Autor/in: Rolf Axmann

Klausurfragen zum Thema spezielle Arzneimittellehre

1.) Warum ist Ethanol 70 % das beste Auszugsmittel zur Herstellung von Pflanzenauszügen?

Um die Inhaltsstoffe aus den Pflanzen herauszuziehen, die Wirkstoffe können sich aus den Pflanzen lösen. Ethanol 70 % ist ein gutes Konservierungsmittel.

2.) Ordnen Sie zu:

  • Flores: Blüten
  • Radix: Wurzel
  • Herba: Kraut
  • Folia: Blätter
  • Cortex: Rinde

3.) Welche Arzneimittel sollten im Kühlschrank gelagert werden und warum?

Hitzeempfindliche Medikamente (z. B. Zäpfchen, Trockensäfte = Suspensionen wie Antibiotika Säfte, Penicillin Säfte), weil sie sonst verfallen, oder zerstört werden.
Einige Salben (Packungsbeilagen beachten).


4.) Versuchen Sie Kriterien für die Arzneimittelbehandlung älterer Menschen zu formulieren anhand folgender Fragen:

a.) Ist die Dosis richtig? (Alte Menschen benötigen meist niedrigere Dosen als junge – warum?)

Die Stoffwechselfunktion alter Menschen ist reduziert

b.)  Benötigt man überhaupt ein Arzneimittel- oder gibt es Alternativen-welche?

Es gibt auch Alternativen und bestimmte Therapien

c.) Gibt es beim alten Menschen spezielle unerwünschte Medikamentenwirkungen?

Obstipation, Immunabwehr ist schwächer, alte Menschen können paradox reagieren,
Antibiotika – Pilzgefahr

d.) Ist die Auswahl der Arzneiform richtig-auf. Was muss geachtet werden?

Auf den Allgemeinzustand, auf das Krankheitsbild, Wirkungsweise, Nebenwirkungen, ist die Therapie machbar(kann der Bewohner/in/Patient die Tabletten überhaupt schlucken?)

e.) Wie sichert man am besten die zuverlässige Einnahme?

Kontrolle, dabei bleiben

5.) Welche Aussagen zu den stark wirksamen Analgetika treffen zu?

a.) Starke Analgetika haben den gleichen Wirkungsmechanismus wie schwache A. = falsch
b.) Starke Analgetika werden alle im Betäubungsmittelschrank aufbewahrt = falsch
c.) Starke Analgetika wirken hauptsächlich fiebersenkend und entzündungshemmend = falsch
d.) Starke Analgetika haben ein Suchtpotenzial = richtig
e.) Manche starke Analgetika werden auch als Hustenmittel(Antitussiva) eingesetzt = richtig
f.) Starke Analgetika wirken antipsychotisch = falsch

6.) Ordnen Sie zu:

  • Aspirin = schwaches Analgetikum
  • Voltaren = NSAR
  • Atosil = schwaches Neuroleptikum
  • Codein = starkes Analgetikum
  • Diazepam = Tranquilizer
  • Haldol = starkes Neuroleptikum

7.) Welche Aussagen zu den Psychopharmaka treffen zu?

a.) Neuroleptika machen abhängig = richtig
b.) Tranquilizer sind antipsychotisch wirksam = richtig
c.) Je stärker das Neuroleptikum, desto beruhigender wirkt es = richtig
d.) Je stärker das Neuroleptikum, desto mehr Parkinson ähnliche Bewegungsstörungen macht es = falsch
e.) Schwache Neuroleptika kann man als Hypnotika einsetzen = falsch
f.) Antidepressiva machen nicht abhängig = falsch

8.) Schildern Sie die Problematik, die sich bei Dauergebrauch von Laxanzien ergeben kann

Laxanzien Abusus, die natürliche Darmflora wird zerstört

9.) Welche Eigenschaften sollte ein ideales Hypnotikum haben? – Kennen Sie eines?

Es gibt kein ideales Schlafmittel, weil der physiologische Schlaf der gesündeste ist und dieser wird durch Schlafmittel gestört.

10.) Welche Parkinson-Medikamente kennen Sie?

Madopar = Levodopa (Vorstufe des Dopamin) / L-Dopa

11.) Welche der folgenden Arzneimittel haben ein Suchtpotenzial?

a.) Morphin -Merck = ja
b.) Beloc = nein
c.) Furosemid -ratio = nein
d.) Codipront = ja
e.) Adumbran = ja
f.) Atosil = nein

12.) Welche Aussagen zur Therapie mit Parkinson Medikamenten treffen zu?

a.) Grundlage der Therapie ist die Substitution von Dopamin = richtig
b.) Es wird stets L-Dopa mit einem Decarboxylasehemmer kombiniert = richtig
c.) Es wird versucht, den Mangel an Acetylcholin auszugleichen = falsch
d.) Madopar darf nicht mit anderen Parkinson mitteln kombiniert werden = falsch
e.) Die Therapie mit Madopar wird einschleichend begonnen = richtig
f.) Das Auftreten von „on-off“ -Phänomenen bedeutet, dass die Therapie mit Madopar abgebrochen werden muss = nein

13.) Erklären Sie folgende Begriffe:

a.) Phytotherapeutika = pflanzliche Arzneimittel
b.) Droge = getrocknete Pflanzenteile

14.) Übersetzen Sie folgende Wörter:

a.) Cortex getrocknete Rinde
b.) Flores getrocknete Blüten
c.) Fructus getrocknete Früchte
d.) Folia getrocknete Blätter
e.) Lignum getrocknetes Holz
f.) Herba getrocknetes Kraut
g.) Radix, Rhizoma, getrocknete Wurzel

15.) Was bewirkt Placebo?

Setzt Endorphine Frei

16.) Was sind Endorphine?

Körpereigene Botenstoffe (auch schmerzhemmende Botenstoffe)
Endorphine sind Glückshormone

17.) Welchen Fachbegriff gibt es für Schmerzmittel, in welche Gruppen werden Schmerzmittel eingeteilt?

Analgetika
Es gibt starke Analgetika (z. B. Opioid / zentral wirksame Analgetika) und
Es gibt schwach bis mittelstarke Analgetika (peripher wirksame Analgetika / Prostaglandinsynthesehemmer)

18.) Erklären Sie folgende Begriffe:

Durogesic Morphin pflaster
TTS transdermales therapeutisches System
Substitution Polamidon, Methadon
Antitussiva Hustenreiz stillend
miotisch Pupillen verengend
Mydriasis Pupillen erweiternd

19.) Die Wirkweise von Agonist und Antagonist am Rezeptor. Neben einer guten Passform am Rezeptor liegt beim Agonisten auch was vor?

Eine intrinsische Aktivität, die letztlich den Effekt bewirkt

20.) Was bedeutet intrinsisch, was bedeutet Agonist?

Intrinsisch ist die Fähigkeit eines Pharmakons, nach der Bindung an einem Rezeptor einen Reiz und dadurch eine Wirkung auszulösen

Agonisten sind Substanzen, die sich an einen Rezeptor binden, ihn stimulieren und dadurch eine Wirkung auslösen

21.) Wobei ist eine Atemdepression besonders zu beachten?

Bei Fentanyl

22.) Das Wirkprofil aller Opioidanalgetika ist gleich, die Wirkstärke der Arzneistoffe jedoch unterschiedlich. Das Wirkprofil umfasst eine:

analgetische Wirkung (Stimulation der Opiate Rezeptoren)
sedative Wirkung (Reduktion der geistigen Aktivität)
tranquillierende Wirkung (Beseitigung der Angstgefühle)
euphorisierende Wirkung(Sucht)
antitussive Wirkung
Atemdepression(besonders bei Fentanyl)
Emetische Wirkung(anfänglich durch Erregung des Brechzentrums, später antiemetische Wirkung)
Miotische Wirkung(durch Beeinflussung der Pupillenmuskulatur)
Toleranz und Abhängigkeitsentwicklung
Verzögerte Magenentleerung(Verengung des Magenausgangs)
Obstipierende Wirkung(Hemmung der Motilität)
Kontraktion der Schließmuskel der Gallenblase
Tonussteigerung der Harnblasenmuskulatur
Tonusverringerung der Blutgefäßmuskulatur
Histamin Freisetzung und in der Folge Hautrötung

23.) Indikation für Opioidanalgetika?

Starke Schmerzen, z. B. postoperativ, traumatische oder Tumorschmerzen

24.) Beispiele für Opioid-Analgetika:

Morphin
Dipidolor
Dolantin
L-Polamidon
Temgesic
Tramal(kein BTM)
Valoron N (kein BTM)

25.) Erklären Sie kurz das Stufentherapieschema der WHO:

1.) Nicht Opioide Analgetika (inkl. NSAR), evtl. zusätzlich Neuroleptika, Antidepressiva
2.) Nicht Opioide Analgetika (+/-) schwach wirksame Opioid Analgetika, evtl. zusätzlich Neuroleptika/Antidepressiva
3.) Nicht Opioide Analgetika (+/-) Opioid Analgetika, evtl. zusätzlich Neuroleptika, Antidepressiva

26.) Was sind Prostaglandine?

Schmerzstoffe

27.) Nennen Sie die vier Wirkstoffe der schwachen / mittelstarken Analgetika

Acetylsalicylsäure(Ass) (z. B. Aspirin, ASS ratio, ASS hexal)
Paracetamol (z. B. Benuron)
Novaminsulfon(Metamizol) (z. B. Novalgin)
NSAR (= nicht steroidale Antirheumatika)

28.) Was sind alle schwachen bis mittelstarken Analgetika?(ASS/Paracetamol/Novaminsulfon/NSAR)

analgetisch (500 mg -1g)
antiphlogistisch(entzündungshemmend)
antipyretisch(fiebersenkend)

29.) Was ist Acetylsalicylsäure außerdem?

Blutverdünnend
gehört zur Standardbehandlung z. B. zur Thromboseprophylaxe

30.) Welche Nebenwirkungen bei ASS?

Schädigung der Magen-Darm-Schleimhaut
Leber- und Nierenfunktionsstörungen
Vorsicht bei Asthmatikern
Nicht für Kinder unter 12
Nicht für blutungsgefährdete Personen

31.) Welche Nebenwirkungen gibt es beim Paracetamol?

Bei längerer Einnahme können Leber und Nierenfunktionseinschränkungen entstehen

32.) Bei dem Wirkstoff Novaminsulfon gibt es noch andere Bezeichnungen, welche?

Metamizol = Novalgin (alle drei sind verschreibungspflichtig)

33.) Welche Nebenwirkungen gibt es bei Novaminsulfon?

Agranulozytose (Blutbildstörung, Granulozyten zahl, sinkt drastisch ab)
Magen Darm Störungen

34.) Zu den drei bekannten Wirkungsweisen (?) gibt es noch eine zusätzliche Wirkungsweise, im Gegensatz zu den anderen schwachen/mittelstarken Analgetika, nennen Sie alle 4!

Analgetisch
antiphlogistisch(entzündungshemmend)
antipyretisch
spasmolytisch

35.) Der vierte Wirkstoff im Bereich schwache bis mittelstarke Analgetika heißt? 2 Beispiele?

NSAR = Nicht steroidale Antirheumatika
Beispiele: Ibuprofen (bis 400 mg / Einzeldosis verschreibungspflichtig)(Aktren/Dolormin)
Beispiele: Diclofenac = Voltaren / Voltaren Dispers

36.) Wie sind die Nebenwirkungen bei NSAR?

Magen-Darm-Schädigung

37.) Was bedeutet antipyretisch?

Fiebersenkend

38.) Ein anderer Begriff für Steroid?

Kortikoid

39.) Gibt es im Bereich NSAR neue Medikamente, die nicht die Magenschleimhaut angreifen?

Ja, und zwar Vioxx (COX2-Hemmer) Cyclooxygenasehemmer

40.) Worauf weisen die Endungen mit „asen“ hin?

Immer auf ein Enzym

41.) Nennen Sie zwei Gicht mittel!

Allo von CT
Allopurinol Ratio

42.) Welche Gruppen der Psychopharmaka gibt es?

Neuroleptika
Antidepressiva
Tranquilizer (Tranquillantien) Psychostimulanzien

43.) Neuroleptika wird zur Behandlung welcher Erkrankungen eingesetzt?

Schizophrenie
Manisch-depressive Psychose (= Zyklothymie)
Neurose

44.) Was ist eine Psychose?

Grundlegende, schwerwiegende Persönlichkeitsveränderung

45.) Was ist eine Neurose?

Leichte Persönlichkeitsstörungen, ein Teilbereich der Persönlichkeit ist verändert (z. B. Ständiges Händewaschen)

46.) Was ist Schizophrenie?

Persönlichkeitsspaltung, kompletter Verlust der Realität

47.) Was sind Neurotransmitter?

Überträgerstoffe, die Signale von Nervenzellen weiterleiten ins Gehirn
Botenstoffe

48.) Nennen Sie 5 Neurotransmitter!

Dopamin
Acetylcholin
Noradrenalin
Serotonin
Gaba (Gamma-Amino-Butter-Acid)

49.) Welcher Neurotransmitter ist bei Psychosen wahrscheinlich zu viel vorhanden?

Dopamin

50.) Welcher Neurotransmitter ist bei Parkinson wahrscheinlich zuwenig vorhanden?

Dopamin

51.) Was ist Rheuma?

Sammelbegriff für unterschiedliche Erkrankungen

52.) Was ist Arthritis?

Entzündlicher Rheumatismus

53.) Was ist Arthrose?

Degenerativer Rheumatismus durch Abnutzung/Verschleiß)

54.) Wie können rheumatische Beschwerden behandelt werden?

Linderung der Schmerzen
Zurückdrängung der Entzündung
Eine Lockerung von Verspannungen
Verbesserung der Beweglichkeit der betroffenen Körperabschnitte

55.) Womit können rheumatische Beschwerden behandelt werden?

Medikamente
Physikalische Maßnahmen (Bäder, Massagen, Gymnastik oder Bestrahlung)
Techniken zur inneren Entspannung(z. B. Autogenes Training)

56.) Was sind die Pharmaka der Wahl für die Behandlung von Depressionen?

Antidepressiva

57.) Was bewirken Benzodiazepine?

Sie dämpfen nur, statt die Depression zu lösen

58.) Nennen Sie zwei neuere Antidepressiva?

SSRI (selektive Serotonin Wiederaufnahmehemmer)
MAO-Hemmer

59.) Nennen Sie drei Migräne Prophylaktika

Betablocker (Dociton)
Calcium Antagonist (Sibelium)
Serotonin Antagonist (Deseril ret.)

60.) Was bewirken Neuroleptika?

Sie modifizieren den entgleisten Stoffwechsel im Gehirn

61.) Nennen Sie 4 schwach wirkende Neuroleptika!

Atosil
Dipiperon
Leponex
Neurocil

62.) Nennen Sie zwei mittelstark-wirkende Neuroleptika!

Nipolept
Psyquil

63.) Nennen Sie 1 stark-wirksames Neuroleptika!

Jatroneural

64.) Nennen Sie 2 sehr-stark wirkende Neuroleptika!

Haldol
Zyprexa

65.) In welche Stufen werden Neuroleptika eingeteilt?

Schwach wirkende
mittelstark wirkende
Stark-wirkende
Sehr-stark-wirkende

66.) Nennen Sie Nebenwirkungen der Neuroleptika!

Extrapyramidal – motorische Störungen (durch Dopamin)(Steifheit, Parkinson ähnliche Bewegungsstörungen, evtl. Tremor, Robotergang, Sitzunruhe = Akathisie)
Vermehrter Speichelfluss
Schwitzen
Durchfall oder Verstopfung
Blutdruckabfall (durch Acetylcholin)
Sedierung

67.) Vervollständige: je stärker das Neuroleptikum, …..

Desto schwächer die Sedierung

68.) Machen Neuroleptika süchtig?

Nein

69.) Was sind Depot-Neuroleptika?

Sie werden parenteral i.m.injiziert
stellen gleichzeitig Spiegel im Blut sicher

70.) Nennen Sie zwei Beispiele für Depot-Neuroleptika!

Imap
Dapotum D

71.) Definieren Sie im Zusammenhang der Depression das Losigkeitssyndrom!

Lustlos, schlaflos
antriebslos, appetitlos
teilnahmslos, hoffnungslos
daraus kann eine Lebensmüdigkeit resultieren
letzte Konsequenz: Suizid

72.) Was fehlt bei depressiven Patienten?

Noradrenalin
Serotonin

73.) Wann treten bei Antidepressiva die ersten Wirkungen ein?

Nach 3–4 Wochen

74.) Wie ist die Compliance bei Antidepressiva?

Miserabel

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