Autor/in: Anonym

Gesundheits und Krankheitslehre Seite 10

Fettstoffwechselstörungen

= Erhöhung der Fettwerte im Blut

BlutfettwerteWerte im Normbereich
(mg% bzw. mg/dl)
Tryglyzeride

< 180-200

Cholesterin (gesamt)

< 200

HDL-Cholesterin

> 40

LDL-Cholesterin

<160

―› HDL schützt vor Arteriosklerose, LDL fördert sie. Je höher HDL, desto besser.

Ursachen:

1. primär (genetisch), z.B. familiäre Hypercholesterinämie
2. sekundär (erworben) durch:

  1. Übergewicht
  2. fettreiche Ernährung
  3. Alkohol
  4. Diabetes mellitus
  5. Hypothyreose
  6. Cortison-Therapie
  7. Diuretika

Symptome:

1. Arteriosklerose mit Folgekrankheiten

  1. KHK ―› Angina pectoris, Herzinfarkt, Herzinsuffizienz
  2. Hirnarteriosklerose ―› HOPS, Apoplex
  3. pAVK

2. Fettleber (―› selten Fettleberhepatitis)
3. Xanthome (= rötlich-gelbe Fetteinlagerungen in der Haut)
Therapie:
– Gewichtsabnahme, fettarme Ernährung, Alkohol meiden
– Grundkrankheit behandeln
– bei erhöhten Tryglyzeriden Zucker vermeiden
– Bewegung (Ausdauersport ―› HDL steigt, LDL sinkt)
– Medikamente: Statine (= Cholesterinsenker), z.B. Sortis®, Zocor®

Die Atmungsorgane

Die Atemwege

Zu den Atemwegen gehören: (Buch S.150 Abb. 2.123)

  1. Nase und Nasennebenhöhlen
  2. Rachen (= Pharynx)
  3. Kehlkopf (= Larynx)
  4. Luftröhre (= Trachea)
  5. Lunge (= Pulmo)

– Bronchien
– Bronchiolen
Die Lungenbläschen (= Alveolen) sind das eigentliche Atmungsorgan und zählen nicht mehr zu den Atemwegen.
Die Atemwege sind ausgekleidet mit Schleimhaut aus Flimmerepithel mit Schleimdrüsen.

Aufgaben der Atemwege:

– Weiterleitung, (Geruchs-) Kontrolle, Reinigung, Erwärmung, Anfeuchtung der Atemluft
– Mithilfe bei der Stimmbildung

Aufgaben der Alveolen:

– Gasaustausch zwischen Luft und Blut
―› Das Blut transportiert Sauerstoff von den Alveolen in die Organzellen und Kohlenstoffdioxid von den
Organzellen zu den Alveolen.

1. Die Nasenhöhle

Unter den Nasenmuscheln liegen:

  1. Öffnungen der Nasennebenhöhlen
  2. Mündung des Tränennasengangs, durch den die Tränen aus dem inneren Augenwinkel in die Nasenhöhle abfließen

2. Die Nasennebenhöhlen (= Sinus)

Dazu gehören: – Stirnhöhlen
– Siebbeinzellen
– Kieferhöhlen
– Keilbeinhöhlen

Aufgaben:

1. vergrößern die Nasenschleimhautoberfläche
2. verringern das Gewicht des Schädels
3. bilden einen Klangraum für die Stimme

3. Der Rachen (= Pharynx)

Der Rachen verläuft vom hinteren Nasenraum zum Kehlkopf und zur dahinter liegenden Speiseröhre. Er ist gemeinsamer Raum von Luftweg und Speiseweg, die sich hier kreuzen. Der Rachen ist verantwortlich für den Schluckvorgang. Beim Schlucken verschließen sich die Atemwege nach oben, indem sich der weiche Gaumen an die Rachenhinterwand legt, und nach unten, indem der Kehldeckel den Kehlkopf verschließt, so dass die Nahrung in die Speiseröhre gleiten kann.
Am Rachendach liegen die Rachenmandeln für die Abwehr von Krankheitserregern (Mandel = Tonsille). Direkt darunter münden die Ohrtrompeten. Dies sind Verbindungsgänge, die das Mittelohr belüften.

4. Der Kehlkopf (= Larynx)

Der Kehlkopf besteht aus einem Knorpelgerüst:

  1. Kehldeckel (= Epiglottis)
  2. Schildknorpel („Adamsapfel“)
  3. Ringknorpel
  4. 2 Stellknorpel (im Bereich der Stimmritze, zum Einstellen dieser beim Sprechen)

Innen ist der Kehlkopf ausgekleidet mit Flimmerepithel und bildet zwei Stimmfalten, auf denen die elastischen Stimmbänder liegen:

5. Die Luftröhre (= Trachea)

Die Luftröhre ist ein 10-14 cm langer Muskelschlauch mit Knorpelspangen, die die Luftröhre offen halten. Sie ist ausgekleidet mit Atemschleimhaut.

6. Bronchien und Bronchiolen

Die Luftröhre teilt sich in den rechten und den linken Hauptbronchus. Diese verzweigen sich immer weiter
bis zu den Bronchiolen.
Die Bronchialmuskulatur reguliert die Bronchienweite:
– Bronchodilatation (weite Bronchien) und
– Bronchokonstriktion (enge Bronchien).

7. Die Lunge (= Pulmo)

Die Lunge besteht aus zwei Lungenflügeln, dem rechten aus drei Lungenlappen und dem linken mit zwei Lungenlappen. Die Lungenflügel sind umgeben von Pleura. Das Lungengewebe besteht aus elastischem Bindegewebe und enthält Bronchien, Bronchiolen, Alveolen, Blutgefäße des Lungenkreislaufs und Lymphgefäße. Die Alveolen liegen traubenförmig am Ende der Bronchiolen und bestehen aus ganz dünnem Epithel mit elastischen Fasern. Sie sind von den Lungenkapillaren umgeben. Die Alveolen geben Sauerstoff an das Blut der Lungenkapillaren ab und nehmen Kohlenstoffdioxid von dort auf. Die Gesamtoberfläche beträgt 70-100 m2 (Gasaustauschfläche). Die Ausatmung von Kohlenstoffdioxid bedeutet auch Abgabe von Säure.


Der Atmungsvorgang

Die Einatmung (= Inspiration) erfolgt aktiv durch Rippen heben (Zwischenrippenmuskeln) und Zwerchfell senken. Dadurch dehnen sich die Lungenflügel aus und Luft wird angesaugt.
Die Ausatmung (= Exspiration) erfolgt weitgehend passiv durch die Elastizität der Lunge.
Ein- und Ausatmung können durch Hilfsmuskeln unterstützt werden.

Steuerung der Atmung

Die Steuerung der Atmung erfolgt im Atemzentrum im verlängerten Rückenmark (im Gehirn) über ein Signal an Zwerchfell und Zwischenrippenmuskeln. Der Atemantrieb erfolgt wenn:
1. der Kohlenstoffdioxidgehalt im Blut erhöht ist,
2. der Sauerstoffgehalt im Blut erniedrigt ist (= Hypoxie),
3. der pH-Wert im Blut erniedrigt ist, d.h. zu viel Säure im Blut ist (= Azidose).

Atmungsformen

Ruheatmung: 12-20 Mal pro Minute je 500 ml
Kussmaul-Atmung: schnellere, tiefere Atmung, z.B. bei Azidose
Cheyne-Stokes-Atmung: langsam zu- und abnehmende Tiefe der Atemzüge
Biot-Atmung: eine Gruppe gleichmäßig tiefer Atemzüge wird durch eine Atempause
unterbrochen, z.B. Erhöhung des Hirndrucks
Eupnoe: gesunde, physiologische Atmung
Dyspnoe: mit subjektiver Atemnot einhergehende Erschwerung der Atmung
―› schwere Dyspnoe = Orthopnoe: Atmung nur bei aufrechter Haltung und Einsatz
der Atemhilfsmuskulatur möglich
Apnoe: Atemstillstand
(Atemgeräusche und –geruch siehe AKP und Buch S. 549)

Untersuchungsmethoden der Atmungsorgane

– Anamnese, allgemeine körperliche Untersuchung
– Abklopfen und Abhören des Thorax
– Thorax-Röntgen (=„RöTh“), Nasennebenhöhlen-Röntgen (=„RöNNH“), Sonographie der Nasennebenhöhlen,
CT, MRT, Durchleuchten (= Anschauen der Atembewegung durch Röntgenstrahlen)
– Sputumanalyse (v.a. auf Keime untersucht)
– Blutgasanalyse (Sauerstoffsättigung, Kohlenstoffdioxidgehalt, pH-Wert im Blut)
– Bronchioskopie (= Spiegelung der Bronchien)
– Lungenfunktion (= Messung der Menge der Ein- und Ausatemluft)
– Pleuraspaltpunktion (= Entnahme von Flüssigkeit)

Krankheiten der Atmungsorgane

Übersicht Infektiöse Erkrankungen

Rhinitis                = Schnupfen
Sinuitis                = Entzündung der Nasennebenhöhlen
Pharyngitis                = Rachenentzündung
Tonsillitis                   = Mandelentzündung
Laryngitis             = Kehlkopfentzündung
Tracheitis              = Luftröhrenentzündung
Bronchitis                  = Entzündung der Bronchien
Pneumonie                  = Lungenentzündung
Grippaler Infekt
Influenza                   = echte Virusgrippe
Tuberkulose

Akute (Tracheo-) Bronchitis

Ursache:

– Viren, evtl. zusätzlich Bakterien

Symptome:

– Husten
– Auswurf (später im Verlauf der Erkrankung)
– retrosternale Schmerzen
– reduzierter Allgemeinzustand
– evtl. Fieber

Komplikationen:

– Bronchopneumonie (die Entzündung betrifft die Bronchien herdförmig und das sie umgebende Gewebe)

Therapie:

– viel trinken!
– bei Reizhusten Hustendämpfer (= Antitussiva), z.B. Codein
– sonst Schleimlöser (= Expektorantien oder Sekretolytika), z.B. ACC
– evtl. fiebersenkende Mittel
– evtl. Antibiotika

Verlauf:

– maximal zwei Wochen (bei länger als drei Wochen unbedingt gründliche Untersuchung vom
Arzt)

Chronische Bronchitis

Definition gemäß WHO:

– Husten und Auswurf über mindestens drei Monate innerhalb von zwei Jahren

Ursachen:

– Rauchen, seltener andere Luftverschmutzungen

Symptome:

Man unterscheidet drei Schweregrade (langsam zunehmend):
―› zunächst: Einfache Bronchitis
– chronischer Husten mit schleimig weißlichem Auswurf, sog. „Raucherhusten“
―› dann: Chronisch obstruktive Bronchitis
– zusätzlich Verengung der Atemwege durch Brochospasmus (= Verkrampfung der
Bronchialmuskulatur), Schleimhautödem/-schwellung und zähes Sputum mit
zunehmender Dyspnoe, häufig bakterielle Infekte, evtl. Bronchopneumonie –
Bronchie ist durch Schleim und Muskelkonstriktion verschlossen ―› Luft gelangt
schwer hinein, aber noch viel schwerer wieder heraus ―› erschwerte Exspiration
―› Druckanstieg in den Alveolen ―› Durchdrücken der Alveolenwände ―› aus
traubenförmig angeordneten Alveolen entsteht eine Alveolenblase
Lungenemphysem = Lungenüberblähung) ―› Verlust von Gasaustauschfläche und
Lungenkapillaren
―› Spätfolge: Obstruktives Emphysem
– Viele traubenförmige Alveolen werden durch Überblähung zu großen Blasen,
dadurch unwiderruflicher Verlust von Atemoberfläche und Lungenkapillaren,
große Restluftmenge nach maximaler Ausatmung (Residualvolumen steigt)
―› dadurch: Dyspnoe, Zyanose, Fassthorax, Rechtsherzbelastung/-insuffizienz

Therapie:

– Nikotinabstinenz
– Medikamente: Expektorantien, Bronchospasmolytika, bei Bedarf Antibiotika
– bei Bedarf Behandlung der Herzinsuffizienz
– Verabreichung von Sauerstoff

Pneumonie

Definition:

– Entzündung des Lungengewebes meist durch Keime, seltener nicht infektiös, z.B. durch Giftgase oder
autoimmun (= Abwehrzellen greifen selbst das Lungengewebe an)

Einteilung:

a) nach dem Verlauf: – typische Pneumonie: meist durch Bakterien, akuter Verlauf
– atypische Pneumonie: meist durch Viren, schwächerer Verlauf
b) nach dem Befall:   – Lobärpneumonie (= Lappenpneumonie)
– Brochopneumonie
– Pleuropneumonie (= mit Pleuritis)
– interstitielle Pneumonie (betrifft besonders das Gewebe zwischen den
Alveolen)

Symptomatik bei typischer Pneumonie:

– schweres Krankheitsbild mit hohem Fieber (bei alten Menschen gelegentlich ohne Fieber), Schwäche,
reduzierter Allgemeinzustand, Husten mit Auswurf (grün, blutig), Thoraxschmerzen und Dyspnoe, schnelle
flache Atmung, Nasenflügeln, süßlicher übler Mundgeruch

Komplikationen:

– Belastung von Herz und Kreislauf bis zum Herzversagen
– Lungenabszess (= Eiterbeutel, Gewebe kaputt)
– Pleuraempyem (= Eiteransammlung im Pleuraspalt)

Therapie:

– Bettruhe
– Antibiotika
– ausreichend Flüssigkeit
– Luftbefeuchtung
– Hustenmittel
– fiebersenkende Medikamente
– Lagerung (30 Grad)
– Atemgymnastik, z.B. Luftballon aufpusten

Die Entstehung einer Pneumonie wird begünstigt durch:

– Abwehrschwäche, z.B. im Alter, AIDS, Krebs, Diabetes mellitus
– Atemwegserkrankungen, z.B. Bronchitis, Bronchialkarzinom, Asthma
– Herz-Kreislauf-Erkrankungen, z.B. Linksherzinsuffizienz, Lungenembolie
– Aspiration (= Verschlucken), z.B. bei Schluckstörungen (Apoplex, Parkinson), Bewusstlosigkeit
– flache Atmung bei Bettlägerigkeit und starken (Bauch-) Schmerzen (Lunge wird nicht richtig
durchlüftet/-blutet)

Pneumonieprophylaxe:

– Mobilisation
– Lagern
– Abklopfen
– Einreiben
– Atemgymnastik

Lungenemphysem

= Überblähen der Alveolen mit Verlust von Trennwänden zwischen den einzelnen Alveolen, d.h. viele traubenförmige Alveolen werden zu wenigen großen Blasen
Dadurch kommt es zu:
1. unwiderruflichem Verlust von Atemoberfläche
2. Verlust von Lungenkapillaren (―› Anstieg des Drucks bzw. Widerstands im Lungenkreislauf) ―› Rechtsherzbelastung)
3. großer Restluftmenge nach maximaler Ausatmung

Ursachen:

– chronische Bronchitis meist durch Rauchen (selten durch andere Schadstoffe) verursacht
– Alter, weil das Lungengewebe und die Alveolen an Elastizität verlieren
– Asthma bronchiale
– selten genetisch bedingt (Enzymmangel)

Symptome:

– Fassthorax (aufgeblähter Thorax) mit eingeschränkter Atembeweglichkeit
– anfangs Belastungs-, später auch Ruhedyspnoe
– Zyanose
– Tachykardie durch Rechtsherzbelastung und Sauerstoffmangel
– evtl. Polyglobulie (= vermehrte Erythrozytenbildung) ―› rotes/rot-bläuliches Gesicht

Komplikationen:

– schwere Rechtherzinsuffizienz („Cor pulmonale“ = durch Lungenerkrankung geschädigtes
Herz)
– bakterielle Bronchitis und Pneumonie

Therapie:

– Verzicht auf Nikotin
– Medikamente:

  1. Bronchospasmolytika
  2. Sauerstofftherapie auf Dauer, d.h. mindestens 18 Stunden täglich

– evtl. Lungentransplantation (oft muss auch das Herz transplantiert werden)
– symptomatisch:

  1. Aderlass zur Verringerung der Erythrozytenmenge
  2. Herzinsuffizienz behandeln (Diuretika, Digitalis)

Asthma bronchiale

= chronische Atemwegserkrankung mit Anfällen von Atemnot durch Verengung der Bronchien
(= Atemwegsobstruktion)
In Deutschland sind 10% der Kinder und 5% der Erwachsenen von Asthma bronchiale betroffen.

Ursache:

– überempfindliches Bronchialsystem (genetisch veranlagt), dass sich auf Reize anfallsweise
verengt
Im Anfall verengen sich die unteren Atemwege durch:
1. Verkrampfung der Bronchialmuskeln (= Bronchospasmus)
2. entzündliches Atemschleimhautödem
3. zähen Bronchialschleim
(Buch S.558 Abb. 5.284)
Auslöser eines Asthmaanfalls können sein:
1. Allergien (Typ 1), z.B. auf Tierhaare, Pollen, Lebensmittel, Staubmilben
2. verschiedene Reize, z.B. Anstrengung, Rauch, Staub, Nebel, Infekte, Medikamente (z.B. Analgetika)

Symptome:

– Asthmaanfälle wechseln mit Phasen völliger Beschwerdefreiheit ab
– im Anfall Atemnot mit erschwerter, verlängerter, keuchender Ausatmung (= exspiratorischer
Stridor)
– wenig Husten mit etwas zähem Sputum
– Angst, Unruhe, kalter Schweiß
– Tachykardie
– evtl. Zyanose

Komplikationen:

– langandauernder schwerer Anfall (= Status asthmatikus)
―› Somnolenz
―› Gefahr von Ersticken und Herzversagen (Belastung durch Angst, Unruhe, Lungenüberblähung)

Langfristige Folgen:

– Lungenemphysem
– Cor pulmonale (Rechtsherzinsuffizienz)

Therapie im Anfall:

– Beruhigung des Betroffenen
– Kleidung des Betroffenen lockern
– Betroffenen aufsetzen (Einsetzen der Atemhilfsmuskulatur möglich)
– Arzt informieren:

  1. Sauerstoffgabe (ca. 2-3 Liter) unter strenger Beobachtung

Bewusstseinslage beobachten ―› Somnolenz ―› Gefahr der Kohlenstoffdioxid-Narkose ―› Gehirn
kann auf Kohlenstoffdioxid-Anstieg nicht mehr reagieren

  1. Medikamente:

―› Bronchospasmolytika (i.v.)
a) Betasympathomimetika (wirken auf den Sympathikus)
b) Theophyllin (Nebenwirkungen: Tachykardie, Herzrhythmusstörungen)
c) Parasympatholytika
―› Cortison (i.v.)
unterdrückt entzündliche Schwellung der Schleimhaut
―› Sekretolytika (und viel Flüssigkeit)
―› evtl. Beruhigungsmittel (i.v.)

Dauertherapie (zwischen den Anfällen):

– Schulung des Patienten
Ziel: Auslöser vermeiden
– bei Allergien evtl. Hyposensibilisierung
– Medikamente in Stufentherapie:

  1. Cortisonspray (inhalative Glukokortikoide), z.B. Sanasthmax®
  2. + Betasympathomimetika (Spray), z.B. Berotec®
  3. + Theophyllin oral, z.B. Euphillin®, Afonilum®
  4. + Glukokortikoide oral

Bronchial-Carcinom

= bösartiger Tumor, der von den Bronchien ausgeht
– umgangssprachlich „Lungenkrebs“
– jährlich über 100.000 Tote (entspricht 300-400 Toten am Tag)

Ursachen:

– über 90% Raucher
– seltener: „berufliches“ Einatmen von Gift-/Schadstoffen, z.B. Asbest, Teer, Staub

Symptome:

– treten meist erst bei fortgeschrittener Erkrankung auf
– hartnäckiger, andauernder Husten
– Auswurf, evtl. blutig
– Neigung zu Atemwegsinfekten (schwere Bronchitis, Pneumonie)
– anfangs fühlt sich der Patient fit und gesund, bei fortgeschrittener Erkrankung reduzierter
Allgemeinzustand, Anämie (sog. Tumoranämie durch Eisenverwertungsstörungen)

Komplikationen: (je nach Sitz des Tumors)

– Metastasen besonders in Knochen, Gehirn und Leber
―› Schmerzen
– Atelektasen = ein Teil der Lunge erhält keine Luft durch Verschluss von Bronchien
– Pleuraerguss
– Heiserkeit durch Zerstörung des Stimmbandnervs
– Pneumonie durch schlechte Belüftung
– Einwachsen in Speiseröhre
―› Schluckstörungen

Therapie:

– operative Entfernung des betroffenen Lungenlappens (= Lobektomie) oder -flügels (= Pneumektomie)
―› Komplikation: Verlagerung anderer Organe in „OP-Höhle“
– Strahlentherapie
– Chemotherapie (v.a. beim Kleinzellcarcinom)
– palliativ:

  1. Analgetika bei Schmerzen durch Metastasen
  2. Hustendämpfer (nur bei Schlafstörungen), v.a. Opiatabkömmlinge, z.B. Codein®, Silomat®

DIE PROGNOSE IST SCHLECHT, DA DER TUMOR SELTEN FRÜH GENUG ERKANNT WIRD.

Pleuritis

= Entzündung des Brustfells (Rippen- und Lungenfell)
– umgangssprachlich „Rippenfellentzündung“

Ursachen:

– meist Begleiterkrankung, z.B. bei Pneumonie (Pleuropneumonie), Bronchial-Carcinom, Tuberkulose,
Lungeninfarkt
– selten durch Viren ohne Begleiterkrankungen

Symptome:

– anfangs „trockenes“ Stadium: durch Pleurareiben atemabhängiger (nur beim Atmen) Thoraxschmerz mit
Schonhaltung und Reizhusten
– später „feuchtes“ Stadium: durch Pleuraerguss mit nachlassenden Schmerzen, aber Druckgefühl im
Thorax und zunehmende Dyspnoe

Diagnostik:

– Röntgen
– Pleuraergusspunktion

Therapie:

– bei Viren Basistherapie (Schonung, Bettruhe,…)
– Analgetika und Antitussiva im Anfangsstadium
– Grundkrankheit behandeln (z.B. bei Pneumonie Antibiotika, bei Carcinom operative
Entfernung)
– Pleuraergusspunktion und Drainage
– evtl. operative Entfernung von Pleurablättern oder Verkleben der Pleurablätter mit einem in
den Pleuraerguss gespritzten Medikament (Ziel: Lunge kann sich wieder vollständig
entfalten)

Lungenembolie

= Verschluss eines Lungenarterienastes durch einen Embolus

Ursache des Embolus:

– meist Thrombus aus einer Becken- oder tiefen Beckenvene
Bei einer Lungenembolie kommt es nur selten zum Lungeninfarkt, weil das Lungengewebe auch von Bronchialarterien versorgt wird (, die aus der Aorta mit sauerstoffreichem Blut kommen).
Durch den Verschluss eines Lungenarterienastes kommt es zur akuten Widerstands-/Druckerhöhung im Lungenkreislauf und dadurch zu akuter Rechtsherzbelastung (Herz pumpt gegen den Druck).

Symptome:

– je nach Größe des Embolus:

  1. kleine Lungenembolie evtl. symptomlos
  2. größere Lungenembolie: plötzlicher, stechender, atemabhängiger Thoraxschmerz, Atemnot, Angst, Tachykardie, kaltschweißig, Zyanose, Blutdruckabfall ―› kardiogener Schock ―› Tod

(jährlich 40.000 Tote)

Risikofaktoren:

= Risikofaktoren der tiefen Beinvenenthrombose
z.B. Bettlägerigkeit, nach Operationen und Entbindungen, Venenklappenfehler

Therapie:

– starke Analgetika und Beruhigungsmittel
– Sauerstoffgabe
– Schocktherapie (auf Intensivstation)
– Heparin und Lysetherapie

Prophylaxe:

– Anti-Thrombose-Strümpfe
– Low-dose-Heparin
– Mobilisation

Das Blut

Beim Menschen beträgt die in Herz und Gefäßen zirkulierende Blutmenge etwa 8% des Körpergewichts. Das sind bei einem 70kg schweren Erwachsenen etwa 5-6 Liter Blut.
– Menge des Bluts im Körper = Körpergewicht geteilt durch 13 oder 14
– pH-Wert im Blut: 7,4 ―› schon geringe Abweichungen sind schädlich
(Buch S. 120 Abb. 2.91)

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