Autor/in: B. Pafel

Soziologie Fragen und Antworten Seite 2

Womit beschäftigt sich die Gerontosoziologie als Teilgebiet der Gerontologie?

  • Gerontosoziologie, also die Soziologie des Alterns, untersucht gesellschaftliche Bedingungen des Alterns. Das bedeutet: Da in verschiedenen Gesellschaften Altem unterschiedlich verläuft, kann man herausfinden, inwieweit durch die Bedingungen der jeweiligen Gesellschaft der Altemsprozess beschleunigt oder verlangsamt wird. Diese Erkenntnis kann man dann im Sinne von Gesellschaftsveränderung einsetzen. So will Soziologie aufklären, Zusammenhänge aufzeigen, und über diesen Weg Planungen für die Zukunft beeinflussen. Damit versteht sich Gerontosoziologie eher als eine analysierende und weniger als eine auf praktische individuelle Hilfe bezogene Wissenschaft. Selbstverständlich will Gerontosoziologie auch helfen, jedoch weniger dem einzelnen Betroffenen als vielmehr der Gesamtheit alter Menschen. Beispiel: In vorindustriellen Gesellschaften verläuft die Berufsaufgabe in anderer Form als in industriellen Gesellschaften. Daher altert man in vorindustriellen Gesellschaften anders. Dort erfolgt z. B. die Berufsaufgabe nicht so abrupt. Diese Erkenntnis setzt die Soziologie in die Forderung um, dass auch in unserer industriellen Gesellschaft die Berufsaufgabe in kleinen Schritten wie z. B. durch Teilzeitarbeit erfolgen sollte.

Altern ist ein mehrfach dermentiertes Schicksal! Erläutern Sie diese Aussage!

Altern kann als mehrfach determiniertes Schicksal bezeichnet werden, weil Altern ein Prozess ist, der von verschiedenen Faktoren beeinflusst wird. Indem die Lebensgeschichte (Vergangenheit), die aktuelle soziale Situation (Gegenwart) und die Zukunftsorientierung eines Menschen eine wichtige Rolle spielen.
Altern kann man als biologisches, soziales, finanziell-ökonomisches, als epochales und auch als ökologisches Schicksal bezeichnen.

Einflussfaktoren auf das Leben im Alter

Altersstudie = Bonner Längsschnittstudie des Alters (BOLSA) Es wurden zu sieben verschiedenen Messzeitpunkten psychologische und medizinische Untersuchungen vorgenommen.
In dieser Studie konnte ein Wechselspiel zwischen endogener= genetischer und exogener = umweltbedingter Faktoren festgestellt werden die den Altersprozess bewirken und die Lebenslage alter Menschen bestimmen.

  • Der Vergangenheitsaspekt = Summe aller Erfahrungen und Erlebnisse wie individueller Lebensstil, die persönliche Lebensgeschichte u.s.w.
  • Der Gegenwartsaspekt = die momentane Lebenssituation Einkommen, Wohnen, Konsum, Freizeit, Gesundheit u.s.w.
  • Der Zukunftsaspekt = Hoffnungen, Wünsche, Ziele, Erwartungen u.s.w.

Nach Lehr und Thoma lassen sich diese Aspekte in verschiedene Einflussfaktoren aufgliedern. Demnach ist altern ein mehrfach determiniertes Schicksal. Determiniertes Schicksal = mehrfach bestimmtes Schicksal.
Folgende Faktoren sind demnach für das Alter bedeutsam:

Das biologische Schicksal (Faktor):

  • Hierzu gehört die genetische Ausstattung, die zu besserer Gesundheit oder eher zu Krankheit führt, Langlebigkeit usw.

Das soziale Schicksal (Faktor):

  • Die Gesellschaft und die in ihr geltenden Werte und Normen bestimmen, welchen Stellen- wert das Alter hat. Sind alte Menschen angesehen oder werden sie als Rentenlast an den Rand der Gesellschaft gedrückt und ausgegrenzt? Die gesellschaftlichen Werte und Normen entscheiden mit darüber, welcher Verhaltensspielraum alten Menschen zugestanden wird. Deutlich wird dieser Prozess beim Thema Liebe und Zärtlichkeit im Alter.

Das epochale Schicksal (Faktor):

  • Heute 60jährige haben andere geschichtliche Erfahrungen als 60jährige vor vierzig Jahren. Ihr Selbstverständnis ist ein anderes. Hierzu gehören z. B. zeitgeschichtliche Erlebnisse und Erfahrungen, die in Form von Normen und persönlichen Einstellungen verinnerlicht werden und zur Orientierung dienen.

Das finanzielle Schicksal (Faktor):

  • Das verfügbare Einkommen (Rente) garantiert im Alter einen bestimmten Lebensstandard, lässt bestimmte Freizeitaktivitäten und Konsumwünsche zu oder verhindert sie. Bei einer geringen Rente ist der Lebensstandard in der Regel eingeschränkt.

Das Ökologische Schicksal (Faktoren):

  • Günstige Umweltgegebenheiten, altengerechte Wohnungen, gute Begehungsmöglichkeiten sowie anpassungsfähige Wohnungen können ein Verbleiben bis ins hohe Alter in der Wohnung ermöglichen. Gute Verkehrsanbindungen können die Mobilität und damit die Partizipationsmöglichkeiten, d.h. Teilnahmemöglichkeiten am öffentlichen Leben fördern oder behindern. Die einzelnen Faktoren stehen in einem Zusammenhang zueinander und können sich gegenseitig positiv oder negativ verstärken.

Erläutern Sie, warum alte Menschen keine homogene Gruppe sind!

  • Alte Menschen sind eine heterogene Gruppe. Sie werden ab dem 60. Lebensjahram kalendarischem Alter gemessen Sie sind hinsichtlich Gesundheit, Intelligenz, Einkommen, Selbsteinschätzung und Aktivitäten individuell doch so unterschiedlich wie keine andere. Sie sind also heterogen.
  • Heterogen = unterschiedlich Diese Bevölkerungsgruppe ist hinsichtlich Gesundheit, Einkommen, Selbsteinschätzung und Aktivitäten so unterschiedlich wie keine andere. Sie ist also heterogen.
  • Homogenbedeutet „gleichartig“, „von gleicher Herkunft“, „einheitlich“ oder „einförmig“. Homogene Strukturen sind aus gleichen oder ähnlichen Elementen zusammengesetzt.

Nennen Sie die 5 verschiedenen Alterstheorien und begründen sie inwieweit die Theorien heute allgemeingültig sind.

  • Defizitmodell: Abbau von körperlichen und geistigen Fähigkeiten – gleichbedeutend mit Abschiebung ( Ausgrenzung ), weil nutzlos für die Gesellschaft. Mit zunehmenden Alter grundsätzlicher Abbau von körperlicher Leistungsfähigkeit und Abnahme der geistigen Leistungsfähigkeit sowie Lernfähigkeit.
  • Disengagement- / Rückzugstheorie: Natürlicher Rückzug aus dem Erwerbsleben und Abbau von sozialen Kontakten und Einbindungen, weil nachlassen der körperlichen und geistigen Fähigkeiten. Es besteht ein erhöhter Bedarf an Ruhe und Erholung. Dieser Rückzug ist von den „Alten“ gewünscht, weil genug geleistet wurde und nun die Zeit der „Erholung und des Genießens“ folgt.
  • Die Disengagement- / Rückzugstheorie trifft nur auf einzelne Menschen zu, reicht aber nicht aus um das Verhalten der alten Menschen zu erklären. Ausgliederung älterer Menschen aus dem Erwerbsleben als natürlicher u. unvermeidlicher Prozess, den sowohl die Gesellschaft als auch die Alten selbst sich wünschen. Im Alter entstehe ein natürliches Ruhebedürfnis, da de körperliche und geistige Leistungsfähigkeit nachlasse. Der gesellschaftlich verordnete Rückzug der Alten wurde so zu deren eigenem Bedürfnis erklärt.
  • Aktivitätstheorie: Geht von der Annahme aus, das Senioren = Alte Menschen =, die größtmögliche Zufriedenheit erleben und genießen wollen, wenn sie im Maße ihrer größten Leistungsfähigkeit, auch die letzte Phase ihres Lebens verbringen.
  • Die Aktivitätstheorie hat keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit. Sie trifft nur teilweise zu. Höchstmaß an Zufriedenheit wird dann erreicht, wenn die älteren Menschen sich weiter so verhalten wie in ihren mittleren Jahren.
  • Ettiketierung / Labelling / Stigmatheorie: Ist keine sachliche, korrekte Beschreibung oder Feststellung eines kalendarischen Lebensalters, sondern stellt eine Ausgrenzung durch Hervorhebung, negativer Verallgemeinerung und Bewertung dar. „ALT“ bedeutet in dieser Theorie gleich den Zustand von Langsamkeit, unbeweglich, starrköpfig, nicht anpassungsfähig bzw. -willig und Belastung für die Gesellschaft.
  • Die Stigmatisierung Theorie wird im Zusammenhang mit Randgruppen verwendet. Es wird besagt, das Menschen aufgrund seines Verhaltens ein ganz bestimmtes Ettiket angeheftet wird. Mit diesen Stempel ist eine gesellschaftliche Ausgrenzung verbunden, die nicht mehr rückgängig gemacht wird und das weitere Leben prägt. Der ältere Mensch passt sich den gesellschaftlichen Bild an. Der Begriff „Stigma“ besitzt eine negative Wertigkeit. Es beinhaltet alle defizitorientierten Wertungen diese Lebensphase: Alte Menschen gelten als halsstarrig, langsam, intolerant, nörglerisch, unbelehrbar.
  • Kompetenztheorie / Kontinuitätstheorie: In der Kompetenztheorie liegt das Hauptaugenmerk und die Betonung auf der positiven Hervorhebung von persönlichen Fähig-, Fertigkeiten und Kenntnissen, um adäquat auf die Anforderungen der Umwelt reagieren zu können. Dies beinhaltet auch die Möglichkeit, in späteren Lebensphasen neue Entwicklungen machen zu können. Wichtigster Aspekt ist hierbei die positive Herausstellung von Kompetenzen und Ressourcen. Der Mensch altert dann zufrieden, wenn er sich seine Kompetenz erhält, sein Leben selbst bestimmt, eigenverantwortlich organisiert und es möglichst kontinuierlich verläuft.
  • Kompetenz meint die grundsätzliche Entwicklungsmöglichkeit eines Menschen und seine Fähigkeit auf Anforderungen der Umwelt zu reagieren. Das Kompetenzmodell vergleicht nicht mit den Leistungen jüngerer Menschen, sondern zeigt Entwicklungschancen im Alter auf. Sinnvolles Altern wird definiert als kontinuierliche Fortführung gewohnter Lebensweisen Es widerlegt so das Vorurteil vom allgemeinen Altersabbau (Defizit- Modell).

Welche Konsequenzen können aus der Disengagement-Theorie und dem Stigmatisierungsansatz für die Praxis der Altenhilfe abgeleitet werden?

  • In der praktischen Altenpflege wirkt sich dies als eine Verhaltensstrategie aus, die alte Menschen nur zu bemuttern weiß. Das wiederum hemmt den älteren Menschen bei seinen Bestrebungen nach Selbständigkeit und Selbstverwirklichung. Sein Selbstwertgefühl sinkt, die Abhängigkeit von anderen steigt.

20)Welche Faktoren beeinflussen das Wachstum einer Bevölkerung ?

Das Wachstum einer Bevölkerung hängt von drei Faktoren ab, dem Anstieg der Lebenserwartung von Menschen, der Geburtenrate und der Bevölkerungswanderung.

  • Lebenserwartung: Die Lebenserwartung der Menschen ist den letzten Jahrhunderten stark angestiegen. Dies hängt zum einen mit der verringerten Säuglingssterblichkeit zusammen und damit verbunden, mit dem Älterwerden der Menschen allgemein, Entscheidend dafür, dass die Säuglingssterblichkeit zurückgegangen ist und die Lebenserwartung gestiegen, sind eine bessere medizinische Versorgung, gesündere/bessere Ernährung, mehr Hygiene, bessere Wohnbedingungen, besserer Schutz vor Krankheiten und Infektionen durch Medikamente
  • Geburtenrate: Dieser Faktor ist der wichtigste, er besagt, wie hoch die Anzahl der Kinder pro Elternpaar ist. In der vorindustriellen Gesellschaft war die Geburtenrate sehr hoch, dies hing mit der hohen Säuglingssterblichkeit zusammen und der Angst der Familien im Alter nicht ausreichend versorgt zu sein. Deshalb wurden viele Kinder gezeugt, in der Hoffnung, dass wenigstens zwei überleben. Da sich durch den medizinischen Fortschritt die Säuglingssterblichkeit aber verringerte, überlebten mehr Kinder und es kam zu einer Geburtenexplosion. Zwar gab es schnell Kondome und die Pille, um der hohen Kinderzahl entgegen zu wirken, doch es dauerte lange, bis dieser Boom zurückging. Mittlerweile hat in den Industrienationen ein Umdenken stattgefunden es werden im Durchschnitt nur noch 2 Kinder pro Elternpaar geboren, wodurch die Zahl der Kinder stark rückläufig ist.
  • Bevölkerungswanderungen: In Deutschland kamen nach dem Krieg (in den 60 er Jahren) viele Gastarbeiter um hier eine Arbeitsstelle zu finden. Sie halfen dem Staat die damaligen Renten für Pensionäre zu sichern. Heute sind diese Gastarbeiter auch alt und müssen unterstutzt werden. Dafür kommen neue Gastarbeiter und der Kreis schließt sich erneut.

Nennen Sie die drei Aspekte der aktuellen demographischen Entwicklung unserer Gesellschaft in Bezug auf die ältere Bevölkerung und erläutern Sie die gesellschaftlichen Folgen.

Demografie untersucht die Entwicklung unserer Bevölkerung im Hinblick auf die Altersverteilung
Im Bezug auf die demografische Entwicklung lassen sich drei wichtige Aspekte feststellen:

  • Absolute (Zahlenmäßige) Zunahme an älteren Menschen (Zahl, um die 20 Millionen)
  • Relative (Prozentuale)Zunahme an älteren Menschen (Prozentanteil 25 %)
  • Zunahme an Hochaltrigen (Anteil der über 90jährigen)

Überalterung der Gesellschaft: Der Anteil der alten Menschen an der Gesamtbevölkerung nimmt zu , der Anteil der Kinder nimmt ab. Die BRD wird immer älter. Immer weniger Erwerbstätige müssen immer mehr alte Menschen ernähren. Folgen: Die heute noch Erwerbstätigen, müssen für ihr Alter Vorsorge treffen und die Rentner heute, müssen mit weniger Rente auskommen.

Was sind die Konsequenzen aus der aktuellen demographischen Entwicklung?

  • Von 2012 an wird die derzeit noch steigende Bevölkerungszahl kontinuierlich abnehmen. Gleichzeitig wird das Durchschnittsalter weiter steigen. Das hat Folgen für nahezu alle Lebensbereiche, für den Arbeits- und Wohnungsmarkt genauso wie für Bildungs- und Sozialsysteme oder das menschliche Miteinander.
  • Eine abnehmende Zahl von Erwerbstätigen muss immer mehr Geld für Pflege und Rente abführen.
  • In Deutschland drohen bei dieser niedrigen Geburtenrate Deflation, Wirtschaftskrise, Niedergang und Verarmung in den kommenden Jahrzehnten.
  • Die heute fehlenden Kinder fehlen in spätestens 30 Jahren als Konsumenten, Ingenieure, Facharbeiter, Dichter und Denker.
  • Immer weniger Wohnungen, öffentliche Gebäude und Straßen werden gebaut werden.
  • Rückgang und Alterung der Bevölkerung werden auch Konsequenzen für den Arbeitsmarkt haben. Die Konkurrenz der Arbeitgeber um die immer weniger werdenden Berufsanfänger wird größer werden, was sich wahrscheinlich auch auf die Anfangslöhne und -gehälter auswirken und zu einer Verringerung des Abstands zum Endeinkommen führen wird. Die mittleren Jahrgänge werden weniger Aufstiegschancen vorfinden, da höhere Positionen immer länger von älteren Arbeitnehmern blockiert werden dürften. Diese werden weiterhin in besonderem Maße von Arbeitsmarktrisiken betroffen sein
  • Je mehr das Durchschnittsalter der Arbeitnehmer ansteigen und je weniger jüngere Arbeitssuchende auf dem Arbeitsmarkt vorzufinden sein werden, um so wichtiger werden Fort- und Weiterbildung werden. Dies bedeutet, dass sich die Wirtschaft auch von Vorurteilen hinsichtlich der Leistungsfähigkeit älterer Arbeitskräfte trennen muss.
  • Die Alterung der Gesellschaft wird zu einem rasch wachsenden Bedarf an sozialen Einrichtungen und Diensten für ältere und hochbetagte Menschen führen. Dazu gehören Begegnungs-, Freizeit-, Kultur-, Service- und Beratungsstellen für Senioren. Vor allem kranke und pflegebedürftige Senioren werden zunehmend auf öffentliche Unterstützung angewiesen sein, da immer häufiger Partner oder erwachsene Kinder fehlen werden, die bisher überwiegend diese Aufgabe übernahmen. So werden mehr geriatrische und gerontopsychiatrische Abteilungen und Pflegebetten in Krankenhäusern, mehr Alten- und Pflegeheime, mehr Tages- und Kurzzeitpflegeplätze sowie mehr Sozialstationen, pflegerische, hauswirtschaftliche und Mahlzeitendienste benötigt werden. Die Ausgaben für soziale und medizinische Einrichtungen und Dienstleistungen für Senioren werden also noch erheblich zunehmen.
  • Da die Kosten für die Versorgung (chronisch) kranker, behinderter und pflegebedürftiger Senioren überwiegend von der Kranken- und der Pflegeversicherung übernommen werden, ist hier mit stark ansteigenden Kosten und damit auch höheren Beiträgen zu rechnen.

Nennen Sie die 5 Trends in Bezug auf die ältere Bevölkerung und erläutern Sie einen Trend näher.

Tews spricht von 5 Trends:
  • Verjüngung des Alters Positive Effekte und negative Effekte
  • Entberuflichung des Alters
  • Feminisierung des Alters Quantitativer Aspekte und Qualitative Aspekte
  • Singularisierung im Alter
  • Hochaltrigkeit

Verjüngung des Alters Positive und negative Effekte

Positive Effekte:

  • Alte fühlen sich jünger als sie tatsächlich sind;
  • Die Mehrheit der über 70jährigen schätzten sich vor 20 – 30 Jahren als „alt“ ein
  • 1/3 der bis 75jährigen schätzten sich in einer neuen Repräsentativbefragung nach Tews 1993, 1995 als „alt“ ein
  • das Aussehen und das Erscheinungsbild der älteren Menschen hat sich verjüngt
  • Heutzutage hat die körperlich schwere Arbeit abgenommen, was der vorzeitigen Alterung entgegenwirkt
  • Heute kann man durch Mode und Kosmetika sein Äußeres erheblich verjüngen
  • Sportliche Aktivitäten halten zusätzlich jung

Negative Effekte:

  • 40 – 45jährige zählen zu den älteren Arbeitnehmern
  • Personen in diesen Alter nehmen seltener an Qualifikationsmaßnahmen teil, da sie zu alt sind
  • 40jährige und älter finden sehr schwer einen Arbeitsplatz, daher gibt es unter ihnen eine Zunahme der Langzeitarbeitslosen
  • eine Vorverlegung des Altersproblems erfordert eine Auseinandersetzung der Betroffenen mit dem eigenen Älterwerden
  • Lebensphasen zwischen 50 und 60 Jahren bedeuten eine entscheidende Veränderung, sowohl in historischer, als auch struktureller und individueller Hinsicht.

Entberuflichung des Alters

  • Quote der erwerbstätigen hat sich drastisch verringert
  • Trend, dass viele über 65jährige Rentner Rentner sind nimmt besonders in Industrieländern zu
  • Ein großer Teil geht früher in Rente, was zu einer höheren Lebenserwartung und Verlängerung der Altersphase führt
  • Es ist wichtig, wie und unter welchen Zwängen oder Wahlmöglichkeiten man in den Ruhestand geht
  • Es gibt zwar aufgrund gesetzlicher und tariflicher Regelungen mehr Wahlmöglichkeiten wann man in Rente geht, aber praktisch gesehen sind die Auswirkungen im Hinblick auf die nachberufliche Lebensphase gleich
  • Dies betrifft gerade die 50jährigen die mit einer früheren Berufsaufgabe zurechtkommen müssen
  • Vor allen für Frauen ist die Alterssicherung weitaus problematischer
  • Viele Paare versuchen heute gleichzeitig in den Beruf einzusteigen und auch gleichzeitig wieder aufzuhören, damit sie mehr Zeit gemeinsam verbringen können
  • Deshalb hat sich in Westdeutschland der Wunsch nach einer früheren Berufsaufgabe verstärkt
  • In Ostdeutschland dagegen sind viele über den Arbeitsverlust traurig, da Arbeit, Betrieb und Kollegen einen anderen Stellenwert haben als im Westen

Feminisierung des Alters Quantitativer Aspekt und 3 Qualitative Aspekte

Quantitativer Aspekt:

  • vor 100 Jahren gab es gleich viele Männer und Frauen
  • wird heute ein Mensch über 60 Jahre alt, ist es in zwei von drei Fällen eine Frau
  • wird ein Mensch über 75 Jahre alt, ist es in drei von vier Fällen eine Frau. Das liegt zum einen daran, das Frauen eine höhere Lebenserwartung haben und zum anderen an den Nachwirkungen des Krieges
  • das Geschlechtsmissverhältnis wird bis ins nächste Jahrhundert unausgeglichen bleiben

Es gibt 3 Qualitative Aspekte:

Partizipation ( Teilnahme)

  • Frauen sind zugänglicher für Kommunikationsangebote als Männer. Sie nehmen häufiger an Angeboten der Altenhilfe, Bildungsveranstaltungen u.s.w. teil

Altersarmut

  • auch wenn die absolute Altersarmut abgenommen hat, gehören Frauen am ehesten zu den „armen Ältern.“ Begründet ist dies durch ihre Biographie, da die meisten Frauen nicht berufstätig waren und dadurch keinerlei Rentenansprüche erworben haben

Abhängigkeit von Hilfsangeboten

  • Da ältere Frauen mit zunehmenden Alter alleine leben, sind sie beim Verlust ihrer Selbstständigkeit von ambulanten und stationären Hilfen abhängig. Frauen wohnen eher in Heimen, wo sie von Frauen gepflegt und unterstützt werden

Singularisierung im Alter

  • Anteil von Alleinstehenden nimmt in Verbindung mit Verwitwung und gestiegener Scheidungsrate im hohen Lebensalter tendenziell zu
  • Grundsätzlich stellen die Zwei- Personen Haushalte die größte Gruppe von Wohnformen dar
  • Absolute Rückläufigkeit ist die Variante der Zwei-, Drei- und Mehrgenerationen Haushalte
  • Generell gibt es keine Singularisierung die sich aus diesen Lebensstil in jüngeren Jahren ableiten lässt
  • Zwischen 1978 und 1988 reduzierte sich der Anteil derer, die sich oft als „einsam“ bezeichnen stetig von 15 % auf 10 %
  • Männer kommen mit dem Alleinleben weniger gut zurecht als Frauen
  • 67 % geben an, sich mit dem Alleinleben abgefunden zu haben oder darunter zu leiden
  • Gerne alleine zu leben gaben 14 % an
  • 43 % haben sich daran gewöhnt
  • 6 % der Alleinlebenden Frauen könnten sich einen neuen Partner vorstellen
  • Daraus folgt, das das Alleinleben von vielen älteren Menschen als nicht mehr änderbarer Zustand angesehen wird

Hochaltrigkeit
Wie bei allen Altersfragen ist eine chronologische Definition
wenig hilfreich, selbst wenn aus pragmatischen Gründen heute oft die Grenze von 80 Jahren verwendet wird.

  • Bei den jüngeren Alten spricht man von den 60 – 75 jährigren das sie im dritten Lebensalter sind
  • Das vierte Lebensalter betrifft die Hochaltrigen über 75 Jahren
  • Zwischen 80 und 85 Jahren erreicht man den Schwellenwert, das bedeutet Altersabbau (menschliche Funktionen und Systeme verringern sich). Darunter fallen:
  • Multimorbidität oder chronische Erkrankungen
  • Die geistige Leistungsfähigkeit nimmt ab (Demenz)
  • Pflege- und Hilfsbedürftigkeit nimmt zu
  • Eventueller Heim- und Krankenhausaufenthalt oder Rehabilitation
  • Isolierung und Einsamkeit können auftreten
  • Die negativen Seiten überwiegen bei ungefähr 30 % der Hochaltrigen über 100 Jahre jedoch nicht, da sie oft noch rüstig, das heißt physisch und psychisch in guter Verfassung sind.

Welche Wohnformen gibt es für ältere Menschen ?

Wohnen: Menschliches Bedürfnis, die eigenen 4 Wände, Schutz , Rückzug, Privatsphäre, Selbstständigkeit.

Es gibt altengerechte Wohnungen. Betreutes Wohnen und institutionalisierte Wohnformen.

  • Betreutes Wohnen Neben der altengerechten Ausstattung werden noch verschiedene, frei wählbare Dienstleistungen angeboten (je nach Vereinbarung):Pflege und Hilfe. Mahlzeitendienst Notrufbereitschaft etc., auf die der ältere Mensch zurückgreifen kann. (Betreuungspauschale)
  • Altengerechte Wohnungen: Darunter werden abgeschlossene Wohnungen verstanden, die an den besonderen Bedürfnissen älterer Menschen orientiert sind (z.B. Ausstattung ohne Schwellen, Haltegriffe, breite Türen,…). Sie sind entweder eingestreut in gewachsene Stadtviertel oder konzentriert in Altenwohnanlagen.
  • InstitutionalisierteWohnform: In der institutionalisierten Wohnform sind alle Formen der Hilfe unter einem Dach zusammengefasst, ihre Benutzer verlassen ihre bisherige Wohnung mit samt den sozialen Umfeld um sich für einen meist dauerhaften Aufenthalt in eine von versorgende Einrichtung begeben zu müssen.

Hier wird unterschieden zwischen:

  • Altenwohnheim
  • Altenheim
  • Pflegeheim

Wobei heute diese verschiedenen Typen meist in Form mehrgliedriger Einrichtungen zu finden sind.

Welche Bedeutung kommt dem Wohnen im höheren Alter zu ?

  • Wohnen ist ein grundlegendes menschliches Bedürfnis, das im Allgemeinen für jeden Menschen und im Besonderen für den „älteren“ Menschen von existentieller Bedeutung ist Da sich der Bewegungsradius eines älteren Menschen verringert, kommt die Wohnung und dem näheren Wohnumfeld eine besonders große Bedeutung zu. Die Wohnung oder das Haus, sowie das angrenzende Nachbarschaftsgebiet werden zu dem wichtigsten räumlich – sozialen Zusammenhang. Die Wohnung wird intensiver genutzt. sie ist der Handlungsort einer Vielfalt innerhäuslicher Lebensvorgänge, rund um die Gestaltung des Alltags.

Nennen Sie drei Daten aus den historischen Überblick und erläutern Sie welche Stellung die Alten in dieser Zeit hatten!

  • ca. 30.000 vor Christus » Jäger und Sammler » keine hervorragende Stellung der Alten » Vernachlässigung, Aussetzung, Tötung
  • ca. 4.000 vor Christus » Ackerbauer und Viehzüchter » Alte waren Führungspersönlichkeiten » Wertvolle Erfahrung = Macht, wurden als Ratgeber geschätzt waren für die Schließung von Heiratspakten, für die Streitschlichtung und als Ratgeber in allen Lebensfragen zuständig.
  • 1618 – 1648 Dreißigjähriger Krieg » Verrohung der Sitten und Rückgang des Mitleids für Alte, Kranke und Schwache

Von welchen Faktoren hing der Stellenwert der älteren Menschen im vergangenen Jahrhundert ab?

  • Welchen Stellenwert ältere Menschen hatten und wie sie lebten, welche Bedeutung ihnen zugute kam, hing von ihrem Stand/Schicht ab. Hatten sie Vermögen, Eigentum waren gebildet, war ihre Stellung relativ positiv, da die Jüngeren auf die Übergabe des Besitzes angewiesen waren.

Welchen Stellenwert bzw. welches Ansehen hat der Altenpflegeberuf in unserer Gesellschaft ? Begründen Sie Ihre Antwort

  • In unserer Gesellschaft die Leistungs- und Wertorientiert ist, hat der Beruf des Altenpflegers keinen hohen gesellschaftlichen Rang. Alt ist gleichzusetzen mit senil, krank keinen gesellschaftlichen Nutzen und nicht jeder möchte diesen Beruf ausüben. In der Hierarchie der sozialpflegerischen Berufe steht er ganz unten. Er wird als Anhängsel des Berufsbildes Krankenpflege gesehen.

In wieweit hat sich das Berufsbild des Altenpfleger / in von Früher bis Heute geändert und wie haben sich die Schwerpunkte der Pflege/Betreuung verändert?

  • Früher wurde die Hilfe/ Versorgung durch Klöster, Armen und Siechhäuser abgedeckt. Durch den medizinischen Fortschritt, Altenforschung und der gesellschaftlichen Anspruchshaltung, wächst auch die Forderung nach qualifizierter Pflege und Betreuung der alten Menschen Antwort.
  • Früher reichte Mildtätigkeit, Idealismus und christliche Motivation aus um alte Menschen zu betreuen/versorgen. Heute ist es so, dass detaillierte Kenntnisse im medizinischen, Grund und Behandlungspflege in Rechtsfragen, Rehabilitation und Aktivierung zur Ausbildung des Altenpfleger / in gehören um den Bedürfnissen der alten Menschen gerecht zu werden. Die Zielsetzung ist, zu Aktivieren, Rehabilitieren und Therapieren. Das heißt: Aktivierende Pflege, Hilfe zur Selbsthilfe

Was verbindet die Gesellschaft mit der Berufsbezeichnung Altenpfleger/in?

  • Die Gesellschaft verbindet mit der Berufbezeichnung Altenpflege immer noch: pflegen, Betreuen Versorgen. Pflegen kann jeder. Alter ist gleichgesetzt mit nutzlos Krankheit, Tod.

Diskutieren Sie Möglichkeiten, wie das öffentliche Image des Altenpflegeberufs zu verbessern ist. Nennen Sie Ideen und machen Sie Vorschläge. Welche Möglichkeiten haben Sie als zukünftige Altenpfleger/innen an den bestehenden Strukturen etwas zu ändern ?

  • Der Berufliche Status ist von Gesellschaftlichen Rahmenbedingungen abhängig. Der Status hängt davon ab, wie alte Menschen in der Gesellschaft angesehen werden. Immer mehr ältere Menschen sind heute auf die außerfamiliäre Pflege und Betreuung angewiesen. Durch den medizinischen Fortschritt, Altenforschung und der Gesellschaftlichen Anspruchshaltung, wächst auch die Forderung nach qualifizierter Pflege und Betreuung der alten Menschen. Es muss für diesen Beruf ein allgemeinverbindliches professionelles Pflegeverständnis entwickelt und verbreitet werden, durch Medien/Öffentlichkeitsarbeit. Antwort
  • Der Altenpfleger/in muss versuchen die Einstellung der Gesellschaft zu alten Menschen zu beeinflussen, um selbst einen höheren Status für seinen Beruf zu erzielen. Dies könnte erreicht werden mit mehr Öffentlichkeitsarbeit. Haus der offenen Tür, Veranstaltungen, Seminare über das Berufsbild.


Seiten: 1 2

Diesen Beitrag teilen auf...

Twitter Facebook Google+