Autor/in: MRM

Demenz

Def: nach ICD 10
Das demenzielle Syndrom als Folge einer Erkrankung des Gehirns verläuft gewöhnlich fortschreitend unter Beeinträchtigung vieler höherer kognitiver Funktionen, einschließlich Gedächtnis, Denken, Orientierung, Auffassung, Rechnen, Lernfähigkeit, Sprache und Urteilsvermögen. Das Bewusstsein ist quantitativ nicht gestört.
Die kognitiven Beeinträchtigungen sind meist begleitet von Verschlechterungen der emotionalen Kontrolle, des Sozialverhaltens oder der Motivation. Dieses Syndrom kommt bei Alzheimer kranken, bei zerebrovaskulärer Erkrankung und bei anderen Zustandsbildern vor, die primär oder sekundär das Gehirn betreffen.
Schema der Formen chronische Demenz.


                                  Demenz

MID
Alzheimer
Morbus Pick
Parkinson
Chorea Huntington
usw.

Mischformen


Primäre demenzielle
Erkrankung
Sekundäre demenzielle Erkrankung:
AIDS, BSE

MID (Multi – Infarkt-Demenz)

Entwickelt sich durch chronische Hirndurchblutungsstörungen in drei Stadien.

I. langsamer Verschluss eines Hirngefäßes, der neurologisch symptomlos verläuft, allerdings zeigen sich psychische Symptome wie reizbare Schwäche, Kopfschmerzen, Ohrensausen, Schwindel, Merkschwäche, langsame Reaktion, quälende Müdigkeit tagsüber, Schlafstörungen und Verstimmung.

II. Hirnleistungsschwächen und Persönlichkeitsveränderungen.

III. Durch zunehmende Gefäßverschlüsse kommt es zu kleinen Infarkten mit umschriebenem Hirngewebezerfall bis hin zu kleinen Höhlen (Vakuum), die schließlich wie Narben schrumpfen. Ca. 1/3 der Betroffenen wird dement.
Verlauf: wechsel, sprunghaft, schrittweise
Symptome: Persönlichkeit bleibt lange erhalten
Depression, Affektlabilität
Frühzeitige neurologische Ausfälle wie Lähmungen, Sprachstörungen,
Handlungsunfähigkeit
Risikofaktoren: Hypertonie, Rauchen, Dauerstress, Übergewicht, Herzrhythmusstörungen
Alkoholkonsum
Therapie: zu Beginn Medikamente (RR senkend)
Regulation der Lebensweise (Nikotinarm, Fettarm, viel Vitamine)
Sinnvolle Beschäftigung

Alzheimer Demenz

Nach Alois Alzheimer (1906 erstmals beschrieben)

Ursachen:

  • Plaque Ablagerungen (krankhaftes Eiweiß Amyloid lagert sich ab)
  • Mangel an Acetylcholin
  • 1/3 genetische Faktoren

Risikofaktoren nach Euroderm-Studie

  • Demenz bei Verwandten 1. Grades
  • Schulausbildung unter 7 Jahren
  • Geistige Behinderung in der Familie z. B. Trisomie 21
  • Parkinson in der Familie
  • Alter der Mutter bei der Entbindung über 40
  • Schädelhirntrauma
  • Durchgemachte Unterfunktion der Schilddrüse
  • Depression in der Vorgeschichte
  • Entzündliche Prozesse

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