Autor/in: Cordula

Dickdarm Polypen

= Benigner Tumor, der meist von der Darmschleimhaut ausgeht (Adenom)› Vorwölbung d. Schleimhaut

  • bei 10 % der Erwachsenen
  • 50 % der Fälle handelt es sich um Rektum Polypen
  • gelten als Präkanzerose des Colon-CA (Adenom-Karzinom-Sequenz)
  • Bei mehr als 100 Polypen spricht man von einer Polyposis intestinalis
  • Eine Sonderform ist die autosomal-dominant vererbte familiäre adenomatöse Polypöse (FAB, Adenomatosis Coli), bei der die Kolon Schleimhaut von Adenomen förmlich übersät ist.

Krankheitsentstehung

Unterschiedliche Wuchsformen v. Dickdarmpolypen.

Das Entartungsrisiko ist bei breitbasig wachsenden Polypen höher als bei gestielten.


1. tubuläre Polypen

2. villöse Polypen (› papillomatöser P.)

3. Mischtypen (tubulo-villöse P.)

Ursachen:

  • Ernährungsgewohnheiten in den hoch entwickelten Industrieländern (viel Fleisch und tierische Fette, wenig Ballaststoffe)
  • Dafür spricht, dass die Polypen hauptsächlich in Europa und Nordamerika
  • höheren Lebensalter

Symptome, Befund u. Diagnostik

  • Meist führen die Adenome nicht zu Beschwerden
  • werden dann nur bei einer Dickdarmuntersuchung aus anderen Gründen diagnostiziert
  • können kleinere Mengen Blut (Nachweis okkulten Blutes im Stuhl) abgesetzt werden
  • Einige Adenome formen können große Mengen Schleim sezernieren u. so zu einem Ka +- EW-mangel führen.
  • Bei großen Polypen kommt es zu Passage Störungen› Ileus, Malabsorption› zu abdominellen Schmerzen und Koliken.
  • Schlimmerer Verlauf: Diarrhöen› Flüssigkeits-. EW-Verluste

Diagnose:

  • durch Koloskopie mit Biopsie gesichert

Komplikationen:

  • Entartung
  • Blutung
  • Flüssigkeit und Eiweißverluste

Therapie:

  • Polypektomie mit Hochfrequenz-Diathermie schlinge. Durch Hochfrequenzstrom erhitzt sich der Schlingendraht, durchtrennt den Polypenstiel und wirkt gleichzeitig durch Eiweißgerinnung und Gewebeverkochung blutstillend.
  • Wegen des Entartungsrisikos der Adenome wird jeder Polyp (endoskopisch) abgetragen (Polypektomie) und histologisch beurteilt.
  • Nachuntersuchungen sollten in regelmäßigen Abständen erfolgen.
  • Größeren Adenomen und Passage Störungen› evtl. Dickdarmteilresektion
  • familiären adenomatösen Polypöse› ist immer eine Proktokolektomie angezeigt, da praktisch jeder Patient früher/später ein CA entwickelt
  • Familienmitgliedern Betroffener wird heute eine genetische Beratung mit Genanalyse angeboten.

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