eine schützende Fettschicht
– Talg besteht aus Fett und schützt die Oberhaut, z. B. vor der Austrocknung.

b.) Schweißdrüsen:

– Schweiß besteht aus Wasser, Salzen, Harnstoff, Harnsäure und Fettsäure
– auch wenn man nicht (merkbar) schwitzt, bildet man 0,5 bis 1 Liter Schweiß pro Tag
– man schwitzt nicht nur wegen Hitze, sondern auch wegen Wut, Angst, Kälte
– Aufgaben:

  1. Temperaturregulation durch Verdunstungskälte
  2. Bildung des Säureschutzmantels (pH-Wert ca. 5,5) der Haut, in dem sich schützende (gute) Bakterien wohlfühlen
  3. Abgabe von Schlackenstoffen

– werden durch das vegetative Nervensystem gesteuert

c.) Duftdrüsen:

– bilden sexuelle Signalstoffe
– Liegen hauptsächlich im Schambereich, in den Achselhöhlen und um die Brustwarze herum.

d.) Brustdrüse (= Mamma):

– besteht aus 15 bis 20 Milchbildungsdrüsen, deren Ausführungsgänge auf der Brustwarze
münden
– sind eingebettet in Fettgewebe (= Speicherfett)
– genetische Festlegung, wie viel Fettgewebe zwischen den Milchbildungsdrüsen ist
– Zur Milchbildung (in der Stillzeit) kommt es durch Hormonreize aus der Hirnanhangsdrüse.

Erkrankungen der Haut

Der gute oder schlechte Allgemeinzustand findet meistens auch seinen Ausdruck in der Haut. Die Beurteilung der Haut jedes Patienten ist deshalb wichtig.

Wichtige Symptome und Untersuchungen

1. Elastizität

– schlaffe, faltige Haut
– Straffe Haut.

2. Farbe

– blass bei Anämie
– blau (= zyanotisch) bei Herz- und Lungenkrankheiten
– gelb bei Leber- und Gallenweg- oder Bluterkrankungen
– Fleckig gerötet bei Ausschlägen.

3. Feuchtigkeitsgrad

– erhöht beim Schwitzen, z. B. bei Fieber oder kolikartigen Schmerzen

4. Flüssigkeitsgehalt

a) vermindert:

– bei Durstzuständen/Exsikkose
– Bei Krebskrankheiten
―› Wenn man etwas Haut mit den Fingern abhebt, bleiben die Hautfalten stehen.

b) vermehrt: (d. h. Ödembildung)

– bei Störungen der Blutzirkulation (Herzkrankheiten, Krampfadern)
– bei Nierenkrankheiten
– bei Überempfindlichkeitsreaktionen
– Bei Hunger (durch Albuminmangel)
―› Bei Druck auf die Haut bleibt eine Delle zurück.

5. Juckreiz = Pruritus.

Der Juckreiz kann
a) über die ganze Körperoberfläche verbreitet sein
b) nur auf einzelne Stellen beschränkt sein

Ursachen:

– Hautkrankheiten
– Lebererkrankungen
– Diabetes mellitus (besonders an den Schamlippen bei Frauen)
– Alterspruritus
– Überempfindlichkeit gegen Arzneimittel und chemische Stoffe
– Hämorrhoiden (Juckreiz im Bereich des Anus)
– Parasiten, z. B. Würmer und Hautschmarotzer
– Unsauberkeit
– Wechseljahre (Störungen im Hormongleichgewicht führen zu Juckreiz am Scheideneingang)
Durch Kratzen wird die Haut verletzt und es kommt zu Infektionen.

Therapie:

– Therapie des Grundleidens
– Symptomatische Therapie mit antiallergischen Mitteln, die juckreizstillend wirken.

6. Ausschlag = Exanthem.

Hautkrankheiten äußern sich im Allgemeinen mit einem Ausschlag, dessen Erscheinungsformen sehr verschieden sein können.
Es können sich zeigen:

  1. Flecken (von unterschiedlicher Größe und Farbe)
  2. Blasen (mit klarer Flüssigkeit gefüllt)
  3. Pusteln (mit Eiter gefüllte Blasen)
  4. Quaddeln (= Hautbezirke, die ödematös geschwollen sind und dadurch weiß erscheinen; sie haben einen roten Rand)
  5. Knötchen (= Papeln)
  6. Schuppen
  7. nässende Hautveränderungen
  8. Krusten

Juckreiz und Ausschlag treten häufig zusammen auf.

1. Entzündliche Rötung der Haut.

– Vorstufe einer eitrigen Entzündung
hauptsächlich bei Säuglingen und adipösen Personen

Ursache:

– Aufeinander Reiben von zwei sich eng berührenden Hautpartien (Halsfalten, Beugen, Gesäß, hinter den Ohren, unter den Brüsten)

Symptome:

– Juckreiz bis brennende Schmerzen

Therapie:

– gute Hautpflege, waschen, Seife wegspülen, sorgfältig abtrocknen

2. Hautkrankheiten, verursacht durch Streptokokken und Staphylokokken

2.1. Ansteckende Eiterblasen (= Impetigo)

– häufig bei Kleinkindern

Ursache:

– Staphylokokken oder Streptokokken Infektion

Symptome:

– Bildung von Blase, die sich in gelbliche Krusten verwandeln
– Auftreten im Gesicht, um den Mund, hinter den Ohren und evtl. im behaarten Kopf
– hochinfektiös

Therapie:

– antibiotikahaltige Salben
– Entfernung der Krusten durch feuchte Umschläge.

2.2. Furunkel

– häufig bei Diabetikern und Personen mit Abwehrschwäche

Ursache:

– Staphylokokken Infektion der Haarbälge und Talgdrüsen

Symptome:

– Bildung eines bohnen- bis walnussgroßen entzündlich geröteten Knotens mit gelblicher Mitte, dem
zentralen Eiterpfropf
– Schwellung in der Umgebung
– Schmerzen

Komplikation:

– bei Oberlippen- und Nasenfurunkeln entzündliches Aufsteigen ins Gehirn (Eiter fließt gegen
venösen Strom ins Gehirn)

Therapie:

– Antibiotika
– lokale Wärmebehandlung (Rotlicht)
– evtl. chirurgische Öffnung des Furunkels, damit Eiter abfließen kann

2.3. Karbunkel

Ursache:

– Verschmelzen mehrerer Furunkel

Symptome:

– Bildung eines großen, schmerzhaften, eitrig-einschmelzenden Gebiets

Therapie:

– wie beim Furunkel

2.4. Akne

Verstopfte Talgdrüsen, sog. „Mitesser“, werden bakteriell infiziert und führen zu eitrigen Pusteln, die bleibende Narben hinterlassen können.

Ursachen:

– hormonelle Umstellung in der Pubertät
– Giftstoffe wie Brom, Chlor, u. a.

Therapie:

– möglichst nicht berühren
– lokal desinfizierende Lotionen und Salben
– in schweren Fällen Antibiotika (lokal oder systemisch)

2.5. Wundrose (= Erysipel)

= akute, flächenhafte und ohne Abkapselung des Entzündungsherdes einhergehende Infektion der Haut

Erreger:

– Streptokokken

Symptome:

– am häufigsten an den unteren Gliedmaßen, im Gesicht und in der Genitalregion
– hohes Fieber, Schüttelfrost (reduzierter Allgemeinzustand)
– schmerzhafte, scharf begrenzte ödematöse Rötung mit flammenförmigen Ausläufern
– evtl. Blasenbildung
– Schwellung der regionalen Lymphknoten.

Therapie:

– Antibiotika (über mindestens 14 Tage)
– bei Gliedmaßen Ruhigstellung und Hochlagerung
– bei Gesichtserysipel sollte das Sprechen eingeschränkt und nur flüssige Nahrung gereicht werden
– kühle Umschläge (z. B. mit Alkohol, Quark)
– lokale Desinfektion (z. B. mit Rivanol verbänden)

3. Allergisch bedingte Hauterkrankungen.

3.1. Nesselsucht (= Urtikaria)

= aus Quaddeln bestehendes Exanthem Nesselsucht gehört zu den häufigsten Hauterkrankungen (20-30 % der Bevölkerung sollen einmal im Leben davon betroffen sein).
– akute Urtikaria: Dauer eines Schubes unter 6 Wochen
– Chronische Urtikaria: Dauer über 6 Wochen.

Ursachen:

– allergische Urtikaria, z. B. durch Arzneimittel, Insektenstiche oder Nahrungsmittel (Erdbeeren)
– Urtikaria durch nicht allergische Intoleranzreaktionen, z. B. gegen Arzneimittel oder Nahrungsmittelzusätze
– Kontakt Urtikaria durch Hautkontakt z. B. mit Quallen, Brennnesseln oder Schalen von Zitrusfrüchten
– physikalische Urtikaria durch Kälte, Wärme, Licht oder mechanischen Reiz (z. B. Druck)
(- häufig unklar)

Symptome:

– innerhalb von Minuten schießen unterschiedlich große, leicht erhabene und meist rötliche Quaddeln auf (über den ganzen Körper verteilt oder nur in einem bestimmten Hautbezirk auftretend)
– starker Juckreiz
– typischerweise werden die Quaddeln aber nicht zerkratzt, sondern gescheuert oder gerieben
– evtl. Magen-Darm-Beschwerden, Luftnot, Kopfschmerzen, anaphylaktischer Schock (im Rahmen der allergischen Reaktion)
– Sonderform: Quincke-Ödem, bei dem es hochakut zu einer entstellenden Gesichtsschwellung kommt, v.a. um die Augen und den Mund; bei Beteiligung der Luftwege gerät der Betroffene leicht in lebensbedrohliche Atemnot

Therapie:

– Beseitigung der auslösenden Faktoren
– bei ausgeprägten Erscheinungen Antihistaminika- und Glucocorticoid-Gabe (i.v.)
– in leichteren Fällen Auftragen von kühlenden, Antihistaminika haltigen Gelen (z. B. Soventol®, Systral®)

3.2. Kontaktekzem

Ein Kontaktekzem ist eine akut oder chronisch verlaufende Dermatitis, bedingt durch eine allergische Reaktion nach Hautkontakt mit einer allergieauslösenden Substanz (z. B. Färbemittel, Pflanzen, Nahrungsmittel, Reinigungsmittel, Kosmetika, Desinfektionsmittel). Sie ist eine der häufigsten Hauterkrankungen überhaupt, mit erheblicher sozialer Bedeutung: 20 % aller Berufskrankheiten sind allergische Kontaktekzeme. Gefährdet sind z. B. Maurer, Friseure, Maler, Lackierer und auch Alten-/
Krankenpfleger. Oft ist die wirkliche Ursache nicht zu finden.
Kontaktekzeme sind entzündlich, aber nicht ansteckend!

Symptome:

– beginnen typischerweise ca. 12–48 Stunden nach Allergenkontakt und erreichen nach 2 Tagen ihr Maximum
– beim akuten Kontaktekzem kommt es zur Rötung, Schwellung und Bläschenbildung und starkem Juckreiz
– Blasen platzen auf und hinterlassen nässende Läsionen, sie später verkrusten und unter Schuppenbildung abheilen
– Bei fortdauerndem Allergenkontakt kann ein chronisches Kontaktekzem entstehen: Haut ist verdickt und schuppt, häufig Kratz Effekte, Rhagaden und Pigmentverschiebungen.

Therapie:

– Vermeiden der Auslöser
– akutes Kontaktekzem:

  • lokale Behandlung mit Glucocorticoiden
  • bei nässenden Läsionen feuchte Umschläge, z. B. mit Kaliumpermanganat-Lösung
  • nachts eignen sich Zink schüttel Mixturen (z. B. Lotio Hermal®) oder Zinköle
  • bei ausgeprägtem Befund systemische Glucocorticoid Gabe

– chronisches Kontaktekzem:

  1. steroidhaltige Salben und evtl. Teerpräparate
  2. sorgfältige Hautpflege mit rückfettenden Salben

4. Durch tierische Parasiten verursachte Hautkrankheiten.

4.1. Krätze (= Scabies)

Krankheitserreger ist die sog. Krätzmilbe (Sarcoptes scabiei), die ca. 0,3 mm groß ist und daher nicht mit bloßem Auge erkannt werden kann. Die Milben-Weibchen bohren sich in die Hornschicht der Haut ein und legen dort ein Gangsystem an, in das sie täglich ca. 2–3 Eier ablegen. Innerhalb von ca. 17–22 Tagen sind aus diesen Eiern erneut geschlechtsreife Milben entstanden. Übertragen wird die Krätze durch engen körperlichen Kontakt, aber auch durch Wäschestücke, die Milben enthalten.

Lokalisation: (v.a.)

  1. Finger, zwischen den Fingern, Beugeseite der Handgelenke
  2. vordere Achselfalten
  3. Brustwarzenhof und Vorderseite des Rumpfes
  4. Genitalbereich
  5. zwischen den Zehen

―› Rücken und Kopf bleiben meistens frei

Sonderformen:

1. Scabies discreta: (sog. „Sauberkeitskrätze“)

  1. gemilderte Form bei Menschen, die sich zu häufig waschen
  2. starker Juckreiz v.a. in der Bettwärme, kaum Hautveränderungen

2. Scabies nodosa:

  1. bis erbsengroße, juckende, durch Ausscheidung der Milben allergisch bedingte Knötchen, die monatelang trotz ausreichender antiscabiöser Behandlung bestehen bleiben können
  2. v.a. bei Kleinkindern

3. Scabies norvegica:

  1. Erythrodermie mit dicken Borken Bildungen an den Händen und Füßen, die massenhaft Milben enthalten
  2. Vorkommen besonders bei Abwehrschwäche, Kachexie, ausgeprägter Polyneuropathie oder malignen Hauterkrankungen
  3. Hoch infektiös!

Symptome:

– starker Juckreiz, der nachts durch die Bettwärme noch verstärkt wird
– Juckreiz ist oft so stark, dass die Erkrankten heftig kratzen (daher „Krätze“) ―› dadurch kommt es zu Entzündungen (wegen der Milben Exkremente) und Ekzematisierung der Haut
– bakterielle Infektion kann dann zu Eiterungen führen
– typisch für die Erkrankung sind feine Milben-Gänge in der obersten Hautschicht, die als kleine
Vorwölbungen sichtbar werden
– am Gangende sitzt die Milbe in einer gelblichen Erhebung (sog. Milben Hügel)

Diagnose:

– die Suche nach Bohrgängen, Papeln und Bläschen (mit einer starken Lupe)
– tangentiale Abtragung eines Gang tragenden Hautstückchens und mikroskopische
Untersuchung nach Hinzufügen von KOH (= Kalilauge)

Therapie:

– Behandlung mit einer Milben abtötenden Lösung:

  1. Lindan (z. B. Jacutin®)
  2. Benzylbenzoat
  3. Crotamiton

– Behandlung der Kleidung etc. je nach Arztanordnung respektive Beipackzettel der verwendeten Medikamente
– Orale Medikamente sind in Deutschland noch nicht zugelassen, können aber durch das Gesundheitsamt unter sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung genehmigt werden.

4.2. Holzböcke (= Zecken)

Ursache:

– Zecken beißen sich in der Haut fest
– Die Zecken saugen sich voll mit Blut und werden bis etwa erbsengroß.

Symptome:

– zu Beginn ist eine kaum stecknadelkopfgroße Vorwölbung sichtbar
– Juckreiz

Komplikationen:

– bakterielle Infektion durch Borrelien mit ringförmigen Hautveränderungen, später auch Befall innerer Organe
– Zeckenenzephalitis in gewissen Gebieten (Zecken sind evtl. Virusträger und können diese auf den Menschen übertragen)

Therapie:

– Zecken nicht losreißen, sondern mit einer Pinzette oder Zeckenzange komplett entfernen
– bei Borrelien-Infektion Antibiotika
– In Enzephalitis-Gebieten: Impfung.

4.3. Kopfläuse

Ursache:

– Befall des behaarten Kopfs infolge mangelnder Haarpflege oder bei Epidemien

Symptome:

– durch Läuse Bisse entsteht starker Juckreiz, besonders oft hinter den Ohren
– infizierte Kratzwunden
– Läuse-Eier (sog. Nissen) haften fest an den Eiern.

Therapie:

-Läuse abtötendes Medikament (wichtigste Wirkstoffe: Allethrin, Lindan respektive Pyrethrum) auf dem Kopf einreiben
– Wiederholung der Behandlung nach 8–10 Tagen, wenn die jungen Läuse aus den Nissen geschlüpft, aber noch nicht geschlechtsreif sind (Nissen werden nicht von allen
Medikamenten abgetötet)
– Kämmen der Haare mit einem sog. Läusekamm, zum Entfernen der Nissen
– sonstige Empfehlungen:

  1. gründliche Reinigung von Haarbürsten und Kämmen
  2. Wechseln von Handtüchern, Leib und Bettwäsche und Waschen bei mindestens 60 ºC
  3. die Reinigung von Wohn- und Schlafräumen (Bodenbelag, Teppiche, Polstermöbel) mit einem Staubsauger
  4. eine anti parasitäre Behandlung der Oberbekleidung (einschließlich Kopfbedeckungen und Schals) durch eines der folgenden Verfahren:
    – Waschen bei mindestens 60 °C

– Einsprühen mit einem dafür geeigneten Präparat (z. B. mit Jacutin N) vor Wiederbenutzung
– Lagerung in einem gut schließbaren Plastikbeutel für 2 Wochen (dadurch werden die Läuse abgetötet und die später noch schlüpfenden Larven ausgehungert)

4.4. Kleiderläuse

Ursache:

– mangelnde Körperpflege und Verwahrlosung begünstigen die Infektion

Symptome:

– Juckreiz an den Bissstellen
– infizierte Kratzwunden
– Läuse halten sich in der Kleidung/Wäsche auf, v.a. in den Säumen.

Komplikationen:

– Kleiderläuse können bei der Übertragung von Infektionskrankheiten eine Rolle spielen

Therapie:

– gründliche Reinigung des Patienten und seiner Kleidung

4.5. Filzläuse

Ursache:

– Ansteckung mit Läusen beim Geschlechtsverkehr, evtl. auf der Toilette

Symptome:

– Läuse halten sich in der Schamgegend, am After, in den Achselhöhlen und evtl. an den Wimpern auf
– Kratz Effekte an den befallenen Stellen.

Therapie:

– Anwendung eines Läuse abtötenden Medikaments

4.6. Flöhe

Ursache:

– Infektion mit Flöhen, die sich mit Vorliebe in Holzritzen und Wäschestücken aufhalten

Symptome:

– Bissstellen, die anschwellen und jucken

Komplikationen:

– Übertragung von Infektionskrankheiten, z. B. Pest

Therapie:

– flöhe abtötendes Medikament
(- Flöhe fangen)

Weiter lesen Seite 4 …

Weitere Quellen zur Gesundheits- und Krankheitslehre ein Überblick
Krankheitslehre

Gesundheits- und Krankheitslehre
Einleitung: ‚Gesundheit‘/‚Krankheit‘

Diesen Beitrag teilen auf...

Twitter Facebook