Autor/in: Teddy

Fragen zur Krankheitslehre

1. Angina Pectoris.

Angina pectoris ist ein zustand der durch Verminderung der Blutzufuhr zum Herzmuskel entsteht. Herzmuskelgewebe geht beim reinen Angina pectoris Anfall nicht zugrunde. Wenn der Herzmuskel ohne ausreichende Sauerstoffzufuhr arbeiten muss, reagiert er mit einem heftigen krampfartigen Schmerz. Angina pectoris ist kein eigenständiges Krankheitsbild, sondern das führende Symptom einer KHK. Jede Form von Angina pectoris kann zum Herzinfarkt führen.

Ursachen:

  • Arteriosklerose
  • Hypertonie
  • Schwere Anämie


Symptome:

Es ist ein Schmerz hinter dem Brustbein, der oft in den linken Arm ausstrahlt. Evtl. auch in den rechten Unterkiefer, Oberbauch, rechten Arm und zwischen den Schulterblättern. Dieser krampfartige Schmerz dauert maximal 10 – 15 Minuten an. Nach der Verabreichung von Nitraten lässt der Schmerz schnell nach.

  • Schweißausbruch
  • Tachykardie
  • Blässe
  • Übelkeit
  • Todesangst

Diagnostik:

  • EKG: zuerst ein Ruhe – EKG, später ein Belastung – EKG, evtl. ein 24 Stunden – EKG
  • Bestimmung der Herzenzyme (sind beim Angina pectoris nicht erhöht)
  • Echokardiografie (Ultraschalluntersuchung des Herzens)
  • Koronarografie (Herzkatheteruntersuchung mit Kontrastmittel)

Therapie:

  • Risikofaktoren ausschalten
  • konservative Maßnahmen:

– Medikamente:

– Nitrate (Spray, Beißkapseln, Salben, Pflaster) stellen die peripheren Blutgefäße weit. Dadurch wird der Sauerstoffbedarf des Herzmuskels gesenkt, respektive die Sauerstoffzufuhr zum Herzmuskel verbessert.

– Beta Blocker:

Reduzieren die Herzfrequenz und den Blutdruck. Dadurch wird der Sauerstoffbedarf reduziert.

– Kalziumantagonisten: (ähnliche Wirkung wie Beta Blocker).

– ASS:

Aufgrund des Gerinnungshemmers werden die Fließeigenschaften des Blutes verbessert. Das Blut kann besser, auch in verengte Blutgefäße, fließen.

Gefäß operative Maßnahmen:

PTCA (Perkutane transluminale koronare Angioplastie) ist die wichtigste nichtoperative Maßnahme.

  • Ballonkatheter Dilatation
  • Rotationsangioplastie (Entfernung der Gefäßwandablagerung mit einer Mini fräse)
  • Laserangioplastie
  • Bypass – OP (man legt einen Umleitungskreislauf)

2. Herzinfarkt: Myokardinfarkt

Das ist ein umschriebener Untergang von Herzmuskelgewebe, aufgrund einer akuten Mangeldurchblutung des entsprechenden Herzmuskelbezirks. Hiervon kann auch das Reizleitungssystem betroffen sein, weshalb sich Herzrhythmusstörungen entwickeln können.

Meistens sind Frauen davon betroffen.

Ursache:

  • Hauptursache ist Arteriosklerose und dadurch kann sich eine Thrombose in ein Herzkranzgefäß entwickeln
  • Embolie in einem Herzkranzgefäß (Emboluskommt aus der linken Herzseite).

Risikofaktoren:

1. Ordnung (besonders hohes Risiko):

  • Rauchen
  • Hypertonie
  • Hypercholesterinämie (erhöhter Cholesterinwert) (LDL)
  • Diabetes mellitus

2. Ordnung:

  • falsche Ernährung
  • Bewegungsmangel
  • Gicht
  • Pille
  • Stress
  • Übergewicht

Symptome:

  • Angina pectoris Beschwerden, die aber intensiver und länger andauernd sind (Stunden bis Tage), außerdem kein Nachlassen der Beschwerden nach Nitratgabe.
  • Unruhe
  • Todesangst
  • Blässe
  • Später Zyanose
  • Kalt schweißig
  • Blutdruckabfall
  • Tachykardie
  • evtl. auch verminderte Herzfrequenz
  • Atembeschwerden
  • Schwindel
  • Kalte Extremitäten
  • Und am 2. Tag Fieber

Hinweis:

Bei ca. 15 – 30 % der Patienten fehlt der typische Herzschmerz. Man spricht dann von einem stummen Herzinfarkt. Davon betroffen sind hauptsächlich Diabetiker und alte Menschen.

Man spricht von einem Herzschock (kardiogener Schock) wenn das Herz aufgrund eines Herzinfarktes eine verminderte Pumpleistung hat und die folgenden Symptome auftreten:

  • Blässe
  • kalt schweißig
  • Blutdruckabfall
  • Tachykardie

Schocklagerung hier: Oberkörperhochlagerung um das Herz zu entlasten.
Diagnostik:

  • Kardiogener Schock
  • Herzrhythmusstörungen bis hin zum plötzlichen Herztod
  • Herzinsuffizienz
  • Klappenfehler
  • Herzwandriss
  • Herzwandaneurysma (Aussackung der Herzwand im Bereich der Narbe)
  • Arterielle Embolien, dadurch z. B. ein Schlaganfall oder ein 2. Herzinfarkt
  • Perikarditis (Herzbeutelentzündung)

Therapie:

Basistherapie:

  • evtl. sofortige Reanimation
  • Notarzt benachrichtigen
  • Sauerstoffgabe
  • Morphium
  • bei RR über 100 mm / Hg (systolischer Wert) Nitrogabe
  • Oberkörperhochlagerung
  • Heparin
  • sowie der Patient transportfähig ist, Verlegung auf eine Intensivstation

Reperfusiontherapie:

Das ist die Wiederherstellung der Herzmuskeldurchblutung. Es ist sinnvoll, in den ersten 6 Stunden nach dem Herzinfarkt damit zu beginnen, um die Nekrose möglichst klein zuhalten. Man beginnt mit der Lysetherapie, das heißt man versucht den Thrombus oder Embolus aufzulösen. Hierzu verwendet man z. B. Streptokinase oder Urokinase. Anschließend dehnt man die Reststenose z. B. mit PTCA auf oder macht eine.

Bypass – OP. Anschließend Marcumar – Therapie.

Weitere Maßnahmen:

  • die ersten 3 Tage absolute Bettruhe
  • bei komplikationslosen verlauf ab dem 4. Tag Mobilisation nach Stufenplan (siehe Seite 42)
  • Obstipationsprophylaxe
  • Nach 3 – 4 Wochen Anschlussheilbehandlung
  • danach Betreuung bei Herzsportgruppen
  • Risikofaktoren beseitigen

3. Herzinsuffizienz

Ist die Unfähigkeit des Herzens den Organismus ausreichend mit Blut zu versorgen, obwohl das venöse Angebot ausreichend ist (die Förderleistung ist zu niedrig). Ist die häufigste Herzerkrankung im Alter. Es muss dabei immer nach der Ursache gesucht werden.

Häufigste Ursachen:

  • KHK
  • vor allem Herzinfarkt
  • Myokarditis
  • Herzklappenfehler
  • Hypertonie
  • eine schwere Anämie

Einteilungsmöglichkeiten:

Ruheinsuffizienz
Belastungsinsuffizienz
Latente Insuffizienz
Linksherzinsuffizienz
Rechtsherzinsuffizienz
globale Herzinsuffizienz
akute Herzinsuffizienz
chronische Herzinsuffizienz
kompensierte Herzinsuffizienz
dekompensierte Herzinsuffizienz

Rechtsherzinsuffizienz

Rückstau des Blutes in den Körperkreislauf

Symptome:

  • Beinödem, hauptsächlich abends
  • Tagsüber stark konzentrierter Urin
  • Nykturie (nächtliches Wasserlassen)
  • Gestaute Halsvenen
  • Lebervergrößerung
  • Leichter Ikterus
  • Schmerzen im rechten Oberbauch (durch Leberschwellung)
  • Aszites
  • Verdauungsbeschwerden
  • Magenschleimhautentzündung mit Übelkeit und Erbrechen
  • Armvenen bleiben gefüllt, wenn Arm über Herzhöhe ist
  • Gewicht steigt
  • Tachykardie
  • RR fällt
  • Konzentrationsstörungen, Müdigkeit, Schwindel, Verwirrtheit, Merkfähigkeitsstörungen

Linksherzinsuffizienz

Rückstau des Blutes in den Lungenkreislauf

Symptome:

  • Atemnot
  • Druckgefühl im Thorax
  • RR fällt
  • Tachykardie
  • Zyanose
  • evtl. blutig – schaumiger Auswurf
  • Husten
  • Rasselgeräusche
  • Konzentrationsstörungen, Müdigkeit, Schwindel, Verwirrtheit, Merkfähigkeitsstörungen
  • Kalte Extremitäten

evtl. Entwicklung eines Lungenödems

Diagnostik:

  • typische Symptomatik
  • Röntgen, Thoraxaufnahme
  • EKG
  • Herzkatheteruntersuchung
  • Echokardiografie
  • ….

Stadieneinteilung:

Stadium 1:
Keine Beschwerden bei normaler Belastung, aber Nachweis einer beginnenden Herzerkrankung durch (technische) Untersuchungen.

Stadium 2:
Leichte Beschwerden bei normaler Belastung. Mäßige Leistungsminderung.

Stadium 3:
Erhebliche Leistungsminderung bei normaler Belastung.

Stadium 4:
Ruhedyspnoe.

Therapie:

  • Diuretika
  • Digitalis
  • Kochsalzarme Diät
  • ACE – Hemmer
  • wenn möglich, Ursache behandeln
  • evtl. Herzschrittmacher
  • körperliche Schonung

– Nykturie: nächtliches Wasserlassen

– Aszites: Bauchwassersucht

4. Phlebothrombose

Das ist eine tiefe Venenthrombose.

Hauptlokalisation:

  • untere Extremitäten (60 %)
  • Becken (30 %)

Symptome:

(50 % sind symptomlos)

Frühsymptome:

  • Wadenkrämpfe
  • Fersenschmerzen
  • Schweregefühl im Bein
  • Unruhige Beine (restless leg)

Eigentliche Symptome:

  • Druckschmerz der Wadenmuskulatur
  • Fußsohlen Druckschmerz
  • Schmerzen in der Wade bei Kompression des Oberschenkels und beim Fußbeugen
  • Bein ist geschwollen
  • Schweregefühl (nimmt im Stehen zu)
  • Motorische Beinschwäche
  • Druckschmerz in der Kniekehle
  • Schmerzen beim Knie durchstrecken
  • Bein ist gerötet
  • Evtl. Zyanose
  • Venenzeichnung nimmt zu
  • Haut glänzt
  • Flohstich artige (Petechien) bis großflächige Hautblutungen (Hämatome)
  • Fußpulse sind erhalten
  • Haut ist erwärmt
  • Allgemeines Krankheitsgefühl
  • bei Beckenvenenthrombose Schmerzen und Druckgefühl im Unterbauch, hauptsächlich beim Einatmen, daher meist flache Atmung

Komplikationen:

  • Lungenembolie und dadurch Cor pulmonale
  • venöses Gangrän
  • Postthrombotisches Syndrom
  • Rezidiv (Wiederauftreten)

Therapie:

  • strenge Bettruhe
  • Heparin
  • Bein flach oder leicht hochlagern
  • Kompressionsverband wird erst nach ein paar Tagen angelegt
  • Evtl. Lysetherapie (bis zum 7. Tagen sinnvoll)
  • Thrombektomie (bis zum 10. Tag möglich, dabei entfernt man mithilfe eines speziellen Katheters den Thrombus aus dem Gefäß)
  • zur Vorbeugung werden anschließend Antikoagulantien mindestens 6 Monate verabreicht

5. Thrombophlebitis

Es ist eine oberflächliche Venenentzündung mit Verlegung des Gefäßlumens durch einen Thrombus.

Symptome:

  • lokale Entzündungszeichen

Komplikationen:

  • übergreifen der Entzündung auf die tiefen Venen
  • Postthrombotisches Syndrom

Therapie:

  • Kompressionsverband
  • Bewegung
  • Schmerzmittel
  • kühlen
  • Gerinnungshemmer (Antikoagulantien)
  • evtl. Entfernung des Thrombus durch Stichinzision (aufschneiden der Vene um den Thrombus zu entfernen)

6. Varizen = (Krampfadern)

Es ist eine umschriebene Erweiterung einer oder mehrerer oberflächlicher Venen.

7. Embolie

Es ist ein akuter Verschluss eines Gefäßlumens (Gefäßöffnung) durch einen Embolus.

8. Diabetes mellitus = Zuckerkrankheit = Zuckerharnruhr.

Das ist ein häufiges Krankheitsbild. Der Diabetes mellitus ist gekennzeichnet durch erhöhte Blutzuckerwerte. Gestört sind der Kohlenhydrat –, Eiweiß – und Fettstoffwechsel.

Derzeitige Definition und Einteilung nach der WHO:

Sammelbegriff für eine ursächliche heterogene Gruppe von Krankheiten des Kohlehydratstoffwechsels, deren gemeinsames Charakteristikum der chronisch erhöhte Blutzuckerwert ist.

Man unterscheidet:

primärer Diabetes mellitus:

– IDDM = Typ 1 (= Insulin dependent Diabetes mellitus = insulinabhängiges Diabetes mellitus, auch jugendlicher Diabetes mellitus genannt)

– NIDDM = Typ 2 (= non – Insulin – dependent diabetes mellitus = insulinunabhängiger Diabetes mellitus, auch Altersdiabetes genannt)

– 2 a› ohne Adipositas

– 2 b › mit Adipositas bei Erwachsenen

– 2 Mody › (maturity – onset diabetes of the young) mit Adipositas bei Kindern und Jugendlichen

  • sekundärer Diabetes mellitus:

– bei Pankreaserkrankungen (z. B. chronische Pankreatitis)

– bei endokrine Erkrankungen (z. B. bei Akromegalie, M. Cushing)

– medikamentös induziert (z. B. bei Steroid Therapie, Diuretika)

  • Gestationsdiabetes:

– Diabetes, der in der Schwangerschaft auftritt

Ursachen Typ 2:

Es ist nicht insulinpflichtig. Sind ca. 90 % aller Diabetiker, davon sind 10 % normal gewichtig, produzieren aber zu wenig Insulin (Typ 2a). 90 5 sind übergewichtig und produzieren sogar zu viel Insulin. Das Gewebe ist aber durch Fetteinlagerungen Insulin empfindlich geworden. Deshalb wäre hier die Hauptmaßnahme abnehmen (Typ 2b). Vermutlich geht der Typ 2b später in den Typ 2a über.

Symptome: (Typ 1 und 2)

Die Symptome entwickeln sich bei Typ 2 oft über Monate oder sogar Jahre

  • Polyurie (vermehrtes Wasserlassen)
  • Vermehrter Durst
  • Meistens Entwicklung einer Exsikkose
  • Übelkeit
  • Schwäche
  • Müdigkeit
  • zunehmende Bewusstseinsstörung
  • häufig desorientiert
  • traurige Verstimmung
  • Missempfindungen
  • in Zehen und Fingern schlecht heilende Wunden

Diagnostik:

  • Nüchtern BZ (80 – 100 mg / dl)
  • Glukosetoleranztest
  • Glukosebestimmung im Urin
  • Ketonkörperbestimmung im Urin
  • Bestimmung des C – Peptid im Blut (das ist eine Vorläuferform des Insulins und ist bei Typ 1 Diabetes kaum nachweisbar und bei Typ 2 meistens erhöht)
  • BZ – Tagesprofil
  • HbA1C – Test (ein Teil der Blutglucose wird an das Hämoglobin der Erythrozyten gebunden. Bei gesunden Personen beträgt der Wert ca. 6 %. Gut eingestellte Diabetiker sollten einen Wert unter 8 % haben. Falls in den letzten 2 – 3 Monaten BZ Erhöhungen aufgetreten sind, ist auch HBa1C – Test entsprechend erhöht)

Komplikationen:

  • Hypoglykämie (Unterzuckerung)
  • Hyperglykämie (Überzuckerung)

› dabei entsteht auch das Diabetische Koma

  • Arteriosklerose

› Schlaganfall
› Multiinfarktdemenz
› Durchblutungsstörungen am Augenhintergrund
› evtl. Netzhautblutungen mit Netzhautablösung
› Hypertonie
› Herzinfarkt
› Herzinsuffizienz
› Aortenklappenfehler
› Niereninsuffizienz
› Impotenz
› akute und chronische pAVK

  • Augeninnendruckerhöhung (Glaukom respektive grüner Star)
  • Linsentrübung (Katarakt respektive grauer Star)
  • Erhöhte Infektanfälligkeit, dadurch z. B. häufige Pneumonie und Mykosen
  • Fettleber
  • Gallensteine
  • Exsikkose
  • Nervenstörungen (Polyneuropathie)

Hyperglykämie

Anzeichen / Symptome

  • Polyurie
  • starker Durst
  • Bauchschmerzen

Therapie und Pflegemaßnahmen

  • Vitalzeichen Kontrolle und BZ
  • Kontrolle
  • Insulingabe
  • Flüssigkeitszufuhr
  • Thromboseprophylaxe

Hypoglykämie

  • großer Hunger
  • sehr unruhig
  • oft aggressiv

Therapie und Pflegemaßnahmen

  • Vitalzeichen Kontrolle und BZ
  • Kontrolle– Glukose Gabe
  • evtl. auch Glukagon(s.c. oder i.v.)
  • bei Bewusstsein, Brot zum Essen geben


Grund für Genitaljuckreiz und wie vorbeugen:

  • Der Schweiß ist sehr süßlich und fördert das Wachstum von Pilzen, Viren und Bakterien, deshalb kommt es zum Juckreiz. Man kann dies durch regelmäßige Intimpflege vorbeugen und vermindern.

Grund für Infektanfälligkeit:

  • Die Leukozyten arbeiten nicht mehr richtig und das Immunsystem ist dadurch geschwächt.

Weiter lesen auf Seite 2 …



Diesen Beitrag teilen auf...

Twitter Facebook