Autor/in: Anonym

Gesundheits und Krankheitslehre Seite 2

Tod

Scheintod:

= Atmung und Herzschlag klinisch nicht wahrnehmbar, aber nicht erloschen

Klinischer Tod:

= Herz- und Atemstillstand und andere unsichere Todeszeichen, z.B. kühle, blasse Haut, keine
Reflexe, schlaffe Muskulatur, Bewusstlosigkeit

Biologischer Tod:

= Erlöschen sämtlicher Zellfunktionen

Reanimation:

= Wiederbelebung ist möglich zwischen klinischem und biologischem Tod

Sichere klinische Todeszeichen:

  1. Fäulnis, Verwesung
  2. Totenflecken:

– durch Austritt von Blutfarbstoff ins Bewebe entstehen an den abhängigen
Körperpartien bläuliche (= livide) Hautflecken
– sind nach 6-8 Stunden voll ausgeprägt, zunächst leicht wegdrückbar
– nach 12 Stunden schwer und nach 2-3 Tagen nicht mehr wegdrückbar bzw.
umlagerungsfähig

Totenstarre:

– mit Todeseintritt erschlafft die Muskulatur
– nach 2 Stunden beginnt die Totenstarre (= absolute Muskelstarre)
– nach 6-12 Stunden voll ausgeprägt, löst sich erst durch Fäulnis bzw. Verwesung

Obduktion:

= Leichenöffnung zur Feststellung der Todesursache

Die Zelle
Die kleinste selbstständige Funktionseinheit des Menschen (des Lebens). Menschliche Zellen sind spezialisiert und haben daher unterschiedliche Größe, Aufgabe und Form.

Baumerkmale aller menschlichen Zellen

Zellmembran:

– hält die Zelle zusammen
– reguliert den Stoffaustausch mit den Zwischenzellflüssigkeiten
– erkennt Signale von außen mit Hilfe von Rezeptoren

Zellplasma:

= Zytoplasma
– zähflüssige Grundmasse aus Wasser, Salzen, Fetten, Kohlenhydraten, usw.

Zellorganellen:

– zuständig für verschiedene Funktionen
– Organe der Zellen, z.B. Mitochondrien
– Ribosomen (= „Eiweißfabriken“)
– Endoplasmatisches Retikulum (Stofftransportsystem)
– Zentriol – Röhren, die bei der Zellteilung einen Spindelapparat bilden

Zellkern:

= Steuerzentrum des Zellstoffwechsels
– enthält die Erbanlagen, d.h. die genetische Information
– besteht aus Kernmembran, Kernplasma mit der Erbsubstanz aus DNA und dem Kernkörperchen
– bei der Zellteilung formt die DNA die Chromosomen (= Träger der Erbinformation)
Die menschliche Erbinformation liegt in jeder Körperzelle auf 23 Chromosomenpaaren. Das 23. Chromosomenpaar sind die Geschlechtschromosomen x und y (weiblich = xx, männlich = xy).
Ein Gen (DNA, DSA) ist ein Abschnitt auf einem Chromosom für einen bestimmten Befehl, z.B. für die Bildung eines bestimmten Eiweißes. Alle Chromosomen zusammen enthalten knapp 100.000 Gene.

Die Zellteilung

Mitose:

– die Chromosomenpaare verdoppeln sich
– ein Spindelapparat zieht je 23 Paare auf gegenüberliegende Seiten der Zelle
– anschließend teilt sich der Zellleib in der Mitte durch Einschnürung
– Risiko dabei sind Zellfehlbildungen, die Tumore bilden können, wenn sie lebensfähig sind

Meiose:

– in der Mutterzelle vervierfacht sich die Anzahl der Chromosomenpaare (= 96 Paare)
– daraus bildet sie 4 Tochterzellen
– Zellteilung der Geschlechtszellen (Ei- und Samenzellen)
– Nervenzellen können sich nicht teilen, aber Verbindungen und Ausläufer bilden
Für die Lebensfähigkeit der Zelle ist es wichtig, dass ständig ein Stoffaustausch mit der Umgebung stattfindet und zwar mit dem Zwischenzellraum (= Interstitum) und dem Blut.
Das Blut

Die Blutkörperchen (feste Bestandteile)

Blutplättchen = Thrombozyten

  1. Blutgerinnung

Rote Blutkörperchen = Erythrozyten

  1. Sauerstofftransport von der Lunge ins Gewebe
  2. Kohlendioxidtransport vom Gewebe in die Lunge

Weiße Blutkörperchen = Leukozyten

  1. Abwehrfunktion

Das Blutplasma (flüssiger Bestandteil)

1 Mikroliter Blut besteht aus:

  1. 5.000.000 Erythrozyten
  2. 5.000 Leukozyten
  3. 200.000 Thrombozyten

Blutplasma ist eine leicht basische Flüssigkeit mit einem pH-Wert von 7,4

  1. Wert ist für chemische Reaktionen (Stoffwechsel) im Körper wichtig. Schon geringe Verschiebungen bedingen Veränderungen im Körper (= Stoffwechselstörungen).

Blutplasma besteht aus Wasser, Salzen, Säuren, Basen, Eiweißen, Fetten, Kohlenhydraten, Vitaminen, Hormonen und Stoffwechselprodukte (= bilden die Zellen beim Stoffwechsel).

Bluteiweiße

– bestehen aus: Albumin
Globulin
Gerinnungseiweiße, z.B. Fibrinogen
– Eiweißbildung in der Leber
– Blutserum = Plasma ohne Gerinnungseiweiß

Lymphe

= überschüssige (ca. 2 Liter am Tag)  Zwischenzellflüssigkeit (enthält auch Schlackenstoffe).
Lymphe fließt durch Lymphgefäße zu Lymphknoten, wo sie gereinigt wird, und fließt dann durch größere Lymphgefäße zu den Schlüsselbeinvenen ins Blut.

Das Gewebe
= Verband ähnlicher Zellen, die eine gemeinsame Aufgabe erfüllen
Der menschliche Organismus besteht aus 4 Grundgewebearten:

  1. Deckgewebe = Epithelgewebe
  2. Binde- und Stützgewebe
  3. Muskelgewebe
  4. Nervengewebe

1.Das Epithelgewebe

– unterteilt sich in Drüsen- und Körperoberflächenepithel
– bedeckt innere und äußere Körperoberflächen, z.B. Magenschleimhaut
– Zellen haben viele Kontaktstellen und liegen auf einer Basalmembran
– im Epithel selbst sind keine Blutgefäße; das versorgende Blutgefäß liegt darunter

Aufgaben:

  1. Schutz
  2. Stoffaufnahme (= Resorption)
  3. Stoffabgabe (= Sekretion)
  4. Transport, z.B. sitzen in den Bronchien auf dem Epithelzellen Flimmerhärchen, die den Bronchialschleim abtransportieren
  5. Reizaufnahme durch das Sinnesepithel und Weiterleiten des Reizes an Nerven

z.B. Nasendach – Geruch
Zungenspitze – Geschmack „ süß“
Haut – Druck
Innenohr – Schall
Epithelzellen, die Stoffe abgeben, heißen Epitheldrüsen.
Hormondrüsen (aus Epithelgewebe) sind z.B. Eierstock (Östrogen) und Hodensack (Testosteron).

Drüsen:

– bestehen aus spezialisierten Epithelzellen, die einen Wirkstoff abgeben (= Sekret)
– man unterscheidet 2 Arten von Drüsen:
a.) exokrine Drüsen:
– geben das Sekret über einen Ausführungsgang an die Haut- oder Schleimhautoberfläche ab
z.B. Tränendrüse, Speicheldrüsen, Talgdrüsen, Schweißdrüsen
– Sekret ist wässrig (= serös) oder schleimig (= mukös)
b.) endokrine Drüsen:
– geben das Sekret ins Blut ab
– Sekrete der endokrinen Drüsen sind die Hormone
z.B. Schilddrüsenhormone, Cortison aus der Nebennierenrinde, Insulin aus der
Bauchspeicheldrüse, Geschlechtshormone aus Hoden und Eierstöcke

2.Das Binde- und Stützgewebe

Besondere Merkmale:

  1. Zellen im Bindegewebe bilden eine Zwischenzellsubstanz, die aus einer zähflüssigen bis festen Grundsubstanz und Fasern besteht
  2. Man unterscheidet 3 Arten von Fasern:

a.) kollagene Fasern = zugfest, widerstandsfähig
b.) elastisch Fasern = dehnbar
c.) retikuläre Fasern = netzförmig (wie Spinnweben), fein und gering elastisch, z.B.
Fettzellen


Bindegewebearten:

– enthalten Blutgefäße

a.) lockeres Bindegewebe:
– faserarm
– enthält viele Abwehrzellen
– bildet das Gerüst der Organe
– begleitet Nerven und Blutgefäße
b.) straffes Bindegewebe:
– faserreich, belastbar, widerstandsfähig
– z.B. Haut, Sehnen, Bänder
c.) retikuläres Bindegewebe:
– schwammartig mit vielen retikulären Fasern
– enthält viele Abwehrzellen
– z.B. Knochenmark, Milz, Lymphknoten
d.) Fettgewebe:
– enthält Fett speichernde Zellen in Traubenform, die von retikulären Fasern umhüllt sind
– es gibt 2 Arten von Fettgewebe:

  1. Speicherfett als Vorratsspeicher (Energie und Flüssigkeiten) und Kälteschutz
  2. Baufett zur Formgebung und Polsterung des Körpers, z.B. Augenhöhle, Handteller, Fußsohle

Stützgewebearten:

a.) Knorpelgewebe:
– enthält keine eigenen Blutgefäße und ist daher schlecht mit Nährstoffen versorgt und kann
sich nur schwer erneuern
– Zellen liegen weit verstreut in der Knorpelgrundsubstanz
– es gibt 3 Arten von Knorpelgewebe:
1. Hyaliner Knorpel:
– druckfest und elastisch, z.B. Nasenknorpel, Gelenkknorpel
2. Elastischer Knorpel:
– enthält zusätzlich elastische Fasern, z.B. Ohrmuschel, Kehldeckel
3. Faserknorpel:
– enthält viele kollagene Fasern und ist dadurch besonders belastbar und widerstandsfähig, z.B.
Bandscheiben, Meniskus
b.) Knochengewebe:
– haben viele Ausläufer zum Kontakt mit anderen Knochenzellen (gewährleisten einen regen/guten
Stoffwechsel)
– es gibt Knochenaufbauzellen (= Osteoblasten) und Knochenabbauzellen (=Osteoklasten)

  1. Osteoblasten bilden die feste Knochensubstanz und Osteoklasten bauen sie ab

– im Alter lässt die Arbeit der Osteoblasten stark nach
– Knochensubstanz besteht zu 2 Dritteln aus Kalzium- Phosphat- Salzen (zur Festigung der Knochen;
röntgendicht) und zu 1 Drittel aus kollagenen Fasern (für die Elastizität der Knochen)
– Aufbau, Umbau und Abbau von Knochensubstanz hängt ab von:

  1. Alter und Genetik (Erbanlagen)
  2. Knochenbelastung: je mehr Belastung durch Bewegung desto besser ist der Aufbau
  3. Ernährung: ausreichend Kalzium durch Milchprodukte
  4. Vitamin D: fördert die Kalziumresorption im Darm und den Knochenaufbau, d.h. Kalziumeinbau in die Knochen

―› Haut kann Vitamin D aus Cholesterin bilden

  1. Hormonen: besonders Geschlechtshormone, die den Knochenaufbau fördern und Cortison, das den Knochenaufbau hemmt

3.Das Muskelgewebe

– besteht aus lang gestreckten, faserförmigen Zellen
– im Zellleib der Muskelzellen liegen Myofibrillen, die sich in Längsrichtung zusammenziehen können
(=Fähigkeit zur Kontraktion)
– es gibt 3 Arten von Muskelgewebe:

a.) quergestreifte Skelettmuskulatur:

– bildet die Skelettmuskeln
– besteht aus langen, quergestreift erscheinenden Muskelzellen mit mehreren Zellkernen, die am Zellrand
liegen (Grund dafür noch nicht erforscht)
– kann willkürlich (=bewusst) bewegt werden
– können ermüden

b.) glatte Muskulatur:

– keine Querstreifung
– bildet die Organ- und Blutgefäßmuskeln
– arbeitet unwillkürlich, langsam und ausdauernd
– ermüden nicht
– wird durch das vegetative Nervensystem gesteuert

c.) quergestreifte Herzmuskulatur:

– bildet den Herzmuskel
– besteht aus verzweigten, quergestreiften Muskelzellen
– arbeitet unwillkürlich und wird durch das Reizleitungssystem gesteuert, d.h. das Herz pumpt selbstständig

4.Das Nervengewebe

– bildet Gehirn, Rückenmark und Nerven
– steuert die Vorgänge im Organismus
– besteht aus 2 Arten von Nervenzellen:

a.) Gliazellen:

= Stützzellen im Nervengewebe
– stützen, schützen und versorgen die Nervenzellen
– hüllen die Nerven ein
– kontrollieren den Übergang von Stoffen aus dem Blut zu den Nervenzellen

b.) Nervenzellen (=Neuronen):

– können Signale aufnehmen, dadurch breitet sich auf der Zellmembran eine elektrische Spannung aus
– können diese neuen Signale auf andere Zellen übertragen
– Synapse = Stelle der Signalübertragung (mit Hilfe von Nervenbotenstoffen) unter den Zellen
– nach Abschluss des Gehirnwachstums können sich Nervenzellen nicht mehr teilen, d.h. abgestorbene
Nervenzellen können nicht ersetzt werden; andere Nervenzellen müssen dann deren Funktion übernehmen

Krankheitsursachen

1. Äußere Krankheitsursachen:

– abhängig von Umwelt und Lebensführung

a.) physikalische Einwirkungen:

z.B. Gewalt, Hitze, Kälte, UV-Strahlen, radioaktive Strahlen, Röntgenstrahlen, Magnetstrahlen,
Mikrowellenstrahlen, elektrischer Strom, Lärm, Staub

b.) chemische Einwirkungen:

– führen zu Vergiftungen, Verätzungen, Allergien durch Giften aus der Nahrung oder Luft

c.) biologische Einwirkungen:

– durch Mikroorganismen (= Mikroben, Keime, Krankheitserreger)

  1. Viren: genetisches Material in einer Hülle, z.B. Schnupfen-, Grippe-, AIDS-Viren (AIDS – Viren greifen bestimmte Leukozyten an)
  2. Bakterien: Einzeller ohne festen Zellkern, z.B. Tuberkulosebakterien, Salmonellen, Colibakterien (wenn diese aus dem Darm in die Harnröhre gelangen, führen sie zu einer Harnwegsinfektion)
  3. Pilze: pflanzenähnliche Mikroorganismen, z.B. Candida (=Hautpilz), Soor (=Pilzerkrankungen im Mund- und Genitalbereich)
  4. Parasiten: Einzeller, z.B. Malaria, Ruhr (durch Amöben) oder Vielzeller, z.B. Krätzmilben, Würmer

– rufen Infektionskrankheiten hervor

d.) falsche Ernährung und falsche Bewegung / körperliche Betätigung:

– Bewegungsmangel, aber auch Extremsport

e.) psychische Belastung:

– Stress

f.) ungünstige soziale Einflüsse:

– Armut
– Arbeitslosigkeit

2. Innere Krankheitsursachen:

a.) ungünstige genetische Anlagen:

– können zu Erbkrankheiten führen, z.B. Bluterkrankheit
Bei Erbkrankheiten sind krankhafte genetische Faktoren so stark, dass zwangsläufig eine
Krankheit resultiert, die auch weiter vererbt werden kann.
– führen zur Bereitschaft für die Entstehung bestimmter Krankheiten, wenn zusätzliche
schädigende Einflüsse dazu kommen, z.B. Diabetes mellitus, Allergien, manche Tumoren,
psychische Krankheiten, hormonelle Störungen
– führen zu Missbildungen
– führen zum Altern und Tod

b.) bestehende Krankheiten:

– begünstigen die Entstehung weiterer Erkrankungen
z.B. Bluthochdruck        ―› Apoplex
Diabetes mellitus   ―› Herzinfarkt
Herzinsuffizienz    ―› Lungenentzündung

Beispiele für allgemeine krankhafte Veränderungen im Körper

1. Entzündungen (=„-itis“):

Eine Entzündung ist eine Abwehrreaktion des Körpers auf Zellschäden, um die Schadensursache einzugrenzen und zu entfernen (z.B. Bakterien werden vernichtet und entfernt).

Ursachen:

a.) Gewebetrümmer (bei Verletzungen)
b.) Krankheitserreger
c.) Fremdkörper, Hitze, Kälte, chemische Stoffe
d.) Ablagerungen, die durch Krankheiten entstehen (z.B. Harnsäureablagerung im Gelenk führt zu
Gicht)
e.) bei Autoimmunkrankheiten werden normale körpereigene Substanzen angegriffen und
Entzündungen hervorgerufen (z.B. chronische Polyarthritis = c.P.)

Symptome:

1. eingeschränkte Funktion
2. Schmerz
3. Rötung
4. Überwärmung
5. Schwellung

Entzündungsablauf im Gewebe:

– Zelle wird geschädigt (eingeschränkte Funktion, da schmerzendes Gewebe geschont wird)
―› Freisetzung von (chemischen) Botenstoffen
―› Botenstoffe reizen Schmerzrezeptoren (Schmerz)
―› Botenstoffe erweitern die Blutgefäße  ―› bessere Durchblutung (Rötung, Überwärmung)
―› eiweißreiche Flüssigkeit (= Exsudat = Ansammlung von eiweißreicher Flüssigkeit im Gewebe) tritt aus
dem Blut ins Gewebe aus
―› Botenstoffe locken Leukozyten an, die ins Gewebe wandern, den Schaden bekämpfen und zerstörte
Zellen abbauen
―› Wiederaufbau des Gewebes durch Teilung gesunder Zellen:
Es entsteht zunächst Granulationsgewebe (= Heilgewebe aus lockerem, gefäßreichem Bindegewebe),
das anschließend vom ursprünglichen Gewebe durchbaut wird oder zur bindegewebigen Narbe wird.

Entzündungsformen:

a.) seröse (von Serum, = wässrige) Entzündungen:
– große Mengen von Exsudat werden gebildet
b.) eitrige Entzündungen:
– Eiter ist gelb-grün, dickflüssig und besteht aus Exsudat mit Zelltrümmern, Leukozyten und Eiterbakterien
– entstehen bei Infektionen mit Eiterbakterien
– es gibt 3 Formen:

  1. Phlegmone: Eiter breitet sich frei im Gewebe aus
  2. Abszess: – Eiter sammelt sich in einer entzündlich entstandenen Gewebshöhle und ist von der Umgebung abgegrenzt durch Abwehrzellen (umgangssprachlich: Eiterbeule)

– man muss dafür sorgen, dass der Eiter nach außen abfließen kann

  1. Empyem: Eiter sammelt sich in einer schon bestehenden Körperhöhle an, z.B. Gelenke, Kieferhöhle, Stirnhöhle

c.) Entzündungen mit Geschwürbildung:

– Geschwür = Ulcus, Geschwüre = Ulcera
– von der Oberfläche her absterbende Zellen
– Ursachen: Infektionen, Durchblutungsstörungen, usw.

d.) Entzündungen mit Fistelbildung:

– Fistel = Verbindungsgang von einem tieferliegendem Entzündungsherd zur Haut oder zu einem anderen
Organ (zur Eiterableitung können künstliche Fisteln gelegt werden)

e.) Entzündungen mit vermehrter Bildung von Bindegewebe.

– es können sich Bindegewebsknötchen bilden, z.B. bei Tuberkulose

f.) Mögliche Mitreaktion des Organismus bei einer Entzündung:

a.) Fieber: Puls- und Blutdruckanstieg (verursacht Schwindel), schnellere Atmung
b.) reduzierter Allgemeinzustand
c.) erhöhtes Schlafbedürfnis
d.) verminderter Appetit
e.) Sepsis (= Blutvergiftung):
= schwerste Komplikation durch eine Entzündung
– von einem Entzündungsherd breiten sich massiv Botenstoffe und Krankheitserreger ins Blut
aus
– sie vermehren sich dort und setzen sich in den Organen ab
– dies kann zu Kreislaufkomplikationen, Gerinnungsstörungen und Organversagen führen
– es besteht ein schweres Krankheitsbild, meist mit Schüttelfrost und hohem Fieber, das häufig
zum Tod führt

2. Atrophie

= Rückbildung oder Schrumpfung eines Organs durch Zellverkleinerung und Abnahme der Zellzahl; das
Organ kann verkümmern

Ursachen:

– Altern
– Inaktivität
– schlechte Durchblutung
– genetische Ursachen

3. Hypertrophie

= Vergrößerung eines Organs (mehr Zellen)
―› physiologisch sinnvoll bei Training von Muskeln
―› pathologisch bei Organüberforderung (z.B. Herz durch Bluthochdruck)

4. Degeneration

= Umbau zu minderwertigem Gewebe mit Verschlechterung der Funktion
z.B. Haut  ―› „Altershaut“
Leber ―› Fettleber (durch Fettstoffwechselstörung, Alkohol, Hepatitis, Überernährung,
Diabetes mellitus
―› Leberzirrhose (Alkoholismus)

5. Fibrose

= Vermehrung von kollagenem Bindegewebe auf Kosten der eigentlichen Organzellen
– kann als Form der Degeneration angesehen werden
z.B. Lungenfibrose ―› Lungenbläschen ersetzt durch kollagenes Bindegewebe ―› führt zu Atemstörungen

6. Nekrose

= Absterben von Zellen und Gewebe im lebenden Organismus, z.B. schwarze Zehen bei
Diabetikern, Raucherbein
– durch Durchblutungsstörungen
– „gesunde Reaktion“: betroffene Stelle trocknet aus und fällt ab; zu sehen ist dann neue Haut
– meist schmerzfrei
– Nekrosen können sich auch ausbreiten und zu eitrigen Entzündungen führen ―› mit
Antibiotika
zu behandeln
– wenn Nekrosen mit Fäulnisbakterien besiedelt sind, nennt man sie Gangrän
– oberflächliche Nekrosen nennt man Ulcus

7. Ödem

= vermehrte Flüssigkeitsansammlung im Gewebe

Ursachen:

– Krampfadern
– Herzinsuffizienz
– Eiweißmangel im Blut
– Lymphödeme durch Verstopfung der Lymphgefäße

8. Tumore (= Geschwulst, Knoten)

= Neubildung von Gewebe durch Entartung von Zellen
– Tumorgewebe erfüllt keine sinnvolle Funktion für den Körper, wird aber von ihm ernährt
– kann von jedem Gewebe ausgehen und gut- oder bösartig sein

Kennzeichen von Tumoren:

a.) gutartige = benigne Tumoren:

– Zellen sind dem Ursprungsgewebe ähnlich
– wachsen meist langsam
– verdrängen umliegendes Gewebe, wachsen aber nicht hinein
– sind abgekapselt und verschiebar
– bilden keine Metastasen
– führen durch Verdrängung zu lokalen Symptomen
– sind nur selten bedrohlich, z.B. bei ungünstiger Lage (z.B. Gehirn)

b.) bösartige = maligne Tumoren:

– Zellen sind entdifferenziert, d.h. keine oder nur wenig Ähnlichkeit mit dem Ursprungsgewebe
– wachsen meist schnell
– dringen in umliegendes Gewebe ein und zerstören es, ohne Rücksicht auf Gewebeart
– bilden Metastasen (durch Zellteilung und Ablösen der Zellen vom Zellverband) auf dem Blut- oder
Lymphweg oder direkt (z.B. Niere ―› Urin ―› Blase)
– führen zu lokalen und zu allgemeinen Symptomen, z.B. Anämie, Kachexie (= Abmagerung, Auszehrung)
―› Tumor ruft besondere Botenstoffe hervor, die dem Gehirn/Körper signalisieren, dass der Tumor das
wichtigste im Körper ist und täuschen so die Abwehrzellen
– führen unbehandelt fast immer zum Tod

Benennung von Tumoren:

UrsprungsgewebeGutartiger Tumor
Epithel
– Drüsen
Polypen
Adenom
Bindegewebe
– Fettgewebe
– Knorpelgewebe
– Knochengewebe
Fibrom
Lipom
Chondrom
Osteom
MuskelgewebeMyom
BlutgefäßeHämangiom
UrsprungsgewebeBösartiger Tumor
Epithel
– Drüsen
Karzinom, Carcinom („Ca.“)
Adenokarzinom
Bindegewebe
– Fettgewebe
– Knorpelgewebe
– Knochengewebe
Fibro-Sarkom
Lipo-Sarkom
Chondro-Sarkom
Osteo-Sarkom
MuskelgewebeMyo-Sarkom
BlutgefäßeHämangio-Sarkom

a.) Präkarzinome:

– Vorstadium eines bösartigen Tumors
– gutartig, kann im Verlauf bösartig werden
– z.B. Leberzirrhose ―› Leberkarzinom
– muss beobachtet werden

b.) Carcinoma in situ:

– im Frühstadium
– ist schon da, hat sich aber noch nicht ins umliegende Gewebe gefressen ―› trotzdem entfernen
lassen

c.) semimaligner Tumor:

= „halbbösartig“
– wachsen am Entstehungsort zerstörend, metastasieren aber nicht

d.) TNM:

T = Tumorgröße und Infiltration (wie weit der Tumor hineingewachsen ist)
―› 0-4
N = Lymphknotenbefall
―› 0-3
M = Metastasen
―› 0/1 (0= keine; 1= Metastasenbildung)
T1NxMx ―› „x“ bedeutet: weiß man nicht oder noch nicht untersucht

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