Autor/in: K.Biesgen

Demenz

Unter einer Demenz versteht man eine diffuse (kein bestimmtes Gebiet) organische Hirnschädigung, bei der Gehirnzellen und Leitungsbahnen zugrunde gehen oder ihre Funktion verlieren.
Das Gehirn atrophiert, man spricht auch von einem Hirn atrophischen Prozess oder
von Hirnschwund.

Ursachen:

Erkrankungen unklarer Ursachen:

Alzheimer-Krankheit oder Alzheimer-Demenz

hierbei kommt es zum Verlust von Hirngewebe. Hirnzellen zeigen typische pathologische Veränderungen, besonders betroffen ist das Gebiet im Bereich der Hirnrinde.


Zu Beginn der Erkrankung relativ unauffällige Gedächtnisstörungen. Später allgemeine motorische Unruhe, Orientierungs- & Sprachstörung. Besonders auffällig ist die Apraxie (Jacke anziehen kann nicht ausgeführt werden). Krankheit schreitet langsam fort. Hauptsymptom im Vordergrund ist die Gedächtnisstörung. Pick-Krankheit. Pathologische Veränderung, besonders im vorderen Bereich des Gehirns. Betroffenen sind reizbar, unruhig, enthemmt, zeigen Sprachstörungen.

Vaskuläre Demenz

Ursache einer Arteriosklerose der Hirngefäße. Durchblutungsstörung kann auf verengten Hirngefäßen beruhen, Blutstrom ist gering, langsamer, die Elastizität der Gefäßwände durch Kalkeinlagerungen herabgesetzt, Minderung der Funktionstüchtigkeit durch Unterversorgung, Medikamente können Hirndurchblutung anregen und Funktionstüchtigkeit kann sich wieder einstellen.

Multiinfarkt-Demenz

wiederholte kleine Infarkte, kleine Gefäßverschlüsse, die unauffällig verlaufen. Folge von vorangegangener Hirnorganischen-Erkrankungen. z. B. Epilepsie, Schädel-Hirn-Trauma, Enzephalitis, chronischer Alkoholismus, Medikamentenmissbrauch, Vergiftungen-Kohlenoxid.

Demenz vom Lewy-Körper-Typ

  • seltene Demenz Form
  • es werden Gehirnteile durch Ablagerungen von kleinen Eiweißteilchen (Lewy-Body) geschädigt
  • betroffene Bereiche arbeiten nicht richtig
  • entstehende Störungen treten phasenweise auf
  • besonders Gedächtnis und Handlungsfähigkeit sind betroffen

Korsakow-Syndrom

  • folge von chronischem Alkoholismus
  • besondere Art der Gedächtnisstörung
  • Betroffene haben Gedächtnislücken, die sie beim Erzählen mit erfundenen Geschichten ausfüllen, bei nächsten erzählen wieder anders
  • Mangel an Vitamin B1
  • geschädigte Hirnzellen lassen sich nicht heilen = unheilbar
  • bei Anweisungen 4 K Regel
    kurz, konkret, konsequent, kontinuierlich

Symptome:
unterscheiden sich in körperliche (Greisen zittern) & psychische Krankheitssymptome

Gedächtnisstörungen:

  • Kurzzeitgedächtnis
  • Langzeitgedächtnis
  • Konfabulation (Gedächtnislücken durch erfundene Geschichten füllen
  • Betroffener weiß nicht mehr, was wahr ist und was erfunden)
  • Korsakow-Syndrom (Merkfähigkeitsstörung, Konfabulation + örtliche &  zeitliche Desorientiertheit)
  • Zeitgitterstörung (Erinnerungen werden in zeitlichen Reihenfolgen falsch eingeordnet)
  • Apraxie (Ablauf von praktischen Tätigkeiten ist gestört)

Wahrnehmungsstörungen: (erfassen der Umwelt durch Sinneswahrnehmungen -5-)

  • Verlangsamung (verlangsamte Reaktionszeit-Autofahrer)
  • Sinnestäuschung (Trugwahrnehmungen, Halluzinationen – optisch, akustisch usw.)
  • Orientierungsstörungen (Orientierung bezüglich Zeit, Ort, Situation & der eigenen Person)

Antriebsstörung:

  • Antriebsminderung (keine Initiative, entschlusslos, Gesichtsausdruck ohne Mimik, können keine Gefühlsregung mehr zeigen)
  • Antriebsvermehrung (umtriebig, ständig in Unruhe, werden nie müde)

Affektverhalten:

  • Überempfindlichkeit  (reagieren überschießend)
  • verminderte Empfindlichkeit (zeigen keine Gefühlsregung)
  • manisch-euphorisches Verhalten (unbegründet sorglos, heiter, glücklich)
  • depressives Verhalten (unbegründet traurig, ängstlich, antriebsarm)
  • stimmungslabil (schnelles schwanken zwischen weinen & lachen, meist unbegründet)

Denkstörung:

  • Denkhemmung (verlangsamtes denken)
  • hängen bleiben am gleichen Gedanken (kleben bleiben)
  • Wahnideen (Verarmungswahn, Verfolgungswahn, Bestehlungswahn Betroffene sind ohne Einsicht, können nicht belehrt werden)

Persönlichkeitsstörung:

  • verlangsamte psychische Reaktion
  • Neigung an alten Gewohnheiten klebenzubleiben
  • Verlust natürlicher Hemmungen
  • Kritiklosigkeit
  • Verflachung von Affektverhalten
  • Eigenschaften ins extreme steigern (sparsam –> geizig)

Verwirrtheit:

  • ein Zusammentreffen von
    • Bewusstseinstrübung
    • Denkstörung
    • Erinnerungsverfälschung
    • Desorientiertheit

Umgang mit Demenzen:

  • Betreuung ist außerordentlich schwer
  • sowohl körperliche und psychische Belastung
  • eigentlich benötigen Angehöriger & Betreuer Betreuung

besonders psychische Belastung kann zu einem Problem werden!

Empfehlung: Selbsthilfegruppen

Betreuung unterscheidet sich in:
  • Leichte Fälle (vaskuläre Demenz)
  • Schwere Pflegefälle (Alzheimer)
  • Besonderer Schwerpunkt liegt bei Familienangehörigen (können schwer mit der Veränderung des kranken Familienmitgliedes fertig werden)grobe Orientierung beim Umgang mit Demenzerkrankten:
  • Training der noch vorhandenen, wenn auch geminderten Funktion

*Realitäts-Orientierungs-Training =ROT
* Bei vaskulärer Demenz.

  • Bei fortgeschrittener schweren Demenz

*Validation nach Feil
*Gedankenwelt einfinden, Verstand erloschen-Gefühle nicht
*WICHTIG Lebensverlauf & Biografie zu kennen
* bei Alzheimer-Demenz
Spätkomplikationen:

  • Dekubitus
  • Harnwegsinfekten
  • Lungenentzündung
  • Schluckstörungen
  • Kau Störungen

HOPS:
Hirnorganisches Psychosyndrom ›
Zusammenfassung vieler Symptome, die bei der Demenz auftreten können

  • das Durchgangssyndrom ist von HOPS zu unterscheiden.
  • Es handelt sich um psychische Veränderungen, die im Zusammenhang mit anderen Erkrankungen stehen (z. B. körperliche Leiden)
  • diese psychischen Veränderungen sind reversibel (Symptome bilden sich zurück)

3 Schweregrade:

  • leichtes Durchgangssyndrom
  • mittelschweres Durchgangssyndrom
  • schweres Durchgangssyndrom

Ursache des Durchgangssyndroms:

Herzinsuffizienz, akute Infektionskrankheiten, besonders Pneumonie, behinderte Atmung, Sauerstoffmangel, Fieber, operative Eingriffe, Wasser- und Elektrolytverlust, Anämie, Ernährungsstörungen, akute Infektion von Magen und Darm, Hirntrauma (Hirnverletzung), Herzinfarkt, seelische Erschütterungen (Tod eines Angehörigen, Heimeinweisung usw.)

Verwirrtheit

  • Das ist ein Zustand des HOPS
  • Es ist ein Zustand, bei dem mehrere unterschiedliche Symptome auftreten können, die durch gestörte Hirnfunktionen oder auch Ausfall von Hirnfunktionen verursacht werden
    eine besondere Form ist das Delir

Symptome

  • Bewusstseinsstörungen
  • Aufmerksamkeitsstörung
  • Wahrnehmungsstörung
  • Gedächtnisstörungen
  • Orientierungsstörung
  • Störung des abstraktiven Denkvermögens (in weitestes Sinne Wahnideen)
  • Störung des Antriebs und der Stimmung (z. B. Aggressivität)
Man unterscheidet:
  • akute Verwirrtheitszustände (Zustand des Durchgangssyndrom= gehen vorüber)
  • chronische Verwirrtheitszustände (Demenz)

Körperliche Erkrankungen können zu akuten Verwirrtheitszustände führen, z. B.

  • Komplikationen bei einem Diabetes mellitus

Hyperosmolares Koma            = hohe Zuckerwerte, Exsikkose
Hypoglykämisches Koma        = langsame Erniedrigung der Zuckerwerte

  • hormonelle Störungen (Schilddrüsenunterfunktion)
  • Herzerkrankungen (Insuffizienz)
  • Infektionskrankheiten (Gürtelrose)
  • hohes Fieber
  • Blutarmut = Anämie-Vitamin B12, B6-Mangel
Verwirrtheit durch:
  1. Hirnerkrankungen
  2. Medikamente
Behandlung und Pflege:
  • engmaschige Überwachung (Kontrolle)
  • Arzt informieren
  • konstante Bezugsperson gewährleisten
  • vor Reizen abschirmen (Geräusche, grelles Licht)
  • vertraute Menschen mit einbeziehen
  • Orientierungshilfen geben
  • viel Flüssigkeiten anbieten (Ausnahme Lungenstauung, Niereninsuffizienz)
  • Verwirrtheitsprophylaxe
  • Validation

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