Autor/in: Cordula

Colitis Ulcerosa, Colon, Rectum Ca

Colitis Ulcerosa

= unspezifisch chronische Dickdarmentzündung, meist im Rektum beginnend und in Richtung Dünndarm fortschreitend. Nicht selten isolierter Rektum befall, in 30 % Befall des gesamten Colon.

Ursachen:

  • Weitgehend unbekannt
  • Immunologisch?
  • Bakteriell?
  • Allergische Komponente (Ei, Milch, Pilze)?
  • Nicht psychosomatisch bedingt, aber durch somatopsychische Einflüsse betroffen
  • w > m
  • familiäre Häufung

Symptome

  • breiig, blutig-schleimige u. eitrige Durchfälle treten bis zu 30-mal tgl. › Dehydration› Flüssigkeitsverlust.


› Funktionseinschränkung (Andickung nicht möglich) d. Colon, keine Wasserrückresorption

  • schwerer Entzündung› Fieber› Exsikkose
  • Übelkeit –> Appetitlosigkeit› Gewichtsverlust› Kachexie
  • krampfartigen Schmerzen (Tenesmen)

Histologie:

  • Befall von Mucosa u. Submucosa

Komplikationen

  • toxische Megakolon› toxische Lähmung der Muskulatur, eine massive Erweiterung des Darmlumens› Schädigung der Darmwandnerven› Erbrechen, hohes Fieber, ein aufgetriebenes, gespanntes Abdomen u. Schockzeichen
  • Perforation (flächenhafter Geschwüre)› Abszess/Peritonitisgefahr› Sepsis, eine absolute Operationsindikation (Noteingriff).
  • Stenosen mit Ileus
  • Blutung› Anämie
  • Evtl. nach >10Jahren karzinomatöse Entartung

Diagnostik:

  • Anamnese
  • Labor
  • Rectoskopie (Schwellung.)/Colo
  • KE (Kontrasteinlauf)
  • Digitale Austastung des Rektums

DD:

  • M. Crohn
  • Infektiöse Enterokolitiden
  • Colon-Rectum Ca
  • Divertikulitis (Blut im Stuhl)

Behandlungsstrategie

Konservative Therapie

medikamentöse Therapie ähnelt der des Morbus Crohn.

  • Azulfidine (als Mittel d.1. Wahl. Kombination v. Salicylsäure› Entzündungshemmend + Sulfonamiden)
  • Cortison (falls Azulfidine versagt)
  • Imurek (zur Unterstützung d. Corticosteroiden Wirkung)
  • Im akuten Schub müssen Elektrolyt- und Flüssigkeitsverluste, die durch die Durchfälle entstehen, ausgeglichen werden.

Die Arzneimittel können bei (alleinigem) Befall des Rektums und tiefer Dickdarmabschnitte auch als Zäpfchen oder Klysma gegeben werden.

Operative Therapie

Proktokolektomie

Dabei wird der gesamte Dickdarm einschließlich des Rektums entfernt. Damit der Patient durch diesen Eingriff nicht (auf Dauer) inkontinent wird, versucht man, den Schließapparat des Rektums und die sensible Darmschleimhaut zu erhalten (Proktokolektomie mit submuköser Proktektomie). Heute wird der ileoanalen Anastomose in der Regel ein Dünndarmreservoir (Ileoanaler Pouch) vorgeschaltet, das die Funktion der Rektumampulle übernimmt. In aller Regel muss aber ein temporäres Ileostoma gelegt werden. Die Operation wird auch nach langjährigem Krankheitsverlauf angeraten, um einem Kolonkarzinom zuvorzukommen.

Ggf. Ileum-Pouch

Prognose

Die Lebenserwartung hängt von Schwere und Dauer der Erkrankung sowie den Komplikationen (Karzinom?) ab

pflege

Vitalzeichen Kontrolle:

  • Temperatur ­ (schwerer Entzündung› Fieber)
  • Atmung ­ (Schmerzen
  • RR+P ¯ (Dehydration› Flüssigkeitsverlust; evtl. Medikamentennebenwirkungen)
  • Auf Medikamentennebenwirkungen achten.

Gewicht (Übelkeit → Appetitlosigkeit› Gewichtsverlust› Kachexie)

Ernährung:

  • Fortimel anbieten
  • Für ausreichende Flüssigkeitszufuhr sorgen
  • Wunschkost› hochkalorisch
  • Die Ernährung gleicht der beim Morbus Crohn. Eine ballaststoffreiche Ernährung zur Anregung der Darmperistaltik hat sich nicht bewährt.
  • Bei der relativ häufigen Milchunverträglichkeit müssen Milch und Milchprodukte gemieden werden.
  • Keine Chemisch gehärtete Fette bei Allergien,
  • evtl. keine raffinierten Zucker (wird noch diskutiert)
  • Keine Konservierungsstoffe› wegen Allergene
  • Evtl. parenterale Ernährung› niedermolekulare Sondenkost
  • Evtl. Ernährungsprotokoll
  • (Im Prinzip reizarme Kost)

Stuhlbeobachtung (breiige, blutig-schleimige u. eitrige Durchfälle treten bis zu 30-mal tgl.)

Schmerzen

  • Lokalisation
  • Typ
  • Feucht – heißer Kamille wickel ca. 15 – 30 min. im Anschluss an die Behandlung eine halbe Stunde ausruhen

Psychosoziale Unterstützung (Stimmungsschwankungen /launisch)

  • Selbsthilfegruppen
  • Evtl. Seelsorger
  • So fern wie möglich Stress vermeiden
  • Kur
  • Gesprächsführung
  • Angehörige mit einbeziehen
  • Sozialdienst (berufliche Rehabilitation)
  • Patient ernst nehmen

Hautpflege / Wundversorgung (Gewichtsverlust› Kachexie› Dekubitusgefahr)

› Dekubitusprophylaxe: evtl. Tempurmatratze, Norton – Skala, Gesäß + Steiß mit Bepanthen Salbe eincremen

  • Ressourcen orientierte Körperpflege, anschließend mit Lotion eincremen
  • Zinkhaltige Salbe auf die Wunde
  • Mobilisation
  • Evtl. Sitzbäder bei Analfistel

Familienplanung (problematisch)› Gefahr der Medikamenten Intoxikation!

Im akuten Schub: strengste Verhütung› evtl. keine Wirkung d. Pille› Verlust durch Diarrhö

  • Schwangerschaft soweit planbar – in eine ruhige Krankheitsphase
  • Mit Arzt + Gynäkologin in Verbindung setzen
  • Während d. Schwangerschaft› Überwachung› sowohl seitens des Internisten als auch von gynäkologischer Seite intensivieren.

COLON-CA

= Primär gutartige Schleimhauttumore/ „Polypen“ des Dickdarms o. Rectum.

Zwischen 40. u. 70. Lebensjahre

Arten:

  • Tubulöse
  • Tubulo-villöse
  • Villöse (› sehr hohe Entartungstendenz) Adenome mit leichten, mäßigen o. schweren Zellatypien

Ätiologie:

  • Art d. Nahrung (Eiweiß u. fettreich› deren Abbauprodukte sollen karzinogen sein. Schlacken arm Kost)
  • Verweildauer des Stuhles im Darm 8erhöht bei schlacken armer Ernährung› wird die Stuhlpassage Zeit verlängert u. d. Kontakt karzinogener Substanzen, z. B. Lysolechitine› Abbaustoffe. Gallensäuren, mit d. Schleimhaut intensiviert)
  • Aus genetischer Defekte
  • Genetisch bedingten familiären adenomatösen Polypose (FAP)
  • Präkanzerosen› Colonpolypen, Colitis Ulcerosa

Symptome:

  • Keine Frühsymptome
  • Allgemeinsymptomatik: Leistungsknick, Gewichtsabnahme, schleichende Anämie
  • Manchmal Blutungen
  • „falscher Freund“› Unwillkürlicher Abgang v. Stuhl u. Winden
  • Bleistiftförmiger Stuhl› Folge einer stenosierenden Rektum-CA
  • Bauchschmerzen im Alter
  • Leibschmerzen› Lumenverlegung, Durchwanderung u. Infiltration v. Nachbarorganen u. Bauchfell
  • Positiver Hämokkulttest (3sehr: sehr empfindlich, sehr genau, sehr unspezifisch)

Lokalisation:

  • Colon transversum 3 %
  • Colon ascendens 21 %
  • Colon descendens u. Colon sigmoideum 32 %
  • Rectum 44 %

DD:

  • Hämorrhoiden
  • Divertikel
  • Angiodysplasien
  • Colitis
  • Polyposis
  • Enterkolitis infektiosa

Diagnostik:

  • Anamnese
  • Inspektion des äußeren Analbereiches
  • Digitale Austastung
  • Endoskopie› Tecto-Colo + PE
  • Röntgen› KE, Lunge, Abdomen
  • CT› Oberbauch-> Leberfiliae+Sono
  • Urogramm› Stauungsniere› Kompression eines Ureters
  • TNM-Klassifikation

Therapie:

  • Wegen der Gefahr d. malignen Entartung› koloskopische Abtragung mit Schlingen.
  • Bei über 3 cm großen Adenomen OP› Resektion. Verlaufskontrollen.

Sonderfall: Adenomatosis (=Polyposis) coli: massenhaft Polypen im gesamten Colon u. Rectum. Hohes Risiko d. Entartung. Erblich. Indikation zur Proktokolektomie› AP.

Kolorektales CA

= Maligner Tumor des Colon respektive Rectum

  • Häufiges Krebsleiden mit relativ guter Prognose
  • Lokalisation: erst Rectum, dann Befall vom Sigma

Präkanzerosen:

  • Adenome
  • Adenomatosis/ Polyposis coli
  • Colitis u.
  • HNPCC= hereditäres nicht polyposis-Colon-CA

Symptome:

  • Veränderung d. Stuhlgewohnheiten
  • Wechsel zwischen Obstipation u. Diarrhö
  • Perianale Blutabgänge im linksseitigen Colon
  • Bei recht seitigen Tumoren: Schmerzen u. Anämie respektive positiver Hämoccult

Komplikationen:

  • Ileus
  • Perforation
  • Fistelung
  • Blutung

Metastasierung:

  • Per continuitatem in Nachbarorgane insbes. In Blase o. Vagina beim Rectum CA.
  • Peritoneal – Ca
  • Hämatogen in die Leber, Lunge

Diagnostik:

Vorsorge:

  • Hämoccult
  • Rektal-digitale Austastung (Palpation)
  • Recto-Colo, ggf. KE
  • Sono Abdomen (Lebermetastasen)
  • Endosonografie
  • gynäkologische/urologische Diagnostik
  • CT Becken beim Rectum CA

Therapie:

  • OP: Hemikolektomie rechts, Hemikolektomie links, Sigmaresektion› Resektion des befallenden Darmabschnittes mitsamt des zugehörigen Lymphabflussgebietes u. Wiederherstellung der Passage durch End-zu-End-Anastomose.
  • Rectum-Ca: Anteriore Rectumresektion im mittleren bis oberen drittel(8-16 cm)
  • Rektumexstirpation mit Anlage eines endständigen AP sigmoideus bei tiefen Rectum-Ca.

Nachbehandlung:

  • Bei Metastasen› Leber → evtl. Leberresektion, keine Lebensverlängerung, palliative Chemotherapie (OP zur Prophylaxe eines Ileus)
  • Bei radikaler Entfernung, aber fortgeschrittener Tumor / LK-Metastasierung adjuvante Chemotherapie
  • Bei Rectum-Ca zusätzliche lokale Bestrahlung des kleinen Beckens.
Weitere Quellen zu Colitis Ulcerosa
Colitis Ulcerosa

Colitis Ulcerosa: Symptome erkennen und Therapie
Colitis Ulcerosa: Ursachen, Symptome, Therapie

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