Autor/in: Anonym

Gesundheits und Krankheitslehre Seite 12

Die männlichen Geschlechtsorgane

Hodensack (= Skrotum):

– ist eine Ausstülpung der Bauchwand
– enthält Hoden und Nebenhoden
– Temperatur ist kühler als im Bauchraum (wichtig für die Samenbildung)

Hoden (= Testis):

– sind pflaumenförmig und bestehen aus vielen Läppchen mit Hodenkanälchen
– bilden die Samenfäden (= Spermien) und männliche Geschlechtshormone (= Androgene),
besonders das Testosteron (wichtig für die Ausbildung männlicher Geschlechtsmerkmale,
Geschlechtstrieb, Samenreifung, Knochen- und Eiweißaufbau)

Nebenhoden (= Epidydimis):

– liegen der Rückseite der Hoden an
– die Hodenkanälchen vereinen sich hier zum gewundenen Nebenhodengang, in dem die
Spermien in einem sauren Sekret gespeichert werden (Sekret muss sauer sein, da sich die
Spermien dort weniger bewegen und somit nicht soviel Energie verbrauchen)

Samenleiter:

– sind 50 bis 60 cm lange Muskelschläuche, die beim Samenerguss (= Ejakulation) den Samen
durch peristaltische Kontraktionen in die Harnsamenröhre schleudern
– ziehen vom Nebenhoden als Samenstrang (mit Nerven und Blutgefäßen) durch den
Leistenkanal in den Bauchraum, dort seitlich um die Harnblase zum Blasengrund, nehmen
das Sekret der Bläschendrüsen auf, verlaufen durch die Prostata und münden dort in die
Harnröhre (die ab hier auch Harnsamenröhre heißt)

Bläschendrüsen:

– liegen am Harnblasengrund
– sind ca. 5 bis 10 cm lang und münden in die Samenleiter
– bilden ein alkalisches Sekret mit viel Fruktose für die Ernährung der Spermien

Vorsteherdrüse (= Prostata):

– ist kastaniengroß
– liegt zwischen Harnblasengrund und Beckenbodenmuskulatur
– umschließt die Harnröhre, die Drüsengänge münden in die Harnröhre
– bildet ein Sekret, das die Spermienbeweglichkeit fördert

Cowpersche Drüsen:

– liegen im Beckenboden und münden in die Harnsamenröhre
– geben vor dem Samenerguss ein Sekret ab, das die Harnröhre gleitfähig macht

Glied (= Penis):

– hat zwei Aufgaben: Wasserlassen (= Miktion) und Geschlechtsakt (= Koitus)
– enthält die Harnröhre (= Urethra) und drei Schwellkörper mit weiten venösen Bluträumen, die
sich bei der Erektion füllen
– der Harnröhrenschwellkörper endet vorn in der Eichel (= Glans penis), die durch die Vorhaut
geschützt ist
– Erektion und Ejakulation erfolgen durch Zusammenspiel von Sympathikus und
Parasympathikus

Samenflüssigkeit (= Ejakulat):

– besteht aus Spermien (ca. 100 Millionen/ml) und Samenflüssigkeit aus den Geschlechtsdrüsen
– ca. 2 bis 6 ml
– Spermien bleiben ca. 2 Tage lang in Gebärmutter und Eileiter befruchtungsfähig

Die weiblichen Geschlechtsorgane

Eierstöcke (= Ovar/Ovarien):

– sind pflaumengroß, liegen an den seitlichen Wänden des kleinen Beckens und sind von
Bauchfell überzogen
– Aufgaben: 1. Eizellreifung und Eisprung
2. Bildung weiblicher Geschlechtshormone (Östrogene und Gestagene)
Bei der Geburt enthält jeder Eierstock viele (ca. 400.000) Eizellen, die von so genannten Follikelzellen (Follikel = Bläschen) umgeben sind. Follikelzellen bilden ab der Pubertät Östrogene. Zwischen Menarche
(= Zeitpunkt der ersten Regelblutung) und Menopause (= Zeitpunkt der letzten Regelblutung) reift im Rhythmus von vier Wochen unter Hormoneinfluss der Hirnanhangsdrüse jeweils eine Eizelle im Follikel und es kommt zum Eisprung, d.h. der Follikel platzt und die Eizelle wird in den Eileiter geschwemmt. Die im Ovar verbleibenden Follikelzellen wandeln sich in den so genannten Gelbkörper um und bilden Gestagene, besonders Progesteron. Dieser Zyklus wird über einen Hormonregelkreis gesteuert.

Der Hormonregelkreis der weiblichen Geschlechtshormone:

Hypothalamus überwacht die Hypophyse. Die Hypophyse bildet zwei Hormone (FSH und LH), die im Ovar den Follikel stimulieren (zu Eizellreifung und Eisprung) und den Ovar anregen, Östrogene und Gestagene (v.a. Progesteron) zu bilden. Über den Blutweg wird ständig der Hormonspiegel von Östrogenen und Gestagenen gemessen und dadurch die Bildung von FSH und LH reguliert.

Wirkung von Östrogenen und Gestagenen:

Östrogene fördern die Ausbildung der weiblichen Geschlechtsmerkmale, Geschlechtstrieb, den Wiederaufbau der Gebärmutterschleimhaut nach der Periode und den Knochen- und Eiweißaufbau.
Gestagene bereiten die Gebärmutterschleimhaut für die Aufnahme eines Embryos vor, bereiten die Milchbildung vor und fördern Wassereinlagerungen ins Gewebe.

Eileiter (= Tuben):

– sind schlauchförmige Organe mit fransigem Trichterende
– liegen in einer Bauchfellfalte
– nehmen beim Eisprung die Eizelle auf, sind Ort der Befruchtung und transportieren die
Eizelle bzw. das Embryo mittels Peristaltik und Flimmerepithel in vier bis fünf Tagen in die
Gebärmutter

Gebärmutter (= Uterus):

– ist birnenförmig, nach vorn geneigt und geknickt
– besteht aus Körper (= Korpus), Hals (= Zervix) und Mutermund (= Portio)
– die Wand besteht aus glatter Muskulatur, ist innen mit Gebärmutterschleimhaut ausgekleidet
und außen von Bauchfell überzogen
– dient als „Brutraum“ und „Geburtsmotor“

Scheide (= Vagina):

– ist ein ca. 10 cm langer Schlauch aus elastischem Bindegewebe und glatter Muskulatur
Innen auf dem Epithel siedeln Milchsäurebakterien, die aus dem Glykogen der Epithelzellen Milchsäure bilden. Dadurch entsteht ein saures Milieu (pH-Wert ca. 4), das vor Infektionen schützt. Es wird gestört durch Östrogenmangel, Diabetes mellitus, Scheidenspülungen, Verwendung von Tampons, Antibiotika-, Cortison- und Zytostatikatherapie.

Vulva (= äußeres weibliches Genitale):

– besteht aus Scheidenvorhof, Schamlippen, Klitoris, Schleim-, Duft- und Schweißdrüsen

Weibliche Brustdrüse (= Mamma):

– besteht aus mehreren Drüsenlappen, die durch Fettgewebe voneinander getrennt sind
Die Ausführungsgänge der Drüsen, die Milchgänge, münden auf der Brustwarze. Unter Hormoneinfluss (Östrogene und Gestagene) kommt es zum Wachstum der Drüsen. Milchbildung und –fluss werden durch Hormone aus der Hypophyse (Prolaktin und Oxytocin) gesteuert.
Krankheiten der m ännlichen Geschlechtsorgane

Wichtige Untersuchungen:

– Rektaluntersuchung
– Biopsie der Prostata

Prostatahyperplasie/Prostataadenom

(auch BHP = benigne Prostata-Hyperplasie)
Ein Prostataadenom ist eine gutartige Vergrößerung der Prostata durch Vermehrung der Zellzahl. Sie ist eine der häufigsten Erkrankungen im fortgeschrittenen Lebensalter: ca. 50% der über 50-Jährigen sind betroffen.

Ursache:

– evtl. hormonelle Umstellung


Symptome:

– entstehen durch die zunehmende Verengung der Harnröhre mit daraus resultierender
Harnabflussbehinderung:

  1. erschwerte und verzögerte Harnentleerung
  2. schwacher Harnstrahl trotz starkem Pressen
  3. häufige Entleerung kleiner Mengen
  4. Restharnbildung, weil sich die Blase nicht mehr vollständig entleeren kann
  5. „Überlaufblase“ mit Harnträufeln bei großer Restharnmenge
  6. in schweren Fällen totaler Harnverhalt: Wasserlassen ist trotz gefüllter Harnblase nicht möglich

Komplikationen:

– Infektion
– Steinbildung
– Rückstau, der evtl. zu Sacknieren und dadurch zu Nierenversagen folgen kann

Therapie:

– operative Entfernung der vergrößerten Prostata (TUR-P = transurethrale Elektroresektion der
Prostata)
– Dauerkatheter, wenn Operation nicht möglich ist

Prostatacarcinom

Seit Jahren ist eine kontinuierliche Häufigkeitszunahme zu beobachten: das Prostatacarcinom steht mittlerweile an dritter Stelle der Krebstodesursachen. Es betrifft v.a. Männer über 50 Jahre: schätzungsweise 50% aller 70-Jährigen haben Prostatakrebs.

Symptome:

– wie beim Prostataadenom
– evtl. Symptome von Metastasen (v.a. schmerzhafte Knochenmetastasen)

Therapie:

– operative Entfernung der gesamten Prostata (einschließlich ihrer Kapsel, der Samenblasen und
des durch die Prostata verlaufenden Harnröhrenabschnitts) ―› Folgen: Zeugungsunfähigkeit,
bei ca. 50% darüber hinaus Impotenz, bei ca. 10% Inkontinenz
– alternativ: Strahlenbehandlung (bei Inoperabilität)
– in fortgeschrittenen Stadien Hormonbehandlung (Medikamente oder Entfernung beider
Hoden, da männliche Geschlechtshormone das Wachstum des Carcinoms fördern)
– bei Erfolglosigkeit der Therapie evtl. Zytostatikatherapie

Hodenkrebs

Tritt häufig bei jungen Männern auf.

Symptome:

– schmerzlose, derbe Verdickung eines Hodens

Therapie:

– operative Entfernung des erkrankten Hodens und der zugehörigen Lymphknoten
– Röntgenbestrahlung
– Zytostatikatherapie

Phimose

= Verengung der Vorhaut des Penis

Ursachen:

– angeboren
– bakterielle Entzündungen (oft Gonorrhoe oder Syphilis)
– Entzündung der Eichel (z.B. durch Soorpilze)

Symptome:

– verengte Vorhaut lässt sich nicht über die Eichel zurückstreifen
– schmerzhaft

Komplikation:

– Peniscarcinom

Therapie:

– Operation

Paraphimose

= Einklemmung der zu engen phimotischen Vorhaut des Penis hinter der Eichel mit ödematöser Schwellung und Durchblutungsstörung, die zu Nekrose der Eichel und Vorhautgangrän führen kann

Symptome:

– die Vorhaut lässt sich nicht zurück nach vorn über die Eichel steifen
– schmerzhaft

Therapie:

– manuelle Reposition (der Arzt versucht, die Schwellung per Hand auszupressen und die
Vorhaut dadurch wieder in ihre korrekte Position zu bringen)
– bei Erfolglosigkeit wird die Vorhaut an einer Stelle eingeschnitten, um die Verengung zu
lösen (später muss dann zusätzlich noch eine Beschneidung durchgeführt werden)
Urethritis (= Harnröhrenentzündung)

Ursachen:

– Infektion durch Bakterien (v.a. Gonokokken), Pilze (Soor), Trichomonaden
– Katheterisierung oder Blasenspiegelung

Symptome:

– Dysurie (= Schmerzen beim Wasserlassen)
– Pollakisurie (= häufiges Wasserlassen)
– Juckreiz
– evtl. eitriger Ausfluss aus der Harnröhre

Diagnose:

– Abstrich aus der Harnröhrenöffnung

Komplikationen:

– Entzündung der Prostata

Therapie:

– Antibiotika nach bakteriellem Befund
Eine Harnröhrenentzündung kann auch bei Frauen vorkommen, im Rahmen einer Entzündung von Scheide und Vorhof.

Gynäkologie

Häufige Erkrankungen der weiblichen Geschlechtsorgane

Organ

1. Entzündungen

VulvaVulvitis
VaginaVaginitis = Kolpitis
UterusEndometritis
Tuben Adnexitis (= „Entzündung des Uterus- Anhängsels“)
OvarAdnexitis
MammaMastitis

Organ

2. Tumore (Bsp.)

VulvaVulva-Carzinom
VaginaVaginal-Carzinom
UterusZervix-Polyp (Schleimhaut)
Uterus-Myom (gutartiger
Muskeltumor)
Zervix-Carzinom
Korpus-Carzinom (= Korpus uteri- Carzinom)
Tuben
OvarOvarialzysten
Ovarial-Carzinom
MammaMamma-Carzinom

3. Lageveränderungen der Gebärmutter:

a) Gebärmuttersenkung (= Deszensus uteri)
b) Gebärmuttervorfall (= Prolaps uteri)

1. Entzündliche Veränderungen

1.1. Vulvitis (= Entzündung der Schamlippen)

Ursachen:

– Infektion mit:

  1. Soorpilz
  2. Trichomonaden
  3. Staphylokokken, Streptokokken
  4. Gonokokken (Gonorrhoe)

– Folgen einer Scheidenentzündung
– Wundreiben, evtl. mit Infektion
– Mangel an weiblichen Geschlechtshormonen (Östrogen)
– Diabetes mellitus (durch zuckerhaltigen Urin)

Symptome:

– Brennen, evtl. Schmerzen
– Juckreiz
– Schwellung und Rötung im Bereich der Schamlippen
– evtl. warzenartige Auflagerungen als Folge der chronischen Entzündung

Therapie:

– je nach Ursache (evtl.):

  1. Antibiotika
  2. Salben zur Behandlung des Juckreizes
  3. Hormonpräparate
  4. Einstellung des Diabetes mellitus

1.2.Vaginitis/Kolpitis (= Scheidenentzündung)

Ursachen:

– Besiedlung der Scheide mit Milchsäurebakterien wird zerstört:

  1. durch Scheidenspülungen mit ungeeigneten Mitteln
  2. als Nebenwirkung einer Antibiotikatherapie
  3. bei Diabetes mellitus

– Infektion mit:

  1. Soorpilz
  2. Trichomonaden
  3. Streptokokken, Staphylokokken
  4. Coli-Bakterien
  5. Gonokokken

– Hormonmangel
– Fremdkörper (z.B. Tampon)
– Diabetes mellitus

Symptome:

– Schmerzen, Schwellung, Rötung
– vermehrter Ausfluss (= Fluor), der unangenehm riecht und evtl. gelblich bis bräunlich aussehen kann
– Entzündung der Schamlippen durch den Ausfluss
– häufig Schmerzen beim Wasserlassen und beim Geschlechtsverkehr

Komplikationen:

– Aufsteigen der Entzündung in die Gebärmutter und die Eileiter

Therapie:

– lokale Behandlung der jeweiligen Krankheitserreger mit geeigneten Medikamenten in Form
von Ovula- oder Tabletteneinlagen
– Allgemeinbehandlung mit Medikamenten bei Trichomonaden oder Soorpilz
– Wiederherstellung des sauren Milieus der Scheide (z.B. Scheidenspülungen mit Milchsäure
oder Milchsäureovula zum Einlegen in die Scheide)
– Geschlechtsverkehr bis zur Abheilung unterlassen
– auf die Verwendung von Tampons verzichten
– hormonelle Behandlung
Beachte: Wichtig für den Therapieerfolg ist peinliche Hygiene und evtl. eine Mitbehandlung des Partners!

1.3. Endometritis (= Entzündung der Gebärmutterschleimhaut)

Ursachen:

– Aufsteigen der Krankheitserreger aus der Scheide
– Infektionen im Anschluss an Geburt oder Fehlgeburt (Plazentareste)
– Fremdkörper (z.B. Spiralen) können die Schleimhaut reizen

Symptome:

– unregelmäßige Blutungen, evtl. blutig-eitriger Ausfluss
– dumpfer Schmerz im Unterbauch
– evtl. erhöhte Temperatur

Komplikationen:

– Aufsteigen der Erreger in die Eileiter, was zu Unfruchtbarkeit führen kann

Therapie:

– Verabreichung von Medikamenten je nach Erreger
– Auskratzung (= Kürettage/Curettage/Abrasio) nach Fehlgeburt oder Geburt
– Entfernung des Fremdkörpers

1.4. Adnexitis (= Entzündung von Eileiter und Eierstock)

Ursachen:

– Aufsteigen der Krankheitserreger aus der Gebärmutter in die Eileiter, selten zu den Eierstöcken
– Infektion auf dem Blutweg
– Übergreifen einer Infektion aus der Nachbarschaft (z.B. Blinddarmentzündung)

Symptome:

– starke, krampfartige Schmerzen im Unterbauch (ein- oder beidseitig)
– gelblich-grünlicher, übel riechender Ausfluss
– Fieber
– erhöhte Blutsenkungsreaktion
– Leokozytose
– evtl. gleichzeitige Bauchfellentzündung im kleinen Becken (dadurch Übelkeit und Erbrechen)

Komplikationen:

– Eileiterverschluss
– Eiteransammlung im verschlossenen Eileiter
– schwere Bauchfellentzündung
– Sterilität aufgrund Eileiterverklebungen in bis zu 30% der Fälle bei Frauen im gebärfähigen Alter

Therapie:

– Bettruhe
– Antibiotika-, Analgetika-, Antiphlogistikatherapie

2. Tumore

2.1. Gutartige Uterustumore (= Gebärmuttertumore)

Myom (= Muskelgeschwulst der Gebärmutter)

Ursache:

– unklar
– östrogenabhängiger Tumor:

  1. Wachstum unter Östrogeneinfluss
  2. Rückbildung bei Östrogenmangel nach der Menopause

Symptome:

– Kreuzschmerzen
– Druckgefühl im Bereich der Nachbarorgane wie Darm oder Blase (dadurch Harnstau,
Dysurie, Obstipation)
– Verstärkung der Menstruation ohne Rhythmusveränderung
– evtl. Zwischenblutungen

Komplikation:

– in seltenen Fällen maligne Entartung

Therapie:

– keine Therapie kleiner Myome (regelmäßige Kontrollen alle 3-6 Monate, um mögliche
Entartungen frühzeitig zu erkennen)
– operative Entfernung größerer Myome ―› bei jüngeren Frauen, die noch Kinder haben
möchten, wird das Myom herausgeschält (= enukleiert)
– Hysterektomie (= Entfernung der Gebärmutter) bei großen Myomen

Zervixpolypen (= Schleimhautwucherung am Gebärmutterhals)

Symptome:

– verstärkte Schleimproduktion evtl. mit Blutbeimischung
– Kontaktblutungen (z.B. beim Geschlechtsverkehr)
– häufig keine Symptome und „zufällige“ Diagnose

Therapie:

– Entfernung der Polypen

2.2. Gutartige Eierstocktumore

Eierstockzysten

Ursache:

– Bildung von mit Flüssigkeiten gefüllten Blasen ausgehend von verschiedenen Geweben des
Eierstocks

Symptome:

– evtl. Zyklusstörungen oder Blutungen in der Menopause (wenn die Zyste Hormone
produziert)
– evtl. Bildung sehr großer Zysten, die keine großen Symptome hervorrufen, aber zu einer
Vergrößerung des Bauchumfangs führen

Komplikation:

– Stieldrehung einer Zyste
―› akutes Krankheitsbild mit starken Schmerzen, Bauchfellentzündung, Erbrechen und
Fieber

Therapie:

– operative Entfernung der Zysten

2.3. Bösartige Uterustumore

Zervixcarcinom (= Gebärmutterhalscarcinom)

Begünstigende Faktoren:

– chronische Entzündung der Scheide
– mangelnde Genitalhygiene (auch beim Partner)
– früher erster Geschlechtsverkehr, häufiger Partnerwechsel
– Rauchen

Symptome:

– anfangs häufig keine Beschwerden
– fleischwasserartiger, süßlich riechender Ausfluss
– Kontaktblutungen (z.B. beim Geschlechtsverkehr)
– unregelmäßige Zwischenblutungen bei Frauen vor der Menopause
– in späterer Stadien Schmerzen im Unterbauch

Therapie:

– je nach Stadium Hysterektomie
―› bei jüngeren Frauen, die noch Kinder haben möchten, wird nur das durch das Carcinom
veränderte Gewebe entfernt (= Konisation)
– Röntgen-, Radiumbestrahlungen
– Chemotherapie (nicht sehr erfolgversprechend)

Früherkennung:

– regelmäßige Vorsorgeuntersuchung durch den Gynäkologen
– Schiller-Jodprobe und Zellabstrich (= Papanicolaoutest) vom Gebärmutterhals helfen mit zur
Früherfassung des Zervixcarcinoms (dadurch verbesserte Heilungsaussichten)

Korpuscarcinom (= Krebs im Bereich des Hauptteils des Uterus)

= krebsige Wucherungen ausgehend von der Gebärmutterschleimhaut
– man diskutiert als Ursache der Entartung ein langandauerndes Überwiegen der Östrogene
gegenüber den Gestagenen
– mögliche Risikofaktoren: Diabetes mellitus, Adipositas, Hypertonie

Symptome:

– Zwischenblutungen bei noch erhaltenem Menstruationszyklus
– Blutungen nach der Menopause
– eitriger, blutiger oder fleischwasserfarbener Ausfluss
– evtl. Schmerzen im Unterbauch

Diagnose:

– Auskratzung der Gebärmutter und mikroskopische Untersuchung des entnommenen Materials
(dabei kann
Krebsgewebe erkannt werden)

Therapie:

– operative Entfernung des Uterus (dabei Entfernen von Eileiter und Eierstöcken wegen
Metastasen)
– Röntgenbestrahlung

2.4. Bösartige Eierstocktumore

Ovarialcarcinom (= Carcinom der Eierstöcke)

Ursachen:

– genaue Ursache ist unklar
– krebsige Wucherung des Eierstockgewebes
– Metastasen aus anderen Organen (z.B. Brust, Magen/Darm)
– nachgewiesen ist eine familiäre Disposition
– evtl. hormonelle Ursachen, wobei Studien gezeigt haben, dass die langfristige Einnahme der
„Pille“ das Risiko erheblich reduziert

Symptome:

– keine Frühsymptome, daher oft „zufällige“ Diagnose
– meist unspezifische Symptome wie:

  1. unklare Unterbauchschmerzen (je nach Lage und Ausdehnung des Tumors)
  2. Fremdkörpergefühl durch den Tumor, evtl. Zunahme des Leibesumfangs durch den Tumor selbst oder aufgrund tumorbedingter Aszites
  3. Blasenbeschwerden und unspezifische Darmsymptome (z.B. Blähungen, Völlegefühl, Schmerzen beim Stuhlgang)
  4. bei Stieldrehung oder Ruptur des Tumors Bild eines akuten Abdomens
  5. in fortgeschrittenen Stadien Allgemeinsymptome (z.B. Leistungsminderung, Gewichtsverlust,…)

Therapie:

– radikale operative Entfernung aller Tumorherde (d.h. Uterus, Eileiter und Eierstöcke, zahlreiche
Lymphknoten und Blutgefäße, evtl. Blasen- und Darmanteile)
– Chemotherapie

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